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Nubia Z11 im Test: Randloses Display und 6 GByte RAM

Da hat die Tochterfirma von ZTE namens Nubia aber ein echtes Highlight auf den Markt gebracht. Auf der IFA 2016 vorgestellt und bis vor kurzem kaum verfügbar, steht es nun endlich in den (virtuellen) Regalen der Onlinehändler. Das Nubia Z11 bietet ein 5,5 Zoll großes und komplett randloses Display. In der schwarz-goldenen Version kommt es sogar mit 6 GByte RAM und 64 GByte internen Speicher. Leider wird es aber noch von einem Snapdragon 820 angetrieben, sonst wäre es perfekt. Wie sich das knapp 600 Euro teure Schmuckstück geschlagen hat, lest ihr im folgenden Test.

Nubia Z11: Edles Design mit heftigem Aufpreis

Die Marke Nubia wird in Deutschland wohl kaum jemand kennen und auch die Mutter „ZTE“ ist hierzulande nicht jedem ein Begriff. Ob sich das mit dem Nubia Z11 ändern wird? Das Nubia Z11 kostet in der schwarz-goldenen Version zum Beispiel bei Cyberport.de 599 Euro (27.03.17). Nicht wirklich günstig, denn die Premium-Version mit 128 Gbyte Speicher hat es nicht nach Deutschland geschafft, lediglich 6 GByte RAM und ein anderes Äußeres unterscheiden die graue Version für 499 Euro von meinem Testsample. Da ist der Aufpreis echt heftig. Neben dem Smartphone bekommt man noch ein erstklassiges Headset, Lade-(Datenkabel (USB-Typ-C) sowie einen Adapter für microUSB-Kabel. Anleitungen und eine hübsche Verpackung vervollständigen den Premium-Eindruck. Leider sieht die graue Version deutlich weniger hübsch aus.

Ich persönlich mag eigentlich kein Gold. Aber in Kombination mit der mattschwarzen Rückseite aus Kunststoff sieht es einfach deutlich ansprechender aus, als die „graue“ Maus. Die Rückseite besteht dabei aus Aluminium, lediglich die obere und unteren Teile sind aus Kunststoff. Das fällt optisch überhaupt gar nicht auf. Die einzelnen Teile werden durch eine goldene Leiste unterteilt. Oben sieht man dann die in rot eingefasste Kameraoptik. Hinter den Abdeckungen verbergen sich die Antennen (zwei für WLAN, eine für GSM/UMTS/LTE).

Der Rahmen selbst ist aus Metall und ebenfalls in Gold eingetaucht. Allerdings nur als Farbton 😀 Auf der linken Seite findet man den Tray (Einschub) für einen nano-SIM sowie eine micro-SD. Auf der Oberseite einen IR-Sender sowie den Einschub für normale Kopfhörer (3.5 mm Klinken). Die Unterseite ziert der USB-Typ-C-Anschluss sowie Lautsprecher und Mikrofon. Ein-/Ausschalter und Lautstärketaster liegen auf der rechten Seite des Rahmens.

Das Z11 ist mit seinen 151 x 72.3 x 7.7 mm und einem Gewicht von 162 Gramm nicht gerade leicht oder klein. Dafür aber auch sehr wertig und erstklassig verarbeitet. Ich mag das Teil einfach sehr!

Display: Kein Rand aber dafür 5,5 Zoll

Die Full-HD-Auflösung des 5,5 Zoll großen IPS-Display mag zwar nicht beeindrucken, der nicht vorhandene Rand dafür aber umso mehr. Das 2,5D-Glas nutzt dabei die optische Verzerrung am Rand um den knapp 1mm dicken „Balken“ zu verdecken. So kommt das Display auf der Vorderseite auf eine Gesamtfläche von 81 Prozent. Dagegen sieht der Rand eines Xperia XA bzw. meines Mi Mix schon recht dick aus 😀 In meinem Videoreview des Nubia Z11 sieht man das Display in voller Pracht:

Das Display selber ist dabei von hoher Qualität, die maximale Helligkeit mehr als ausreichend, auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Im Querformat konnte ich es mit meiner polarisierten Sonnenbrille allerdings nicht mehr ablesen! Fotos waren so unmöglich. Die Farbdarstellung hat zudem einen leichten Blaustich, daher vermutlich auch das extrem bunte Hintergrundbild.

Android 6.0.1 und Nubia UI 4

Leider kommt beim Nubia Z11 n och Android 6.0.1 zum Einsatz. Die Benutzeroberfläche stammt dabei aus eigenem Hause udn nennt sich Nubia UI 4. Alle Apps und Dienste von Google sind vorinstalliert. Dazu noch ein paar andere, hilfreiche Apps. Taschenlampe, Rekorder und Co. Leider aber auch Bloatware in Form von „News Republic“, Opera Mini, Kika Keyboard oder eine wenig hilfreichen Screenshot-App. Die meisten kann man aber direkt deinstallieren.

Ein Update auf Android 7 wurde vom Hersteller zwar bereits in Aussicht gestellt, allerdings ohne Terminangabe.

Fehlende Displayränder mit Mehrwert: Edge-Gesten

Über die Displayränder kann ich viele Funktionen des Nubia Z11 auslösen. Apps wechseln, Apps beenden, die Helligkeit regeln. Wirklich nette, mitunter aber auch schwierig bzw. umständlich errreichare Funktinen. Ab Werk sind die übrigens erst einmal deaktiviert. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite entsperrt das Telefon, hat aber ach andere Funktionen (Kameraauslöser, Aufnahme eines Super-Screenshots, Apps schützen) zu bieten. Die Funktionen lassen sich einzeln aktivieren.

Kamera: 16 Megapixel aus dem Hause Sony

Der Kamerasensor auf der Rückseite löst mit 16 Megapixel auf und stammt von Sony (Exmor IMX298). Die Abdeckung besteht aus Saphirglas und die Optik nutzt die heutzutage üblichen sechs Linsen und einen optischen Bildstabilisator. Die Blende f/2.0 geht in Ordnung, bei lichtschwachen Umgebungen scheitern die Aufnahmen aber mitunter trotzdem. Die 8-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite nutzt eine Weitwinkel-Optik und eine Blende f/2.4. Die Kamera-App bietet zahllose Spielereien und vor allen Dingen einen RAW-Modus (DNG).

Nubia Z11

Die Bildqualität ist wirklich klasse! Kaum Bildrauschen, eine gute Dynamik und Kontraste. Die Farbdarstellung ist auch stimmig. Nimmt das Licht ab, dann hilft der Wechsel in den Pro-Modus.  Im spaßigen Klon-Modus kann man eine Person oder ein Objekt durch Mehrfachbelichtungen in einer Aufnahme „klonen“. Daneben kann man noch Startrails aufnehmen, Lichtmalerei oder Videofunktionen wie Zeitlupe und Zeitraffer.

Performance & Akku: Snapdragon 820 und 3.000 mAh

Das Nubia Z11 kommt mit 64 GByte Speicherplatz (52,4 GByte frei) sowie 4 bzw. 6 GByte Arbeitsspeicher. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es für über 129.000 Punkte, im Geekbench 4 kommt die etwas angestaubte CPU auf 1.708 Punkte im Single-Core und 4.011 im Multi-Core. Für absolute Top-Ergebnisse reicht das heutzutage leider nicht mehr. Alle Spiele und die Oberfläche laufen aber absolut ruckelfrei. Die CPU wird unter Last aber spürbar und mitunter unangenehm warm. 6 GByte RAM haben auf die Benchmarkergebnisse übrigens keine sonderlichen Auswirkungen.

Der fest eingebaute Akku leistet im Nubia Z11 die schon fast üblichen 3.000 mAh. Die Aufladung per Quick Charge 3.0 erfolgt in etwa 90 Minuten. Damit kommt man dann – je nach Nutzung – bis zu anderthalb Tage hin. Im Akkutest von PCMark kommt die Kraftzelle auf 5:26 Stunden (volle Helligkeit).

Konnektivität & Sound: Könnte besser sein!

Die Sprachqualität des Nubia Z11 geht in Ordnung. Nur wenn die Verbindung nicht gut ist, hört man ein Rauschen und Knarzen. Die Umgebungsgeräusche werden gut abgeschirmt.  Leider ist die Sende- und Empfangsleistung des Z11 nicht sonderlich hoch. Zumindest nicht im UMTS/LTE-Netz (alle Bänder werden unterstützt). Das WLAN-Modul bietet Dual-Band-Funk, den schnellen ac-Standard ud kann auf Wunsch mit zwei Antennen gleichzeitig genutzt werden. Dazu findet man auch NFC, Infrarot und Bluetooth 4.1 sowie USB-Typ-C (USB 2.0).

Die mitgelieferten Kopfhörer (InEar) liefern einen satten Sound und ausreichend Bass. Über Bluetooth wird der Sound dann aber flacher und vor allen Dingen deutlich leiser. Vorteile im Klang durch den integrierten Soundchip vom Typ AKM4376 konnte ich allerdings nicht spüren.

Fazit: Super Smartphone, aber deutlich zu teuer!

Das Nubia Z11 ist ein Top-Smartphone. Einzig der leicht angestaubte Snapdragon 820 trübt meine Freude. Die Performance ist zwar ausreichend, die CPU wird aber sehr warm. Das fast Cyberportrandlose Display des Nubia ist dagegen ein echtes Highlight,l da lasse ich mir auch Full-HD gefallen. Die Verarbeitung und die Optik der schwarz-goldenen Version ist super. Auch die 16-Megapixel-Kamera konnte mich überzeugen. Der Preis ist mit 599 Euro allerdings deutlich zu hoch gegriffen. Denn vom Preis-/Leistungsverhältnis her müßte ich mich eher für das deutlich günstigere Galaxy S7 entscheiden.

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Testergebnis

Verarbeitung 9.1
Display 9.1
Performance 9.1
Kamera 9.1
Konnektivität & Akku 9

Fazit

9.1 Das Nubia Z11 ist ein Top-Smartphone. Einzig der leicht angestaubte Snapdragon 820 trübt meine Freude. Die Performance ist zwar ausreichend, die CPU wird aber sehr warm. Das fast randlose Display des Nubia ist dagegen ein echtes Highlight,l da lasse ich mir auch Full-HD gefallen. Die Verarbeitung und die Optik der schwarz-goldenen Version ist super. Auch die 16-Megapixel-Kamera konnte mich überzeugen. Der Preis ist mit 599 Euro allerdings deutlich zu hoch gegriffen. Denn vom Preis-/Leustungsverhältnis her müßte ich mich eher für das deutlich günstigere Galaxy S7 entscheiden.

Tags : AndroidNubiaReviewSmartphonesTestsZTE
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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