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Nomu S20 Smartphone Test: Outdoor-tauglich?!

Mit dem Nomu S20 hat der hierzulande unbekannte Hersteller ein preiswertes Outdoor-Smartphone mit MediaTek MT6737T, 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher im Portfolio. Das 5 Zoll große Display löst mit 720 x 1.280 Pixel auf und natürlich ist das in Gummi eingekleidete Gehäuse nach IP 68 wasser-, stoss- und staubfest. Mehr Details bekommt ihr im folgenden Testbericht präsentiert.

Nomu S20: Technik und Design

Das Nomu S20 ist das zweitschnellste Smartphone aus der Baureihe (Nomu S10, S20, S30) und kommt mit einem MediaTek MT6737T mit vier Kernen a 1.5 GHz daher. Ihm zur Seite stehen 3 GByte Arbeitsspeicher sowie 32 GByte interner Speicher, denn man – unter Verlust der Dual-SIM-Funktionalität – per microSD-Karten erweitern kann. Damit kommt die CPU im Geekbench 4 auf 893 Zähler im RenderScriptScore, im aktuellen AnTuTu-Benchmark auf 38.758 Punkte. Das Betriebssystem und die meisten Spiele laufen damit ruckelfrei.

Das Nomu S20 ist mit seinen Abmessungen von 145.4 x 75 x 10.3 mm und einem Gewicht von rund 182 Gramm für den Outdooreinsatz doch recht „zierlich“. Da sind die Outdoor-Smartphones von CAT schon deutlich ausladender. Das Nomu S20 ist auf der Rückseite mit einem griffigen Gummibeschichtung versehen. Der graue Metallrahmen (grau oder silber) ist also nur auf der linken und rechten Gehäuseseite sichtbar. Dort befinden sich dann neben dem kombinierten SIM-/MicroSD-Einschub (links) noch jeweils 3 Aluminium-Schrauben. Der Simkarten-Einschub (2 x Nano oder 1 x microSD und 1 x Nano) wird durch eine Kappe gegen Wasser und Staub geschützt. Der Tray selber aus Metall ist allerdings sehr dünn und das Einlegen der Karten gestaltet sich extrem fummelig. Das Auswechseln von Karten macht so keinen Spaß.

Der Ein-/Ausschalter sowie der Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Seite des Metallrahmens. Der Kopfhöreranschluss (Oberseite) sowie der Micro-USB-Anschluss (Unterseite) sind ebenfalls mit Gummikappen gegen eindringendes Wasser/Staub geschützt.

Die Verarbeitung ist wirklich gelungen. Wobei der Schutz gegen Stürze dann doch etwas „dünn“ (im wahrsten Sinne des Wortes) ausfällt. Neben der dünnen Gummi-Beschichtung findet man nämlich keinerlei Kantenschutz. Das Display selber ist dabei angeblich durch Corning Gorilla Glas 4 geschützt, der Rahmen aus Metall. Einen Sturz aus größerer Höhe wird das Smartphone trotzdem nicht unbeschadet überstehen. Ein Wasserbad in der Wanne (80 cm tief) macht dem Gerät auch nach knapp 10 Minuten nichts aus. Bedient wird es aber nur über On-Screen-Tasten und genau das klappt unter Wasser natürlich nicht. Oberhalb des Displays befindet sich auch keine Benachrichtigungs-LED.

Display: 5 Zoll aus dem Hause Sharp

Das Nomu S20 nutzt ein 5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 720 x 1.280 Pixel (294 Pixel pro Zoll). Aufgrund der kleinen Diagonale werden Texte und Webseiten trotzdem gestochen scharf abgebildet. Das Sharp-Display des Nomu S20 selber ist hell genug, auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar und die Blickwinkelstabiltät geht in Ordnung. Die Farben werden dabei recht naturgetreu abgebildet. In den Einstellungen findet man unter „Miravision“ noch ein paar Optimierungsmöglichkeiten für Farben und Kontrast. Auch die Doppel-Tap-Geste zum aufwecken des Displays steht unter „SmartWake“ (nicht übersetzter Punkt im Menü) zur Verfügung.

Betriebssystem: Nur Android 6.0

Nomu nutzt beim S20 noch Android 6.0.1 (Firmware 1.0.3 vom 21.10.16) ohne eigene Benutzeroberfläche, dafür aber mit dem Sicherheitspatches von Google (Stand 01.09.16). Bloatware findet man zwar keine, leider ist das Smartphone aber mit der potentiellen Fota/ADUPS-Spyware verseucht, zumindest wenn man den entsprechenden Tests-Apps im Google Play Store Glauben schenken mag.

Alle normalen Apps aus dem Hause Google stehen zur Verfügung. Ein Update auf Android 7 oder ähnliches wird es von Nomu aber nicht geben und auch Updates over the Air (OTA) gab es bisher noch keine. Das aktuelle Betriebssystem läuft aber flüssig und Bugs habe ich auch keine gefunden. Einzig der Punkt „Smart-Einstellungen“ mitsamt den Unterpunkten ist grausam übersetzt. Ab Werk ist übrigens bereits der „Entwicklermodus“ aktiviert. Das hat aber keinerlei Nachteile.

Kamera: Sony IMX219 mit 8 Megapixel

Laut Kamera-App soll der Sony IMX219-Sensor mit 13 Megapixel auflösen, tatsächlich (Hardware) sind es aber nur 8 Megapixel. Die 13 MP werden also softwareseitig interpoliert.  Die Aufnahmequalität geht aber in Ordnung, zumindest wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. In Innenräumen oder unter ungünstigen Lichtverhältnissen geraten die Aufnahmen aber zu dunkel. Gerade der Abgleich zwischen hellen und dunklen Flächen klappt nicht beim ersten Mal. Die Kamera auf der Vorderseite löst übrigens nur mit 2 Megapixel auf. Die App gibt hier 5 MP an.

Nomu S20

Konnektivität und Akku: 3.000 mAh und LTE

Das Nomu S20 bietet alle in Deutschland gebräuchlichen Frequenzen und kommt sogar mit LTE-Unterstützung. Der Empfang ist dabei durchschnittlich, auch die Gesprächsqualität macht da keine Ausnahme. Der Freisprecher bzw Lautsprecher ist SEHR laut. Einen spürbaren Bass oder feine Höhen darf man aber nicht erwarten. Über Kopfhörer geht der Sound dank den üblichen Equalizer-Presets aber in Ordnung.

Neben GPS (funkionsfähig mit den üblichen Abweichungen von etwa 5 Metern) findet man auch einen digitalen Kompass mit an Bord. Ein echtes Gyroskop steht leider nicht zur Verfügung.

Im PC-Mark Akkutest hielt der 3.000 mAh starke Akku des Nomu S20 6:47 Stunden am Stück bei mittlerer Displayhelligkeit durch. So kommt man – je nach Nutzungungsverhalten – also zwischen einem und zwei Tagen ohne Steckdose aus.  Wer es drauf anlegt kann die Kraftzelle aber auch in knapp 4 Stunden komplett entleeren. Mit dem beigelegten Adapter lädt man das Smartphone in knapp 2 1/2 Stunden komplett auf. Das ist schon recht lang. Drahtlos klappt das natürlich nicht.

Fazit: Kommt darauf an

Das kommt darauf an, Ob man wirklich ein Outdoor-taugliches Smartphone benötigt. Das Nomu S20 kostet bei Amazon aktuell knapp 173 Euro, bei Aliexpress rund 128 Euro. Dafür bekommt man ein durchschnittlich gut ausgestattetes, dafür aber wasserdichtes und staubfestes (IP68) Smartphone mit Android 6.0. Einen Sturz aus großer Höhe wird es vermutlich – aufgrund der dünnen Gummibeschichtung – nicht ganz unbeschadet überstehen. Das 5 Zoll große HD-Display sowie die Performance reichen aus, die Qualität der Kamera könnte besser sein.

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 8.6
Performance 8.1
Kamera 7.8
Konnektivität & Akku 8.8

Fazit

8.6 Es kommt darauf an, ob man wirklich ein Outdoor-taugliches Smartphone benötigt. Das Nomu S20 kostet bei Amazon aktuell knapp 173 Euro. Dafür bekommt man ein durchschnittlich gut ausgestattetes, dafür aber wasserdichtes und staubfestes (IP68) Smartphone mit Android 6.0. Einen Sturz aus großer Höhe wird es vermutlich - aufgrund der dünnen Gummibeschichtung - nicht ganz unbeschadet überstehen. Das 5 Zoll große HD-Display sowie die Performance reichen aus, die Qualität der Kamera könnte besser sein.

Tags : ChinaNomuNomu S20OutdoorReviewTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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