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OnePlus 3 im Test: Top-Smartphone für 400 Euro

Mit dem OnePlus 3 stellt OnePlus nun den Nachfolger des recht bekannten OnePlus Two vor. Highlight des Smartphones? Man bekommt es OHNE Invite. Techniksch bietet es ein 5,5 Zoll großes AMOLED-Display in Full-HD noch den neuen Snapdragon 820 von Qualcomm sowie 6 GByte RAM. Der interne Speicher wurde auf 64 GByte beschränkt und kann leider nicht mit microSD-Karten erweitert werden. Die 16-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor hat zwar eine LED spendiert bekommen, muss aber auf den Laser-Autofokus des Vorgängers verzichten. Auch der fest eingebaute Akku leistet nur noch 3.000 mAh. Dafür wurde der Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite optimiert, die Technik in ein Metallgehäuse gepackt und der Preis von 399 Euro ist doch eine klare Kampfansage, oder doch nicht?

OnePlus 3: Eine Mischung aus OnePlus 2 und Huawei Mate S

Die Verarbeitung des OnePlus 3 ist wirklich spitze. Das Gehäuse besteht nun vollständig aus Metall, liegt fast perfekt in der Hand und hat weder störende Kanten noch Übergänge. Na klar, optisch erinnert es auch der Rückseite sehr stark an das Huawei Mate S und auf der Vorderseite sieht es eigentlich aus wie der Vorgänger OnePlus Two. Aber was soll es? Die Möglichkeiten beim Design von Smartphones sind ausgereizt.

Der Lautstärkeregler sowie der Ein-/Ausschalter befinden sich auf der rechten Seite des Smartphone. Der beliebte „Alert Slider“ liegt wieder auf der linken Gehäuseseite, bleibt also noch der optimierte Fingerabdrucksensor unterhalb des Displays. Kommen wir zurück zum „Alert Slider“. Hier kann man durch einen einfachen Druck des geriffelten Schiebers einstellen, ob Alarme, Anrufen oder Benachrichtigungen signalisiert werden. Deaktiviert man diese in Sitzungen oder prekären Situationen, dann bleibt das OnePlus 3 auch stumm wie ein Fisch. Schneller geht es eigentlich nicht.

Die Benachrichtigungen werden wahlweise durch Vibration und/oder Töne signalisiert. Es handelt sich also nicht nur um einen einfachen Stummschalter wie beim Apple iPhone.

OP3_FingerabdrucksensorDer neue Fingerabdrucksensor mit Keramikoberfläche sieht auf den ersten Blick zwar aus wie der alte, reagiert aber immer noch als eine Art „Touchpad“, dafür aber deutlich schneller und sogar einen Tick zuverlässiger. Die Rückschritt-Taste und der Menü-Button liegen links und rechts neben dem Sensor und reagieren ebenfalls auf sanften Druck (kapazitiv).  Mit seinen Abmessungen von 152.7 x 74.7 mm ist es zwar ähnlich groß ausgefallen wie der Vorgänger, mit 7.35 mm ist es aber deutlich dünner als das OnePlus 2 (151.8 x 74.9 x 9.85 mm). Mit seinem Gewicht von 160 Gramm hat es sogar nochmal deutlich abgespeckt (OP2: 175 Gramm). Ein echter Handschmeichler auf Augenhöhe des HTC 10.

Lieferumfang & Verpackung: Im Westen nichts neues

In der kleinen, weißen Verpackung befindet sich mal wieder nichts allzuviel. Neben dem Smartphone findet man ein flaches, rotes USB-C-Kabel und ein Ladegerät mit 4 Ampere. Ein Headset gehört nicht zum Lieferumfang. Wer sein altes Zubehör weiter nutzen will, sollte übrigens auch zum Micro-USB-Adapter für 9.99 Euro greifen. Das neue OnePlus 3 nutzt nämlich wieder USB-Type-C.

Display: 5.5-Zoll und Full-HD sorgen für wenig Aufregung

Das 5,5 Zoll große Display des OnePlus 3 nutzt nun ein AMOLED und kommt mit seinen 1.080 x 1.920 Pixel  auf 401 ppi. Die Blickwinkelstabilität geht in Ordnung und ist typisch für ein AMOLED. Auch ie maximale Helligkeit ist völlig ausreichend, sofern man es nicht in direkter Sonneneinstrahlung ablesen möchte. Das geht dann zwar noch, ist aber deutich schwieriger. Das Display selbst ist relativ neutral abgestimmt, gibt Farben aber technisch bedingt etwas „lebendiger“ wieder als ein IPS-Display. Die weißen Flächen wirken etwas „gelblich“, die gelbstichigen „Wolken“ am unteren Displayrand des OnePlus One gehören aber längst der Vergangenheit an. In Verbindung mit der überwiegend dunklen Benutzeroberfläche spart das AMOLED einiges an Strom, daher auch nur 3.000 mAh statt 3.300 mAh. Das Display hat mir wirklich gut gefallen und ich habe die QHD-Auflösung des HTC 10 nicht vermisst. In meinem kleinen Videoreview auf YouTube bekommt ihr einen guten Eindruck vom OnePlus 3:

Performance & Akku: Welche Vorteile hat ein Snapdragon 810?

Das OnePlus 3 wird mit einem 2.15 GHz schnellen Snapdragon 820 und vier Kernen angetrieben. Ähnlcih wie der Snapdragon 810 wird er bei aufwändigen Spielen oder Benchmarks deutlich wärmer. In der Realität erzielt das OnePlus 3 im aktuellen AnTuTu-Benchmark 142.839 Punkte. Damit ist es eigentlich genauso schnell wie ein LG G5, Xiaomi Mi5 oder HTC 10. Im Geekbench 3 reicht es im Single-Core für 2.362 Punkte und im Multi-Core für 5.586 Zähler.

Die Version mit 64 GByte internen Speicher kann 6 GByte RAM vorweisen. Das macht sich in den synthetischen Benchmarks kaum und im täglichen Einsatz nur selten bemerkbar, zumindest im Vergleich zu den 4 GByte der Konkurrenz.

Der 3.000 mAh starke Akku – den man allerdings nicht selber wechseln kann – hielt im Test knapp 7 Stunden im Dauerbetrieb durch. Damit kommt man also normalerweise „so über den Tag“. Aufladen kann man sein OnePlus 3 über den neuen USB-Type-C. Dieser ist verdrehsicher und man muss – ähnlich wie beim Lightning-Anschluss des iPhones – nicht darauf achten, wie herum man den Stecker in die Buchse steckt. Das mitgelieferte USB-Kabel ist flach und wirkt recht hochwertig. Wer allerdings sein altes Zubehör vom Typ „Micro-USB“ weiterhin nutzen will, der muss sich einen knapp 10 Euro teuren Adapter bestellen. USB-OTG wurde im Test unterstützt (in den Einstellungen und Speicher und USB bei den „drei Punkten“ aktivieren) und auch eine Art „Fast Charge“, OPO nennt des Desk-Charge. Die komplette Aufladung dauerte knapp 1 Stunde 10 Minuten. Nach nur 30 Minuten hatte man bereits rund 65% der Akku-Kapazität erreicht.

Konnektivität: LTE mit Band 20

Unterwegs ist man über HSPA+ und WLAN b/g/n/ac online. LTE wird in den Deutschland üblichen Frequenzen 800/1.800/2.600 MHz und Bändern unterstützt. Damit können auch Kunden von Vodafone und O2 den schnellen Datenturbo nutzen.  Im Netz der Telekom kam ich auf über 80 mbit/s, bei o2 auf rund 55 mbit/s. Daten tauscht man über USB oder Bluetooth 4.1 aus. Das neue OnePlus 3 unterstützt nun auch NFC. Per GPS und Glonass kann man über Google Maps das Smartphone auch als Nivigationshilfe nutzen. Die Abweichung lag im Test bei etwa 5 Metern, der erste Sat-Fix war nach rund 3 Sekunden abgehakt.

Die Sende-/ und Empfangsleistung war normal und auch die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Der Lautsprecher tönt hingegen etwas leise.

Leider aber werden Push-Nachrichten (WhatsApp und Co) nicht zeitnah auf dem OnePlus 3 angezeigt. Gerade im gesperrten Zustand scheint es die Verbindungen nach einigen Minuten zu trennen.

OxygenOS 3.1: Android 6.0.1 in einer anderen Verpackung

Das neue Smartphone von OnePlus wird wieder mit dem hauseigenen OxygenOS betrieben. Als Basis dient zwar Android 6.0.1, der Hersteller hat es aber um zahlreiche nützliche Features erweitert, ähnlich dem Cyanogen OS.

Zur Bedienung nutzt man entweder die beiden Sensortasten neben dem kombinierten Home-Button/Fingerabdruckscanner oder einblendbare Softkeys. Die Belegung der Tasten kann man im OxygenOS vertauschen und mit zusätzlichen Funktionen versehen. Das Android 6 wurde nahezu unverändert übernommen, kein unnötig verspielter Launcher trübt also den Spaß am Betriebssystem. Das Oxygen OS läuft (auf Wunsch) in einem speziellen „Dark-Modus“, der in Verbindung mit einer verbesserten Doze-Funktion und dem AMOLED Strom spart. Über Farbakzente kann man das Aussehen individuell anpassen. Leider beendet das Oxygen OS nachdem man die 13. in den Arbeitsspeicher geladen hat, die zuerst geöffnete App. Dieses aggressive RAM-Management muss gerade bei 6 GByte RAM nicht sein. Wozu hat man sonst derartig viel Speicher in das OnePlus 3 gepackt?

Ein anderes Problem sind aktuell die Push-Notifications von GMail, WhatsApp, Cloudmagic und Co. Diese Echtzeit-Info über eingehende Nachrichten funktioniert auf dem OnePlus 3 leider nicht zuverlässig, egal welche Einstellungen man im Akku-Management oder bei den Apps auch ändert.

Die altbekannte, leicht erweiterte Shelf-Funktion erreicht man durch eine Wischgeste nach rechts. Hier findet man dann wichtige Informationen (z. B. den Wetterbericht, zuletzt genutzte Apps und Kontakte). Zusätzlich kann man an deiser Stelle auch die Widgets nutzen. Oxygen OS bietet natürlich wieder ein ausgefeiltes Rechtemangement. So kann ich den installierten Apps unnütze Berechtigungen entziehen. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit auf die Kamera oder die Kontakte zuzugreifen.

Kamera & Sound : 16-Megapixel ohne Schnickschnack

OP3_KameraDie Kamera auf der Rückseite löst mit 16 Megapixel auf, bietet eine LED, nutzt einen Sensor von Sony und einen Phase Detection Autofokus (PDAF). Dank der Blende F/2.0 und einem EIS/OIS bekommt man auch bei Dunkelheit noch ansprechende Aufnahmen hin. Die Frontkamera bannt immerhin noch mit 8 Megapixel auf den Chip und dürfte für die beliebten Selfies, Wefies und Co ausreichen. Die Hauptkamera des OnePlus 3 zeichnet Videos in Full-HD und in 4K auf. Leider ragt die Kameraoptik deutlich aus dem Gehäuse hervor.

Der vom OnePlus Two bekannte Laser-Autofokus wurde eingespart und durch einen normalen Fokus ersetzt. Im 4K-Modus lösen die Videos mit bis zu 3.840 x 2.160 (4K UHD) auf, die maximale Aufnahmedauer ist allerdings auf 10 Minuten begrenzt.

OnePlus 3

Mit einem guten Headset bekommt man über Google Play Music oder dem hauseigenen Musikplayer einen satten Sound aus dem OnePlus 3. Dank der unterschiedlichen Equalizer-Presets sollte für jeden Geschmack etwas mit dabei sein. Das OnePlus 3 bietet auf der Unterseite nur einen Lautsprecher und damit auch kein Stereo. Die maximale Lautstärke reicht gerade aus, um ein normales Büro zu beschallen. Ein FM-Radio bietet das OnePlus 3 leider nicht.

Fazit: Bestes Smartphone bis 400 Euro?

Das OnePlus 3 ist ein tolles Smartphone. Die Ausstattung ist mit Blick auf den Preis unschlagbar. Das Design mag kopiert sein, wirkt aber ist gefällig. Die Verarbeitung des Metallgehäuses ist zudem super. Für 399 Euro bekommt woanders sicher kein Smartphone mit Snapdragon 820 und 6 GByte RAM. Wirklich brauchen tut man letzteres allerdings nicht.  Das 5,5 Zoll große AMOLED-Display löst zwar nur in Full-HD auf, ist aber trotzdem knackscharf und ausgeglichen hell. Die 16-Megapixel-Kamera kommt zwar nicht gegen die Lösungen der Konkurrenz in Form des Huawei P9 oder Samsung Galaxy S7 an, macht aber trotzdem gute Aufnahmen und Videos in 4K. Einzig der 3.000 mAh starke Akku könnte etwas ausdauernder sein und der Verzicht auf eine microSD ist mir unverständlich.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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