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Oukitel K6 Smartphone im Test: 6300 mAh und vier Kameras

Das Oukitel K6 ist eines der ersten Smartphones mit dem neuen SoC vom Typ Helio P23 (MT6763). Ebenfalls „neu“ ist wohl die Möglichkeit, den internen Akku mit seinen 6.300 mAh per „Quick Charge“ und 5V/3A in nur 2,5 Stunden voll aufzuladen. Optisch kommt das K6 jedenfalls mit viel Glas und einem 6 Zoll großen Display im 18:9-Format daher. Lohnen sich die knapp 230 Euro für den Import?

Oukitel K6: Schlichtes Design in Schwarz oder Blau

Oukitel_K6_23Bei einem Smartphone mit einem 6 Zoll großen Display im 18:9-Format wird die Vorderseite zwangsläufig vom Touchscreen dominiert. Die recht dünnen, aber wie beim großen Vorbild Xiaomi MI Mix 2 , gut sichtbaren Ränder treten dabei in den Hintergrund. Mit seinen Abmessungen von 159 x 76 x 10,4 mm und ein Gewicht von 211 Gramm ist es aber recht voluminös und auch schwer geraten. Obwohl beide Seiten aus Glas bestehen und der Rahmen selbst aus Aluminium gefertigt wurde, finde ich das Gewicht bei diesem „Chinaböller“ deutlich zu hoch. Dafür fühlt sich der Übergang vom Aluminium-Rahmen zu den beiden leicht abgerundeten Glasflächen angenehm an. Das K6 von Oukitel nutzt kein Unibody-Design.

Oukitel_K6_1Auf der extrem fingerabdruckanfälligen Rückseite findet man neben der Dual-Kamera mit 21-Megapixel und 8-Megapixel auch einen runden Fingerabdrucksensor. Im Rahmen aus Aluminium haben die Designer den Ein-/ und Ausschalter sowie den Taster für die Lautstärke (beide rechts) und den kombinierten Einschub für (zwei) SIM-Karten oder eine SIM und eine MicroSD-Karte bis 256GB (links) untergebracht.

Auf der Unterseite gibt es Bohrungen für das Mikrofon sowie den Lautsprecher. Hier findet man auch den USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0).  Zum Lieferumfang gehört neben dem Smartphone noch eine transparente TPU-Schutzhülle, ein Adapter USB-Typ-C auf 3.5mm, das Ladegerät (5V/3A), Lade-/Datenkabel sowie ein USB-Typ-C-Hostadapter und eine kleine Anleitung. Die Kopfhörer (gehören leider nicht zum recht umfangreichen Lieferumfang) kann man nur über einen Adapter einstöpseln.

Oukitel_K6_LieferumfangOukitel K6: Display macht Spaß

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Abgesehen von immer noch gut sichtbaren Rändern macht das Display mit seinen 6 Zoll und 1.080 x 2.160 Pixel schon „Spaß“. Das IPS-Display ist hell genug, die Farbwiedergabe sogar ziemlich „brilliant“. Ähnlich wie bei einem AMOLED, der Schwarzwert ist aber deutlich geringer. Insgesamt geht die Darstellung der Inhalte auch dank der für MediaTek-Geräte typischen Optimierung namens „MiraVision“ in Ordnung. Das etwas günstigere Wiko View ist da deutlich schlechter aufgestellt, die Auflösung und Helligkeit sogar noch geringer. Eine helle, blau leuchtende LED im oberen Rahmen informiert mich übrigens auch über eingehende Nachrichten oder Anrufe.

Die Performance: Helio P23 mit acht Kernen

Der im Oukitel K6 eingesetzte Helio P23 (MT6763) Prozessor aus dem Hause MediaTek taktet seine 8 Kerne mit bis zu 2.0 GHz und erreicht im aktuellen AnTuTu-Benchmark 53.892 Punkte. Der Geekbench 4 liess sich leider nicht zur Zusammenarbeit überzeugen. Insgesamt ist die Performance etwas schlechter als beim Helio P25 bzw. seinen herabgetakteten Vorgänger, den Helio P25.

Das vorinstallierte Android 7.1.1 lief nahezu ruckelfrei. Einen Unterschied zwischen 4 und 6 GByte RAM spürt man in der Realität nicht. Das Oukitel K6 wird aber trotzdem mit 6 GByte RAM ausgeliefert. Der fest eingebaute Akku des Oukitel leistet dabei 6.300 mAh. Im Dauereinsatz ist die Kraftzelle nach rund 11 Stunden am Ende. Ein wirklich toller Wert. Die Aufladung geht dank „Quick Charge“ recht schnell (knapp 150 Minuten) vonstatten.

Android 7.1.1: Nicht ganz aktuell

Das Oukitel K6 nutzt ein nahezu unverändertes Android 7.1.1 (Firmware vom 25.12.17). Die Sicherheitspatches sind vom 05. Dezember 2017. Der Hersteller setzt auch optisch auf einen einfachen Launcher mit transparentem Hintergrund. Die Icons haben aber eine starke Ähnlichkeit zum Galaxy S8. Eventuell noch fehlenden (Google)-Apps kann man sich so leicht über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bloatware findet man hier keine, dem Nutzer stehen nur die für den Betrieb unbedingt notwendigen Apps zur Verfügung. Allerdings leidet das Oukitel K6 – wie fast alle „günstigen“ Smartphones aus China – unter der potentiellen FOTA/ADUPS Spyware. Zumindest dann, wenn man speziellen Malware-Scannenr trauen kann. Normale Virenscanner haben hier nämlich nichts auszusetzen gehabt.

Quad-Kamera: 21 MP & 8 Megapixel / 13 MP & 8 Megapixel

Oukitel_K6_6Das Oukitel K6 bietet auf der Rückseite eine Kombination aus einer 21-Megapixel-Kamera und einem 8-M;egapixel-Sensor. Letztere soll wohl den Bokeh-Effekt sowie eine Art 2x-Zoom (sind nur Ausschnittsvergrößerungen) ermöglichen. Zudem soll einer der beiden Sensoren reine Schwarz-Weiß-Aufnahme machen. Soviel zur Theorie …

Oukitel K6

In der Praxis gelingen – bei ausreichend Licht – ganz ansprechende Aufnahmen. Bei schlechteren bzw. ungünstigen Lichtverhältnissen werden die Aufnahmen aber schnell körnig und teilweise auch farbverfälscht abgebildet. Die Dual-Kamera ist in meinen Augen nur ein Marketing-Versprechen. Die Aufnahme in Schwarz-Weiß werden zudem nur durch eine Softwaremanipulation erreicht. Der zweite Sensor scheint nur dann eine Fehlermeldung anzuzeigen, wenn man ihr VOR Beginn des Blur-Modus zuhält. Qualitativ macht das aber kaum einen Unterschied. Sieht man auch hier in meinem Videoreview des Oukitel K6 auf YouTube:

Weder der Bokeh-Effekt, noch der 2x-Zoom werden dadurch eingeschränkt. Die beiden Frontkameras (13 & 8 Megapixel) unterscheiden sich ebenfalls nicht in der Qualität und auch hier scheint einer der beiden Sensoren (der linke) ohne Funktion zu sein. Das Face Unlock – also die Entsperrung per Gesicht – klappte nämlich gar nicht!

Konnektivität: LTE, Dual-SIM und NFC

Auch das Oukitel K6 bietet eine vollwertige LTE Abdeckung, dabei werden zwar alle Bänder unterstützt – aber nur in einer mittelmäßigen Geschwindigkeit. Mehr als rund 35 mbit/s waren nicht möglich, das sollte aber auch ausreichen. VoLTE (HD) wird nicht angeboten, insgesamt ging die Gesprächsqualität aber in Ordnung. Die Sende- und Empfangsleistung war ebenfalls unauffällig.

Der eingebaute GPS-Empfänger des Smartphones gab ebenfalls keinen Anlass zur Klage. Der erste Safix geht NUR bei eingelegter SIM-Karte sehr schnell. Ohne SIM dauert es deutlich länger. Die Abweichung lag zwischen 3 und 10 Metern. Neben GPS stehen auch zahlreiche weitere Sensoren (Beschleunigungs-, Näherungs-, Helligkeits-, Magnetfeldsensor, Gyroskop) zur Verfügung. Fans von Pokèmon Go kommen also auch hier auf ihre Kosten.

Der Fingerabdrucksensor des Oukitel K6 unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei recht schnell und in 9/10 Versuchen auch zuverlässig. Ganz im Gegensatz zur Gesichtserkennung. Das eingebaute NFC scheint zudem nur eine Art Emulation zu sein, einen Kontakt zu meinem Huawei Mate 10 Pro konnte ich jedenfalls nicht aufbauen.

Fazit: Schöner Schein

Das Oukitel K6 kostet rund 230 Euro und ist nur als Import verfügbar. Lassen wir also mal die Garantieabwicklung und die zusätzlich anfallende 19% EUSt. außen vor und widmen wir uns den Vor- und Nachteilen, dann haben wir auf der Habenseite ein tolles Display, eine gute Verarbeitung, einen starken Akku und ein halbwegs aktuelles Android 7.1.1. Die beiden Dual-Kameras können ihren Erwartungen allerdings nicht entsprechen. Zwei der vier Sensoren scheinen zudem auch ohne jegliche Funktion. Die Performance des MediaTek Helio P23 ist durchschnittlich, genauso wie die Gesprächsqualität und die Sende-/Empfangsleistung. Das Gewicht ist mir persönlich mit über 210 Gramm zu hoch.

Testergebnis

Verarbeitung 9.2
Display 8.9
Performance 7.9
Kamera 8.1
Konnektivität und Akku 8.8

Fazit

8.6 Das Oukitel K6 kostet rund 230 Euro und ist nur als Import verfügbar. Lassen wir also mal die Garantieabwicklung und die zusätzlich anfallende 19% EUSt. außen vor und widmen wir uns den Vor- und Nachteilen, dann haben wir auf der Habenseite ein tolles Display, eine gute Verarbeitung, einen starken Akku und ein halbwegs aktuelles Android 7.1.1. Die beiden Dual-Kameras können ihren Erwartungen allerdings nicht entsprechen. Zwei der vier Sensoren scheinen zudem auch ohne jegliche Funktion. Die Performance des MediaTek Helio P23 ist durchschnittlich, genauso wie die Gesprächsqualität und die Sende-/Empfangsleistung. Das Gewicht ist mir persönlich mit über 210 Gramm zu hoch.

Tags : Android 7ChinaOukitelReviewSmartphoneTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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