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Moto Z Smartphone im Test: Flach und teuer

Das LG G5 war kein Erfolg, obwohl der Charme eines (teilweise) modularen Smartphones nicht von der Hand zu weisen ist. Lenovo beschreitet mit dem Moto Z nun einen ähnlichen Weg, vermeidet dabei aber die Fehler des G5. Das Moto Z ist zudem extrem dünn, verzichtet ebenfalls auf eine 3.5 mm-Buchse und kann über Moto Mods™ mit einem Projektor, Soundbooster, Powerpack und 10-fach optischen Zoom ausgestattet werden. Der Spaß beginnt bei 699 Euro (z.B. bei Cyberport.de), oder doch nicht?

Design und Verarbeitung: Super (flach)

Das Lenovo Moto Z besteht überwiegend aus Metall. Zumindest die blanke Rückseite (ohne Cover) und der Rahmen sind aus Aluminium. Die Vorderseite wird von Gorilla Glas 4 geschützt. Das Smartphone ist mit seinen 155,3 x 75.3 x 5.19 mm extrem dünn und mit rund 136 Gramm auch erstaunlich leicht. Es ist allerdings so dünn, dass Lenovo auf die 3.5 mm Klinkenbuchse für normale Kopfhörer verzichtet hat. Stattdessen werden diese über den neuen USB-Typ-Anschluss adaptiert. Unter dem 5.5 Zoll großen Display findet man einen quadratische Fingerabdrucksensor. Er mag als Home-Button erscheinen, ist aber tatsächlich nur zur Eingangskontrolle gedacht. Ok, man kan da Smartphone damit auch sperren Moto Z(längerer „Druck“ auf den Sensor). Die Bedienung von Android 6.0.1 erfolgt aber komplett über drei Softkeys. Echte Tasten oder Sensortasten hat das Moto Z keine. Trotzdem haben die Designer den Platz unterhalb des Displays verschwenderisch gross gestaltet.

Über dem Display wurde etwas mehr gespart. Hier findet man die leicht erhabene Hörmuschel, die auch den Lautsprecher enthält sowie die 5-Megapixel-Frontkamera und einen sehr auffälligen LED-Blitz für Selfies.

Das Objektiv der 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite steht leider etwa 2.5 mm aus dem Gehäuse hervor. Das relativiert sich erst dann, wenn man das mitgelieferte Cover anklickt. Jawohl, man kann die wechseln! Sie haften per Magnet und sind personalisierbar. Der Moto Maker von Lenovo biete dazu (ab demnächst) 20 Euro teure „Moto Shells“ an.

Auf der rechten Seite des Rahmens findet man die beiden Tasten für Lautstärke und den Ein-/Ausschalter. Auf der Unterseite den zuvor erwähnten USB-Typ-C-Anschluss. Auf der Oberseite dann den Einschub für die Nano-SIM und microSD-Karte aufnimmt. Der ist übrigens aus billig wirkenden Kunststoff. Dual-SIM unterstützt die Version für EU nicht. Da scheinen die anderen Kollegen wohl einen Import in die Hände bekommen zu haben …

Die eigentliche Rückseite ist aus Metall mit leichten Querstreifen. Oberhalb und unterhalb gibt es Einlagen aus Glas, unter denen vermutlich die Antennen stecken. Ohne das „Moto Shell“ genannte Cover aus schwarz geriffelten Nylon sieht man die Pogo-Pins für die optional erhältlichen Moto Mods. Das Cover selbst hält nur über Magnete, das fühlt sich zwar zunächst komisch an, funktioniert aber erstaunlich gut.

Lieferumfang: Mit Adapter für USB-Typ-C auf Klinkenbuchse

Neben dem Smartphone findet man in der kleinen Verpackung auch einen Adapter von vUSB-Typ-C auf Klinke. Kopfhörer sucht man aber vergebens und gleichzeitiges Aufladen des Akkus und Musikhören sind ohne einen zusätzlichen Adapter ebenfalls nicht möglich. DAs mitgelieferte Power-Ladegerät mit fest verbundenem Typ-C-Kabel lädt das Smartphone zwar ultraschnell auf, ein Datenaustausch mit dem PC oder Mac ist damit aber nicht möglich. Ein eigenes Datenkabel gibt es folglich auch nicht auf der Habenseite zu verzeichnen. Lenovo, du machst mir (keinen) Spaß .

Der transparente Bumper als Schutz für den Rahmen ist in meinen Augen über, denn er sitzt ziemlich locker. Ach ja, das zuvor erwähnte Cover aus Nylon ist natürlich auch mit von der Partie. genauso wie ein paar Anleitungen.

Display: 5.5 Zoll und QHD sind ok

Der Hersteller (vormals Motorola) setzt beim Moto Z auf ein 5,5 Zoll großes AMOLED mit Moto Zstandesgemäßer Quad-HD-Auflösung (1.440 x 2.560 Pixel). Damit kommt das Smartphone auf üppige 535 Pixel pro Zoll. Zudem bekommen meine verwöhnten Augen einen tollen Kontrast und eine hohe Helligkeit zu Gesicht. Das Display ist genauso hell, wie mein Apple iPhone 7 Plus, löst aber deutlich höher auf 😀

Die Blickwinkelstabilität ist dann bei beiden wieder gleich. Die Farbechtheit bei Apple einen Tick besser. Hier seht ihr einen Videovergleich der Displays des Apple iPhone 7 Plus und Moto Z:

Alle Infos über entgangene Anrufe oder Nachrichten werden mangels Benachrichtigungs-LED übrigens auf dem Display angezeigt. Dazu muss man das Smartophoen nur anheben.

Performance: Speed ist mehr als ausreichend

Der Snapdragon 820 von Qualcomm wird beim Moto Z (nur) mit 1.8 GHz angetrieben. vZusammen mit der Adreno-530-GPU und den 4 GByte RAM reicht das aber trotzdem für erstklassige Benchmarkergebnisse. Im aktuellen AnTuTu kommt das Moto Z auf 128.7330 Punkte, im Geekbench 4 auf 1.478 im Single-Core und 3.978 im Multi-Core. das reicht locker für jedes aktuelle Spiel aus und dank Vanilla-Android läuft das Moto Z auch super flüssig. Sowas würde den Animationen des iPhone 7 Plus auch gut stehen 😀

Android 6.0.1 wurde beim Moto Z ohne jeglichen Ballast installiert. Das erste Update OTA (over the air) ist auch schon verfügbar. Alle Apps aus dem Hause Google sind natürlich vertreten. Kalender, SMS, Musik (ohne Radio) und Co findet man auch hier. Moto selber liefert nur zwei zusätzliche Apps. Über Moto kann ich ein paar Extra-Funktionen (Vorlesen von SMS im Auto) aktivieren und über die Moto Mod (Link führt ins Leere) mich über die Add-ons informieren.

Mod my Moto: Z meets Hasselhof?

Die Mods für die Motos der Z-Serie kann jeder beliebige Hinz und Kunz entwickeln, sofern er mit dem Moto Developer Kit klar kommt und knapp 120 Euro für die dazu notwendige Zusatzhardware investieren will.

Lenovo selber bietet zum Start einen Insta-Share-Projector für 349 Euro, die JBL-SoundBoost-Speaker für 99 Euro, das InCipio offGRID-Power-Pack mit eigener Batterie für ab 89 Euro sowie die Hasselhof Hasselblad-True-Zoom-Kamera mit optischem Zoom für 299 Euro an. Natürlich habe ich die nicht für den Test bekommen, das wäre vermutlich zuviel verlangt gewesen.

Der Beamer Insta-Share-Projector soll den Displayinhalt (in SEHR dunklen Räumen) auf bis zu 70 Zoll aufblasen. Ein eingebaute Akku dabei bis zu einer Stunde halten. Danach wird der Akkud es Smartphones genutzt. Ich würde gleich den Einsatz der Powerbank bzw. eines Ladegerätes empfehlen.  Die JBL-SoundBoost-Speaker liefern laut Hersteller 2 x 3 Watt und mehr Bass ist zu vernehmen. Highlight der Serie wird aber nicht die Powerbank für bis Moto Zzu 22 Stunden mehr Akkulaufzeit, sondern der Hasselblad TrueZoom-Mod werden.

Die Zusatzkamera des schwedischen Herstellers bietet einen eigenen 12-Megapixel-Sensor, zeichnet Videos in Full-HD mit 30 Bildern pro Sekunde auf und den Ton über zwei eigene Mikrone. Die Krönung ist der ausfahrbare optische 10xZoom mit eigenem Xenon-Blitz. Die Blende des Objektivs beträgt leider nur f/3.5 und die Brennweite sogar nur 4,5 bis 45 Millimeter. Immerhin wird sie von einem optischem Bildstabilisator (OIS) und  mechanischen Tasten unterstützt. Für Kamerafreaks sicher eine Überlegung wert.

Die neuen Mods sollen auch auf zukünftige Modelle von Lenovo passen, aktuell werden auf jeden Falls das Moto Z und Moto Z Play unterstützt. Aber ob die wirklich ein Erfolg werden?

Konnektivität & Akku: Fingerabdruck trift auf LTE

Der Fingerabdrucksensor des Moto Z auf der Vorderseite funktionierte vorzüglich. LTE wird mit bis zu 450 mBit/s im Downstream angeboten. Daneben findet man auch  noch Bluetooth 4.1 LE, NFC und USB-Typ-C (2.0). Der Speicher (knapp 25 GByte frei) kann dabei sowohl über microSD-Karten um 256 GByte als auch über USB-OTG (On the Go) erweitern. In meinem Videoreview des Moto Z auf YouTube sieht man das Smartphone mal „im Einsatz“:

Der Akku leistet 2.600 mAh und hielt im Test im Dauerbetrieb rund  7:30 Stunden durch. Normalnutzer werden damit rund anderthalb Tage ohne Steckdose auskommen. Über das mitgeliefert Turb-Ladegreät ist die Kraftzelle in rund 75 Minuten wieder voll aufgeladen. Dabei reichen aber schon wenige Minuten für stundenlanges Vergnügen. Wer mehr Ausdauer benötigt, dem bleibt ja die Powerbank.

Die Sende-/ und Empfangsleistung war sowohl über HSPA+, GSM als auch über LTE vollkommen zufriedenstellend. Auch die Gesprächsqualität (Vodafone und Telekom) gab keinen Anlass zur Klage. Das liegt sicher auch an den zahlreichen Mikrofonen.

Kameraqualität und Sound: 13-Megapixel ohne Pepp

Moto Z KameraDas Lenovo Moto Z nutzt einen Sony-Bildsensor mit maximal 13 Megapixel sowie einer Blende f/1.8. Als Hilfestellung gibt es oben drei einen optischen Bildstabilisator (OIS) und eine zweifarbige LED. Videos zeichnet die Kamera in 4K (Ultra HD) mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Full-HD Videos werden mit maximal 60 Bildrn pro Sekunde aufgezeichnet. Die Bildqualität ist dabei nicht schlecht, der Laserfokus war schnell und präzise. Die maximale Bildauflösung steht aber nur bei 4:3 zur Verfügung, bei 16:9 (Vollbild) sind es nur noch 9.7 Megapixel.

Moto Z

Die Bildqualität hat mir gut gefallen. Leider werden die Aufnahmen des Moto Z aber etwas zu stark aufgehellt.

Fazit: Gute Erweiterbarkeit, aber auch sehr teuer

Das Lenovo Moto Z ist ein gutes, schnelles Smartphone mit einem erstklassigen Display. Wie das Galaxy S7 auch. Es ist einfach so dünn. So dünn, dass nicht einmal ein normaler Kopfhörer angeschlossen werden kann. Der mitgelieferte Adapter mag nn dieser Stelle für Cyberport_Logo_2015Erleichterung sorgen, sinnvoll ist das aber nicht. Das gilt dann vermutlich auch für die Erweiterbarkeit über die Moto Mods. Eine Powerbank bekommen ich auch bei Aldi um die Ecke, zumal das Design darunter sehr stark leidet. Der Projektor ist eine Spielerei, einzig der Hasselblad Kamera Mod kann überzeugen. Für knapp 300 Euro bekomme ich aber auch eine gute Kamera, was nützt mir da dann der 10x optische Zoom? Die Idee dahinter ist gut(wie beim LG G5), aber der Kunde entscheidet am Ende. Und der wird vermutlich nicht bereit sein, so tief in die Tasche zu greifen.

Testergebnis

Verarbeitung 9.4
Display 9.6
Performance 9.7
Kamera 9.1

Fazit

9.5 Das Lenovo Moto Z ist ein gutes, schnelles Smartphone mit einem erstklassigen Display. Wie das Galaxy S7 auch. Es ist einfach so dünn! So dünn, dass nicht einmal ein normaler Kopfhörer angeschlossen werden kann. Der mitgelieferte Adapter mag nn dieser Stelle für Erleichterung sorgen, sinnvoll ist das aber nicht. Das gilt dann vermutlich auch für die Erweiterbarkeit über die Moto Mods.

Tags : AndroidLenovoMotoReviewSmartphoneTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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