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Samsung Galaxy Note 7 Test: Bestes Smartphone mit Stift?

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 9.5
Performance 9.6
Kamera 9.5

Fazit

9.5 Die neue Stifteingabe mag für ein paar Leute wichtig sein. Die Mehrheit wird sie aber vermutlich nur selten nutzen (wollen). Dabei ist sie so praktisch.

Das Samsung Galaxy Note 7 ähnelt optisch und technisch sehr stark dem Galaxy S7 Edge. Das hat den Hersteller trotzdem nicht davon abgehalten, schlanke 850 Euro für das neue Smartlet aufzurufen. Für das viele Geld bekommt man dann ein Smartphone mit einem 5,7 Zoll großen AMOLED-Display (1.440 x 2.560 Pixel), einer 12-Mega-Dual-Pixel-Kamera und einer sehr schnellen Exynos-CPU. Alles schön ordentlich in ein Gehäuse aus Glas und Metall verpackt. Das Highlight des Galaxy Note 7 ist dabei aber wieder die Möglichkeit der Stifteingabe. Könnte es das beste Smartphone auf dem Markt sein?

Design & Haptik: Toller Look, aber empfindlich

Wer ein Smartphone mit einem 5,7 Zoll großen Display kauft, muss auch mit den entsprechenden Abmessungen rechnen. Mit 153,5 x 73,9 x 7,9 mm und einem Gewicht von 168 Gramm ist es aber trotzdem noch fast „zierlich“ geraten. Zumindest in dieser Leistungsklasse. Es liegt jedenfalls besser in der Hand als das S7 Edge und fühlt sich auch dünner an. Es ist nur knapp 1 cm länger und geringfügig breiter und schwerer als ein Honor 8 mit seinem deutlich kleinerem Display.

Das Gehäuse hat einen Rahmen aus Aluminium, Vorder- und Rückseite sind aus Glas und das gesamt Smartphone samt Stift ist nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Gegen Fingerabdrücke ist es allerdings nicht gefeit. Die werden makellos abgebildet.

Der dünne Stift aus Kunststoff wird auf der rechten Seite ins Gehäuse des Galaxy Note 7 eingeschoben. Das funktioniert ähnlich wie beim Samsung Galaxy Note 5, muss allerdings ohne den Federmechanismus im Inneren auskommen. Den 3.500 mAh starken Akku kann man hingegen nicht wechseln.

Galaxy Note 7 Haptik: Etwas rutschig

Der Rahmen aus Alu ist bei der schwarzen Variante nun ebenfalls in Schwarz eingefärbt. Die blaue Version hat hingegen ein korallenfarbenen (Rosègold) Rahmen spendiert bekommen. Der ändert seine Farbe je nach Lichteinfall. Das sieht ziemlich verschärft aus. Bei der Version in Silber ist der Rahmen hingegen ebenfalls silbern.

Auf glatten Unterlagen und mit feuchten Händen rutscht einem das teure Smartphone leichter aus der Hand. Auf der Oberseite findet man einen Einschub für eine nanoSIM und eine microSD mit bis zu 256 GByte. Der besteht übrigens aus billig wirkenden Plastik!  Die restliche Verarbeitung konnte mich aber voll überzeugen. Der Home-Button war fest, knackte nicht und auch der Rest ist ein Fest für die Augen und Hände.

Leider scheint das Displayglas (Corning Gorilla Glas 5) etwas empfindlicher auf Kratzer reagieren. jedenfalls wird das Note 7 direkt mit einer (zu schmalen) Schutzfolie ausgeliefert und nicht nur mit einer Transportfolie. Leider bedeckt sie nicht die Ränder des Displays und hinterlässt so einen störenden Streifen. Hier mal mein Videoreview des Galaxy Note 7 auf YouTube:

Die 12-Megapixel-Optik auf der Rückseite ragt nur noch einen halben Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Das ist deutlich besser für die „Standfestigkeit“. Mit mitgelieferten Kopfhörer finden unten links Anschluss, unten rechts befindet sich der Lautsprecher und dazwischen stöpselt man das USB-Typ-C-Kabel ein.

5,7 Zoll mit QHD und Rundungen

Das zu beiden Rändern hin gebogene S-AMOLED-Display ist mit Sicherheit das Highlight des Samsung Galaxy Note 7. Die Diagonale beträgt 5,7 Zoll und die Auflösung mal wieder 1.440 x 2.560 Pixel (515 ppi). Ebenso unverändert gibt es das „Always-On“-Display des S7 Edge zu sehen. Diesmal werden aber Benachrichtigungen aller Apps abgebildet, unterscheiden kann man die eingegangenen Nachrichten nur anhand des Icons. Zusätzlich steht aber auch wieder eine farbige Benachrichtigungs-LED in der linken Ecke über dem Display zur Verfügung.

Dank der sehr hohen Auflösung werden Texte und Webseiten in einer hohen Schärfe abgebildet. So macht das Lesen und Betrachten von Bilder auf dem AMOLED extrem viel Spaß. Dabei werden die Farben natürlich ziemlich „kräftig“ abgebildet. Das muss man mögen. Der hohe Kontrast, die gute Farbwiedergabe und der wirklich gute Weißwert konnten meine Augen auf Anhieb überzeugen.

Die Farbtemperatur kann man in den Einstellungen auch jederzeit auf seine Lieblingswerte einstellen. Die maximale Helligkeit ist für ein OLED sehr hoch und der „Turbomodus“ sorgt auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch für gute Ablesbarkeit. Das Display ist in meinen Augen absolute Spitzenklasse! Wer mag, kann die maximale Auflösung auch auf Full-HD oder HD reduzieren. Sogar die Größe der Symbole kann man ändern.

Der Rand ist diesmal zudem weniger „empfindlich“, so sind Fehleingaben im Quermodus (Kameramodus) weniger häufig. Leider aber sind Stifteingaben an den Rändern damit auch weniger erfolgreich 🙁

Galaxy Note 7 und das Display mit zwei Rundungen

Der Bildschirm des Galaxy Note 7 ist zu beiden Seiten hin gebogen und bietet ein paar, doch eher notzlose? Zusatzfunktionen. So kann ich beispielsweise bestimmten Kontakten (VIPs) eine Farbe meiner Wahl zuweisen. Dreht man das Display auf die Rückseite. so leuchtet der Rand dann bei einem Anruf des VIPs in der entsprechenden Farbe auf.

Zudem kann man hier Verknüpfungen zu bestimmten Apps, Browser-Lesezeichen oder Kontakten ablegen und Nachrichten-Feeds anzeigen lassen. Weitere Zusatzfunktionen in Form eines Kompass, Lineal oder Taschenlampe sind da schon hilfreicher.  Neuerdings bekomme ich sogar meine aktuellen Terminkalender zu Gesicht. Im Samsung App Store gibt es noch eine Menge anderer „Panels“, teilweise aber nur kostenpflichtig. Der Dateimanager oder eine Spotify-Funktion sind dabei ganz nett.

S-Pen 2.0: Mehr Funktionen

Der S-Pen befindet sich in einer Halterung an der unteren rechten Ecke des Gehäuses. Zieht man diesen heraus, so öffnet sich ein kleines Stiftmenü mit vier speziellen Befehlen. Man kann das Menü auch reaktivieren, indem man die Stifttaste zweimal drückt. Dazu muss der Stift auf den Bildschirm zeigen oder aber das halbtransparente Icon mit dem Stiftsymbol berühren. Das Menü kann zudem um Verknüpfungen (Funktionen und/oder Apps) erweitert werden.

Natürlich kann man mit dem Stift auch direkt auf dem Standby-Screen des Note 7 malen. Das Smartphone muss also nicht extra entsperrt werden. Sehr nützlich für einen kleinen Einkaufszettel oder Notiz.

In der neuen Version kann man mit ihm nicht nur Bereiche markieren und kopieren, zeichnen und Texte über Handschrift eingeben, sondern auch aus Videos einzelne Frames mit einer Gesamtlänge von bis zu 15 Sekunden kopieren und dann als animiertes GIF abspeichern. Über Samsung Notes kann man weiterhin hemmungslos zeichnen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Android 6.0.1: Entschlackte Benutzeroberfläche

Das Smartphone nutzt als Benutzeroberfläche das nochmals entschlackte Nature UIX (TouchWiz) mit helleren Akzenten. Im Hintergrund werkelt Android 6.0.1 mit aktuellen Sicherheitspatches vom 01.07.16. Alle Apps und Icons werden sowohl auf den zahlreichen Homescreens, als auch im App-Drawer angezeigt. Natürlich kann man sie auch in Ordnern ablegen. Auf Wunsch kann man sich aus dem Play Store auch andere Android-Launcher installieren.

Wer mag, kann in den erweiterten Einstellungen auch zwei neue Features aktivieren: zum einen kann man den App-Drawer wie bei Huawei’s Emotion UI komplett entfernen und alle Apps auf den Homescreens platzieren, zum anderen kann man durch einen längeren Druck auf den Home-Button einen Kontakt auch per Sprachwahl anrufen.

Der eingebaute Pulsmesser verrichtet seinen Dienst recht zuverlässig. Die Messungen fielen im Test zwar unterschiedlich aus, variierten aber nur leicht. Vom Galaxy S7 hat der Herstelelr wieder den Game Launcher sowie das Game Tool übernommen. Wie der Name es schon verrät, ist er in erster Linie für Spielernaturen interessant. Wer beispielsweise ein Spiel über den Game Launcher bzw. Game Tool startet, bekommt über einen zusätzlichen, virtuellen Drücker neue Möglichkeiten eingeblendet. So kann man während des Spiels die Benachrichtigungen abschalten, die Softkeys deaktivieren, einen Screenshot machen oder das Spiel direkt im Video aufzeichnen. Wer mal eben eine eingehende Nachricht lesen will, der minimiert das Game einfach und spielt es dann nahtlos weiter.

Die eigentlichen Apps von Samsung (SNote, Music und Co) muss man übrigens erst manuell aus dem Samsung App Store herunterladen und installieren. Trotzdem gibt es noch ein wenig „Bloatware“ in Form von Trip Advisior und den Microsoft Apps.

Konnektivität: Mehr geht nicht

Der USB-Type-C-Port des Galaxy Note 7 bietet eine Datenübertragung im USB 3.1 Standard und ist damit verflucht schnell. Daneben stehen LTE, Bluetooth 4.2, NFC und WLAN in allen Bändern und Standards zur Auswahl.

Der interne Speicher wurde von 32 Gigabyte auf 64 Gigabyte aufgestockt. Adoptable Storage wird wie beim Galaxy S7 aber nicht unterstützt. Dafür kann man den Speicher problemlos über microSD-Karten um 256 GByte aufbohren. Der RAM beträgt hingegen „nur“ vier Gigabyte, die CPU kennt man ebenfalls schon vom S7 Edge. Der im Home-Button auf der Vorderseite integrierte Fingerabdrucksensor funktionierte im Test genauso zuverlässig wie beim Galaxy S7 Edge. Anstatt mit dem zuvor registrierten Finger darüber zu streichen, braucht man ihn nur leicht aufzulegen. So kann man sein Smartphone entsperren oder zum Beispiel Zahlungen bei Paypal autorisieren. Sollte dies nicht klappen, dann hilft das zuvor hinterlegte Passwort.

Neben dem Fingerabdrucksensor im Homebutton (übrigens auch nur mit Kunststoff beschichtet) gibt es nun auch einen Iris-Scanner Infrarot-Basis (IR). Der erkennt die Augen seines Herrn/Herrin in nur 0,22 Sekunden und das auch noch mit Brille. Zumindest dann, wenn der Abstand des Gesichts zum Sensor in etwa 10 Zentimeter beträgt. Die Frage ist, wer braucht das, wenn auch ein Fingerabdruckscanner zur Verfügung steht? Ich jedenfalls nicht.

Der Sensor selber kann nun aber nicht zur Entsperrung, sondern auch zur Sicherung von Daten in den neuen „Secure Folder“ genutzt werden. In Verbindung mit Samsung Knox bekomme ich also eine sichere Aufbewahrungsmöglichkeit für meine persönlichen Daten wie Kreditkarte, Personalausweis, Facebook und Co. Selbst der Login auf Webseiten wie Paypal soll damit möglich sein.

Die Sende- und Empfangsleistung im WLAN war völlig unaufgeregt. Ich hatte in allen Räumen im Haus Empfang. Auch die Übertragungsgeschwindigkeit war auf einem normalen Niveau. In den Netzen der Telekom und Vodafone gab es auch keinerlei (böse) Überraschungen. Der Empfang ist „gut“, mit dem Apple iPhone 6(s) vergleichbar und dementsprechend war ich auf meiner Teststrecke Münster – Werne auch durchaus mal ohne Netz im Zug unterwegs. Die Gesprächsqualität ließ in meinen Ohren keine Wünsche offen. VoLTE wurde im Netz der Telekom unterstützt, da war dann aber teilweise die Leitung des Gegenübers (ohne Grund) belegt …

12-Mega-Dual-Pixel-Kamera

Galaxy Note 7 UIDie Kamera des Galaxy Note 7 ist keine komplette Neuentwicklung und stammt aus dem Galaxy S7 (Edge). Sie löst mit 12 Megapixel auf, nutzt aber einen Dual-Pixel-Sensor. Solche Sensoren kommen zum Beispiel in der Canon EOS 70D (überbewertete Kamera) zum Einsatz. Bei einem Dual-Pixel-Sensor wird jeder Pixel auf zwei Photodioden aufgeteilt. So will man bei nicht optimalen Lichtverhältnissen eine bessere Bildqualität erzeugen. In der Praxis klappte das auch ganz gut.

Der Phasenvergleichs-Autofokus hält die Schärfe sowohl im Kameramodus als auch bei Bewegungen in Videos. Beim Galaxy Note 7 beträgt die maximale Blende wieder f/1.7. Und zwar sowohl bei der Selfie-Kamera als auch bei der Hauptkamera. Natürlich hat Samsung auch einen optischen Bildstabilisator eingebaut.

Samsung Galaxy Note 7

Auch der Pro-Modus ist wieder mit dabei. So kann ich die Automatik umgehen und an allen notwendigen Schrauben (Weißabgleich, Fokus, etc.) drehen. Der Sensor samt Autofokus spielt seine Stärken bei suboptimalen Lichtverhältnisse und im Automatik-Modus klar aus.

Galaxy Note 7: Performance & Akku sind der Hammer

Sowohl die Performance des Samsung Galaxy Note 7 (AnTuTu: über 134.000 Punkte, Geekbench 3: knapp 2.100 Punkte im Single Core und mehr als 6.000 im Multi Core) als auch der fest eingebaute Akku mit seinen 3.500 mAh sind über jeden Zweifel erhaben. Der Arbeitsspeicher beträgt 4 GByte. Leider ruckelte es gelegentlich im System. Das scheint aber am Caching der Icons und Co zu liegen.

Der „Normalnutzer“ kommt mit der eingebauten Kraftzelle locker über den Tag. Wer allerdings ununterbrochen Videos anschaut oder anspruchsvollere Spiele zockt, wird das Smartphone nach etwas über 9 Stunden aufladen müssen. Die Akkulaufzeit hat sich im Vergleich zum S7 Edge leicht verändert. Der fest eingebaute Akku ist nach etwa 100 Minuten über „Quick Charge 2.0“ voll aufgeladen. Das funktioniert auch drahtlos mit dem optional erhältlichen Ladecradle. Wer bei der Akkulaufzeit trotzdem noch einen längeren Atem benötigt, der sollte sich die ausgefeilten Energiesparoptionen ansehen.

Fazit: Ist es das beste Smartphone aus dem Markt?

Vermutlich ist es das. Das Galaxy S7 Edge mit ähnlicher Leistung ist aber deutlich günstiger zu haben. Die neue Stifteingabe mag für ein paar Leute wichtig sein. Die Mehrheit wird sie aber vermutlich nur selten nutzen (wollen). Dabei ist sie so praktisch. Mal eben einen Bereich markieren und kopieren, Zeichnungen und Texte über Handschrift, aus Videos einzelne Frames kopieren. Besser geht es nicht und der Papierblock bleibt zuhause. Mit 849 Euro ist es allerdings noch deutlich zu teuer. Aber das wird sich sicher in ein paar Wochen ändern.

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Tags : GalaxyNoteReviewSamsungSmartphoneTest
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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