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OnePlus X im Test: X-tra günstig und X-tra gut?

Das OnePlus One des für seine Invite-Aktionen bekannten Herstellers war ein wirklich gutes Smartphone zu einem klasse Preis. Das OnePlus Two als Nachfolger ist ein gutes Smartphone zu einem angemessenen Preis. Was aber ist das OnePlus X? Es ist ein schickes Smartphone mit tollem Design und Technik von gestern. Der Preis? Mit knapp unter 300 Euro (inklusive Expressversand) allerdings kein Schnäppchen, oder?

Design & Haptik: Absolut edles aber auch absolut anfälliges Design

Das Design des OnePlus X polarisiert, soviel ist sofort klar. Die einen mögen die glatte Rückseite mit dem schwarzen Onyglas, andere bemängeln die hohe Empfindlichkeit was Kratzer und/oder Fingerabdrücke betrifft. Beide haben Recht. OnePlus mixt beim X Glas mit Metall. Herausgekommen ist ein – in meinen Augen – wunderschönes Smartphone. Das Glas auf der Voder- und Rückseite ist zu den Rändern hin leicht abgerundet und fühlt sich wirklich gut an. Der Metallrahmen bietet “Finecut” genannte Riffelungen. Dadurch erreicht der Hersteller eine deutlich bessere Haptik, das OnePlus X fühlt sich nicht ganz so “rutschig” an. Auf glatten Fläche rutsch es dennoch hin und her und Kratzer sind vorprogrammiert. Daher sollte man auch die mitgelieferte Silikonhülle nutzen.

Die beiden Metalltasten auf der rechten Seite sind für die Lautstärke und Power zuständig und bieten einen gut hörbaren Druckpunkt.  Der Schieberegler auf der linken Seite wurde direkt vom OnePlus Two übernommen und erlaubt die schnelle Stummschaltung unwichtiger Kontakte 😉

Unter dem Display befinden sich drei Sensortasten zur Steuerung des Gerätes. Auf Wunsch kann man dies aber auch über die Onscreen-Tasten im Android 5.1.1 erledigen. Nutzt man sie nicht, so kann man sie in den Untiefen der Einstellungen auch deaktivieren. Wer (sinnvollerweise) die drei Sensortasten nutzt, der kann sowohl die linke “Zurück-Taste” als auch die rechte “App-Switcher-Taste” tauschen. Zudem kann man alle drei Tasten mit zwei weiteren Funktionen versehen. Dazu muss man sie nur länger Drücken. Theoretisch erhält man also bis zu sechs Schnellzugriffe. Leider hat der Hersteller es versäumt, die drei Sensortasten auch zu beleuchten. Im Dunkeln sieht man sie so dann leider nicht.

Display: 5-Zoll, Full-HD mit AMOLED

Das OnePlus X kommt mit einem 5 Zoll großen AMOLED in Full-HD-Auflösung daher. Die berühmt berüchtigte Pentile-Matrix der AMOLED-Displays sieht man beim OnePlus X erfreulicherweise nicht. Schwarzwerte sowie Blickwinkelstabilität gehen voll in Ordnung. Die maximale Helligkeit ist bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings grenzwertig. In er rechten oberen Ecke findet man übrigens eine kleine Benachrichtigungs-LED, dessen Farbe man beliebig einstellen kann. So ist man über eingehenden bzw. entgangene Nachrichten oder Anrufe immer im Bilde.

Performance: Heute ist gestern

OnePlus hat sein X mit einem Prozessor aus dem Jahr 2013 ausgestattet. Der bewährte Snapdragon 801 rechnet mit vier Kernen zu 2,3 GHz und arbeitet zusammen mit den 3 GByte Arbeitsspeicher ausreichend flott. Flotter als ein aktueller Snapdragon 615. Im täglichen Betrieb ist das OnePlus X also ausreichend flott unterwegs und nur (kommende) Highend-Spiele werden eventuell das ein oder andere Mal leicht ruckeln. Aufgefallen ist mir das im Test allerdings nicht. Im AnTuTu kommt das OnePlus X auf 41.509 Punkte (nicht verifiziert), im Geekbench 3 reicht es im Single-Core für 895 Punkte und im Multi-Core für immerhin noch 2.381 Zähler.

Oxygen OS 2.1.2: Sinnvolle und nützliche Erweiterungen

Das neue Oxygen OS in Version 2.1.2 basiert auf Android 5.1.1. Natürlich kann man sein OnePlus X  nun auch per Gestern steuern.  Per Doppeltipp aufwecken oder durch malen von Buchstaben auf dem Display bestimmte Funktionen auslösen ist heutzutage ja schon fast Standard. Über das Oxygen OS kann man die Zugriffsberechtigungen der Apps einzeln verwalten und sogar die Benachrichtigungen der Apps deaktivieren. So hat man schnell Ruhe vor nerviger Werbung bzw. sinnlosen Nachrichten.

Kamera: ISOCELL-Sensor ohne Durchblick?

Das OnePlus X nutzt einen ISOCELL-Sensor mit 13 Megapixel und einer Blende von f/2.2. Die Kamera auf der Vorderseite bietet eine Blende von f/2.4 und nimmt Bilder mit 8 Megapixel auf. Videos zeichnet das OnePlus X nur in Full-HD auf. Immerhin stehen aber auch noch Zeitlupenaufnahmen in HD-Auflösung mit bis zu mit 120 Bildern pro Sekunde sowie Zeitraffer-Aufnahmen (HD/FHD) zur Auswahl. Bildqualität sowie Bilddynamik sind allerdings nur suboptimal. Während helle Bereiche überstrahlen, mangelt es dunklen Bereiche an Details.

OnePlus X

Gesprächsqualität und Akku-Laufzeit: Unauffällig

Die Gesprächsqualität des OnePlus X geht in Ordnung. Die Sende- und Empfangsleistung im HSPA und LTE-Netz von o2 und der Telekom war im Test ebenfalls ohne Tadel. Die Unterstützung für Dual-SIM (Dual Standby) wird nur angeboten, wenn man auf die Speicherweiterung per microSD verzichtet. Bei 16 GByte ist das keine echzte Option. Erfreulicherweise wird auch das in Deutschland recht beliebte LTE-Band 20 unterstützt. Damit kommen also auch Nutzer von o2 oder Vodafone in Genuss des “schnellen” Datenturbos. Leider war das Netz von O2 heir mal wieder unterirdisch, sodass ich in Münster nur auf knapp 35 mbit/s kam, während ich mit der Telekom um die 85 mbit/s erzielt habe. Die fest eingebaute Kraftzelle des OnePlus X liefert 2.525 mAh. Im Test kam ich damit immer über den Tag. Allerdings habe ich auch keine 3D-Games genutzt. Wer die CPU richtig fordert, wird vermutlich auch mal vorher nachladen müssen. Nach knapp 1:40 Minuten war der Akku wieder voll einsatzbereit.

Fazit: Das OnePlus X ist kein “must-have”

Das OnePlus X kostet knapp 298 Euro inklusive Versand und bietet ein tolles Design, eine wertige Verarbeitung aber auch Technik von gestern. Die 13-Megapixel-Kamera ist ok, der fest eingebaute Akku mit 2.525 mAh reicht für mindestens einen Tag und das Oxygen OS hat noch ein paar Bugs. Ein gutes, aber nicht tolles Smartphone. Für das gleiche Geld bekommt man beispielsweise auch ein Xiaomi Mi4c mit Snapdragon 808. Dann allerdings nur in einem Gewand aus Kunststoff. “Never settle”? Na ja …

Tags : AndroidOPOReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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