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Samsung Galaxy Note 5 Test: Bestes Smartlet der Welt?

Das Galaxy Note 5 wird im Gegensatz zum Galaxy S6 Edge Plus nicht in Deutschland angeboten. So jedenfalls hat es Samsung entschieden. Das ist besonders schade, denn ein S6 Edge Plus braucht man nicht unbedingt, den Nachfolger des Note 4 dagegen schon. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung. Aktuell bekommt man es nur als Import für umgerechnet 640 Euro (32 GByte). Dafür erhält man das aktuell schnellste Smartphone mit 5.7-Zoll-QHD-Display und 4 Gbyte RAM.  Wenn ihr nun neugierig geworden seid, lest doch einfach meinen folgenden Test.

Design & Haptik: Sieht klasse aus, ist aber empfindlich

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Das Note 5 ist mit seinen 153 x 76 x 7,6 Millimeter ähnlich gross wie das Note 4 (153 x 78,6 x 8.6 mm). Mit 171 Gramm aber auch schwerer. Nun gut, dafür besteht es auch aus einer Mischung aus Glas und Metall. Der Akkudeckel ist nun nicht abnehmbar, die komplette Rückseite besteht dafür aber aus Glas. Mit all den bekannten Vor- und Nachteilen. Im Gegensatz zum Galaxy Note 4 ist der „Deckel“ Fingerabdrücken gegenüber deutlich empfindlicher. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Note 5 bei einem Sturz zu Bruch geht ist natürlich ebenfalls höher.

Abgesehen davon ist das Note 5 aber wirklich super verarbeitet. Keine ungleichmäßigen Spalte zwischen Gehäuse und dem Displayglas. Die gesamte Verarbeitung ist ohne Fehl und Tadel. Bei knapp 640 Euro ist das zwar nicht „normal“, sollte aber die Regel sein.

Display: Besser geht es kaum, brauchen wir wirklich 8K?

Galaxy_Note_5_21Das S-AMOLED-Display ist mit Sicherheit das Highlight des Samsung Galaxy Note 5, wenn nicht sogar aller aktuell verfügbaren Geräte.  Die Diagonale beträgt zwar immer noch (unverändert) 5,7 Zoll und auch die Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel (515 ppi) ist unverändert.  Eine kleine, blaue LED informiert mich über entgangene bzw eingehende E-Mails, SMS oder Anrufe. Bei der Ladung leuchtet sie rot, voll aufgeladen grün.

Dank der sehr hohen Auflösung werden gerade Webseiten in einer hohen Schärfe abgebildet. So macht das Lesen von längeren Texten oder das Betrachten von Bilder auf dem AMOLED extrem viel Spaß. Dabei werden die Farben natürlich ziemlich „kanllig“ abgebildet. Das muss man mögen.  Der hohe Kontrast, die gute Farbwiedergabe und der wirklich gute Weißwert konnten mich auf Anhieb überzeugen. Die Farbtemperatur kann man in den Einstellungen auch jederzeit auf seine Lieblingswerte einstellen. Die maximale Helligkeit ist für ein OLED recht hoch, der „Turbomodus“ sorgt auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch für gute Ablesbarkeit. Das Display ist in meinen Augen absolute Spitzenklasse!

TouchWiz und S-Pen 2.0: Bunt und sinnvoll

Screenshot Note 5
Screenshot Note 5
Screenshot Note 5

Das Galaxy Note 5 wird mit Android 5.1.1 Lollipop betrieben. Samsung nutzt hier allerdings wieder die bereits vom Galaxy S6 Edge Plus bekannte Benutzeroberfläche namens TouchWiz. Optisch kommt sie immer noch ziemlich verspielt rüber, hat aber deutlich an Übersicht gewonnen. Im Gegensatz zum S6 Edge Plus wurden beim Note 5 aber die speziellen Funktionen für eine Stiftbedienung über den S-Pen integriert. Zudem hat der Hersteller die Empfindlichkeit des Stiftes nochmals erhöht und auch der Mechanismus zur Aufnahme wurde optimiert. Leider aber wenig überzeugend. So muss man den Stift nun wie einen Kugelschreiber „entsichern“ und kann ihn dann herausziehen. Selber herausspringen tut er leider nicht. Ein in meinen Augen überflüssiger Zwischenschritt.

Der S-Pen befindet sich in einer Halterung an der unteren rechten Ecke des Gehäuses. Zieht man diesen heraus, so öffnet sich ein kleines Stiftmenü mit vier speziellen Befehlen. Man kann das Menü auch reaktivieren, indem man die Stifttaste zweimal drückt. Dazu muss der Stift auf den Bildschirm zeigen oder aber das  halbtransparente Icon mit dem Stiftsymbol berühren. Aber Vorsicht, man kann den Stift auch mit der „stumpfen“ Seite zuerst in die Halterung schieben. Es gibt dabei weder eine Warnung, noch eine sonstige Bremse für seinen eigenen Übermut. Die Halterung schluckt den Stift dann zwar auch, beschädigt dabei aber eine kleine „Nase“ im Inneren, die für die Erkennung zuständig ist. Ein teurer „Designfehler“, wie so mancher Nutzer in USA mokiert. Ich persönlich käme gar nicht auf die Idee. Ich würde schon vom Gefühl her den Stift immer mit der Spitze zuerst einführen 😀
Galaxy_Note_5_24Das vom Galaxy Note 4 bekannte Aktionsmemo ist genauso vorhanden, wie die „Intelligente Auswahl“. Daneben findet man noch den Bildclip und die Screenshot-Notiz. Über die „Intelligente Auswahl“ kann ich Inhalte auf dem Display einfach mit dem Stift einkreisen und so in ein kleines Ablagefenster befördern. Dabei erkennt die Funktion auch E-Mail-Adressen, Ortsangaben oder Telefonnummern und hinterlegt diese als aktive Links. So kann man schnell über Google Maps zu einem Ort navigieren oder eine kopierte Rufnummer direkt anwählen. Dabei kann man nicht nur eine Information ablegen, sondern gleich mehrere. Seine gesammelten Werke kann man dann praktischerweise per E-Mail (als Scrapbook oder Bild- bzw. Textfile) versenden.

Mit dem S-Pen kann man nun aber auch ganz einfach Textstellen oder sogar Dateien markieren. Dazu zieht man den Stift mit gedrückter Taste wie einen Mauszeiger über die entsprechenden Stellen auf dem Display.

Über den vom Vorgänger bekannten Multi-Window-Modus kann man bis zu zwei Apps gleichzeitig auf dem Bildschirm nutzen (Split Screen) oder im sogenannten Floating-Window-Modus als separates Fenster schweben lassen. Dazu wischt man in der entsprechende App einfach mit dem Finger vom rechten oder linken oberen Rand in das Display. So kann man beispielsweise auch schnell Texte aus dem internen Webbrowser in eine SMS kopieren. Einen guten Eindruck davon bekommt man in meinem Videoreview auf YouTube:

Für Fans langer Meetings und Flip-Charts dürfte die App „Photo Note“ interessant sein. Damit kann man die enstprechenden Texte und Zeichnungen einfach abfotografiern und direkt in einer Notiz speichern. Das Note 5 korrigiert hier perspektivische Verzerrungen der Aufnahme automatisch.

Fingerabdrucksensor: Braucht man nicht wirklich

Den Fingerabdrucksensor hat Samsung bereits bei anderen Geräten der Galaxy-Reihe eingesetzt. Man kann das Smartlet also auf Wunsch auch über ein oder mehrere zuvor registrierten Fingerabdruck entsperren. Dazu zeiht man seinen Finger leicht über den Home-Button. Das klappte im Test völlig problemlos und nochmals besser als beim S6 (Edge). Über den Fingerabdruck kann man beispielsweise auch sein Paypal-Konto oder private Daten vor dem Zugriff Dritter sichern.

Kamera/Multimedia: Gute Qualität, denn Megapixel sind nicht alles

Samsung Galaxy Note 5

Die Kamera auf der Rückseite löst (wieder) mit 16 Megapixel auf und bietet einen zuverlässigen Autofokus. Die Aufnahmen sehen dabei wirklich gut aus. Schärfe, Farben und Kontrast gehen in meinen Augen in Ordnung. Die zum Einsatz kommende Kamera-App kennt man schon vom Galaxy S6 und bietet mehrere Aufnahmemodi. Neben der Automatik kommen auch noch ein Beauty-Modus, ein Panorama-Modus und die Möglichkeit, den Fokus der geschossenen Aufnahmen nachträglich verändern können, hinzu. Einige wenige Modi können gesondert heruntergeladen werden. Die Frontkamera des Galaxy Note 5 löst nun mit 5 Megapixel auf und eignet sich damit gut für Selfies oder Wefies. Bei letzteren macht gerade der Panorama-Modus viel Sinn. Bilder kann man dann auch ganz einfach über den Pulsmesser auf der Rückseite auslösen. Einen Eindruck von der Bildqualität könnt ihr euch auf meinem Flick-Konto machen. Videos zeichnet man standesgemäß neben Full-HD natürlich auch in 4K auf. Die maximale Aufnahmedauer beträgt dann 5 Minuten.

Screenshot Note 5
Screenshot Note 5

Der Musikplayer von Samsung bietet eine Menge Equalizer-Presets und Effekte, kann vom Sound her aber nur bedingt mit einem iPhone mithalten. Leider ist die maximale Lautstärke – zumindest in Verbindung mit meinen Sennheiser PX 200-II – recht knapp bemessen. Der Videoplayer spielt die üblichen Formate klaglos ab, auf Wunsch auch in einem Fenster-in-Fenster-Modus.

Benchmark: Schnellstes Smartlet

Im Inneren des Galaxy Note 5 arbeitet ein Exynos 7420 von Samsung und eine schnelle GPU Hand in Hand. Der Prozesor ist dabei mit 2,1 GHz getaktet und kann auf 4 GByte RAM zählen. Der interne Speicher beträgt leider nur 32 GByte und kann nicht über Micro-SD-Karten erweitert werden. Das ist extrem ärgerlich. Im AnTuTu-Benchmark reicht das Gespann für ein Ergebnis von über 70.000 Punkten. Im Geekbench 3 erreicht das Note 5 5.243 Punkte im Multi-Core und 1.493 im Single-Core, das sind  absolute Spitzenwerte. Sämtliche Spiele oder Emulatoren laufen daher absolut flüssig. Die TouchWiz-Oberfläche hat aber immer noch den ein oder anderen Ruckler vorzuweisen. Das RAM-Management von Samsung ist nicht gerade effektiv.

Konnektivität/Akku: Alles gut

Das Galaxy Note 5 bietet neben HSPA+ mit 42 mbit/s auch noch LTE nach Cat 6. WLAN unterstützt es in den Standards 802.11 a/b/g/n und ac. Daten tauscht man zudem über NFC oder Bluetooth 4.1 LE aus. Der interne GPS-Empfänger unterstützt dabei natürlich auch Glonass. Den IR-Sender am oberen Rand hat man aber wegrationalisiert. Die Gesprächsqualität geht voll in Ordnung, ist aber sicher kein Aushängeschild von Samsung. Die Empfangs- und Sendeleistungen ist gut, sogar besser als beim aktuellen iPhone 6S. Daten werden beim Note 5 entweder über microUSB, Bluetooth 4.1 oder eben per NFC übertragen.

Der nicht wechselbare Akku des Galaxy Note 4 leistet 3.000 mAh, ist damit etwa 200 mah schwächer als beim Note 4. Man kann in über „Adaptive Fast Charging“ innerhalb von 30 Minuten auf 50 Prozent aufladen. Im Test konnte ich ihn mit Ladegerät des Moto X Style in knapp 60 Minuten voll aufladen. An Ausdauer mangelt es ihm ebenfalls nicht. Videos kann man mit ihm ca. 10 Stunden lang am Stück abspielen. Bei meiner Nutzung (E-Mail-Push, 20 Minuten Telefonate, 60 Minuten MP3) kam ich auf eine Laufzeit von immerhin anderthalb Tagen. Im Notfall kann man den Extrem-Stromsparmodus aktivieren. Das bringt dann nochmals ein paar zusätzliche Stunden. Richtig nutzen kann man das Note 5 dann aber kaum noch.

Fazit: Das bessere S6 Edge Plus

Das Galaxy Note 5 ist definitiv eine kleine aber feine Weiterentwicklung des Note 4. Der nicht erweiterbare Speicher und der fest eingebaute Akku sind hingegen ärgerlich. Dafür bekommt man eine hochwertigere Optik und mehr Power. Mehr als man aktuell benötigt. Absolut überzeugend fand ich dabei das  Display mit seiner QHD-Auflösung, einer exzellenten Blickwinkelstabilität und die dezente Farbwiedergabe. In meinen Augen ist es dank der durchdachten Stift-Eingabe das  beste Smartphone mit 5,7-Zoll auf dem Markt. Die Stifthalterung ist hingegen überflüssiger Mumpitz. Die Kamera macht gute Aufnahmen und zeichnet Videos in 4K auf. Das Galaxy Note 5 ist für Leute gedacht die kein gebogenes Display benötigen, sondern unterwegs mit dem Smartphone wirklich produktiv arbeiten wollen/müssen (E-Mails, Notizen, Grafikbearbeitung, Sound/Musik-Produktion). Der recht hohe Preis von 650 Euro ist absolut angemessen. Wer sich das Note 5 zulegen will, muss es aber selber importieren und sollte dann auf die Variante 920C mit vollem LTE-Support und deutscher Sprache (Firmware für UAE) achten.

Tags : NoteReviewSamsung
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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