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Samsung Galaxy S5 Test: Teurer Nachfolger ohne Mehrwert?

Die Erwartungen an das neue Flaggschiff von Samsung waren hoch. Als es dann vorgestellt wurde, gab es bei einigen erwartungsgemäß dann lange Gesichter. Dabei ist das Galaxy S5 eine kleine Evolution aber sicher keine Revolution. Der Vorgänger wurde konsequent weiter entwickelt und es bleibt noch “Luft nach oben”. Mit seine Abmessungen von 142 × 73 × 0,9 mm und einem Gewicht von 145 Gramm ist es weder zu groß noch zu schwer. Dank IP67 ist es Staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen (in Wasser) geschützt. Rein technisch kommt es mit einem Quad-Core-Prozessor vom Typ Snapdragon 801 mit 2.5 GHz je Kern, einem 5,1 Zoll großen Display mit FullHD-Auflösung sowie einer 16-Megapixel-Kamera daher. Samsung hat dem Galaxy S5 zudem einen Fingerabdrucksensor sowie einen Pulsmesser spendiert. Beides sind aber eher Spielereien aber dazu später mehr. Mein Testgerät stammt von Cyberport.de und kostet dort aktuell 699 Euro.

Design & Verarbeitung & Haptik

Das Design des Galaxy S5 erinnert zwar an den Vorgänger, es ist aber im Vergleich zum Galaxy S4 um 5 Millimeter länger, knapp 3 Millimeter breiter und etwa 0,2 Millimeter dicker. Inegesamt ist das aber reine Theorie. Der silberne Rahmen kommt zwar wieder im Alu-Look daher, besteht aber aus Kunststoff und ist ziemlich empfindlich was Kratzer angeht. Die Rückseite nutzt eine Soft-Touch-Oberfläche welche beim schwarzen Galaxy S5 etwas hochwertiger aussieht. Mir persönlich gefällt die Lederoptik eines Galaxy Note 3 besser. Der Akkudeckel ist aber perfekt verarbeitet und knarzt nicht!

Auf der Oberseite finden die Kopfhörer einen (ungeschützten) Zugang und auch der Infrarot-Sensor hat hier seinen Platz. Auf der Unterseite ist die Buchse für das microUSB-Kabel. Samsung setzt heir auf den USB 3.0-Standard. Die Buchse wird aufgrund der IP67-Zertifizierung von einer Klappe geschützt. Der Akkudeckel wird zudem von einer schmalen Dichtung geschützt, ähnlich wie beim Galaxy S4 Active. IP67 bedeutet in diesem Fall aber nur, dass das Galaxy S5 ein kurzes Wasserbad überlebt. Es handelt sich nicht um ein Outdoor-Smartphone. Ein Bad im örtlichen Schwimmbad ist daher nicht ratsam! Auf der linken Seite des Rahmens findet man die Lautstärkewippe während man auf der rechten Seite nur den Power-Button untergebracht hat. Die Drücker selbst sind gut verarbeitet, lassen sich aber nur bedingt im Blindflug erfühlen.

Bilder nach dem Klick Unboxing

Die Verpackung ist otisch einer Holzkiste aus Bambus nachempfunden. Im Inneren kommen ein Lade-/Datenkabel, das Ladegerät, ein paar Anleitungen und ein ansprechendes Headset sowie der wechselbare Akku mit seinen 2.800 mAh zum Vorschein!

Display

Als Display kommt wieder ein bewährtes Super-AMOLED-Panel zum Einsatz. Die Diagonale beträgt nun 5,1 Zoll, die Auflösung wurde aber im Vergleich zum Vorgänger bei FullHD belassen. Trotzdem wirkt das Display im Test bei der Farbwiedergabe weniger aufdringlich und mit seinen 432 ppi stellt es seine Inhalte sowohl knackscharf als auch weitestgehend blickwinkelstabil dar. Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend um auch bei direkter Sonneneinstrahlung das Display noch problemlos ablesen zu können. Die vom Galaxy S4 bekannte Gestensteuerung ist natürlich ebenfalls wieder vorhanden. Erhöht man die Empfindlichkeit des Touchscreens in den Einstellungen kann man ihn sogar mit Handschuhen bedienen. Auch für Sehbehinderte gibt es eine menge Hilfen. Eine kleine LED informiert mich sogar über entgangene Anrufe oder Nachrichten. Wer etwas kleinere Hände hat, wird sich über die passenden Einstellungen zur einhändigen Bedienung wahrscheinlich freuen. Die Leichtdauer der beiden Sensortasten kann man hier übrigens auch variieren.

Kamera

Die Kamera im Samsung Galaxy S5 löst mit 16 Megapixel auf und nutzt dabei einen neuen ISOCELL-Sensor. In den Einstellungen findet man nun zahlreiche Einträge, die Zahl der unterschiedlichen Automatik-Modi hat Samung aber – im Vergleich zum Vorgänger – reduziert. Neben dem Automatikmodus Nun findet man nur noch fünf weitere Modi, der Samsung App Store liefert vier weitere als Download. Die Kamerasoftware des Galaxy S5 erkennt nun allerdings auch deutlich mehr Situationen und wählt den passenden Modus selber aus.

Wie beim HTC One M8 kann man hier den Fokus des Bildes später nachtäglich ändern (Nah-Focus, Weit-Focus, Pan-Focus). Die verarbeitung so einer Aufnahme dauert allerdings  recht lange. Der HDR-Modus zeigt seine “Verbesserungen” direkt im Display an. Über eine “virtuelle Tour” kann man sogar eine Art bewgte Buildeserie machen (ähnlich wie bei Webseiten, wo man ein Museum virtuell besuchen kann).


(Kamerabilder  Anklicken)

Die Bildschärfe und Details sind für eine Handycam absolut ok. Beim Einsatz unter schlechteren Lichtbedingungen kommt allerdings ein Rauschen dazu. Die kleine LED reicht zwar ca 2 metzer weit, erhellt aber nur eine kleinen Teil des Motivs.  Videoaufnahmen in FullHD oder sogar UHD sind mit einem Samsung Galaxy S5 ohne Probleme möglich.  Während der Aufnahmen kann man den Focus neu einstellen. Wechselt man vom Foto- in den Videomodus, dann startet allerdings auch sofort die Videoaufnahme!

Musik & Video

Der Musikplayer stammt aus dem Hause Samsung. Wer den nicht mag, kann aber auch andere Musikplayer auf dem Pay Store installieren. Die Optik des Samsung-Player wurde etwas entschlackt. Die Tasten zur Steuerung sind nun  nicht mehr plastisch gestaltet sondern “flach”. Interpreten, Playlisten, Genres und Albennamen sowie das ins MP3 integrierte Cover werden aber auch weiterhin angezeigt.

Der MP3-Player von Samsung bietet zahlreiche Klang-Presets. Wer die nicht mag, kann über “Benutzerdefiniert” auch eine eigene Kreation anlegen. Dann liefert das Samsung Galaxy S5 (mit guten Kopfhörern) einen ansprechenden und kräftigen Bass und recht klare Höhen. Ähnlich gut, wei beim iPhone 5S oder dem neuen Xperia Z2.  An meine beiden Referenzgeräte, einem Cowon J3 und einem Estarlab Monolith kommt der Sound aber nicht herran. Dank der Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen.  Der Video-Player spielt Clips im Querformat und in den üblichen Formaten ab.  Auf Wunsch werden Videos auch Bild-in-Bild abgespielt. Ein FM-Radio bietet das Samsung Galaxy S5 leider nicht.

Akku, Konnektivität und Gesprächsqualität

Über DC-HSPA+ kann ich mit bis zu 42 Megabit pro Sekunde im Down- und 5,76 Megabit pro Sekunde im Upstream surfen. Der Datenturbo LTE wird in der Cat 4 unterstützt. Damit sind theoretisch Downloadraten von bis zum 150 Megabit pro Sekunde möglich. Im Test gingen diese (in Münster) aber selten über 50 Mbit/s hinaus (Telekom, O2).  Die Empfangsleistung war dabei recht ordentlich, deutlich besser als beim Apple iPhone 5. Das WLAN-Modul nutzt 802.11 a/b/g/n(ac im 2.4 GHz und 5 GHz-Band. Die Datenübertragungsrate ist mit etwa 90 Mbit/s ordentlich. Wer es schneller mag, kann sogar die maximale Datenrate von LTE mit einem WLAN kombinieren. Dann geht so richtig die post ab. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.0, DLNA und NFC übertragen. Der NFC-Empfänger befindet sich übrigens IM Akku!  Eine Kopplung mit meinem Mac klappte sowohl über KIES von Samsung als auch über Android File Transfer. Wer die etwas aufgeblähte App von Samsung nicht mag, der kann die im Play Store erhältliche und kostenlose App  “Airdroid” nutzen.
Der wechselbare Akku liefert 2.800 mAh und sollte den “Normalnutzer” bis zu anderthalb Tage mit Strom versorgen. Wer allerdings ununterbrochen Videos anschaut oder gar aufwändigere Spiele zockt, wird das Smartphone nach knapp 7 Stunden aufladen müssen. Damit hält der Akku aber deutlich länger durch als beim Samsung Gaklaxy S4 LTE. Die Sprachqualität war im Test im Telekom-Netz sowie bei Vodafone und O2 völlig ausreichend. Die Gesprächspartner können sich klar und deutlich verständigen und auch die integrierte Rauschunterdrückung verrichtet zuverlässig ihren Dienst.

Benchmarks

Die Quad -Core-CPU vom Typ Snapdragon 801 ist mit 2,5 GHz je Kern die aktuell schnellste CPU. Ein Adreno 330-Grafikprozessor sowie 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen beim Galaxy S5 für super Werte in den Benchmarks. Im AnTuTu X kommt das Smartphone auf 36.883 Zähler und liegt damit einsam an der Spitze, noch vor dem neuen HTC One M8. Im Geekbench 3 kommt das Galaxy S5 auf 956 Punkte im Single-Core und 2.883 im Multi-Core-Modus.

Die Ergebnisse der synthetischen Benchmarks haben aber selten direkte Auswirkungen auf die tägliche Praxis. Während meines Tests gab es auf dem Smartphone keine Ruckler.  Der interne Speicher ist mit 16 GByte (knapp 10 GByte frei) übersichtlich bemessen. Kann aber über MicroSD-Speicherkarten um weitere 128 GByte aufgebohrt werden.  Spiele belegen dabei heutzutage durchaus mal über 2 GByte (pro Spiel) im internen Speicher und können – obwohl im Android-OS vorgesehen – nicht immer auf die Speicherkarte ausgelagert werden. Die Kamera-Aufnahmen sind da mit einem Speicherbedarf zwischen 2 und 5 MByte fast schon bescheiden. Die von mir getesteten Spiele wie Asphalt 8, GTA: San Andreas, Temple Run 2 und Co laufen in maximaler detailstufe mehr als ausreichender  Geschwindigkeit.  Auch der NDS-Emulator DraStic sowie der PSP-Emulator lief absolut flüssig.

Menü


 
Das Smartphone nutzt als Benutzeroberfläche das entschlackte Nature UI (TouchWiz) von Samsung. Im Hintergrund läuft Android 4.4.2. Alle Apps und Icons werden sowohl auf den zahlreichen Homescreens, als auch im App-Drawer angezeigt. Natürlich kann man sie auch auch in Ordnern ablegen. Auf Wunsch kann man sich aus dem Play Store auch andere Android-Launcher installieren. Samsung hat das Android-OS trotdzem wieder um ein wenig Bloatware in Form der Samsung Hubs und diverser Apps, wie HRS und Pizza-Lieferdienste erweitert. Diese kann man aber nachträglich löschen. Im Lieferumfang gibt es aber auch nützlicher Apps, wie beispielsweise “Smart Remote”. So kann man sein Galaxy S5 in eine Infrarot-Fernbedienung mit TV-Guide verwandeln.

Die restlichen Funktionen sind auch von anderen Android-Smartphones bekannt und auch auf dem Samsung Galaxy S4 im Einsatz.  Die Bedienung kann man am besten in meinem Videotest nachvollziehen:

Der eingebaute Pulsmesser verrichtet jetzt nicht sonderlich zuverlässig seine Arbeit, denn eigentlich handelt es sich hierbei nur um eine sehr helle, rote LED. Die Messungen sind daher unterschiedlich und variierten im Test zwischen 54 und 84 Schlägen pro Minute. Der im Home-Button auf der Vorderseite integrierte Fingerabdrucksensor funktionierte im Test hingegen erstaunlich gut. Streicht man mit dem Finger über den Sensor, so kann man sein Smartphone entsprerren oder zum Beispiel Zahlungen bei Paypal authorisieren. Im Notfall hilft auch ein zuvor hinterlegtes Passwort.

Fazit
Das Samsung Galaxy S5 ist trotz seiner Abmessungen ein sehr handliches Smartphone. Android 4.4.2 und die deutlich schlankere Benutzeroberfläche aus dem Hause Samsung ermöglichen eine zielgerichtete Bedienung. Das Galaxy S5 liefert eine absolute performante Vorstellung. Beim Einsatz von Polycarbonat werden sich hingegen die Geschmäcker teilen. Ich finde das S5 ist gut verarbeitet. Das HTC One M8 spielt da aber in einer anderen Liga. Die 16-Megapixel-Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität.  Vom knapp 16 Gigabyte großen Speicher stehen zwar nur rund 10 GByte zur Verfügung, man kann ihn aber über microSD-Karten um weitere 64 Gigabyte erweitern. Der wechselbare Akku hält mit seinen 2.400 mAh auf jeden Fall einen Arbeitsttag durch. Der im Vergleich zum Galaxy S4 etwas schnellere Quad-Core-Prozessor (Snapdragon 801) macht sich in der Praxis kaum bemerkbar. Im direkten Vergleich zum Samsung Galaxy S4 stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis für mich nicht wirklich. Ein Galaxy S4 bekomme ich schon für 299 Euro, während ich für das Galaxy S5 teilweise über 600 Euro auf den Tisch legen muss. 

Tags : AndroidGalaxyReviewSamsung
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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