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Nokia Lumia 735 Test

 Mit dem Lumia 735 stell Microsoft Mobile (Nokia) ein knapp 130 Euro günstiges Smartphone vor, mit dem man angeblich wunderbar Selfies machen kann. Dabei zeigt das Lumia 735 auf der Vorderseite zunächst einmal nur sein 4,7-Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixel. Unsichtbar im Inneren werkeln eine 1.2 GHz schnelle Quad-Core-CPU (Snapdragon 400) sowie 1 GByte RAM. Genau diese CPU wird auch im Lumia 830 genutzt. Das Highlight des Lumia 735 mit seinem Windows Phone 8.1 ist aber die Frontkamera mit 5-Megapixeln, dem Weitwinkel und einer Blende von f/2.4. Aber gerade die fällt optisch halt am wenigsten auf. Die Kamera auf der Rückseite löst mit 6,7 Megapixel auf. Wie sich das bunte Smartphone so im Test gemacht hat, könnt ihr im folgenden Testbericht zum Nokia Lumia 735 nachlesen.

Design

Optisch ähnelt das Smartphone den anderen Modellen. Einen hochwertigen Metall-Rahmen wie beim Lumia 830 oder Lumia 930 hat es aber nicht zu bieten. Das komplette Smartphone besteht aus Kunststoff, das Gehäuse ist in den Farben Schwarz, Weiss, Grün und Orange erhältlich.

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Den 2.220 mAh starken Akku kann man selbst wechseln. Um ihn aber auswechseln zu können, muss man das komplette Gehäuse öffnen. Stabile Fingernägel sind hier Pflicht. Darunter befinden sich die beiden Einschübe für eine Micro-SD-Speicherkarte sowie für eine Nano-SIM.

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Das knapp 135 x 69 x 8,9 mm große und 134 Gramm leichte Lumia 735 ist trotzdem sehr gut verarbeitet. Klein ist es nicht. Das 4,7-Zoll große Display ist dabei nicht einmal das Problem. Microsoft (bzw. Nokia) setzt diesmal zwar auf drei Softkeys, verschenkt unter dem Display aber trotzdem gut einen Zentimeter Platz. Man hätte das Lumia 735 also etwas kürzer bauen können. Unhandlich ist es aber trotzdem nicht. Im Gegenteil, man kann es gut mit einer Hand bedienen.

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Den Anschluus für das Ladekabel (MicroUSB) findet man aujf der Unterseite, die Öffnung für den Kopfhörer auf der Oberseite. Weder ein Datenkabel, noch einen Kopfhörer wird man aber in der Verpackung finden, Der Rotstift hat hier gnadenlos zugeschlagen. Ein-/Ausschalter sowie der Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Gehäuseseite. Beim Kauf kann man aus den Farben Schwarz, Weiß,  Orange oder Grün (Testgerät) auswählen.

Display

Das 4,7-Zoll große HD-Display auf der Vorderseite wird von Gorilla Glass 3 geschützt. Bei der Technik setzt Nokia auf ein OLED-Display, ähnlich wie beim Lumia 930. Das 735 nutz aber nur die HD-Auflösung, während man beim Lumia 930 auf Full-HD gesetzt hat. Die Farbdarstellung fällt beim Lumia 735 recht ansprechend, ja sogar fast „bunt“ aus. Dank der ClearBlack-Technologie von Nokia werden schwarze Hintergründe auch hier tiefschwarz dargestellt. Der Weißwert ist ab Werk leicht gelblich eingestellt. Das kann man in den Displayeinstellungen aber problemlos nachregeln. Zudem stehen vier Helligkeitsstufen „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Automatisch“ zur Verfügung. Die Full-HD-Auflösung des Nokia Lumia 930 habe ich beim Lumia 735 nicht vermisst. Das mag auch am schlichten Benutzerinterface von Windows Phone 8.1 liegen. Der Touchscreen selbst kann auf Wunsch auch mit Handschuhen bedient werden. Wer mag kann ein Lumia 735 auch per Doppeltipp aus dem Schlaf aufwecken. Im Skiurlaub oder bei hellem Sonnenlicht kann man in den Einstellungen die „Lesbarkeit bei Sonnenlicht“ und die „Helligkeit im Stromsparmodus“ ein- und ausschalten.

Benchmarks

Im Inneren des Lumia 735 werkelt ein Snapdragon 400 von Qualcomm mit jeweils 1,2 GHz (Quad-Core). In Kooperation mit 1 GB Arbeitsspeicher und der Adreno 305 GPU kam es zu keinen spürbaren Rucklern oder sonstigen Verzögerungen. Alle getesten Spiele (Modern Combat 5, Asphalt 5) liefen absolut flüssig. Das Lumia 930 mag hier zwar einen doppelt so großen Arbeitsspeicher vorweisen und eine Taktfrequenz von 2,2 GHz. Den Unterschied spürt man in der Praxis nicht. Das Lumia 735 hat sogar noch einen weiteren Vorteil: Man kann den internen Speicher von 8 GByte über MicroSD-Karten problemlos erweitern. Das konnte man beim Lumia 930 nicht.

Konnektivität & Akku

Unterwegs ist man über HSPA+, LTE und WLAN b/g/n online. Daten tauscht man über MicroUSB, Bluetooth 4 und NFC aus. Der austauschbaren Akku des Lumia 735 leistet 2.220 mAh und kann kabellos (induktiv) aufgeladen werden. Das klappte im Test sowohl mit einer Ladeschale von Nokia als auch mit einem Ladegerät eines anderen Herstellers. Im Dauerbetrieb war der Akku bei aktiviertem Display (maximale Helligkeit) nach knapp 4 Stunden am Ende seiner Leistung angekommen. Normalnutzer werden daher mindestens 1 Tag ohne Steckdose auskommen.

Die Sprachqualität während der zahlreichen Telefonate war auf beiden Seiten sehr gut. Auch die Sende- und Empfangsleistung macht da keine Ausnahme.

Multimedia

Den Musikplayer des Nokia Lumia 735 findet man in der App „Musik“. Der eingebaute Lautsprecher tönt recht kräftig, aber auch „dünn“. Bässe sind da keine spürbar. Die unterschiedlichen Equalizer-Presets (Jazz, Rock, mehr Bässe oder weniger Gesang) findet man übrigens nicht in der Musik-App, sondern in den Einstellungen des Geräts. Über das MixRadio kann man sich online (oder offline) seine Lieblingssongs anhören. Der Dienst ist völlig kostenlos.

Kamera

Microsoft hat das Nokia Lumia 735 mit einer 6,7-Megapixel-Kamera samt Optik von Carl Zeiss ausgerüstet. Ein Blitz unterstützt Aufnahmen bei Dunkelheit. Videos werden aktuell in Full-HD-Qualität mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet.  An der Aufnahmequalität gab es im Test nichts auszusetzen. Testbilder der Lumia 735-Kamera findet ihr hier.

Neben dem guten Automatik-Modus gibt es auch noch einen umfangreichen manuellen Modus. Hier kann man an allen denkbaren Parameter selbst drehen. Neben der Belichtung, Verschlusszeit, ISO-Wert und Weißabgleich kann man sogar den Fokus manuell setzen. Selbst Belichtungsreihen sind mit der Kamera des Lumia 735 kein Problem. Die Lumia-Kamera ist aber erst nach etwa 2-3 Sekunden einsatzbereit. Das ist ziemlich lang. Die Aufnahmen kann man nicht im RAW-Format abspeichern. Fü Selfies gibt es übrigens eine eigene (überflüssige) App. Selfies kann man nämlich auch mit der Lumia-Kamera machen. Ok, Auto-Selbstportraits sind damit – wie bei der Selfie-App – nicht ganz so einfach 😀

Apps

Das Lumia 735 setzt auf Windows Phone 8.1 als Betriebssystem. Nokia hat das OS zudem mit der Lumia-Denim-Software etwas aufgebohrt. Wie bei Android kann man nun eine Benachrichtigungsleiste herunterziehen. Die dort verfügbaren Schnelleinstellungen erleichtern einem die Arbeit, zudem werden auch eingehende Nachrichten angezeigt. Im Homescreen mit seinen zahlreichen Live-Kacheln kann man unterschiedliche Apps nun auch in Ordnern ablegen. Kritik erntet aber der Bereich „Einstellungen“. Diese Liste ist sowohl sehr umfangreich, als auch (in meinen Augen) wahllos aneinandergereiht. Wer unterwegs die Orientierung verloren hat, der wird sich über Nokias Karten-Software „Here“ freuen. Hiermit bekommt man eine kostenlose Navigation.

Fazit

Das knapp 200 Euro günstige Lumia 735 ist ein guter Einstieg in die Welt von Windows Phone. Über die 5-Megapixel-Kamera für Selfies und das bunte Gehäuse will mann jüngeres Klientel ansprechen. Das mag sogar gelingen. Die Features sind allesamt durchdacht, das Lumia 735 reagiert ausreichend schnell. Es ist halt ein gutes Mittelklasse-Smartphone. Die Konkurrenz aus dem Lager der Android-Smartphones ist aber gross. Das Moto G (2014) ist dabei ein (auch preislich) harter Gegner.

Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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