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Nokia 5 im Test: Zu teure Mittelklasse?

Das Nokia 5 ist nach dem Nokia 3 und Nokia 6 nun das dritte Modell des Herstellers HMD Global. Von Nokia ist in allen Fällen nur noch der Name übrig. Mit einem Preis von rund 210 Euro reiht es sich in die Mitte zwischen 3 und 6 ein, kein Wunder 😀 Technisch bietet es ein 5,2 Zoll großes HD-Display, einen Snapdragon 430, 2 GByte RAM, 16 GByte Speicher und eine 13-Megapixel-Kamera. Und wie hat es sich im Test geschlagen?

Nokia 5: Nokia-Logo und chinesische Fertigung

Nokia5Das neue Nokia 5 kommt in einem matten Metallgehäuse daher. Ecken und Kanten sucht man hier vergebens. Mit seinen Abmessungen von 149,7 x 72,5 x 8,05 mm und einem Gewicht von rund 160 Gramm ist es nicht gerade klein oder leicht. Bei den Farben stehen neben seidenmattes Schwarz, auch seidenmattes Silber/Weiß, seidenmattes temperiertes Blau, und Kupfer zur Auswahl. Diese Kombinationen gibt es auch bei den anderen Modellen. Das bekannte Nokia-Logo bekommt man sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite zu Gesicht. Dort findet man neben der 13-Megapixel-Kamera auch eine kreisrunde LED. Das Objektiv ragt dabei 0,5 mm aus dem Gehäuse hervor. Das Display-Glas auf der Vorderseite ist den Rändern hin leicht abgerundet (2.5D).

Nokia_6_10Der 3,5 mm Kopfhöreranschluss befindet sich übrigens auf der Oberseite. Auf der Unterseite liegt der Lautsprecher, das Mikrofon sowie der einfache MicroUSB-Anschluss. Zwei SIM-Karten (nao) sowie eine MicroSD-Speicherkarte schiebt man auf der linken Seite ins Gehäuse. Dazu findet man dort zwei Trays.

Nokia 5: 5,2 Zoll-HD-Display

Das 5,2 Zoll große HD-Display (IPS) des Nokia 5 löst mit 720 x 1.280 Pixeln auf und ist für meinen Geschmack zu gelblich (warm) temperiert. Die Icons der meisten Apps auf der Benutzeroberfläche hat Nokia aber in Blau getaucht. Die maximale Helligkeit geht voll in Ordnung und so kann man den Displayinhalt auch bei starker Sonneneinstrahlung noch ablesen. Corning® Gorilla®-Glas schützt das Display vor Kratzern, aber leider nicht vor Fingerabdrücken und Schmutz. Die Bedienung von Android 7.1.1 erfolgt über die beiden kapazitiven Tasten unterhalb des Displays. Der Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor befindet sich dabei in der Mitte.

Das Display ist von guter Qualität.

Performance & Akku: Überzeugt mich teilweise

Das Nokia 5 wird ebenfalls von einem Snapdragon 430 mit acht Kernen angetrieben. Der SoC ist ehrlich gesagt nicht der schnellste einer. Zusammen mit den 2 GByte RAM laufen einfachere Spiele wie Temple Run einwandfrei, aufwendigere Vertreter wie Asphalt 8 bzw. Modern Combat 5 bringen die CPU aber schnell ans Limit. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es daher auch nur für 43.539 Punkte. Im Geekbench 4 kommt es auf 667 Punkte im Single-Core und auf 2.849 im Multi-Core.

Nokia_6_02Der Akku des Nokia 5 hat eine Kapazität von 3.000 mAh. Das Smartphone kommt aber auf eine gute Laufzeit von rund 10 Stunden im Akkutest des PCMark. Intensivnutzer werden die Kraftzelle aber bereits nach knapp einem Arbeitstag geleert habe. Ein vollständiger Ladevorgang dauert rund  2:30 Stunden.

Die Performance ist eher unterer Durchschnitt, die Akkulaufzeit geht hingegen in Ordnung.

Android 7.1.1 und die Updates

Das Nokia 5 wird in Deutschland mit dem (fast) aktuellen Android 7.1.1 ausgeliefert. Die Benutzeroberfläche selber hat der Hersteller fast unverändert von Google übernommen. Bloatware oder Schadware findet man also keine. Die meisten Icons hat man aber blau gefärbt, leider gilt daas dann später nicht für zusätzlich installierte Apps. Ich persönlich finde das zudem ziemlich langweilig. Die Standard-Apps von Android (Google) sind sofort verfügbar. Zusätzliche Features, wie eine Split-Screen-Funktion zur Teilung des Bildschirms (50:50) sind nette Gags. Die Sicherheitspatches von Google sind auf dem Stand vom 05. Juli 2017 und damit aktuell. Das nennt man dann “zeitnahe” Updates. Leider gibt es noch kein Update auf Android 7.1.2.

Nokia liefert tatsächliche schnell Updates für Android.

13-Megapixel-Kamera: Pixel sind nicht alles

Nokia_6_07Doch, wenn es sich um ein Google Pixel handelt 😀 Im Nokia 5 kommt jedenfalls eine 13-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f/2.0 zum Einsatz. Der Sensor auf der Rückseite des Smartphones kann zudem auf eine runde Dual-Tone-LED Blitz zurückgreifen. Die Kamera-App selber bietet nur noch einen HDR-, Panorama- und Beauty-Modus. Die Bildqualität war etwas durchwachsen.
Nokia 5
Die Farben wirken etwas blass, Videos werden in Full-HD-aufgezeichnet.

Konnektivität: LTE Band 20

Das Nokia 5 unterstützt den Betrieb mit zwei SIM-Karten gleichzeitig und lässt dann sogar noch eine Speichererweiterung per MicroSD zu. In der hierzulande verfügbaren (EU) Version wird auch Unterstützung für LTE Band 20. Das ist bei einem Import aus China NICHT der Fall. Die Sende- und Empfangsleistung war unauffällig, also weder sonderlich herausragen, noch schlecht. Auch der Wechsel zwischen GSM, HSPA und LTE war zeitnah möglich und auf meiner Teststrecke mit der Bahn gab es die üblichen Aussetzer. Dabei konnte die Lautstärke und Soundwiedergabe überzeugen. Das liegt aber nicht an den beiden Stereo-Lautsprechern auf der Unterseite.

Zusätzlich zum Musikplayer steht auch ein FM-Radio zur Verfügung. An Schnittstellen bietet das Nokia 5 neben Bluetooth 4.1 auch GPS mit GLONASS Unterstützung und NFC. Der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite ist zwar recht nett, aber ziemlich schmal ausgefallen. Im Test kam es daher öfter mal zu Problemen.

Fazit: Etwas zu teuer

Das Nokia 5 kostet rund 250 Euro und bietet nicht mehr, wie fast jedes andere Mittelklasse-Smartphone aus China (Xiaomi und Co). Einzig die Firmware wird aktuell schnell auf Stand gehalten und zügig mit Updates versorgt. Das Nokia-Logo sagt nix über die Qualität, aber das Gehäuse ist wirklich gut verarbeitet. Der Rest (Display, Performance, Kamera) eben gute Mittelklasse. Mit 250 Euro wäre es mir persönlich etwas zu teuer.

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 8.3
Performance 7.8
Kamera 8.2
Konnektivität & Akku 8.3

Fazit

8.4 Das Nokia 5 kostet rund 250 Euro und bietet nicht mehr, wie fast jedes andere Mittelklasse-Smartphone aus China (Xiaomi und Co). Einzig die Firmware wird aktuell schnell auf Stand gehalten und zügig mit Updates versorgt. Das Nokia-Logo sagt nix über die Qualität, aber das Gehäuse ist wirklich gut verarbeitet. Der Rest (Display, Performance, Kamera) eben gute Mittelklasse. Mit 250 Euro wäre es mir persönlich etwas zu teuer.

Tags : Android 7ChinaNokiaReviewTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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