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No.1 D6 im Test: Eckige Android-Smartwatch für 80 Euro

Die nur 80 Euro teure No.1 D6 des chinesisches Hersteller ist eine Smartwatch auf der Basis von Android 5.1. Ok, davon gibt es mittlerweile eine Menge. Die D6 hat allerdings ein eckiges Display UND drei Sensortasten zur Bedienung von Android vorzuweisen. Die sind übrigens unter dem Display – wie bei einem Smartphone – angeordnet. Das sieht allerdings erst einmal ziemlich gewöhnungsbedürftig aus. In der Regel sind Uhren ja auch rund 😀 Wie sich die knapp 80 Euro teure Smartwatch im Test geschlagen hat? Lest selbst …

No.1 D6: Ich habe Ecken und Kanten, na und?

Mit ihren Abmessungen von rund 53 x 37 x 11.2 mm ist sie eher zierlich ausgefallen, zumindest für eine Android-Smartwatch. Das Gewicht von etwa 55 Gramm ist für ein Gehäuse aus Edelstahl (316L) recht gering. Das mag aber auch dem (wechselbarem) Akkudeckel aus Kunststoff geschuldet sein. Im Gegensatz zur IQI I2 ist sie also deutlich weniger wuchtig und schwer, ganz zu schweigen von meiner Casio WSD-F10 😀

Der Akkudeckel aus Kunststoff mit integriertem Pulsmesser auf der Unterseite wird nicht über D1Schrauben gesichert. Er kann einfach mit dem Fingernagel entfernt werden. Die Uhr ist damit definitiv nicht wasser- oder staubfest.  Mehr als der Einschub für die nano-SIM ist auch nicht zu sehen. Dazu muss man den Akku vorher vorsichtig nach oben lupfen. Nicht sonderlich benutzerfreundlich. Eine Erweiterung des internen Speichers (8 GByte) ist zudem nicht möglich. Immerhin stehen mir so knapp 5 GByte zur freien Verfügung. Die Samsung Gear Fit2 bietet auch nicht mehr Platz.

Das Armband besteht aus einem weichen Leder. Laut Hersteller sogar aus italienischer Schafspelz?! Wechsel kann man es jedenfalls nicht, denn im Inneren verbergen sich die üblichen Antennen (GPS/WLAN/GSM).

Eckige Display: 1.63 Zoll und 320 x 320 Pixel

Die No.1 D6 nutzt ein eckiges Display mit einer Diagonalen von 1,63 Zoll und einer Auflösung von 320 x 320 Pixel. Damit ist es qualitativ eher übersichtlich und kann von der Brillanz und Leuchtkraft nicht mit den höher auflösenden Vertreter der Finow X5 oder IQI I2 mithalten.

Die maximale Helligkeit auf manueller Stufe ist noch ausreichend. Man kann sie sowohl in den Kurzeinstellungen in drei Stufen, als auch in den normalen Android-Einstellungen variieren. Bei direkter Sonneneinstrahlung gibt es Schwierigkeiten aber der  Ablesbarkeit.

Das Display selbst ist in der Regel deaktiviert. Die eckigen, aber virtuellen Ziffernblätter bekommt man nur dann zu Gesicht, wenn man die Uhr über den Ein-/Ausschalter aktiviert oder aber den Arm hebt und gleichzeitig zum Gesicht dreht.

Android 5.1 und virtueller Tastatur

Die No.1 D6 Smartwatch kommt mit einem halbwegs aktuellen Android 5.1 daher. Die Sicherheitspatches aus dem Hause Google datieren aber noch auf 11.2015. Der Hersteller hat das OS aber deutlich angepaßt, da es offiziell nie für Smartwatches vorgesehen war.

Vorteil ist die Tatsache, dass das App-Angebot dueltich umfangreicher als bei Android Wear ausfällt. Nachteilig ist die Tatsache, dass viele Apps nicht mit der geringen Displayauflösung klarkommen.

Der Google Play Store ist bei der No.1 D6 ab Werk vorinstalliert. Hinzu kommen sinnvolle Apps wie Google Music, ein Kalender, ein Soundrekorder und natürlich die Telefon- und SMS-App. Alle Funktionen seht ihr auch in meinem Videoreview der NO.1 D6 auf YouTube:

Die Eingaben (Texte, SMS, E-Mails) erfolgen über den runden Touchscreen und einer – immer noch recht fummeligen – virtuellen Tastatur. Für die kleinen Tasten benötigt man zunächst ein wenig Zeit für die Eingewöhnung. Danach klappten die Eingaben aber recht flott. Android Wear liefert die virtuellen Drücker dann erst mit der kommenden Version 2.0 nach.

Das Betriebssystem selbst steuert man über den Drücker auf der rechten Seite der Smartwatch sowie über Wischgesten auf den Touchscreen. Dabei hat sich der Hersteller der Benutzeroberfläche (SinWear) aber von den Modellen mit Android Wear inspirieren lassen. Die Lautstärke kann man zum Beispiel nur über Softkeys im entsprechenden Unterpunkt der Uhr verändern. Das ist gerade beim Musikplayer etwas lästig.

No.1 D6 als Fitness-Tracker?

Nee, das wird nix. Die No.1 D6 hat zwar einen eingebauten Schrittzähler sowie einen Pulsmesser. Beides ist aber eher ungenau, gerade der Schrittzähler kann durch Zähneputzen und Lenkbewegungen im Auto leicht überlistet werden. Der eingebaute Pulsmesser liegt – gerade unter Belastung – deutlich daneben. Der eingebaute A-GPS-Empfängers erlub zwar die Messung der zurückgelegten Entfernung sowie des aktuellen Pace/Geschwindigkeit, ist aber ebenfalls eher schwach.

Über Google Play Musik für MP3 kann ich den knapp zwei Gigabyte großen Speicher mit Musik befüllen und auch abspielen. Die Soundausgabe erfolgt entweder über den eingebauten, etwas kratzig klingenden Lautsprecher oder über ein gekoppeltes Bluetooth-Headset. Ein vollwertiger Web-Browser steht ebenso zur Auswahl, wie ein Telefon samt den dazu passenden Apps (Kontakte, SMS).

Akku & Performance: 450 mAh und 1.3 GHz-CPU

Die Smartwatch wird über einen magnetisch haftende Stecker auf der Rückseite aufgeladen. Das funktioniert ähnlich wei bei der LG Watch Urbane 2. Edition. Der Akku der Uhr liefert 450 mAh und hält damit locker einen Tag durch. Wer das Display oft und lange nutzt, der wird seine Uhr aber auch schon nach rund 5 Stunden nachladen müssen. Der Ladevorgang selber ist nach etwa 45 Minuten (je nach Ladegerät) erledigt.

Die No.1 D6 setzt auf den MediaTek MT6580M. Hier handelt es sich zwar um einen Quad-Core-Chipsatz, im Gegensatz zu den anderen Modellen nutzt man aber tatsächlich die “vollen” 1.3 GHz je Kern. Der kommt zusammen mit 1 Gigabyte Arbeitsspeicher im Geekbench 3 360 Punkte im Single-Core und 1.193 im Multi-Core. Der AnTuTu-Benchmark zeigte im Test knapp 23.000 Punkte an. Für ein paar einfachere Spiele wie Angry Birds oder Flappy Birds reicht die Power aber dennoch aus. Mehr verbietet sich schon aufgrund des kleinen Displays.

Konnektivität: A-GPS, nano-SIM und WLAN

Mit der No.1 D6 Smartwatch kann man unterwegs auch über WLAN b/g (nur 2.4 GHz) bzw UMTS ins Internet. Dank der eigenen nano-SIM unter dem Akkudeckel kann man mit ihr aber auch Telefonieren. Meine Gesprächspartner konnte ich über den eingebauten Lautsprecher gut verstehen. Wer es etwas diskreter und weniger auffällig möchte, nutzt am besten ein Bluetooth-Headset. Die Sende-/ und Empfangsleistung war – je nach Netz –  ausreichend.

Theoretisch kann man die No.1 D6 auch als “Companion” nutzen und so die eingehenden Nachrichten vom Smartphone auf die Smartwatch weiterleiten. Dazu benötigt man nur eine stabile Bluteooth-Verbindung. Über WLAN kann man die Uhr nicht mit Smartphone koppeln. Auch die Internetverbindung des Smartphones kann man nicht nutzen, da Tethering über Bluetooth funktioniert nicht.

Fazit: Klassisches Design und günstig

Die No.1 D6 ist eckig, das kommt dem Benutzerinterface zugute. Die Optik ist aber Geschmackssache. Die Verarbeitung (Edelstahl und Kunststoff) geht in Ordnung, die drei Sensortasten unter dem Display finde ich persönlich überflüssig. Der Nutzen ist recht gering. Das 1.63 Zoll große Displays mit 320 x 320 Pixel ist im Vergleich zur Konkurrenz schon etwas “einfacher. Alle Informationen werden aber dennoch gut abgebildet.  Die Telefonfunktion und Internet über WLAN bzw. UMTS sind in meinen Augen nette Gimmicks. Theoretisch könnte das Smartphone als zuhause bleiben. Zumindest dann, wenn man nur kurz telefoniert 😀 Als Companion (Verbindung zum Smartphone über Bluetooth wie bei Android Wear) taugt die No.1 D6 allerdings nur bedingt. Die passende App ist da eher unzuverlässig. Für knapp 80 Euro ist sie Ihre Geld aber wohl wert.

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Display 8.1
Performance 9
Sport 7

Fazit

8.2 Die No.1 D6 ist eckig, das kommt dem Benutzerinterface zugute. Die Optik ist aber Geschmackssache. Die Verarbeitung (Edelstahl und Kunststoff) geht in Ordnung, die drei Sensortasten unter dem Display finde ich persönlich überflüssig. Der Nutzen ist recht gering. Das 1.63 Zoll große Displays mit 320 x 320 Pixel ist im Vergleich zur Konkurrenz schon etwas "einfacher. Alle Informationen werden aber dennoch gut abgebildet.

Tags : ChinaNo.1ReviewSmartwatchTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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