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OnePlus 5 im Test – Lohnt sich der Kauf?

Mit dem OnePlus 5 stellt der chinesische Hersteller erst das vierte Modell seines Kassenschlagers und ehemaligen “Flaggschiff-Killers” vor. Die Zahl 4 hat in China aber keine positive Verknüpfung.  Technisch bietet das OnePlus 5 mit seinem 5,5 Zoll großen AMOLED-Display in Full-HD, einem Snapdragon 835 von Qualcomm und bis zu 8 GByte RAM eine ganze Menge. Der interne Speicher (64/128 GByte) kann leider nicht erweitert werden. Dafür kommt das rund 499 Euro teure Smartphone mit einer Dual-Kamera (20/16 Megapixel). Lohnt sich der Kauf?

Nun, OnePlus bietet ab sofort ein Trade-in Programm an. Damit kann man sein altes Smartphone sozusagen in Zahlung geben und bekommt Geld erstattet. LEIDER sind die gebotenen Preise aber absolut lächerlich gering. So würde ich für ein vergleichbar gutes Huawei Mate 9 nur einen Cashback von 200 Euro erhalten. Da müßte ich ja schon fast schwachsinnig sein …

Design: Oppo R11 oder doch eher iPhone 7 Plus

Jawohl, das OPPO R11 ist hierzulande zwar nicht sonderlich bekannt, ähnelt dem OnePlus 5 aber stark. Gut möglich, dass sich beide Firmen in einer Art “Joint Venture” die Designer teilen. Das Design des OnePlus 5 ist jetzt auch nicht wirklich neu. Manch einer sieht in ihm ein Apple iPhone 7 Plus. Das wiederum eher auf einem Meizu basiert. Die Ähnlichkeit des OnePlus 5 mag in erster Linie der Anordnung der Dual-Kamera auf der Rückseite geschuldet sein. Aber genau das lässt sich praktisch kaum anders lösen. Die ragt auf der Rückseite leicht aus dem Gehäuse hervor.

OnePlus5-3Jedenfalls besteht das neue OnePlus 5 aus Metall und kommt in den beiden Farben “Slate Grey” (6GB/64GB) und “Midnight Black” auf den Markt. Letztere Farbe ist aber dem Modell mit 8GByte RAM und 128 GByte Speicher vorbehalten. Angeblich soll auch noch eine Variante in Gold erscheinen. Wobei die Lieferbarkeit gerade des Flaggschiffs schon im Vorverkauf ein Problem war. Der offizielle Verkauf beginnt ab dem 27.06.17.

Die Unterseite ziert eine USB-Typ-C-Port sowie ein Lautsprecher. Kopfhörer mit Kabel kann man über die 3.5mm Klinkenbuchse anschliessen. Kein nerviges Gefummel mit Adaptern 😀

Das Oneplus 5 ist mit seinen 154,2 x 74,1 x 7,25 Millimeter und einem Gewicht von 153 Gramm weder zu groß, noch unhandlich. Im Gegenteil, durch die abgeflachten Kanten liegt es wirklich toll in der Hand. Da die Rückseite aus Metall besteht, ist es auch längst nicht so empfindlich und rutschig, wie ein HTC U11. Die Verarbeitung ist dabei Spitzenklasse.

Lieferumfang: Weiss, Rot, Schwarz

OnePlus5-1In der kleinen, weißen Box mit der 5 auf dem Cover findet man das Smartphone mit vorinstallierter Displayschutzfolie, ein paar Anleitungen, ein rotes USB-C-Kabel, ein Ladegerät mit 4 Ampere mit Unterstützung für DashCharge sowie den Öffner für den SIM-Einschub. Ein Headset gehört nicht zum Lieferumfang.

Display: 5,5 Zoll AMOLED und Full-HD

Das 5,5 Zoll große AMOLED-Display des OnePlus 5 kommt bei 1.080 x 1.920 Pixel auf 401 ppi. Gegen Kratzer wird des dabei vom neuen Corning® Gorilla® Glass 5 geschützt. Der Hersteller traut dem Glas aber wohl nicht und liefert wieder eine Displayschutzfolie mit 😀

OnePlus5-2Die Ränder des Display sind dabei leicht gebogen, durch dieses “2.5D” liegt es angenehm in der Hand, ist aber natürlich nicht mit dem Galaxy S8 vergleichbar. Die Blickwinkelstabilität ist wirklich hoch und auch die maximale Helligkeit ist völlig ausreichend, sofern man den Displayinhalt nicht bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen muss. Das Display selbst ist betont farblich abgestimmt, weiße Flächen wirken einen Hauch “kälter” als das bei AMOLED üblicherweise der Fall ist. In den Displayeinstellungen kann man aber zwischen Standard, sRGB, DCI-P3 oder einer manuellen Kalibrierung wählen.

So bietet das OP5 trotzt fehlender Quad-HD-Auflösung ein gutes Display.

Ein spezieller Lesemodus schaltet die Oberfläche auf Wunsch in Graustufen um und ein “Blaulichtfilter” soll gegen Einschlafprobleme helfen. Mit einem eBook-Reader ist das aber nicht vergleichbar.

Performance & Akku: Snapdragon 835 lutscht 3.300 mAh

Das OnePlus 5 wird vom aktuellen Snapdragon 835 angetrieben und erreicht (je nach Arbeitsspeicher) im aktuellen AnTuTu-Benchmark über 182.000 Punkte! Im Geekbench 4 reicht es im Single-Core für 1.973 Punkte und im Multi-Core für 6.695 Zähler. Natürlich nicht ohne Trick. Das Smartphone erkennt seine Schweine nämlich am Gang und schaltet bei Benchmarks in einen Super-Duper-Turbo-Modus. Die Ergebnisse unterscheiden sich in der Realität daher nicht vom LG G6 oder Xiaomi Mi6. Den Unterschied zwischen 6 und  8 GByte Arbeitsspeicher bemerkt man im täglichen Einsatz nicht.

Das System läuft aber trotzdem rasend schnell und wird von Softwareupdate zu Softwareupdate (zuletzt 4.5.5) besser! Das kann man auch gut in meinem Videoreview des OnePlus 5 auf YouTube nachvollziehen:

Die 3.300 Milliamperestunden des fest eingebauten Akkus halten das Smartphone um die anderthalb Tage am Leben.  Dank Dash-Charge kann ich das OnePlus 5 (nur) über das mitgelieferte Netzteil und ein USB-C-Kabel in rund 30 Minuten auf etwa 60 Prozent aufladen. Ein normales Ladegerät benötigt deutlich länger. Das reicht dann so gerade für einen Tag. Die vollständige Aufladung dauert in der Regel etwa 1:30 Stunden.

Konnektivität & Sound: LTE und Bluetooth 5.0

Unterwegs ist man über HSPA+ und WLAN b/g/n/ac online. LTE wird in den Deutschland üblichen Frequenzen 800/1.800/2.600 MHz und Bändern unterstützt. Damit können auch Kunden von Vodafone und O2 den schnellen Datenturbo nutzen. Im Netz der Telekom kam ich auf über 85 mbit/s, bei o2 auf rund 35 mbit/s. Daten tauscht man über NFC, USB-Typ-C (USB 2.0) oder Bluetooth 5 aus. Per GPS und Glonass kann man über Google Maps das Smartphone auch als zuverlässige Navigationshilfe nutzen. Die Abweichung lag im Test bei etwa 5 Metern, der erste Sat-Fix war nach rund 3 Sekunden abgehakt. Der interne Speicher (UFS 2.1) ist schnell und unterstützt USB OTG. Letzteres muss man in den Einstellungen aber zunächst aktivieren.

Die Sende-/ und Empfangsleistung war normal und auch die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Der Lautsprecher tönt sehr laut, wenngleich auch etwas dünn. zahlreiche Equalizer-
Presets verfeinern den Sound, allerdings nur über Kabel. Das OnePlus 5 unterstützt auch aptX HD.

Android 7.1.1: Ich habe gar keine Bloatware

Das Smartphone von OnePlus wird wieder mit dem hauseigenen OxygenOS in der Version 4.5.3 ausgeliefert. Als Basis dient diesmal bereits Android 7.1.1.

Zur Bedienung nutzt man entweder die beiden Sensortasten neben dem kombinierten Home-Button/Fingerabdruckscanner oder einblendbare Softkeys. Die Belegung der Tasten kann man im OxygenOS vertauschen und mit zusätzlichen Funktionen versehen. Das Android 7.1.1 wurde fast unverändert übernommen. Das OygenOS nutzt aber die App-Übersicht im Stil des Google Pixel XL. Hierzu muss man eine Wischgeste von unten nach oben ins Display machen. Die Benachrichtigungs-Leiste zieht man dann von oben nach unten über das Display. Zusätzlich steht eine farblich anpassbare Benachrichtigungs-LED für eingehende Anrufe/Nachrichten zur Verfügung.

Die bekannte Oneplus-Shelf erreicht man durch eine Wischgeste des Homescreens nach rechts. Die Shelf zeigt dabei neben dem Wetter auch die häufig genutzten Apps, bzw. oft angerufenen Kontakte an. Hier kann sich auch zahlreiche andere Widgets einrichten. Über einige Off-Screen-Gesten (“O”, “V”,”S”, “M” und “W”) kann man beispielsweise Funktionen wie die Kamera oder den Musikplayer starten. Auch die beliebte Doppel-Tap-to-wake Geste ist vorhanden.

Multimedia: Dual-Kamera mit Luft nach oben

Die Hauptkamera des Oneplus 5 bietet eine Dual-Kamera für einen Zoom-Effekt (kein optischer Zoom) und vor allen Dingen für den Unschärfe-Effekt (Bokeh) im Stil einer DSLR-Kamera.

Die Hauptkamera bietet eine f/1.7-Blende und löst mit 16 Megapixel auf. Die Qualität der Aufnahme kann sich sehen lassen, ist aber im Vergleich zum OnePlus 3T nicht deutlich besser geworden. Der Autofokus funkionierte im Test einwandfrei. Ein Tap auf den 1x-Button der App schaltet auf die 20-Megapixel-Zoom-Kamera um. Diese bietet nur eine f/2.6-Blende und bildet längst nicht so viele Details ab, wie die Hauptkamera.

Campics OnePlus 5
Bei schlechten Lichtverhältnissen neigt sie zu starkem Bildrauschen. Aufnahme können auch schneller verwackelt, ein optischer Bildstabilisator (OIS) fehlt hier nämlich. Der elektronische Bildstabilisator (EIS) ist leider nicht ganz so hilfreich.

OnePlus 5
Im neuen Portrait-Modus arbeiten die beiden Kameras Hand in Hand. So entsteht ein brauchbarer Bokeh-Effekt (Tiefenunschärfe). Leider erkennt man hier aber auch die Handschrift der Software, die für die Berechnungen notwendig ist. Das ist beim Apple iPhone 7 Plus besser gelöst. Der Pro-Modus gewährt Zugriff auf alle wichtigen Parameter wie ISO, Weißabgleich, Focus.

Aktuell sehe ich bei der Kameraqualität noch Luft nach oben.

Fazit: Ist es eine günstige Alternative?

Das OnePlus 5 ist definitiv eine Option. Allerdings nur noch eine unter vielen. Mit einem Preis von 499 Euro bzw. 559 Euro ist es längst kein Schnäppchen mehr. Gerade das neue Honor 9 für 429 Euro könnte ihm das Wasser abgraben. Auf der Habenseite gibt es Performance im Überfluss, bis zu 8 Gbyte RAM und ein formschönes Gehäuse sowie die Tatsache, dass die Community unermüdlich Custom-ROMS zur Verfügung stellen wird. Wer darauf keinen Wert legt, wird mit einem LG G6 oder Galaxy S8 vielleicht besser bedient sein.

Testergebnis

Verarbeitung 9
Display 9.1
Performance 9.9
Kamera 8.9
Konnektivität & Akku 8.9

Fazit

9.2 Das OnePlus 5 ist definitiv eine Option. Allerdings nur noch eine unter vielen. Mit einem Preis von 499 Euro bzw. 559 Euro ist es längst kein Schnäppchen mehr. Gerade das neue Honor 9 für 429 Euro könnte ihm das Wasser abgraben. Auf der Habenseite gibt es Performance im Überfluss, bis zu 8 Gbyte RAM und ein formschönes Gehäuse sowie die Tatsache, dass die Community unermüdlich Custom-ROMS zur Verfügung stellen wird. Wer darauf keinen Wert legt, wird mit einem LG G6 oder Galaxy S8 vielleicht besser bedient sein.

Tags : Android 7OnePlusReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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