Beenden

OPPO F1 Plus im Test: 16-Megapixel-Kamera für Selfie-Fans

Mit dem Oppo F1 Plus (Codename R9) bietet der Hersteller für knapp 390 Euro ein Android-Smartphone mit einer 16-Megapixel-Kamera an. Und zwar auf der Vorderseite! Die Kamera auf der Rückseite bannt doch tatsächlich „nur“ 13 Megapixel auf den Chip. Damit ist das OPPO F1 Plus dann das erste Smartphone welches mehr Wert auf gute Selfies legt. Mein Gott, was sind wir doch alle eitel. Was sich sonst noch im schicken Metallgehäuse verbirgt, zeigt euch der folgende Test.

OPPO F1 Plus Design: Apple iPhone 6s Plus wir grüßen dich

Machen wir uns nichts vor und sehen wir den Tatsachen in die Augen. Das OPPO F1 Plus ist eine direkte Kopie des iPhone 6s Plus. Es sieht dem Produkt mit Apfel doch verdammt ähnlich, wenn auch nicht bis ins letzte Detail. Die Inspirationsquelle ist allerdings offensichtlich. Selbst die neue Trendfarbe „Roségold“ (alternativ „nur“ in Gold) wurde hier gewählt. Das Gehäuse des OPPO F1 Plus besteht ebenfalls aus Metall und zwar vollständig. Die beiden Antennenstreifen unterteilen dabei die Rückseite genauso, wie das Kameraobjektiv leicht aus dem Gehäuse herausragt.

Das knapp 172 x 75 x 6.6 mm dünne und nur 145 Gramm leichte Smartphone liegt gut in der Hand, zumindest solange diese nicht feucht ist. Die beiden Regler für die Lautstärke findet das geneigte Auge auf der linken Seite des Rahmens, den Ein-/Ausschalter auf der rechten Seite. Hier findet man auch den Einschub für zwei nanoSIM-Karten oder eben eine nanoSIM und eine microSD-Karte. Speichererweiterung des 64 GByte großen Speichers (knapp 50 GByte sind frei)  UND Dual-SIM ist leider nicht möglich. Mein Testsample der OPPO Community unterstützt zudem NICHT das LTE Band 20. Es gibt aber eine Variante, die das kann 😀 Die restlichen Anschlüsse, der Lautsprecher und das Mikrofon wurde auf der Unterseite ins Gehäuse eingelassen.

Den Home-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner findet man unterhalb des Display zusammen mit den beiden kapazitive Tasten für „Zurück“ und „Taskmanager“. Beide sind übrigens auch beleuchtet.

Display: 5,5-Zoll AMOLED in FullHD

Das 5,5 Zoll große Full-HD-Display wird durch Corning Gorilla Glas 4 geschützt, kann mit nassen Händen und Handschuhen bedient werden und vertraut – im Gegensatz zum iPhone 6s Plus – auf die (bessere) AMOLED-Technologie. Aber da will Apple ja in diesem Jahr nachziehen 😀 Damit ist das OPPO F1 Plus ja sogar Vorreiter. Die Farben werden ziemlich knallig bunt dargestellt, das muss man (so wie ich) mögen. Die Blickwinkelstabilität gab keinen Anlass zur Klage. Die Farbdarstellung wechselt aber bei etwa 45 Grad ins grünliche. Dies nur als kleiner Hinweis an die ganzen „Winkeladvokaten“. Ich persönlich sehe mir mein Display weder im Kopfstand noch halb-schräg-links-liegend-auf-dem-Sofa an. Die maximale Helligkeit ist überzeugend, das Display damit wirklich Top.

Performance & Akku: Helio P10 und 2.850 mAh

Bei der Hardware im OPPO F1 Plus setzt der Hersteller auf gehobene Mittelklasse. So kommt der neue Mediatek MT6755 (Helio P10) mit acht Rechenkernen a 1,95 Gigahertz zum Einsatz. Ihm stehen sowohl ein Grafikchip vom Typ Mali-T860 als auch vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite. Als Ergebnis bekommen wir allerdings trotzdem nur 51.000 Punkte im aktuellen AnTuTu-Benchmark und 857 sowie 3232 Punkte im Single-Core bzw Multi-Core vom  Geekbench 3 raus.

Der fest eingebaute Akku leistet 2.850 mAh und hat so seine liebe Not mit der Power und dem Display. Wer das Schmuckstück also zum Tanz auffordert, dem geht nach rund 6 Stunden der Saft aus. Normalnutzer werden aber damit locker über den Tag kommen. Dank der hauseigenen Schnellladetechnologie namens Vooc kann ich den Akku in knapp 90 Minuten wieder voll aufladen. 5 Minuten reichen laut OPPO für ein 2-Stunden-Telefonat. Solange laber ich aber leider nicht am Stück, den Nachweis bleibe ich also schuldig.

Konnektivität: Dual-SIM / microSD und Fingerabdrucksensor

Die Sende- und Empfangsleistung des OPPO F1 Plus ist im getesteten Netz der Telekom und Vodafone auf einem guten Niveau. LTE wird zwar auch unterstützt, bei meinem Testgerät aber leider nicht in Band 20 (800 MHz). Es gibt aber angeblich auch eine Version mit diesem Band. Über HSPA+ kam ich im Test auf knapp 25 mbit/s die Sekunde. Im Netz der Telekom konnte ich über LTE Cat 4 80 mbit/s verzeichnen. Man kann in den Einstellungen festlegen, welchen der beiden SIM-Karten den schnellen Datenturbo nutzen soll. Der zweite Einschub funkt dann nur mit UMTS.

Die Gesprächsqualität ist grundsolide, die maximale Lautstärke vollkommen ausreichend. Der Fingerabdrucksensor auf der Unterseite (unterhalb des Displays) verrichtet seine Arbeit sehr zuverlässig. Bietet aber zum Beispiel nicht alle Zusatzfunktionen eines Honor 7. Man kann mit ihm nur das Smartphone entsperren bzw. Apps vor unbefugten Zugriffen schützen.

Multimedia & Kamera: 16-Megapixel, 13-Megapixel, Musikplayer

Die 16-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite bietet eine Blende von f/2.0 und macht wirklich gute Selfies. Man sollte aber keinesfalls in sehr helle Bereiche eintauchen, denn dann wird das eigene Konterfei gnadenlos unterbelichtet.

OPPO F1 Plus

Die Qualität der 13-Megapixel-Knipse auf der Rückseite samt Blende F/2.2 ist sogar einen Tick besser. Zumindest wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. Dann kommen die Farben der Motive gut zur Geltung, die Details stimmen. Gegen ein Samsung Galaxy S7 Edge oder Huawei P9 Plus kommt die Cam aber nicht an. Beide sind allerdings auch deutlich teurer!

Der Lautsprecher befindet sich beim OPPO F1 Plus auf der Unterseite und liefert einen lauten Klang. Über die Soundoption „Dirac HD“ liefert das Smartphone über Kopfhörer einen sauberen Sound ab. Anpassen kann man den Klang leider nicht und deaktivieren sollte man „Dirac HD“ auch nicht! Denn dann klingt das OPPO F1 Plus einfach nur noch grausig. Ein FM-Radio bietet das Smartphone leider nicht, aber das kann das iPhone ja auch nicht vorweisen 😀

Color OS: Die Android 5.1-Benutzeroberfläche macht Spaß

Weil sie so schön bunt ist. Beim F1 Plus setzt OPPO nämlich auf eine eigene Benutzeroberfläche namens Color OS 3.0. Die basiert immer noch auf Android 5.1 Lollipop. Der Hersteller verzichtet hier – wie viele andere auch – auf einen eigenen App-Drawer. Alle Apps und Icons werden also auf den verschiedenen Homescreens verteilt. Eine ausgefeilte Gestensteuerung vereinfacht aber dafür die Bedienung. So kann man einen Screenshot des OS durch eine einfache Wischgeste mit drei Fingern von oben nach unten auslösen. Wer die Lautstärke den eingebauten Musikplayer einstellen will, wischt dazu beispielsweise mit zwei Fingern hoch- oder runter.

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Gesten. Neben dem üblichen Doppeltippen zum Aufwecken des Smartphones kann man auch ein „O“ zeichnen, um die Kamera zu starten. Das funktioniert im Test recht gut. Das ColorOS kann man über spezielle Themes im Onlineshop personalisieren. Von Haus aus sind alle erforderlichen Apps aus dem Hause Google (Kalender, Hangouts, Play Store) vorinstalliert. Eine ausgefeiltes Rechtemanagement erlaubt es mir, jeder Anwendung spezielle Rechte zu geben oder zu verwehren. Daneben findet man einen Gastmodus, Urlaubsmodus und eine App-Verschlüsselung mit Passwort.

Fazit: Für die Selfie-Queen von morgen

Keine Frage, das Ding ist NICHTS für echte Männer.Was sollen wir mit einer 16-Megapixel-Selfie-Kamera? Uns im Spiegel beim „Pumpen“ knipsen, etwa mit Schmollmund? (Würg). Das OPPO F1 Plus ist – nicht nur – in der Trendfarbe Rosègold definitiv für die Frau gemacht. Selfies auf Instagram, auf Facebook, Twitter, WhatsApp und auch noch in hoher Auflösung und guter Qualität? Kein Problem für das OPPO F1 Plus. Ansonsten bekommt man allerdings für seine 389 Euro (Partnerlink Amazon) nur ein – zugegeben hübsches und gut verarbeitetes – Mittelklasse-Smartphone im iPhone-Look mit leuchtenden Display-Farben und ausreichend schneller CPU. Das sollte doch reichen, der?

Tags : AndroidChinaOPPOReviewSmartphone
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Deine Antwort

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen