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Samsung Galaxy S6 Edge Test

Mit dem Galaxy S6 Edge bringt Samsung neben dem S6 ein zweites Flaggschiff auf den Markt.  Und auch hier setzt der Hersteller voll auf edle Materialien. Eine Kombination aus Glas und Metall soll die Käuferschaft beeindrucken. Die Abmessungen von 142,1 x 70,1 x 7 Millimeter (S6: 143,4 x 70,5 x 6,8 mm) bei einem Gewicht von 132 Gramm lassen jetzt noch keinen so riesigen Unterschied zum S6 vermuten.  Es liegt aber definitiv besser in der Hand! Das Gehäuse besteht aus Aluminium und wird zum Rand hin sehr schmal. Preislich muß man etwa 150 Euro mehr einplanen als beim Galaxy S6. Damit kostet das S6 Edge mindestens 849 Euro (32 GByte Speicher). Den kann man nicht so ohne weiteres erweitern. Wer mehr Speicherplatz benötigt, muß mehr zahlen. Das teurste Modell mit 128 GByte kostet daher 1.049 Euro. Eine Menge Geld! Aber lest doch einfach meinen kleinen Test des Samsung Galaxy S6 Edge.

Design & Verarbeitung

Bei einem so hohen Preis kann man ein perfekt verarbeitetes Smartphone erwarten. Und beim S6 Edge werde ich da auch nicht enttäuscht. Das S6 Edge ist ein absoluter Handschmeichler. Der sehr dünne Rahmen des Smartphones besteht komplett aus Aluminium. Die Rückseite aus Gorilla Glass 4. Man könnte sagen, dass das neue Flaggschiff deutlich eleganter, edler und damit auch hochwertiger wirkt als der fast schon plump wiorkende Vorgänger Note Edge. Wobei mir das Galaxy S6, Galaxy A5 und auch das Galaxy A7 schon sehr gut gefallen haben.Bei der Glasrückseite werden sich die Gemüter vermutlich schnell erhitzen. Sie mag edel wirken, zieht Fingerabdrücke aber nahezu magisch an und ist zudem nicht bruchsicher. Glas und Metall sind gute Wärmeleiter sind. Da kann man froh sein, dass Samsung sich gegen den Snapdragon 810 entschieden hat. Auch die Haptik ist da Geschmackssache. Immerhin liefert Samsung das Galaxy S6 Edge in vier Farben (Schwarz, Weiß, Gold, Green-Emerald) aus. Aktuell (Mai 2015) bekommt man allerdings kaum grüne Modelle.


Mehr Bilder nach dem Klick

Das Kameraobjektiv auf der Rückseite ragt leicht aus dem Gehäuse hervor. Das ist physikalisch auch nicht anders machbar. Wer also unbedingt super dünne Smartphones haben will, der wird damit leben müssen. Genau wie beim Oppo R5 schwankt das Galaxy S6 Edge dann auf einer ebenen Unterlage leicht hin und her. Der Kopfhörer findet unten links Anschluss, unten rechts befindet sich der Lautsprecher. Auch hier sieht man die allseits bekannten Bohrungen.

Display

Als Display kommt ein Super-AMOLED-Panel mit Pentile Matrix zum Einsatz. Die Diagonale beträgt wie beim Galaxy S6 auch 5,1 Zoll. Die Auflösung wurde ebenfalls unverändert vom Zwilling übernommen und beträgt stattliche 1.440 x 2.560 Pixel (576 ppi). Damit stellt es alle Inhalte sowohl knackscharf als auch recht blickwinkelstabil dar. Die Frage nach einer so hohen Auflösung erübrigt sich, wenn man es einfach mal im Einsatz bewundern durfte. Gerade die speziell für das Galaxy S6 Edge gefertigten Demovideos sind beeindruckend! Die maximale Helligkeit ist mehr als ausreichend, um den Displayinhalt auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch vernünftig ablesen zu können. Die vom Vorgänger bekannte Gestensteuerung ist natürlich ebenfalls wieder vorhanden. Erhöht man die Empfindlichkeit des Touchscreens in den Einstellungen kann man ihn sogar mit Handschuhen bedienen. Auch für Sehbehinderte gibt es eine Menge Hilfestellungen. Eine kleine (balue) LED informiert mich sogar über entgangene Anrufe oder Nachrichten. Die Leuchtdauer der beiden Sensortasten kann man hier übrigens auch verlängern. Das Galaxy S6 Edge bietet – ähnlich wie das Note Edge – zum Rand hin abgebogene Kanten. Beim S6 Edge sind es derer zwei. Das Display wird zum linken und rechten Rand hin also deutlich schmaler und wirkt “um die Ecke” gebogen. Das macht optisch so einiges her. Der Rahmen aus Metall macht dadurch einen fast hauchdünnen Eindruck.

Samsung Galaxy S6 EdgeSamsung Galaxy S6 EdgeSamsung Galaxy S6 EdgeSamsung Galaxy S6 Edge

Von den Funktionen her hat Samsung beim S6 Edge aber eine Rolle rückwärts gemacht. Zumindest im Vergleich zum Note Edge. Im Gegensatz zum diesem ist der gebogene Bereich deutlich schmaler geraten. Eine gesonderte Steuerung für den Musik-Player oder die Kamera gibt es daher nicht mehr. Da fand ich beim Note Edge aber auch eher unpraktisch. Das seitliche Menü für die Schnellzugriffe ist allerdings auch nicht mehr vorhanden. Und das finde ich besonders schade. Hier hätte ich mir die alten Shortcuts des Note Edge gewünscht. Stattdessen gibt es nur noch vier Funktionen.

Die VIP-Anzeige zeigt mir bis zu fünf Kontakte in unterschiedlichen Farben an. Dabei leuchtet das gebogene Display bei einem Anruf eines VIPs am Rand hin bunt auf. Aber nur dann, wenn das Galaxy S6 Edge mit dem Display-Glas auf dem Tisch liegt. Wie sinnlos! Die entgangenen Nachrichten oder Anrufe werden aber auch weiterhin über eine blaue LED und auf dem Lockscreen angezeigt. Daneben bietet Samsung im gebogenen teil des Dispalys noch eine Nachtuhr und verschiedene Nachrichten-Feeds an (Yahoo-News), der Inhalt lässt sich per Download erweitern. Alle Anzeigen werden nur auf einer Seite angezeigt, entweder links oder rechts. In meinen Augen insgesamt eine eher lieblose und sinnlose Umsetzung. Das fehlt mir persönlich der Mehrwert.

Kamera

Samsung Galaxy S6 Edge

Die Kamera mir ihrem IMX240-Sensor von Sony kennt man schom vom Galaxy S6. Sie startet man durch einen simplen Doppeltipp auf den Home-Button. Sie löst wieder mit 16 Megapixel auf. Mein Testgerät nutzt keinen ISOCELL-Sensor, sondern den einen Sony IMX240 des Galaxy S6. Es gitb aber auch geräte mit dem ISOCELL-Sensor.

Die Blende der Kamera des Galaxy S6 Edge beträgt diesmal f1.9. Das gilt auch für die Frontkamera mit ihren 5-Megapixel. Daneben kann sie mit einem optischen Bildstabilisator (OIS) glänzen. Die Zahl der unterschiedlichen Automatik-Modi hat Samsung übersichtlich gehalten. Die Kamerasoftware des Galaxy S6 Edge erkennt unterschiedliche Situationen und wählt den passenden Modus selber aus. Dank der schnellen GPU werden die Aufnahmen in der Auto-HDR-Funktion blitzschnell berechnet. Aber Samsung geht noch einen Schritt weiter und erlaubt über Live-HDR die Vorschau der Aufnahmequalität auf dem Display. Videos zeichnet die Kamera auch in Ultra-HD (2.160 x 3.840 Pixel) auf.

Campics Samsung Galaxy S6 Campics Samsung Galaxy S6

Mehr Bilder der Kamera findet ihr bei Flickr.

Wer sich etwas mehr zutraut, kann neben der Automatik auch den Pro-Modus nutzen. So bekommt man Zugriff auf alle wichtigen Parameter, wie Belichtungskorrektur, ISO-Wert und Weißabgleich. Der ISO-Wert ist aber eine reine Spielerei und kann nicht ansatzweise mit einer Spiegelreflexkamera mithalten. Wer mag, kann den Fokus seiner Aufnahmen auch später nachtäglich ändern (Nah-Focus, Weit-Focus, Pan-Focus).

Multimedia

Samsung Galaxy S6
Der Musikplayer stammt wieder von Samsung. Wer den nicht mag, kann aber auch andere Musikplayer auf dem Play Store installieren. Die Optik wurde etwas entschlackt. Die Tasten zur Steuerung sind dem Trend folgend “flach” gestaltet. Interpreten, Playlisten, Genres und Alben sowie das ins MP3 integrierte Cover werden korrekt angezeigt.  Samsung Galaxy S6  Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6
Der Musikplayer bietet sieben Klang-Presets. Wer die nicht mag, kann über die Option “Benutzerdefiniert” auch eine eigene Kreation anlegen. Dann liefert das Samsung Galaxy S6 Edge (mit guten Kopfhörern) einen ansprechenden und kräftigen Bass und klare Höhen. An meine beiden Referenzgeräte, einem Cowon J3 und einem Estarlab Monolith kommt der Sound aber nicht ganz heran. Dank der Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen.  Der Video-Player spielt Clips im Querformat und in den üblichen Formaten ab. Auf Wunsch werden Videos auch Bild-in-Bild abgespielt. Ein FM-Radio bietet das Samsung Galaxy S6 Edge nicht.

Akku & Konnektivität

Über DC-HSPA+ kann ich mit bis zu 42 Megabit pro Sekunde im Down- und 5,76 Megabit pro Sekunde im Upstream surfen. Der Datenturbo LTE wird in der Cat 6 unterstützt. Damit sind theoretisch Downloadraten von 300 Megabit pro Sekunde möglich. Im Test gingen diese (in Münster) aber selten über 40 Mbit/s hinaus ( O2) bzw. 80  Mbit/s (Telekom).  Die Empfangsleistung war dabei ordentlich, subjektiv besser als beim Apple iPhone 6. Das WLAN-Modul nutzt 802.11 a/b/g/n/ac (2.4 GHz und 5 GHz). Die Datenübertragungsrate ist mit etwa 135 Mbit/s recht hoch. Wer es schneller mag, kann sogar die maximale Datenrate von LTE mit einem WLAN  kombinieren. Dann geht so richtig die Post ab. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.1 LE, DLNA und NFC übertragen.  Eine Kopplung mit meinem Mac klappte sowohl über KIES von Samsung als auch über Android File Transfer. Wer die etwas aufgeblähte App von Samsung nicht mag, der kann die im Play Store erhältliche und kostenlose App  “Airdroid” nutzen.
Der wechselbare Akku liefert 2.600 mAh (50 mAh mehr als beim S6) und fällt trotzdem schwächer aus als beim Galaxy S5 (2.800 mAh). Weder die CPU noch das hochauflösende Display sind sonderlich sparsam beim Umgang mit den Akkureserven. Der sogenannte “Normalnutzer” wird damit aber locker einen Tag ohne auskommen. Wer allerdings ununterbrochen Videos anschaut oder gar aufwändigere Spiele zockt, wird das Smartphone nach knapp 8 Stunden aufladen müssen. Gut, dass der fest eingebaute Akku nach etwa 2 Stunden wieder voll aufgeladen ist. “Fastcharge” sei Dank. Wer einen längeren Atem bevorzugt, der sollte sich die Energiesparoptionen mal näher ansehen. Die Sprachqualität war im Test im Telekom-Netz sowie bei Vodafone und O2 gut. Die Gesprächspartner konnten sich klar und deutlich verständigen und auch die integrierte Rauschunterdrückung verrichtete recht zuverlässig ihren Dienst.
Performance
Der brandneue Exynos 7420 ist genau wie der Snapdragon 810 ein Octa-Core-Chip. Von den acht Kernen basieren vier auf dem Cortex-A53 mit bis zu 1,5 GHz und vier auf dem Cortex-A57 mit bis zu 2,1 GHz. Die grafische Darstellung übernimmt dabei eine Mali-T760-GPU. Die CPU wird durch 3 GByte Arbeitsspeicher entlastet. Solcherlei Prozessoren waren bis vor kurzer Zeit noch undenkbar. Die maximal zur Verfügung stehende Power reicht für den alltäglichen Gebrauch vollkommen aus! Das spürt man besonders im direkten Vergleich mit dem Galaxy S5. Im Vergleich zum HTC One M9 fällt einem höchstens die geringere Wärmeentwicklung auf. Die war dann letztlich auch ausschlaggebend für Samsung.

Bringen wir es auf den Punkt: Wartezeiten? Fehlanzeige! Alle Apps und Spiele öffnen sich nahezu verzugslos. Für die Freaks unter uns bedeutet das über 60.000 Punkte in AnTuTu-Benchmark (HTC One M9: 57.000 Punkte) und 1.412 Zähler im Single-Core sowie im 4.589 Multi-Core beim Geekbench 3. Aber was sagen solcherlei Zahlen schon über die Leistungsfähigkeit aus? Nicht wahr meine Damen 😉 Nichts, denn das Apple iPhone 6 ist ähnlich schnell!

Android Lollipop & TouchWiz
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Das Smartphone nutzt als Benutzeroberfläche das leicht erschlankte Nature UI (TouchWiz). Im Hintergrund werkelt Android 5.0.2. Alle Apps und Icons werden sowohl auf den zahlreichen Homescreens, als auch im App-Drawer angezeigt. Natürlich kann man sie auch in Ordnern ablegen. Auf Wunsch kann man sich aus dem Play Store auch andere Android-Launcher installieren. Samsung hat das Android-OS wieder um ein wenig Bloatware in Form der Samsung Hubs und diverser Werbe-Apps (cewe, kaufDA, pizza.de) erweitert. Die kann man aber nachträglich löschen.

Der eingebaute Pulsmesser verrichtet seinen Dienst im üblichen (ungenauen) Rahmen. Die Messungen fielen im Test daher unterschiedlich aus und variierten teils stark. Der im Home-Button auf der Vorderseite integrierte Fingerabdrucksensor funktionierte im Test hingegen deutlich besser als beim Galaxy S5. Anstatt mit dem zuvor registrierten Finger darüber zu streichen braucht man ihn nur noch leicht aufzulegen. So kann man sein Smartphone entsperren oder zum Beispiel Zahlungen bei Paypal autorisieren. Sollte dies nicht klappen, dann hilft das zuvor hinterlegte Passwort. Aber seht euch die Funktionen des Samsung galaxy S6 Edge doch auch in meinem Videoreview auf YouTube an:

Fazit

8 Das neue, schlanker wirkende Kleid des S6 Edge gefällt mir ehrlich gesagt besser als beim S6. Optisch sieht es einfach klasse aus. Die Verarbeitungsqualität ist ebenfalls super Der Preis mit mindestens 849 Euro ist dafür aber auch sehr hoch. Das Display mit der sehr hohen Auflösung von 1.440 x 2.560 Pixel ist erste Sahne, der Mehrwert dr beiden gebogenen Seiten ist mit persönlich aber zu klein. Dafür entschädigt wieder die sehr schnelle CPU. Die 16-Megapixel-Kamera auf der Rückseite liefert wie bei Samsung gewohnt eine gute Aufnahmequalität, ohne mich jetzt vom Hocker zu hauen. Der nicht erweiterbare Speicher in Verbindung mit dem hohen Preis für mehr Spiecher ist echt blöd. Das Preis-/Leistungsverhältnis? Die Frage sollte sich jeder für sich selbst beantworten.  Ich persönlich mag das Galaxy S6 Edge wirklich. Sogar einen Tick mehr als das Galaxy S6. Wer mobile-review.de unterstützen will, der kauft sich das Galaxy S6 Edge am besten bei Cyberport.de.

Tags : ReviewS6SamsungTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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