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Nubia Z17 im Test: Randloses Edel-Smartphone?

Das hierzulande nur als Import erhältliche Nubia Z17 bietet ein 5,5 Zoll großes und fast randloses Full-HD-Display. Angetrieben wird es schon in der einfachen Version mit 6 GByte RAM, 64 GByte Speicher und einem Snapdragon  835. In der Top-Aussstattung gibt es dann 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher. Wie sich das zum Testzeitpunkt knapp 380 Euro teure Schmuckstück im Test geschlagen hat, könnt ihr nun selbst lesen.

Nubia Z17: Edles Design, feine Technik

Die Marke Nubia ist in Deutschland – selbst nach der Vorstellung des Nubia Z11 (und Z11 mini) – wohl immer noch kein Begriff. Bis vor kurzem war Nubia noch ein Tochterunternehmen von ZTE. Der Name dürfte da vielleicht schon eher für ein Klingeln sorgen. Mittlerweile hält ZTE aber weniger als 50% Anteile an Nubia. Ein Schelm, wer dabei böses denkt (mangelnder Erfolg). Optisch betrachtet unterscheidet sich das neue Nubia Z17 nicht vom (hier in Deutschland extrem teuren) Z11.

Nubia_Z17_02Das neue Android-Smartphone gibt es offiziell zwar in Rot, Blau und Schwarz. Tatsächlich erhältlich ist aber aktuell wohl nur die schwarze Version. Und die eben auch nur als Import. Technisch unterscheiden sich die Modelle nur durch den Arbeitsspeicher (6 GByt/8 GByte) bzw. durch den Festspeicher (64 GByte / 128 GByte).

Nubia_Z17_03Die matte Rückseite aus Aluminium beherbergt den Fingerabdrucksensor, die Dual-Kamera samt LED sowie einen (je nach Variante auch goldfarbenen) “Nubia”-Schriftzug.

Der Rahmen des 152 x 72 x 7,9 mm dünnen, dafür aber rund 173 Gramm schweren Nubia Z17 besteht aus Metall. Auf der linken Seite findet man den Einschub für die beiden nano-SIM (keine microSD). Auf der Oberseite befindet sich das Mikrofon, auf der Unterseite ein Lautsprecher und der USB-Typ-C-Anschluss. Normale Kopfhörer kann man beim Z17 nur noch über einen Adapter bzw. über Bluetooth nutzen. Der Ein-/Ausschalter und die beiden Lautstärketaster befinden sich auf der rechten Seite des Rahmens.

Optisch ist das Nubia Z17 definitiv ein Hingucker. Technisch hätte man die 3.5 Klinkenbuchse nicht opfern sollen. Zumal das Gehäuse eben NICHT wasser- oder staubdicht ist.

Display: 5,5 Zoll, Full-HD aber kaum Rand

Nubia_Z17_8Die Full-HD-Auflösung des 5,5 Zoll großen IPS-Display kann mich heutzutage eher weniger beeindrucken. Dafür gefällt mir etwas anders, was eigentlich gar nicht da ist: der nicht vorhandene Rand an der linken und rechten Seite des Displays. So kommt der Bildschirm auf eine sogenannte “Display-to-body-Ratio” von 81 Prozent. Die beiden – zugegeben sehr dünnen – seitlichen Ränder haben die Designer optisch durch die Biegung des Displayglas kaschiert. Trotzdem sieht das Display eines Xperia XA bzw. Mi Mix schon recht dick aus 😀 Ober- und unterhalb des Displays findet man dann aber wieder mehr Rand. Kein Wunder, denn dort befindet sich der Home-Button (roter Kreis) sowie zwei schwach beleuchtete, kapazitive Tasten für die Bedienung von Android 7.0

Der Touchscreen ist von hoher Qualität und auch die maximale Helligkeit ist ausreichend und bei direkter Sonneneinstrahlung kann man eine Art “Booster” hinzuschalten. Was die Ablesbarkeit betrifft könnte es in so einer Situation “eng” werden. Das Display selber ist zudem für meinen Geschmack etwas zu “kalt” kalibriert. Die Farbdarstellung des Displays kann man in den Einstellungen aber auf den persönlichen Geschmack justieren.

Leider kann man das Display im Querformat mit einer polarisierten Sonnenbrille nicht mehr ablesen. Die Nutzung der Kamera war so unmöglich.

Displayränder mit Mehrwert: Edge-Gesten

Über die Displayränder kann ich beim Z17 viele zusätzliche Funktionen auslösen. Apps wechseln, Apps beenden, die Helligkeit regeln. Wirklich nette, mitunter aber auch schwierig bzw. umständlich erreichbare Funktionen. Ab Werk sind die übrigens erst einmal deaktiviert. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite entsperrt das Telefon, bietet aber auch andere Funktionen (Kameraauslöser, Aufnahme eines Super-Screenshots, Apps schützen).

Die Edge-Funktionen lassen sich einzeln aktivieren.

Android 7.1.1 und Nubia UI 5.0

Beim Nubia Z17 kommt bereits das neue Android 7.1.1. zum Einsatz. Die Benutzeroberfläche stammt dabei aus eigenem Hause und nennt sich Nubia UI 5.0. Alle Apps und Dienste von Google sind vorinstalliert, zumindest dann WENN man ein entsprechendes Custom-ROM mitgeliefert bekommen hat. Ab Werk und mangels offizieller “Global-Firmware” gibt es nämlich Probleme mit dem Google Play Store. Nubia liefert das Z17 mit hilfreichen Apps, wie einer Taschenlampe, Rekorder und Co aus.

Im Endeffekt bietet Nubia UI ähnliche Features wie Xiaomi MIUI: Umfangreiche Sicherheitseinstellungen, geteilter Bildschirm und vieles mehr.

In meinem Videoreview des Nubia Z17 auf YouTube kann man das Nubia OS 5 gut im Einsatz sehen:

Kamera: 23 Megapixel mit zwei Linsen

Nubia_Z17_08Die beiden Kamerasensoren auf der Rückseite lösen mit 23 Megapixel bei einer Blende von f/2.0 und 12 Megapixel bei einer Blende f/1.8 auf. Den zweifachen Zoom (kein optischer Zoom) erreicht Nubia durch die unterschiedlichen Blenden der beiden Kameras. Diese erzeugen zudem einen Bokeh-Effekt der sich durchaus “sehen” lassen kann. Die Kamera-App bietet dabei zahllose Spielereien und vor allen Dingen einen RAW-Modus (DNG). Einen optischen oder zumindest elektronischen Bildstabilisator bietet sie aber nicht! Dafür aber 16 teils extrem nette Effekte, gerade “Star Trails” kann begeistern, obwohl die Lichtempfindlichkeit etwas zu niedrig ist. Zumindest im Vergleich zu meiner Sony bzw Canon.
Nubia Z17
Die Bildqualität ist klasse! Kaum Bildrauschen, eine gute Dynamik und Kontraste. Die Farbdarstellung ist auch stimmig. Nimmt das Licht ab, dann hilft der Wechsel in den Pro-Modus. Im spaßigen Klon-Modus kann man eine Person oder ein Objekt durch Mehrfachbelichtungen in einer Aufnahme “klonen”. Videos werden in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet.

Performance & Akku: Snapdragon 835 und 3.200 mAh

Das Nubia Z17 kommt mit 64 GByte bzw. 128 Gbyte Speicherplatz (52,4 GByte frei) sowie 6 bzw. 8 GByte Arbeitsspeicher auf den Markt. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark reicht es für über 181.000 Punkte, im Geekbench 4 kommt die aktuelle CPU auf 1.708 Punkte im Single-Core und 5.589 im Multi-Core. Damit ist es etwas schneller als das Z11 und für alle aktuellen Spiele des Google Play Store gewappnet. Auch die Benutzeroberfläche läuft damit absolut ruckelfrei. Die CPU wird unter Last etwas wärmer. Die 8 GByte RAM des Flaggschiffs werden auf die Benchmarkergebnisse keine nennenswerten Auswirkungen haben. So war es zumindest beim OnePlus 5.

Der fest eingebaute Akku leistet im Nubia Z17 nur 3.200 mAh. Wenig mehr als beim Z11. Das Smartphone unterstützt theoretisch die neue Qualcomm-Quickcharge 4 Schnellladefunktion. Der Hersteller liefert aber kein passendes Ladegerät mit. Und auch der Zubehörmarkt ist da noch ratlos. So dauert die Aufladung des Nubia Z17 über QC3 rund 1 Stunde und 40 Minuten. Der Akku selber hielt im Test locker einen Tag durch.

Ich konnte eine Screen-on-time von rund 6 Stunden erzielen. Etwas mehr als beim OnePlus 5 mit der gleichen Akkukapazität.

Konnektivität & Sound: Könnte besser sein!

Die Sprachqualität des Nubia Z17 geht in Ordnung. Nur wenn die Verbindung nicht gut ist, hört man ein Rauschen und Knarzen. Die Umgebungsgeräusche werden gut abgeschirmt. Leider ist die Sende- und Empfangsleistung des Z17 nicht sonderlich hoch. Zumindest nicht im UMTS/LTE-Netz (alle Bänder werden unterstützt). Das WLAN-Modul bietet Dual-Band-Funk, den schnellen ac-Standard und kann auf Wunsch mit zwei Antennen gleichzeitig genutzt werden. Dazu findet man auch NFC, Bluetooth 4.1 sowie USB-Typ-C (USB 2.0).

Fazit: Super Smartphone, aber nur mit Custom-ROM

Das Nubia Z17 ist ein Top-Smartphone, nur ist es hierzulande (noch) nicht verfügbar. Der Import (z.B. über Gearbest) lohnt sich aktuell nur, wenn man sich mit Custom-ROMs auskennt. Der Google Play Store ist in China nämlich nicht vorinstalliert und die Nachrüstung bereitet durchaus Probleme. Die technische Ausstattung mit den beiden Kameras, fast randlosem 5.5 Zoll Display und dem Snapdragon 835 ist über jeden Zweifel erhaben. Für 380 Euro kann man eigentlich nichts falschen machen. Für ein  ähnlich ausgestattetes OnePlus 5 muss man nämlich nochmal 100 Euro drauflegen. Ein LG G6 kostet allerdings auch kaum mehr.

Testergebnis

Verarbeitung 9.1
Display 9.1
Performance 9.4
Kamera 9.3
Konnektivität & Akku 9

Fazit

9.2 Das Nubia Z17 ist ein Top-Smartphone, nur ist es hierzulande (noch) nicht verfügbar. Der Import (z.B. über Gearbest) lohnt sich aktuell nur, wenn man sich mit Custom-ROMs auskennt. Der Google Play Store ist in China nämlich nicht vorinstalliert und die Nachrüstung bereitet durchaus Probleme. Die technische Ausstattung mit den beiden Kameras, fast randlosem 5.5 Zoll Display und dem Snapdragon 835 ist über jeden Zweifel erhaben. Für 380 Euro kann man eigentlich nichts falschen machen. Für ein ähnlich ausgestattetes OnePlus 5 muss man nämlich nochmal 100 Euro drauflegen. Ein LG G6 kostet allerdings auch kaum mehr.

Tags : Android 7ChinaNubiaReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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