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Nokia 515 Test

Man soll die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Nokia geht aber mit dem 515 zumindest teilweise in die Vergangenheit zurück. Betrachtet man die technische Ausstattung, dann könnte man sogar von der Steinzeit reden. Das 515 wird mit dem Nokia-eigenen Betriebssystem Series 40 (S40) betrieben. Einige werden es vielleicht noch aus der Zeit kennen, in der Nokia mit hochwertigen Handys ala Nokia 8800 Arte glänzte. Aber weiter im Text. Die Rückseite des formschönen Nokia 515 ziert eine 5-Megapixel-Kamera mit LED-Fotolicht. Neben normalen Fotos kann sie zudem Panoramabilder und Serienbilder aufnehmen. Videos werden allerdings nur in 240 x 320 Pixel aufgezeichnet. Einen kleinen Eindruck der Bildqualität findet ihr hier:


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Technik

Das 2,4 Zoll kleine, transmissive Display mit seiner Auflösung von 240 x 320 Pixel kann heutzutage keinen Hering mehr vom Tisch ziehen. Zumal es auch nicht auf Druck reagiert, zumindest nicht sinnvoll. Das Nokia 515 wird nach althergebrachter Art über eine normale Telefontastatur bedient. Als Texterkennung steht aber immerhin T9 zur Verfügung. Eingaben von längeren SMS oder E-Mails gestalten sich trotzdem recht unkomfortabel. Wer mag, kann sogar über den Nokia-Xpress-Browser im Internet surfen. Die E-Mails holt das Nokia 515 über Exchange und POP3- sowie IMAP4 ab. Das Handy stellt – entgegen den Anündigungen von Nokia – kein WhatsApp zur Verfügung.

Auf andere soziale Netzwerke, wie beispielsweise Facebook oder Twitter kann man aber zugreifen. Allerdings steht einem dazu nur UMTS mit HSPA mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream zur Verfügung. WLAN und GPS bietet das Nokia 515 leider nicht. Eine „Navigation“ geht daher nur über die recht ungenau Celltower-Triangulation. Der eingebaute Musikplayer kommt dafür mit MP3 klar und auch Videos im MP4-Kontainer in 240x 320 Pixel kann es abspielen. Das Einlesen von ca. 15 Alben von der microSD dauerte aber mehrere Minuten. Der interne Speicher von etwa 256 MByte kann mit microSD-Karten um weitere 32 GByte  erweitert werden. Der 1.200 mAh starke Akku ist wechselbar und verhilft dem Nokia 515 zu einer Sprechzeit von knapp 9 Stunden und einer Laufzeit von etwa 2-3 Tagen. Werft einfach mal einen Blick auf meinen Videotest in Full-HD:

Design

Das Design des Nokia 515 ist mit Sicherheit ein Highlight, eigentlich auch das einzige. Das Nokia 515 kommt nämlich in einem Monoblock-Gehäuse aus anodisiertem und per Sandstrahl behandelten Aluminium daher. Die komplette Rückseite  kann man übrigens öffnen, dazu benötigt man nur das mitgeleiferte Werkzeug. So bekommt man Zugang zur microSIM, dem Akku und der Speicherkarte. Das Nokia 515 ist mit 114 x 48 x 11 Millimeter recht klein und wiegt 101 Gramm. Nokia bewirbt es als Zweithandy, zum Beispiel fürs Wochenende. Die Display-Oberfläche besteht aus kratzfestem Gorilla Glass 2, die Tastatur wurde mit einem Polykarbonat-Kunstharz gehärtet. Ein relativ robustes, vor allem aber schickes Handy. Bilder vom 515 findet ihr hier.

Fazit

Ein Nokia 515 Als Zweithandy für das Wochenende? Warum? Ich bekomme für 100 Euro aktuell problemlos ein Smartphone mit Android-Betriebssytem. Das 515 ist da eher Retro. So richtig gut wöäre es vermutlich aber eher im Steampunk-Look. DANN hätte es eine Berechtigung. Für über 130 Euro ist es bei der gebotenen leistung aber einfach zu teuer … Wer dennoch damit liebügelt, der kauft es bevorzugt bei Amazon.

Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.