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Samsung Galaxy Gear Fit Test

Das Samsung Galaxy S5 ist das aktuelle Flaggschiff des Herstellers und scheint eine recht hohe Attraktivität auszustrahlen. Abseits des „Haben-Wollen-Faktors“ bietet es einen eingebauten Schrittzähler sowie einen Pulsmesser. Alles schön und gut, aber wer will schon immer sein Smartphone mit zum Sport nehmen? Ok, es bietet dank IP67-Zertifizierung zumindest einen gewissen Schutz vor Wasser und Staub, aber das ist noch lange keine Garantie für ein längeres (Smartphone)-Leben 😀 Wem ein Smartphone unterwegs also nicht in die Tasche kommt, für den hat Samsung mit der Gear Fit nun eine knapp 199 Euro teure Lösung parat, oder doch nicht?
Technik


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Die Samsung Gear Fit wird – im Gegensatz zur Galaxy Gear – nicht mehr mit Android, sondern mit einem proprietären OS betrieben wird. Im Gegensatz zur Galaxy Gear 2 bzw. galaxy Gear Neo kommt auch nicht Tizen zum Einsatz. Samsung hat sich nach eigenen Angaben aufgrund des sehr kleinen internen Akkus zu einem anderen OS entscheiden müssen. Das etwa 1,85 Zoll großen gebogenen OLED-Display kann seit dem letzten Softwareupdate nicht nur im Querformat, sondern auch vertikal betrachtet werden. Eine echte Erleichterung. Zudem kann man den Tracker auf  Links- und Rechtshänger einstellen.

Die Galaxy Gear Fit reiht sich nahtlos in die Riege der Fitness-Tracker aus dem Hause Fitbit, Jawbone, Nike und Co ein. Kontakt mit dem Smartphone nimmt die Gear Fit über Bluetooth 4 auf. Dabei ist sie äußerst wählerisch, denn offiziell funktioniert sie nur mit etwa 20 Modellen aus dem Hause Samsung. Dafür kann man das Armband problemlos auswechseln. Samsung bietet dazu einige farbliche Alternativen an.

Display

Das AMOLED-Display hat eine Diagonale von knapp 1,85 Zoll (4,7 Zentimeter) und löst mit 432 x 128 Pixeln auf. So stellt es seine Inhalte sehr scharf dar und bietet zudem ein farbenfrohes Bild. Der Ablesewinkel ist dabei in jeder Lebenslage ausreichend. Reicht die niedrigste Helligkeitsstufe in Räumen noch aus, so ändert sich das direkter Sonneneinstrahlung. Dann muss man sein Display auf die maximale Helligkeitsstufe stellen. Erst danach kann man es im Training vernünftig ablesen. Nach dem letzten Update kann man das Display nicht nur im Querformat, sondern auch vertikal betrachten. Das erleichtert einem das Ablesen während der sportlichen Aktivitäten ungemein. So muss man nämlich nicht mehr seinen Kopf neigen 😀

Die Galaxy Gear ist im Normalzustand sozusagen im Standby, erst wenn man sie per Tastendruck oder mit einer Handbewegung zum Gesicht aufweckt, erwacht das Display zum Leben. Die Leuchtdauer kann man dabei zwischen zehn Sekunden und maximal 5 Minuten wählen. Hier gilt freilich der Spruch: weniger ist mehr. Denn je länger das Display leuchtet, dest schneller ist der fest eingebaute Akku mit seinen 210 Milliamperestunden am Ende.

Bedienung

Dreht man den Tracker zum Gesicht, dann aktiviert er sich. Diese Funktion kann man aber auch abschalten und das ist besonders ratsam, spart es doch eine Menge Energie! Danach kann man die Gear Fit auch über den Ein- und Ausschalter aktivieren. Ein Druck und schon ist das Display an und zeigt einem die aktuelle Uhrzeit in Verbindung mit zusätzlichen Infos wie dem Wetter, Datum und Schrittzahl. Über einen Doppelklick des Ein- Ausschalters kann man zudem auch spezielle Apps, wie dem Mediencontroller oder eben den eingebauten Schrittzähler bzw. Pulsmesser starten.

Per Mediensteuerung kann man (auf dem Smartphone) das Album oder die Tracklliste auswählen. So kann man auch schnell mal ein Lied vor- oder zurückspulen und die Lautstärke regeln ohne sein Smartphone in die Hand nehmen zu müssen. Mit dem Galaxy S5 klappte das mit allen getesteten Playern. Über einen kleinen „Hack“ und den passenden Samsung-APK konnte ich dieses Feature auch auf meinem Vivo XPlay 3S nutzen.

Eingehende Nachrichten, SMS, Google Hangouts, Facebook Messenger oder Gmail und Co werden auf der Gear Fit mit ein paar einleitenden Sätzen angezeigt. Den vollständigen Inhalt kann man aber nur auf dem Smartphone ablesen. Hier mein Videoreview in Full-HD auf YouTube, da kann man die Bedienung gut erkennen:

Sportmodus

Während des Trainingsmodus prüft der eingebaute Pulsmesser alle 90 Sekunden die Pulsfrequenz um Trainingsempfehlungen geben zu können. Wer mag, bekommt seinen Puls auch durchgehend angezeigt. Die Angaben variierten im Test aber selbst während der Ruhephase teils erheblich. Samsung weistd aher auch direkt darauf hin, dass der Pulsmesser nicht für medizinische Zwecke gedacht ist. Während der sportlichen Betätigung ist eine Messung übrigens auch gar nicht möglich. So muss man immer einen Zwangsstop einlegen.

Die Gear Fit bietet Programme zum Joggen, Radfahren und Wandern. Dabei werden die verbrannten Kalorien sowie die Schrittlänge auf Grundlage der eingegebenen Daten (Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht) berechnet. Beim Radfahren bekomtm man zusätzlich die aktuelle Geschwindigkeit angezeigt. Allerdings nur dann, wenn man sein Smartphone mit der Galaxy Gear verbunden hat.

Denn diese Funktion benötigt das ins Smartphone integrierte GPS. Der Uhr selber fehlt nämlich ein eigener GPS-Empfänger. Wer mag kann mit der galaxy Gear Fit auchs einen Schlaf überwachen lassen. Bringen tut das leider nichts, denn am Ende der Nacht bekommt man nur die Dauer seines Schlafs (ab Start der Funktion) sowie eine Prozentanzeige, die einen über die Bewegungen im Schlaf informiert. Immerhin kann man die Uhr aber auch in den Ruhemodus versetzen, so wird man wenigstens nicht noch durch eingehende Nachrichten geweckt 😀

Nach dem Training sollte man seine Erfolge unbedingt mit dem Smartphone synchronisieren. Macht man das nämlich nicht, dann vergisst die Samsung Gear Fit nach ein paar Stunden diese Daten samt Uhrzeit und Datum. Die Gear benötigt daher eine Verbindung mit dem Smartphone, denn nur dort kann man die Uhrzeit und Datum direkt einstellen. Das gilt auch für die Sprache, das Wetter oder das favorisierte Hintergrundbild.

Der interne, knapp 210 mAh starke Akku ist in knapp zwei Stunden voll aufgeladen und hält bei normaler Nutzung zwischen zwei und vier Tagen. Je länger das Display an ist, desto schneller ist der Akku leer. Einen Marathon könnte man daher durchaus auch mit der Gear Fit bestreiten.

Smartphone-App

Fazit

Die Galaxy Gear Fit ist ein hübsches Gadget. Es sind sehr futuristisch aus und man zieht immerhin die Blicke Anderer auf sich. Das gebogene Display ist gut, kommt allerdings mit direkter Sonneneinstrahlung nur bedingt klar. Die Inhalte werden ansonsten aber scharf abgebildet. Der eingebaute Pulsmesser ist nicht annähernd so zuverlässig wie der Brustgurt meines Gramin Forerunner. Die Messungen weichen unter den gleichen Bedinungen teils deutlich voneinader ab. Zudem muss man während eines Messvorgangs auch noch stillstehen, das bringt während de Trainings natürlich gar nichts. Die zurückgelegte Strecke während des Walkens dier Joggens wird zudem nur über eine Schrittzähler hochgerechnet. Das ist eher ungenau. Ohne ein eigenes GPS bekommt man halt auch keine verlässlichen Daten. Also muss man doch wieder sein Smartphone mitschleppen. Dann kann ich immerhin meinen Musikplayer vom Handgelenk aus steuern. Mit 199 Euro ist die gear Fit nicht gerade günstig und ohne Smartphone aus dem Hause Samsung sieht sie alt aus. Man kann zwar einigen Funktionen auch mit anderen Smartophones nutzen, aber das ist Glückssache und man benötigt die entsprechenden APK von Samsung. Ich bleibe daher bei meinem Garmin Forerunner, der ist allerdimngs auch deutlich teurer und klobiger 😀 Die Gear Fit ist aber trendy.

Tags : AndroidGearReviewSamsung
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.