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Moto 360 Sport Test: Fitness-Smartwatch mit GPS

Sony hat es  schon mit der Smartwatch 3 vorgemacht und auch Motorola setzt mit der Moto 360 Sport nun ebenfalls auf eine Smartwatch mit Android Wear und eigenem GPS-Empfänger. Damit ist man unabhängig von einem Smartphone unterwegs immer auf dem rechten Weg. Die 4 GByte Speicher ermöglichen dann sogar noch eine Beschallung mit MP3. Das Ganze in ein formschönes Gehäuse gepresst, mit einem 299 Euro Preisschild versehen und los geht’s.

Design: Sieht fast auf wie eine normale Uhr

Im Gegensatz zur eckigen Sony Smartwatch 3 sieht die Smartwatch optisch wie eine normale Uhr aus. Das Display ist rund, allerdings wieder mit dem berühmt, berüchtigten „Flat tire“ auf der Unterseite.  Die mir vorliegende Fitness-Smartwatch gibt es – im Gegensatz zur normalen Version (2. Gen) nur mit einem 45 mm Durchmesser bei einer Höhe von 11,5 mm. Mit knapp 54 Gramm ist sie angenehm leicht. Das Armband (oder eher das Gehäuse) kommt zwar in drei Farben (Schwarz, Weiß, Orange) daher, kann aber nicht gewechselt werden.

Es ist Schweiss gegenüber unempfindlich und erzeugt auch keine allergischen Reaktionen. Staub zieht es aber nahezu magisch an und das sieht extrem unschön aus. Da das Armband leicht rauh ist lässt er sich auch nur widerwillig entferne. Das Armband samt Mechanismus hat mir bei der Smartwatch 3 von Sony besser gefallen. Immerhin ist die Uhr aber nach IP67 wassergeschützt und staubdicht. Die Uhr hält also bis zu 30 Minuten Eintauchen in Süßwasser bis zu 1 Meter Tiefe stand. Zum Schwimmen und Tauchen ist sie aber nicht geeignet.

Bedient wird sie über den Touchscreen sowie den Ein-/Ausschalter auf der rechten Seite. Der befindet sich nun auch auf der „Zwei Uhr“ Position. Immerhin bietet die Moto 360 Sport so auch einen automatischen Helligkeitssensor.

Technik: Nutzt vorhandene Bauteile

Ja das Teil basiert technisch auf der neuen Moto 360 (2015). Es kommt also wieder ein Snapdragon 400 mit 1,2 GH und 512 MByte Arbeitsspeicher zum Einsatz. Die Smartwatch nimmt dabei über Bluetooth 4.0 LE Kontakt oder WLAN b/g zu einem Android Smartphone oder dem Apple iPhone auf. Das Betriebssystem Android Wear ist hier in der aktuellen Fassung LCB43C installiert. Der interne Speicher für MP3 beträgt wieder 4 GByte. Der optische Pulsmesser auf der Rückseite zeigt: … den Puls 😀 Der eingebaute GPS-Empfänger zeichnet die zurückgelegte Strecke auf, aber dazu später mehr.

Akku und Performance: Ausdauer leicht besser, Performance nicht

Der eingebaute Akku leistet nur 300 mAh und kann natürlich nicht selbst gewechselt werden. Aufgeladen wird er wieder über das formschöne Dock. Dieser drahtlose Auflademodus ist einfach klasse. Legt man die Uhr auf das Dock, dann zeigt sie einem die Uhrzeit sowie den Ladezustand an und das auch noch in unterschiedlich konfigurierbaren Farben. In der Nacht (und am Tag) kann ich das Display aber auch komplett abschalten und werde nicht durch das vergleichsweise helle Licht gestört wird. Der Akku hielt bei mir mit aktiviertem Display (Always on) tatsächlich knapp 2 Tage durch. Der Akku der 2. Gen war immer bereits am Ende des ersten, spätestens in der Mitte des zweiten Tages am Ende. Die verlängerte Audauer scheint an der neuen Display-Technik zu liegen.

Display: Mit AnyLight-Hybrid für mehr Durchblick

Das knapp 1,37 Zoll große LCD-Display nutzt nämlich eine AnyLight-Hybrid genannte Technik. Es kommt bei ausreichend Umgebungslicht also ohne eigene Hintergrundbeleuchtung (transflektiv) aus und arbeitet damit stromsparender. Wenn das Restlicht mal nicht reicht (zum Beispiel in weniger gut ausgeleuchteten Räumen), dann schaltet sich die aktive Beleuchtung des LCD hinzu. Entweder manuell über den Ein-/Ausschalter oder über die „Uhr zum Gesicht“-Bewegung. Die Helligkeitsregelung steht in fünf Stufen zur Verfügung. Insgesamt ist es aber nicht mehr so hell, wie beim Vorgänger und leider auch nicht so farbfreudig. Es wird insgesamt etwas grauer, gelblicher, weniger frisch. Dafür wird es wieder von Corning® Gorilla® Glass 3 geschützt. Der dünne Glasrand um das Display selbst verzerrt auch wieder zum Rand hin das Bild. Mit einer Auflösung von 360 x 325 Pixel kommt es auf 263 ppi und ist eben leider nicht kreisrund. Dem Helligkeitssensor sei „Dank“. Und gerade der ist bei dem AnyLight-Display überflüssig. Selbst Samsung hat es geschafft, diesen in der Gear S2 in der Mitte des Displays zu verstecken. In meinem Videoreview kann man das Display sehr gut in Aktion sehen:

Android Wear und die Fitness: Misslungener Spagat?

Die Ziffernblätter der Uhr kann ich wieder über die entsprechenden Companion-App Android Wear oder Motorola Connect verändern. Hierzu stehen im Playstore unzählige Varianten zur Auswahl. Die mitgelieferten Varianten sind sowohl zahlreich als auch nützlich. Neu hinzugekommen ist dabei eine spezielle Anzeige für den Sportmodus, der sich in vier Segmente unterteilt. Hier bekomme ich auf einen Blick meine sportlichen Fortschritte präsentiert. Neben der Schrittzahl (wie immer recht „ungenau“), der verbrannten Kalorien (Schätzung auf Basis des Gewichts, der Größe und der zurückgelegten Entfernung),  der täglichen Aktivität in Form eines kleinen Herz-Symbols (Bewegungsdauer ist individuell einstellbar) , gibt es auch noch die aktuelle Tageszeit samt Sekunden. Berührt man die jeweiligen Symbole, so bekommt man detaillierte Informationen.

Die eigentliche Fitness-App im Inneren der Uhr zentriert sich allerdings auf den Bereich „Laufen“. Da sie nicht für  Schwimmer geeignet ist, blieben wohl auch nur wenig Alternativen.

Startet man seinen Lauf über „Starten“ benannten Button unterhalb der Uhrzeit, bekommt man zunächst eine Abfrage nach dem eigenen Standort (Innen oder Im Freien). Wer draussen läuft muss nun auf den ersten Sat-Fix warten. Das kann durchaus mal eine Minute in Anspruch nehmen! Wer irrtümlich „Innen“ angegeben hat, verzichtet erst einmal auf die Messung per GPS. Kann das aber durch eine Winschgeste nach links korrigieren.

Im Freuen wird die aktuelle Strecke recht genau mitgeschnitten und zwar ohne Smartphone. Im Vergleich zu meiner Garmin gibt es kaum Unterschiede. Allerdings muss ich mit der Smartwatch etwa eine Minute im Freien verharren, bis sie meinen aktuellen Standort anhand der Satellitendaten gefunden hat. In Gebäuden klappte das nur in der Nähe der Fenster.

Während des Laufs bekomme ich meine aktuelle Geschwindigkeit, die zurückgelegte Strecke, Kalorienverbrauch und Co angezeigt. Da gibt es nix zu meckern, allerdings werden die ganzen Infos auf verschiedenen Screens verteilt. Nach Beendigung des Lauftrainings werden die Daten abgespeichert und nochmals übersichtlich präsentiert und können dann nach Google Fit, Fitbit und einigen anderen Diensten exportiert werden.

Der interne Speicher von 4 GByte kann auch mit MP3 über Play Musik aufgefüllt werden. Dann benötigt man allerdings auch einen Bluetooth-Kopfhörer. Vorteil: das Smartphone kann zuhause bleiben, Nachteil: die Verbindung zum Kopfhörer ist nicht die stabilste.

Natürlich zeigt die Sport auch eingehende Anrufe oder Nachrichten des Smartphones an. Beantworten kann man sie aber nur über vorgefertigte Nachrichten.

Fazit: Für Läufer geeignet

Die Moto 360 Sport ist für Läufer geeignet. Das eingebaute GPS verrichtet seien Arbeit gut, braucht aber recht lange bis es aktiv ist. Die Uhr ist im Gegensatz zur Sony Smartwatch 3 rund, das Display dank AnyLight-Hybrid im Freien super ablesbar. In Innenräumen klappt das dann aber nur noch über die aktive Displaybeleuchtung. Insgesamt ist die Uhr weniger Fisch (Fitness-Computer) als Fleisch (Smartwatch) und dafür wäre sie mir mit knapp 300 Euro etwas zu teuer. Dann doch lieber die Garmin Vivoactive.

Tags : Android WearGPSMotorolaReviewSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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