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OPPO R7 Test: Mittelklasse-Smartphone in feinem Gewand

Der chinesische Hersteller OPPO hat in den vergangenen Monaten einige Achtungserfolge erringen können. Das Find 7 war beispielsweise ein wirklich tolles Smartphone. Das OPPO R5 war zwar sehr dünn, ansonsten aber eher enttäuschend. So konnte OPPO bisher keinen echten Durchbruch erreichen. Mit dem neuen R7 will man nun vieles besser machen. Es ist mit knapp 6.3 mm zwar sehr dünn, bietet aber immer noch eine normale 3.5mm Klinkenbuchse für Kopfhörer und auch der MicroUSB-Port ist ohne einen zusätzlichen Adapter nutzbar. Für knapp 350 Euro bekommt man neben einem Gehäuse aus Metall, einem 5-Zoll großen Display mit FHD-Auflösung auch noch eine 13-Megapixel-Kamera und einen Snapdragon 615 mit acht Kernen. LTE wird leider ohne das Band 20 (800 MHz) unterstützt. Kann das OPPO R7 neben dem Design sonst noch punkten? Schauen wir uns die Testergebnisse an.

Technik: Mittelklasse ohne echte Highlights

  • Display: 5-Zoll AMOLED-Display mit 1.920 x 1.080 Pixeln (445 ppi)
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 615 Octa-Core  mit 1,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 3 GByte
  • Interner Speicher: 16 GByte, per microSD um bis zu 128 GByte erweiterbar
  • Android-Version: 4.4.4 KitKat mit Benutzeroberfläche Color ROM V2.1
  • Kamera: 13 Megapixel mit  f/2.2-Blende und LED-Blitz, vorne 8 Megapixel
  • Dual SIM (Micro SIM, Nano SIM)
  • LTE Cat. 4 mit bis zu 150 mbit/s im Download (ohne Band 20)
  • Akku: 2.320 mAh

Design: Vorne Glas, hinten Metall und alles schön flach

OPPO R7 im Test von mobile-reviews.de
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Das Gehäuse des OPPO R7 besteht nahezu vollständig aus Aluminium. Lediglich die obere und untere Kante des Smartphones auf der Rückseite wurden aus Kunststoff gefertigt. Darunter verbergen sich wohl die Antennen. Den Übergang vom Plastik zum Metall kann man naturgemäß sowohl farblich als auch haptisch nachvollziehen. Störend ist das aber nicht. Mit seinen Abmessungen von 143 x 71 x 6.3 mm und einem Gewicht von 143 Gramm liegt es gut in die Hand. Die Seiten des Rahmens sind leicht angeschliffen und glänzen so in der Sonne. Das Gorilla Glas 3 des Displays auf der Vorderseite ist zu den Kanten hin leicht abgerundet (2.5D). Damit fühlt es sich schön glatt und „rund“ an. Das OPPO R7 ist ein absoluter Handschmeichler.
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Im Gegensatz zum Vorgänger muss man beim R7 auch keinen Adapter mehr für den MicroUSB-Port auf der Unterseite nutzen und auch Kopfhörer finden über eine normale 3.5 Klinkenbuchse Anschluss. Die 13-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ragt hingegen (weiterhin) leicht aus dem Gehäsue hervor. So liegt es natürlich auch nicht staibl auf ebenen Fächen. Es kippelt leicht vor sich hin.
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Der Ein-/Ausschalter liegt auf der linken Gehäuseseite während die Lautstärkeregelung auf der rechten Gehäuseseite Platz gefunden hat. Die Tasten lassen sich gut bedienen. Der Druckpunkt ist allerdings kaum spürbar. Beim Verändern der Lautstärke kann es zudem passieren, dass man mit dem Daumen gleichzeitig auch den Power-Button betätigt. Die drei Sensortasten unterhalb des Displays (Menü, Home, Zurück) dienen zur Steuerung von Android 4.4.4 und sind leider nicht beleuchtet. Im Dunkeln wird die Bedienung also ziemlich schwierig.

Display: 5-Zoll AMOLED mit guter Helligkeit in Full-HD

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Das Display auf der Vorderseite bietet eine Diagonale von 5 Zoll und löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf (445) ppi. Damit ist es knapp 0,2 Zoll kleiner als beim R5 bei unveränderter Auflösung. Der Kontrast ist bei AMOLED (Pentile-Matix) typischerweise gut und gerade die Schwarzwerte stechen da positiv hervor. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls angenehm. Ich persönlich fand die maximalle Helligkeit im Vergleich zu anderen Smartphones zwar völlig ausreichend, bei direkter Sonneneinstrahlung kann man das Display trotzdem nur noch schlecht ablesen. Die automatische Helligkeitsregelung reagiert zudem eher träge. Die Farben werden sehr kräftig abgebildet, das muss man mögen. In den Tiefen der Einstellungen verbirgt sich noch ein spezieller Augenschutz. Dieser filtert dann einen Teil des blauen Lichts, da es angeblich anstrengend für die Augen sei und das sieht dann wegen der starken Rotfärbung einfach nur schlecht aus.

Multimedia: 13-Megapixel-Kamera und guter Klang

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Bei den Kameras macht der Hersteller keine Experimente. Vorne löst die Kamera mit 8 Megapixel auf, hinten bietet die Kamera 13 Megapixel. Das geht voll in Ordnung. Der Sensor stammt dabei aus dem Hause Sony und hat kaum Platz im dünnen Gehäuse gefunden. Das Objektiv steht einige Millimeter hervor und verhindert so einen wackelfreie Auflage. Das bemerkt man dann, wenn man sein OPPO R7 auf den Schreibtisch ablegt. Die Kamera kann dafürt aber mit ein paar hilfreichen Features punkten.

OPPO R7 Screenshot

Campics OPPO R7
Campics OPPO R7
Campics OPPO R7

Videos nimmt die Kamera übrigens in Full-HD in guter Qualität und ausreichend lautem Ton auf. Der Lautsprecher befindet sich beim OPPO R7 auf der Rückseite und liefert einen lauten Klang. Über die Soundoption „Dirac HD“ liefert das R7 über Kopfhörer einen sauberen Sound ab.

Android 4.4.4 und Color OS 2.1: Bunter geht es nicht

OPPO R7 ScreenshotOPPO R7 ScreenshotOPPO R7 Screenshot

Beim Betriebssystem setzt OPPO neben dem mittlerweile veralteten Android 4.4.4 auch wieder die Benutzeroberfäche ColorOS 2.1 ein. Beim ColorOS verzichtet der Hersteller komplett auf den App-Drawer. Alle Apps und Icons werden also auf den verschiedenen Homescreens verteilt. Eine ausgefeilte Gestensteuerung vereinfacht aber dafür die Bedienung. So kann man einen Screenshot des OS durch eine einfache Wischgeste mit drei Fingern von oben nach unten auslösen. Wer die Lautstärke den eingebauten Musikplayer einstellen will, wischt dazu beispielsweise mit zwei Fingern hoch- oder runter. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Gesten. Neben dem üblichen Doppeltippen zum Aufwecken des Smartphones kann man auch ein „O“ zeichnen, um die Kamera zu starten. Das funktioniert im Test recht gut. Das ColorOS wird über spezielle Themes im Onlineshop personalisiert. Von Haus aus sind die üblichen Apps aus dem Hause Google (Kalender, Hangouts, Play Store) vorinstalliert. Eine ausgefeiltes Rechtemanagement erlaubt es mit, jeder App spezielle Rechte zu geben oder zu verwehren. Daneben findet man einen Gastmodus, Urlaubsmodus und eine App-Verschlüsselung mit Passwort.

Performance: Snapdragon 615 mit acht Kernen ohne Eile

OPPO R7 ScreenshotOPPO R7 Screenshot

Die Performance des Qualcomm Snapdragon 615 geht in Ordnung. Der Octa-Core-Prozessor mit seinen acht Kernen a 1,5 GHz kann auf 3 Gigabyte Arbeitsspeicher zählen (1 Gbyte mehr als beim OPPO R5) und kommt im AnTuTu-Benchmark damit auf 28.934 Zähler. Im Geekbench 3 schafft er im Single-Core immerhin 654 Punkte und im Multi-Core 2.447 Zähler. Damit bewegt er sich heutzutage nur noch im unteren Mittelfeld. Alle von mir getesten Spiele (Modern Combat 5, Reckless Racing, Xenowerks) liefen aber trotzdem absolut flüssig. Genauso wie das Betriebssystem bzw. die Benutzeroberfläche.  Allerdings entwickelt die CPU bereits nach kurzer Zeit eine spürbare Abwärme. Vom 16 Gigabyte großen Speicher stehen knapp 11 GByte zur freien Verfügung. Man kann ihn aber mit MicroSD-Karten um weitere 128 GByte erweiten, wenn man auf die zweite SIM verzichtet!

Konnektivität: Dank Dual-SIM kaum etwas zu meckern

Die Sende- und Empfangsleistung ist auf einem guten Niveau. LTE wird auch unterstützt, aber leider nicht in Band 20 (800 MHz). Über HSPA+ kam ich im Test auf knapp 20 mbit/s die Sekunde. Im Netz der Telekom konnte ich über LTE Cat 4 durchaus 45 mbit/s und mehr verzeichnen. Die Gesprächsqualität ist grundsolide, die maximale Lautstärke ging auch in Ordnung. Der fest eingebaute Akku leistet 2.320 mAh und hält bei Dauereinsatz (Internet, Telefon, MP3) etwa 7 1/2 Stunden durch. Zocker werden das Oppo R7 nach etwa 5 Stunden aufladen müssen. Die Schnellaufladung dauert dabei etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Wer mal keinen Lademöglichkeit hat, der nutzt am besten den Energiesparmodus. Schaut euch auch mein Videoreview des Oppo R7 an:

Fazit: Mittelklasse-Smartphone in einem edlen Gewand

Kleider machen Leute. Das gilt (leider) insbesondere für das neue OPPO R7. Es ist nicht mehr so dünn wie das OPPO R5. Dafür aber deutlich pratikabler. Leider bietet es neben dem guten Design und der wertigen Verarbeitung kaum noch echte Highlights. Android 4.4 ist mittlerweile veraltet, auch wenn ein Update auf Android 5 Lollipop bereits in Arbeit sein soll. Die 13-Megapixel-Kamera macht gute Bilder. Der Sound ist gut und die CPU noch ausreichend schnell. LTE wird leider nicht in Band 20 unterstützt. Insgesamt also eine Leistung, die man heutzutage auch bei Smartphones für 150 Euro findet. Auf der Habenseite bleibt also das Gehäuse aus Metall und die wundervolle Optik. Aber mag man dafür 350 Euro ausgeben?

Tags : ChinaOPPOReview
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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