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OnePlus One Test

Um das OnePlus One ist schon lange vor der Veröffentlichung (zumindest unter den Freaks) eine echter Hype entstanden. Das ist allerdings auch kein Wunder, denn für einen Preis von 269 bzw. 299 Euro bekommt man ein Smartphone, welches bei der Konkurrenz durchaus gut 100 Euro teurer ist. Aber gehen wir doch einfach mal ins Detail. OnePlus bietet beim One ein 5,5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel samt Gestensteuerung. Beim Betriebssystem setzt der chinesische Hersteller (der sich teilweise aus Mitarbeitern von OPPO rekrutiert) auf CyanogenMod 11S. Das Custom-ROM basiert auf Android 4.4 ist und läuft dank des 2.5 GHz schnellen Snapdragon 801 von Qualcomm (Quad-Core) und 3 GByte RAM absolut flüssig. Der interne Speicher von 64 GByte (oder bei der günstigeren Variante mit 16 GByte) kann allerdings nicht mit MicroSD-Karten erweitert werden. Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite nutzt einen Sony Exmor Sensor sowie sechs Linsen. Bislang ist das OnePlus One nur über eine Einladung (Invite) zu bekommen. Im Test kamen dabei sowohl das offizielle Gerät von OnePlus als auch ein Import aus China zum Einsatz. Beide Geräte sind technisch nahezu identisch. Wie sich das Smartphone im Test bewährt hat, erfahrt ihr in den nächsten Minuten.

Design & Haptik


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Die Verarbeitung des OnePlus One ist ohne Fehl und Tadel. Der SIM-Schlitten ist gut in die linke Seite des Gehäuse integriert, direkt darunter findet man den Lautstärkeregler, der sich gut erfühlen lässt und auch einen angenehmen Druckpunkt bietet. Der Ein- und Ausschalter liegt auf der rechten Seite. Beide sind bei der weißen Version übrigens schwarz eingefärbt.

OnePlus One OnePlus One

Unterschiedliche Spaltmaße zwischen Display und Gehäuse findet man übrigens keine. Warum? Nun, man kann die komplette Rückseite  abnehmen. Den Akku aber nicht selbst wechseln. Demnächst bietet OnePlus übrigens auch unterschiedliche Rückseiten an. Beginnen wird das Start-Up mit einer Version aus Bambus. Bei der zweiten Farbvariante Sandstone-Black bemerkt man sofort die raue Oberflächenstruktur, die sich wie Sandpapier anfühlt. Die Rückseite der weißen Version ist dagegen samtig glatt. Die Abmessungen des OnePlus One betragen 153 x 76 x 8.9 Millimeter und das Smartphone kommt dabei auf erstaunliche 162 Gramm. Damit ist es weder klein noch leicht. Durch seine Rundungen liegt es aber trotzdem sehr gut in der Hand. Dennoch ein ganz schöner “Brocken”.

Lieferumfang

OnePlus One

In der roten Verpackung kommt nicht viel zum Vorschein. Das Ganze wurde dafür aber liebevoll verpackt. Der glückliche Käufer bekommt neben dem Smartphone auch ein flaches, rot gefärbtes USB-Kabel, ein Ladegerät (in einer gesonderte Verpackung) und den Öffner für den SIM-Schlitten. Letzterer wurde dabei in eine Art Schlüsselanhänger integriert. Ein Headset gehört nicht zum Lieferumfang. Einen tollen Eindruck von der aufwändigen Verpackung bekommt ihr auch in meinem Hands-on auf YouTube:


Display

OnePlus One

Das Display des OnePlus One bietet bei 5,5 Zoll eine Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel (401 ppi). Die Blickwinkelstabilität geht dabei voll in Ordnung und auch die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend.  Leider hakt hier die Automatik noch, man sollte die Helligkeit daher manuell regeln. Das Display selbst ist ziemlich “warm” abgestimmt. Weiße Flächen wirken also leicht gelblich, zudem wird es nicht von hinten, sondern von unten beleuchtet. Und genau damit gibt es bei vielen Käufern bereits Probleme. Es bilden sich gelbstichige “Wolken” am unteren Displayrand. Die Funktion wird davon zwar nicht beeinträchtigt, wohl aber der Gesamteindruck bei weißen Hintergründen. Dieser “Fehler” kann nicht selbst behoben werden. Nicht durch Erwärmung und auch nicht durch UV-Bestrahlung! Wer damit nicht klar kommt, sollte sich daher an den Hersteller wenden.

Benchmarks & Technik

Das OnePlus One wird mit einem 2.5 GHz schnellen Snapdragon 801 befeuert. Der kommt auch inm deutlich teureren HTC One M8, Samsung Galaxy S5 oder im Sony Xperia Z2 zum Einsatz. Zusammen mit der Adreno 330 und den 3 GByte Arbeitsspeicher rennt das Smartphone förmlich durch den Alltag. Im AnTuTu-X-Benchmarks ergibt das 37.914 Punkte und im Geekbench 3 1025 (Single) bzw. 3042 (Multi Core) Punkt. Damit setzt sich das OnePlus One an die Spitze. In der Praxis hatte es mit keinem der getesten Spiele (Modern Combat 5, Asphalt 8, Dead Trigger 2) auch nur ansatzweise Probleme. Aber seht euch einfach mein Benchmark-Video auf YouTube an:

Unterwegs ist man über HSPA+ und WLAN b/g/n/ac online. LTE wird zwar auch unterstützt, allerdings in der für Deutschland unüblichen Frequenz von 1.800/2.600 MHz. So fehlt das Frequenzband mit 800 MHz. Die Kunden der Telekom, O2 und Vodafone-Kunden müssen daher auf LTEverzichten. Daten tauscht man üebr Bluetooth 4 sowie NFC aus. GPS und Glonass samt Googlr Maps sind ebenfalls integriert.

CyanogenMod 11S

OnePlus setzt beim One auf CyanogenMod 11S, das auf Android 4.4 Kitkat basiert. Im Gegensatz zur Konkurrenz mit “Vanilla-Android” gibt es hier sehr nette und hilfreiche Erweiterungen, die die Bedienung deutlich angenehmer gestalten. So kann man sein One natürlich per Doppeltipp aufwecken. Wischt man seitlich über das Display, dann aktiviert sich die Kamera. Bedienen kann man das erweiterte Android über die drei Sensortasten unter dem Display. Im gesperrtem Modus kann man über diese Tasten noch zusätzliche Funktionen auslösen. Wer mag kann beispielsweise sein OnePlus One entsperren, indem er einfach die Home-Taste länger gedrückt hält. Wer doppelt auf die Statusleiste tippt, der kann sein Smartphoen auch wieder in den Standby schicken. Die zusätzlichen Möglichkeiten sind ebenso zahlreich wie nützlich. Mehr in meinem Videoreview auf YouTube:


Aktuell kann man sogar ohne Garantieverlust ein normales Android 4.4.4 aufspielen.

Kamera & Multimedia

Die Kamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf und bietet eine Dual-LED. Die Frontkamera bannt immerhin noch mit 5 Megapixel auf den Chip und dürfte für die believten Selfies, Wefies und Co ausreichen. Videos zeichnet sie mit 720p auf. Auf Wunsch sogar im Zeitraffer.  Generell hat man bei beiden Kameras im Zeitlupen- oder High Frame Rate-Modus (HFR) die Wahl zwischen 60 und 120 Bildern pro Sekunde (FPS). Wer allerdings auf Full-HD-Aufnahmen angewiesen ist, dem stehen nur 60 FPS zur Verfügung. 120 Bilder pro Sekunde gibt es nur in HD-Auflösung. Die Hauptkamera des OnePlus One zeichnet Videos in Full-HD und in 4K auf. Im 4K-Modus lösen die Videos mit bis zu 3.840 x 2.160 (4K UHD) oder 4.096 x 2.160 (4K DCI, Digital Cinema Initiatives) auf. Die Aufnahmen dürfen aber nicht länger als etwa 6 Minuten werden. Dann schaltet die Kamera ab, um einer Überhitzung vorzubeugen. Die Tonqualität ( (AAC und AMR-NB) ) ist hier leider ebenfalls nur durchschnittlich.

Mit dem passen Headset bekommt man über Google Play Music eine schönen Sound aus dem Smartphone. Dank der unterschiedlichen Equalizer-Preset sollte für jeden Geschmack etwas mit dabei sein. Der auf der Unterseite verbaute Lautsprecher hat zwar zwei Öffnungen, bietet aber kein Stereo. Die maximale Lautstärke reicht aus und er übersteuert nicht. Mehr kann man eigentlich nicht erwarten.

Akku und Konnektivität

Der fest eingebaute Lithium-Polymer-Akku leistet 3.100 mAh. Ein Normalnutzer dürfte damit etwa 2 Tage auskommen. Dazu sollte man allerdings weder den Prozessor noch das Display übermässig nutzen. Bei aktuellen Spielen wird die CPU deutlich wärmer und der Akku dürfte im Dauerbetrieb nach knapp 2 1/2 Stunden am Ende sein. So wird man sein OnePlus One vermutlich jeden Tag aufladen müssen. Die Sprachqualität des OnePlus One empfand ich als klar und deutlich, die Lautstärke ist ausreichend hoch. Die eingebaute Freisprecheinrichtung über den Lautsprecher funktioniert zwar, die maximale Lautstärke ist in meinen Ohren aber nicht ausreichend.

Fazit

Das OnePlus One ist ein tolles Smartphone. Vor allen Dingen für den Preis von knapp 300 Euro (64 GByte). Das 5,5-Zoll große Display hat mir gefallen, der Snapdragon 801 mit seinen 2.5 GHz sowie die 3 GByte RAM treiben das Smartphone zu Höchstleistungen an. Auch der 3.100 mAh starke Akku kann da sogar noch mithalten. Eine absolut schlüssiges Gesamtpaket. Leider vergrault der Hersteller seine Kunden durch unsägliche Invites im Schneeballsystem. Wer eingeladen wurde, darf nach dem Kauf dann selber jeweils drei Freunde einladen. Ob es jemals “einfach so” in den Läden oder Onlineshops stehen wird ist aktuell noch nicht ganz klar. Das ist wirklich schade! Das OnePlus One hätte das Zeug dazu, der Konkurrenz das “Fürchten” zu lehren.

Tags : AndroidChinaOPOReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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