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Nokia 8 im Test: Leider zu teuer

Mit dem Nokia 8 will HMD Global nun in die Oberklasse aufsteigen. Für knapp 580 Euro bekommt man ein Smartphone mit Android 7.1.1, einer Dual-Kamera mit Carl-Zeiss-Logo und dem topaktuellen Snapdragon 835. Den Durchblick behält man dank des 5,3 Zoll großen QHD-Displays. Aber was taugt das Smartphone im Alltag?

Nokia 8: Carl-Zeiss und Nokia-Logo aus China

Die Marke Nokia ist nicht erst seit dem Nokia 8 wieder in aller Munde. Auch die anderen Modelle (Nokia 3, Nokia 5 und Nokia 6) konnten – zumindest teilweise – überzeugen. Der neue Namensinhaber HMD Global will mit dem Nokia 8 auch etwas über Fans von Oberklasse-Smartphones bieten. Mit knapp 580 Euro muss es hierzulande aber gegen ein sehr starke Konkurrenz in Form des Samsung Galaxy S8 und LG G6 antreten. Der Straßenpreis der beiden Kontrahenten liegt zudem weit unter der UVP des Nokia 8. Aber das will eben mit Carl-Zeiss im Schlepptau mehr bieten.

Design: Schlankes Metallgehäuse und eine abgefahrene Farbe

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Das Design des neuen Nokia 8 unterscheidet sich kaum von den anderen Modellen im Haus. Aber auch die Konkurrenz kocht nur mit Wasser. Mit dem S8 kann es optisch nicht mithalten, ist aber auch kein Nachteil. Das eloxierte Metall des Nokia 8 gibt es in “Stainless Steel” (silbergrau), “Tempered Blue ” (dunkelblau) und “Polished Copper” (Orange-Gold-Braun). Letztere Farbe ist eigentlich am interessantesten, da sie sich je nach Lichteinfall verändert.  Mein silbergraues Testsample von Cyberport (zweites Modell von Links) spielt da eher in der Kategorie “Graue Maus” und zwar im wahrsten Sinne des Wortes mit. Das Gehäuse aus 6000er-Aluminium wird – je nach Modell – aufwendig poliert. Als Spiegel kann man aber selbst die kupferfarbene Version nicht missbrauchen. Fingerabdrücke werden also längst nicht so auffällig in Szene gesetzt, wie bei Modellen wie dem HTC U11.

Nokia_8_2Die Verarbeitungsqualität ist absolut ohne Fehl und Tadel. Die Hardware-Tasten auf der rechten Seite (Lautstärke und Power-Taste) wackeln nicht und bieten einen spürbaren Druckpunkt.  Die Bedienung von Android 7.1.1 erfolgt über die drei Sensortasten unterhalb des Displays. Der Button in der Mitte  fungiert dabei auch als zuverlässiger Fingerabdrucksensor.

Display: 5,3 Zoll in QHD

Nokia_8_7Oberklasse-Smartphones kommen in der Regel mit einem QHD-Display daher. Auch das Display im Nokia 8 löst bei einer Diagonale von 5,3 Zoll mit 1.440 x 2.560 Pixel auf. So kommt das IPS-LCD auf 554 Bildpunkte pro Zoll. Kontrast, Helligkeit und Blickwinkelstabilität haben mir gut gefallen. HMD bietet beim Nokia 8 ein Always-on-Display (Glance), das bei deaktiviertem Bildschirm durchgehend die Uhrzeit, Akkuladung und verpasste Anrufe, Nachrichten und Mails anzeigt. Diese Informationen “bezahlt” man allerdings mit einer etwas kürzeren Akkulaufzeit.

Android 7.1.1 und die Performance

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Das Nokia 8 wird von einem Snapdragon 835 mit Kupfer-Kühlung, einer Adreno-540-GPU und 4 GByte RAM angetrieben. In Zusammenarbeit mit dem unverbastelten Android in Version 7.1.1 kommt es auf eine gute Performance. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das im aktuellen AnTuTu-Benchmark: 176.308 Punkte! Im Geekbench 4 reicht es im Single-Core für 1.912 Punkte und im Multi-Core für 6.308 Zähler. Das Betriebssystem wird von “Nokia” regelmäßig aktualisiert, die Sicherheitspatches vom 01.09.2017 sind bereits verfügbar. Da kann man beim deutlich teureren Galaxy Note 8 wohl noch lange drauf warten. Und auch das Update auf Android 8.0.1 ist bereits fast fertig!

Wer einen Blick auf Android 7.1.1 werfen will, sollte sich mein Videoreview des Nokia 8 ansehen:

Konnektivität & Akku: Alles drin, alles dran

Nokia 8 bietet LTE Cat-9 (bis 450 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload), WLAN ac, Bluetooth 5.0, GPS mit Unterstützung für Glonass und Beidou sowie NFC und ANT+ an. Aufgeladen wird der 3.090 mAh starke Akku dabei über USB-C-Anschluss (USB 3.1). Kopfhörer stöpselt man in die 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse ein.

64 GByte stehen zur Verfügung, erweitern kann man den Speicher (UFS 2.1) mit microSD-Karten. Allerdings nur, wenn man auf die Dual-SIM-Unterstützung (obligatorisch) verzichten will oder kann. Die Sprachqualität des Nokia 8 ist leider nicht wirklich überzeugend, zu dumpf kommen die Gesprächspartner rüber. Das wird bei aktivierter Freisprechfunktion noch schlimmer. Die maximale Lautstärke ist dafür sehr hoch.

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Der Akku leistet 3.090 mAh und kann nicht selbst gewechselt werden. Im Test hielt er bei mir (E-Mails, WhatsApp, 1 Stunde MP3, ein paar Fotos und Telefonate) den ganzen Tag (06.00 Uhr bis 20.00 Uhr) durch. Der Akkubenchmark PCMark zwingt den Akku nach 10:30 Stunden in die Knie.

Kamera: Dual-Kamera mit 13 Megapixel

Nokia_8_21HMD Global verbaut eine Dual-Kamera mit jeweils 13 Megapixel bei einer Pixelgröße von 1,12 µm und einer Blende f/2.0. Der eine Sensor sorgt für Farbe im Leben und einem optischen Bildstabilisiesator (OIS), der andere Sensor sorgt für hohe Kontraste durch Schwarz-Weiß-Informationen. Die Optiken sollen (angeblich) vom deutschen Kameraspezialisten Carl Zeiss stammen. Nach meinen Informationen hat Zeiss aber nur das Know-how beigesteuert, ähnlich wie Leica beim Huawei P10. Die Frontkamera (ebenfalls mit Autofokus (PDAF)) macht Fotos mit maximal 13 Megapixel und Videoaufnahmen zeichnen beide Kameras in 4K-Qualität auf. Die Videos werden über den Nokia-OZO-360-Grad-Raumklang bzw.  OZO-360-Grad-Spatial-Audio aufgepeppt. Das Ergebnis kann sich mitunter hören lassen 😀

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Die Kamera-App selber bietet die üblichen Funktionen und selbstverständlich auch einen (softwarebasierten) Live-Bokeh-Modus. Wer es sich “zutraut” kann die Aufnahmen über einen Modus für manuelle Belichtungseinstellungen verbessern. Dual-Sight ermöglicht gleichzeitige Aufnahmen vom Hintergrund und ein Selfie. Der Bokeh-Modus wirkt – wie bei vielen anderen Kameras auch – sehr künstlich. Fans von Gruppenfotos per Selfie kann freue sich über einen Boothie-Modus. So bekommt man den Fotografen und die Gruppe auf ein Bild.

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Insgesamt kann mich die Kamera-Qualität – bei ausreichend Licht – durchaus überzeugen. Da kann sie problemlos mit der Konkurrenz mithalten. Bei schlechteren Lichtverhältnissen wirken die Bilder aber – nicht zuletzt durch die schwache Blende – körnig.

Fazit: Etwas zu teuer

Technisch und haptisch ist das neue Nokia 8 zu Recht in der Oberklasse angesiedelt. Das Metallgehäuse ist gut verarbeitet, die CPU super schnell. Android 7.1.1 wird laufend aktualisiert und Android 8.0.1 ist auch schon in Sichtweite. Das Display löst mit 1.440p sehr hoch auf und die Kamera kann – zumindest bei ausreichend Licht – überzeugen. Aber all das bietet ein rund 529 Euro teures Galaxy S8 oder LG G6 auch, für deutlich weniger Geld! Von einem OnePlus 5 will ich da gar nicht reden.

Testergebnis

Verarbeitung 9.4
Display 9
Performance 10
Kamera 9.1
Konnektivität & Akku 8.7

Fazit

9.2 Technisch und haptisch ist das neue Nokia 8 zu Recht in der Oberklasse angesiedelt. Das Metallgehäuse ist gut verarbeitet, die CPU super schnell. Android 7.1.1 wird laufend aktualisiert und Android 8.0.1 ist auch schon in Sichtweite. Das Display löst mit 1440p sehr hoch auf und die Kamera kann - zumindest bei ausreichend Licht - überzeugen. Aber all das bietet ein Galaxy S8 oder LG G6 auch, für deutlich weniger Geld! Von einem OnePlus 5 will ich da gar nicht reden.

Tags : Android 7NokiaReviewTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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