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OPPO R7 Plus im Test: Ein riesiges Plus?

Das R7 Plus des chinesischen Herstellers OPPO kommt mit einem 6 Zoll großes AMOLED-Display und FHD-Auflösung nun auch nach Deutschland. In der Trendfarbe „Gold“ spekuliert es nicht ohne Grund auf den ein oder anderen Käufer, dem ein iPhone 6(S) Plus vielleicht zu teuer ist. Das R7 Plus basiert technisch weitestgehend auf dem OPPO R7, kann aber – neben einer 13-Megapixel-Kamera und dem Snapdragon 615 mit acht Kernen a 1.5 GHz – auch mit 32 GByte internen Speicher sowie einen Akku mit stattlichen 4.100 mAh auftrumpfen. LTE wird wieder einmal nicht im Band 20 (800 MHz) unterstützt. Das ist für Nutzer in Deutschland ziemlich schade. Es ist aber dennoch einen Blick wert und den riskieren wir jetzt!

Technik: Gute Mittelklasse

Technisch betrachtet bietet das OPPO R7 Plus eine Ausstattung der gehobenen Mittelklasse. Neben dem starken Akku mit 4.100 mAh kann es vor allen Dingen durch sein enorm großes Display (6-Zoll) mit 1.080 x 1.920 Pixel punkten. Zusammenfassend bleibt zu erwähnen:

  • Display: 6-Zoll AMOLED-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln (377 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 615 Octa-Core mit 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 3 GByte
  • Interner Speicher: 32 GByte, per microSD um bis zu 256 GByte erweiterbar
  • Android-Version: 5.1 Lollipop mit Benutzeroberfläche Color ROM V2.1
  • Kamera: 13 Megapixel mit f/2.2-Blende und LED-Blitz, vorne 8 Megapixel
  • Dual SIM (zwei Nano SIM, oder microSD und nano-SIM)
  • LTE Cat. 4 mit bis zu 150 mbit/s im Download (ohne Band 20)
  • Akku: 4.100 mAh

Design: Gülden glänzendes Metall & abgerundetes Glas

Oppo_R7_PlusDas Gehäuse des OPPO R7 Plus besteht eigentlich komplett aus Aluminium. Lediglich die obere und untere „Kante“ auf der Rückseite wurden aus Kunststoff gefertigt. Darunter verbergen sich vermutlich die Antennen. Den Übergang vom Plastik zum Metall kann man sowohl farblich als auch haptisch nachvollziehen. Gestört hat mich das aber nicht. Die Kanten des Rahmens sind leicht angeschliffen und glänzen so gülden in der Herbstsonne. Das Display auf der Vorderseite mit seinem Gorilla Glas 3 ist zum Rand hin leicht abgerundet (2.5D), dennoch fühlt man eine kleine Kante. Das OPPO R7 Plus ist zwar ein Handschmeichler, mit seinen Abmessungen von 158 × 82 × 7.75 mm und einem Gewicht von 203 Gramm allerdings auch sehr groß. Die Verarbeitung ist dabei allerdings wirklich superb.

Der MicroUSB-Port auf der Unterseite und auch der Kopfhörer-Anschluss auf der Oberseite benötigen – im Gegensatz zum Oppo R5 – keinen Adapter mehr. Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ragt hingegen leicht aus dem Gehäuse hervor. Legt man es auf eine ebene Unterlage, so kippelt es leicht hin und her.

Der Ein-/Ausschalter befindet sich beim R7 Plus auf der rechten Gehäuseseite während die beiden Lautstärketasten auf der linken Seite liegen. Die drei Drücker lassen sich gut bedienen. Am unteren Displayrand findet man noch drei Softkeys (Menü, Home, Zurück) zur Steuerung von Android 5.1.

Display: 6-Zoll AMOLED mit guter Helligkeit in Full-HD

Das Display auf der Vorderseite bietet eine Diagonale von 6 Zoll und löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als käme es komplett ohne Rand aus. Optisch bedient sich OPPO eines kleinen Tricks. Der Displayhintergrund ist nämlich schwarz eingefärbt. So macht das OPPO R7 Plus bei deaktiviertem Display den Eindruck, als wenn es randlos wäre. Tatsächlich beträgt der Abstand zwischen dem eigentlichen Display und dem Gehäuserand aber etwa 5 mm. Die Pixeldichte reduziert sich im Vergleich zum OPPO R7 von 445 ppi auf 377 ppi. In der Realität fällt das aber nicht auf. Die Icons sind hingegen deutlich größer und lassen sich besser treffen.

Der Kontrast des eingesetzten AMOLED mit seiner Pentile-Matix ist recht gut. Schwarze Hintergründe werden auf dem Display des R7 Plus auch tatsächlich schwarz abgebildet. Ich persönlich finde die maximale Helligkeit allerdings nur so gerade ausreichend. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann man das Display deutlich schlechter ablesen. Die Farben werden recht kräftig abgebildet, das muss man mögen.

In den Tiefen der Einstellungen verbirgt sich noch ein spezieller Augenschutz. Dieser filtert dann einen Teil des blauen Lichts. Studien haben angeblich ergeben, dass der Blauanteil beim Betrachten von Displays gerade vor dem Einschlafen hinderlich sei. Die Hersteller filtern diesen einfach softwareseitig aus und das sieht wiederum unansehnlich aus. Eine kleinen Benachrichtigungs-LED informiert mich über eingehende bzw. entgangene Nachrichten und Anrufe bzw. über einen besorgniserregenden Akkustand.

Multimedia: 13-Megapixel-Kamera und guter Klang

OPPO R7 Plus Screenshot

Die Kameraqualität und Technik entspricht dem OPPO R7. Das Modell auf der Vorderseite für Selfies löst sie mit 8 Megapixel auf, die hintere Kamera mit 13 Megapixel. Der Sensor stammt aus dem Hause Sony (IMX278) und steht etwa einen Millimeter aus dem Gehäuse hervor.  Das bemerkt man immer dann, wenn man sein OPPO R7 Plus auf den Schreibtisch ablegt. Die Kamera selbst kann dafür aber mit ein paar nützlichen Features punkten.

OPPO bietet neben den üblichen Optionen, wie Weißabgleich und Co auch einen Ultra-HD-Modus (eine Kombination von mehreren Bildern zu einer 50-Megapixel-Aufnahme), einen Nachtsicht-Modus und etliche Echtzeitfilter. Die Bilder kann man auf Wunsch auch im RAW-Format ablegen. Die Kameraqualität könnt ihr anhand der Testbilder des OPPO R7 Plus selber beurteilen:

OPPO R7 Plus

Videos nimmt die Kamera übrigens in Full-HD in guter Qualität und mit einem kräftigen Ton auf. Der Lautsprecher befindet sich beim OPPO R7 Plus auf der Rückseite und liefert einen lauten Klang, wenn man das gerät nicht gerade auf eine weiche Unterlage legt. Über die Soundoption „Dirac HD“ liefert das R7 Plus über Kopfhörer einen sauberen Sound ab. Anpassen kann man ihne leider nicht und deaktivieren sollte man „Dirac HD“ auch nicht! Denn dann klingt das OPPO R7 Plus einfach nur noch grausig. Ein FM-Radio bietet es zudem nicht.

Android 5.1 samt Color OS 2.1: Bunt und manchmal auch unübersichtlich

Beim Betriebssystem setzt OPPO beim R7 Plus auf Android 5.1 Lollipop sowie die selbstgestrickte Benutzeroberfläche namens ColorOS 2.1. Bei dieser verzichtet der Hersteller komplett auf den App-Drawer. Alle Apps und Icons werden also auf den verschiedenen Homescreens verteilt. Eine ausgefeilte Gestensteuerung vereinfacht aber dafür die Bedienung. So kann man einen Screenshot des OS durch eine einfache Wischgeste mit drei Fingern von oben nach unten auslösen. Wer die Lautstärke den eingebauten Musikplayer einstellen will, wischt dazu beispielsweise mit zwei Fingern hoch- oder runter.

Daneben gibt es noch zahlreiche andere Gesten. Neben dem üblichen Doppeltippen zum Aufwecken des Smartphones kann man auch ein „O“ zeichnen, um die Kamera zu starten. Das funktioniert im Test recht gut. Das ColorOS kann man über spezielle Themes im Onlineshop personalisieren. Von Haus aus sind die üblichen Apps aus dem Hause Google (Kalender, Hangouts, Play Store) vorinstalliert. Eine ausgefeiltes Rechtemanagement erlaubt es mit, jeder App spezielle Rechte zu geben oder zu verwehren. Daneben findet man einen Gastmodus, Urlaubsmodus und eine App-Verschlüsselung mit Passwort.

Performance: Snapdragon 615 mit acht Kernen ohne Eile

Die Performance des Qualcomm Snapdragon 615 geht in Ordnung. Der Octa-Core-Prozessor mit seinen acht Kernen a 1,5 GHz kann auf 3 Gigabyte Arbeitsspeicher zählen (1 GByte mehr als beim OPPO R5) und kommt im AnTuTu-Benchmark damit auf 38.354 Zähler. Im Geekbench 3 schafft er im Single-Core immerhin 709 Punkte und im Multi-Core 3.056 Zähler. Damit bewegt er sich heutzutage im Mittelfeld. Alle von mir getesten Spiele (Modern Combat 5, Reckless Racing, Xenowerks) liefen aber absolut flüssig. Genauso wie das Betriebssystem bzw. die Benutzeroberfläche. Vom 32 Gigabyte großen Speicher stehen knapp 22 GByte zur freien Verfügung. Man kann ihn aber mit MicroSD-Karten um weitere 256 GByte erweitern, wenn man auf die zweite SIM verzichtet! Der Stagefright-Bug wurde noch nicht vollständig gefixt.

Konnektivität: Dual-SIM oder microSD, Fingerabdrucksensor

Die Sende- und Empfangsleistung ist auf einem guten Niveau. LTE wird auch unterstützt, aber leider nicht in Band 20 (800 MHz). Über HSPA+ kam ich im Test auf knapp 20 mbit/s die Sekunde. Im Netz der Telekom konnte ich über LTE Cat 4 durchaus 80 mbit/s und mehr verzeichnen. LTE wird aber immer nur in einem der beiden SIM-Einschübe unterstützt. Das kann man in den Einstellungen festlegen. Der zwiete Einschub funkt dann nur mit 2G.

Die Gesprächsqualität ist grundsolide, die maximale Lautstärke mehr als ausreichend. Der fest eingebaute Akku leistet 4.100 mAh und hält im Dauereinsatz (Internet, Telefon, MP3) etwa 11 Stunden durch. Fans aktueller Spiele werden das OPPO R7 Plus nach etwa 7 Stunden aufladen müssen. Normalnutzer kommen mit dieser Kraftzelle auch locker über 2 Tage aus. Die Schnellaufladung über VOOC dauert dabei etwa 1 Stunde und 30 Minuten. Wer mal keinen Lademöglichkeit dabei hat, der nutzt am besten den Energiesparmodus. Die CPU erwärmt sich dabei nur leicht.

Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite (unterhalb der Kamera) verrichtet seine Arbeit sehr zuverlässig. Bietet aber nicht die Zusatzfunktionen des Honor 7. Man kann mit ihme also nur das Smartphone entsperren bzw. Apps vor unbefugten Zugriffen schützen.

Fazit: Großes Mittelklasse-Smartphone in einem edlen Gewand

Das OPPO R7 Plus ist schon fast ein kleines Tablet. Das 6 Zoll große Display mit seiner  FHD-Auflösung hat im Test einen guten Eindruck gemacht. Die Verarbeitung ist toll, das Design gefällig. Dank Android 5.1 ist man auf dem neusten Stand, der Stagefright-Bug wurde aber noch nicht vollständig behoben. Die 13-Megapixel-Kamera macht gute Bilder. Der Sound über Kopfhörer und dem eingebauten Lautsprecher ist gut, der Snapdragon 615 SoC ausreichend schnell. LTE wird leider nicht in Band 20 unterstützt. Im Vergleich zum iPhone 6 Plus oder dem Huawei Mate S quasi ein Schnäppchen.

Tags : AndroidChinaOPPOReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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