Beenden

Moto X Play im Test: Ausdauersportler ohne Spielerei

Mit dem Moto X Play bietet Motorola – neben dem exzellenten Moto X Style – auch ein Mittelklasse-Smartphone für den „schmaleren“ Geldbeutel an. Für knapp 350 Euro bekommt man eine Menge Technik, verpackt in ein praktisches Gewand ohne viel Schnickschnack. Highlight des Moto X Play ist neben dem 3.630 mAh starken Akku auch die vom X Style bekannte 21-Megapixel-Kamera. Der Rest vom Schützenfest ist dann wirklich Mittelklasse, ohne abwertend klingen zu wollen. Wie sich das Moto X Play (Testsample stammt von Cyberport) so geschlagen hat, erfahrt ihr im folgenden Testbericht.

Ausstattung: Alles drin, alles dran

Das Motorola Moto X Play wird – im Gegensatz zum X Style oder dem fast gleich teuren OnePlus Two – „nur“ von einem Qualcomm Snapdragon 615 mit acht Kernen a 1.7 GHz angetrieben. Zudem wurde der interne Arbeitsspeicher auf 2 GByte reduziert. Der Touchscreen mit seiner Diagonalen von 5.5 Zoll löst mit den heutzutage üblichen 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird von Corning Gorilla-Glas 3 geschützt. Der interne Speicher beträgt 16 GByte (knapp 11 GByte verfügbar) und kann über MicroSD-Karten und USB-OTG erweitert werden. An Datenschnittstellen stehen neben Bluetooth 4, NFC auch noch HSPA+ auch LTE sowie WLAN a/b/g/n zur Verfügung. Hier seht ihr mein Unboxing des Moto X Play auf YouTube:

Design & Haptik: Schlicht und keine Überraschung


Das Gehäuse des Moto X Play besteht im Gegensatz zum OnePlus 2 oder Moto X Style aus Kunststoff. Optisch ähnelt es dabei dem Moto X aus 2014. Die Rückseite ist wieder leicht gewölbt und mit einer gummiartigen Textur versehen worden. Damit liegt es auch ohne Schutzhülle super in der Hand. Mit seinen Abmessungen von 148 mm x 75 mm x 8,9 (10,9 mm) und einem Gewicht von 169 Gramm ist weder klein noch leicht. Das Gewicht ist erstaunlich hoch, wenn man bedenkt, dass der Rahmen aus Kunststoff besteht. Wer das Moto X Play direkt über Motorola bezieht, der kann über den allseits bekannten MotoMaker aus zahlreichen Möglichkeiten der Personalisierung wählen. Die Vorderseite bleibt aber entweder Schwarz oder Weiß, die Rückseite kann man in 14 Farben einfärben, hochwertigere Materialien wie Holz oder Leder sucht man also vergeblich. Für die Akzente (Kunststoffteile) in den Lautsprecherschlitzen, dem Kameramodul und auf der Rückseite stehen zusätzlich 7 Farben zur Auswahl. Das Gehäuse wurde zudem mit Nano-Beschichtung versehen, die Spritzwasser abperlen lassen soll. Wasserdicht ist es allerdings nicht.

Die gummierte Rückseite kann man mit etwas Aufwand entfernen, allerdings nur um den Deckel auszutauchen. Der Akku ist fest eingebaut. Wenn das Moto X Play mit Bildschirm nach oben auf dem Tisch, kippelt es leicht, vor allen Dingen dann, wenn man auf den Rand drückt. Auf der Oberseite findet man den kombinierte Einschub für die MicroSD-Karte (bis zu einer Größe von 2 TB ) sowie Nano-SIM. In der Mitte kann man seine Kopfhörer anschliessen (3.5 mm Klinkenbuchse). Der Micro-USB-Anschluss befindet sich hingegen auf der Unterseite. Die rechte Seite beherbergt die Lautstärkewippe sowie den Ein- und Ausschalter. Dieser ist leicht geriffelt und kann so auch bei Dunkelheit gut erfühlt werden. Motorola hat auf der Vorderseite ober- und unterhalb des Displays je einen Lautsprecher untergebracht. Eine Benachrichtigungs-LED bietet das Moto X Play nicht.

Display: 5,5-Zoll und Full-HD-Auflösung

Das 5,5-Zoll-Display auf der Vorderseite des Moto X Play liefert dem verwöhnten Auge 1.080 x 1.920 Pixel (FHD-Auflösung bei 401 ppi). Die Bildqualität ist im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich besser. Motorola setzt hier auf ein IPS-Panel setzt, die Farben im direkten Vergleich mit Samsung daher deutlich dezenter dargestellt. Einen Gelbstich oder sonstige Verfärbungen sieht man nicht. Die maximale Helligkeit ist nur dann ausreichend hoch, wenn es nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Die Blickwinkelstabilität ist zufriedenstellend. Das Display selbst wird von Corning Gorilla Glass 3 geschützt und fühlt sich „samtig“ an.

Android 5.1.1 und die Moto-Apps: Schüttel mich und sprich mit mir!

Moto X Style ScreenshotMoto X Style ScreenshotMoto X Style Screenshot

Auch beim Moto X Play nutzt Motorola das völlig unveränderte Android 5.1.1. Eine eigene Benutzeroberfläche gibt es daher nicht zu sehen. Das X Play bietet im Gegensatz zum X Style auch nur noch zwei der drei möglichen Gesten zur Steuerung. Drehe ich das Smartphone zweimal schnell hin und her, so aktiviert sich die Kamera. Ein Wisch oberhalb des Displays aktiviert die Benachrichtigungen. Die ausgefeilte Sprachsteuerung namens „Moto Voice“ ist aber auch hier wieder aktiv. Nach einem kurzen Training und einem selbst diktierten „Codewort“ hört das Moto X Style auch im deaktivierten Zustand auf meine Sprachkommandos.

Moto X Style ScreenshotMoto X Style ScreenshotMoto X Style Screenshot

So kann ich beispielsweise das Wetter erfragen, eine SMS schreiben oder auch einen Termin eintragen. Die Spracherkennung reagiert dabei recht zuverlässig, kommt aber beispielsweise mit dem Hall in einem Badezimmer nur schlecht klar. Der Motorola Assistent kann häufig besuchte Orte erkennen. So kann ich beim Eintreffen in meinem Zuhause das Smartphone stummschalten, oder beim Erreichen des Arbeitsplatzes mein WLAN aktivieren. Das Moto X Play wird mit den üblichen Google-Apps ausgeliefert. Den Rest kann man sich über den Play Store installieren.

Performance, Akku und Konnektivität: Ausdauernd und erstaunlich fix unterwegs

Das Moto X Play nutzt einen Snapdragon 615 mit acht Kernen a 1.7 GHz und ist damit rein theoretisch dem OnePlus Two oder Moto X Style haushoch unterlegen. Hinzu kommt hier die Tatsache, dass der Arbeitsspeicher nur 2 GByte beträgt. So kommt das Gespann aus SoC und Adreno 405 GPU im AnTuTu auch nur auf 33.919 Punkte. Im Geekbench 3 erzielt das Moto X Play 708 Punkte im Single-Core und 2.557 im Multi-Core. Das ist in der Praxis aber nicht relevant. Der 16 GByte große Flash-Speicher (knapp 11 GByte sind frei) kann dabei problemlos mit MicroSD-Karten erweitert werden. Die Sende- und Empfangsleistung war sowohl über HSPA+, GSM als auch über LTE vollkommen zufriedenstellend. Auch die Gesprächsqualität (o2 und Telekom) gab keinen Anlass zur Klage.

Das mitgelieferte Ladegerät unterstützt leider nicht die neue Turbo-Charging-Technologie mit 24 Watt. Das Ladegerät des Moto X Style wäre mit dem Moto X Play aber sogar kompatibel. Der Hersteller bewirbt dieses Feature aber auch gar nicht. Die Aufladung mit dem knapp 30 Euro teuren Ladegerät des Moto X Style reduziert die Ladezeit von knapp 2 Stunden auf etwas über eine Stunde! Der fest eingebaute Akku des Moto X Style leistet 3.630 mAh und hält im Dauereinsatz (WLAN) knapp 11 Stunden durch. Normalnutzer werden damit also locker 2 Tage überbrücken. Das ist wirklich ausgezeichnet.

Multimedia: Klasse Kamera und guter Sound samt Equalizer

Das Moto X Play bietet auf der Vorderseite zwei Lautsprecher und liefert damit eine Klangqualität auf dem Niveau eines HTC BoomSound. Den satten Klang kann man über diverse Equalizer-Presets nochmals verfeinern. Die verstecken sich aber nicht im Musikplayer Google Play, sondern in den Einstellungen unter „Ton & Benachrichtigungen“ – „Audioeffekte“.

Moto X Style ScreenshotMoto X Style Screenshot

Die Kameraqualität war bei Motorola bisher kein Thema. Alle Vorgänger haben in dieser Disziplin mehr oder weniger versagt. Mit dem Moto X Style und auch mit Moto X Play hat sich das aber geändert. Die Kamera löst auf dem Papier mit 21 Megapixel spendiert hat. Videos werden aber nur in Full-HD (im Kamera-Menü fälschlicherweise mit HD (1080p) gekennzeichnet) aufgezeichnet, für 4K scheint die CPU zu schwachbrüstig. Daneben steht eine Zeitlupenfunktion (Slow Motion) in 540p zur Verfügung. Unterschiedliche Modi inklusive HDR sorgen für eine insgesamt gute Bildqualität. Im Nachtmodus wird die Auflösung zwar auf 3 Megapixel reduziert, kommt dann aber mit deutlich weniger Bildrauschen aus.

Motorola Moto X Play

Mehr Kamerabilder des Moto X Play

Die Frontkamera löst mit 5 Megapixel auf muss aber ohne die LED des Moto X Style auskommen. Das empfinde ich persönlich nicht als Verlust.

Fazit: Gute Mittelklasse mit ordentlichem Preis-/Leistungsverhältnis

Das Play im Namen kommt wohl eher von den teils verspielten Möglichkeiten zur Personalisierung im hauseigenen Moto Maker. Die CPU reicht allerdings auch für alle aktuellen Spiele aus. Den Unterschied zur CPU des Moto X Style oder OnePlus Two merkt man vor allen Dingen beim Multitasking mit mehreren, aufwändigen Apps oder Spielen. Die Verarbeitung ist gut, die Haptik ansprechend. Die Kamera macht gute Bilder und Videos. Die Akkulaufzeit der 3.630 mAh starken Kraftzelle ist mit etwa 2 Tagen durchaus bemerkenswert. Ein echter Ausdauersportler. Das in Kombination mit einer guten Sende-/Empfangsleistung sowie Gesprächsqualität macht das Moto X Play zu einer Empfehlung. Wer mobile-reviews.de unterstützen will, der kauft sich das Smartphone zum Beispiel bei Cyberport.de.

 

Tags : AndroidMoto XMotorolaReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen