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Samsung Gear Fit 2 im Test: Fitness-Tracker oder schon Smartwatch?

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 9
Performance 9
Sport 9

Fazit

9.1 Ich persönlich mag die Samsung Gear Fit 2. Sie ist schick und bietet ein schnelles Betriebssystem. Dabei ist die Zahl und Qualität der Apps bei Tizen OS aber noch ausbaufähig. Der Akku hält zwar nicht so lange wie bei meiner Fitbit Blaze, dafür bekomme ich bei der Gear Fit 2 aber auch ein (eher nutzloses) WLAN-Modul und einen GPS-Empfänger.

Nun ja, die neue Gear Fit2 ist eine Mischung aus beidem. Knapp 2 Jahre nach der Gear Fit kommt nun (endlich) der Nachfolger in die Regale. Der mit Tizen OS betriebene Fitness-Tracker bietet neben einem Pulsmesser auch einen Schrittzähler und endlich auch ein GPS-Modul. Dazu gesellt sich sogar noch ein eigenes WLAN-Modul. Mit SIM-Karten versteht er sich hingegen nicht, dafür aber mit „Nicht-Samsung-Smartphones“. Wie sich die knapp 200 Euro teure Gear Fit 2 im Test geschlagen hat erfahrt ihr jetzt.

Samsung Gear Fit 2: Technisch fast vollkommen

Oh, habe ich „vollkommen“ gesagt? Na ja, das ist immer relativ. Aber die Gear Fit2 hat die für einen Fitness-Tracker wichtigsten Features mit an Bord. Da wäre der (schon fast traditionell) gebogene OLED-Touchscreen mit seinen 1,8 Zoll. Ein eingebauter Pulsmesser, der GPS-Empfänger und das WLAN-Modul. Hinzu kommen 4 Gbyte interner Speicher. Im Ergebnis kann man die neue Samsung Gear Fit2 daher auch ohne Smartphone nutzen. Zumindest ohne Android-Smartphone. Mit einem Apple iPhone kann die Uhr (der Fitness-Tracker oder die Smartwatch) so gar nichts anfangen 😀

Gear Fit 2: Schlichtes, leicht gebogenes Design

Die die knapp 51 x 24 x 12 mm große und nach IP68-Standard gegen Wasser und Staub geschützte Samsung Gear Fit 2 wird mit einem 1,5 Zoll großen OLED-Screen auf die Reise geschickt, den Gegnern von Fitbit, Garmin und Co. das Fürchten zu lehren. Das Vorgängermodell kam da noch mit 1,8 Zoll daher.

Geat Fit 2
Das Silikon-Armband gibt es in zwei Größen (S/L) und drei Farben (Schwarz, Blau, Pink). Es wird – wie die Apple Watch – durch eine Schlaufe und einen „Stöpsel“ gesichert. Ersatzarmbänder aus Leder oder Metall gibt es leider keine.

Samsung Gear Fit 2: Der 1,5 Zoll OLED macht die Biege

Bedient wird die Gear Fit 2 über den 1,5 Zoll großen OLED-Touchscrenn mit seinen 216 x 432 Pixel sowie über  die beiden Drücker auf der rechten Seite des Gehäuses. Die obere Taste führt einen Schritt zurück, beim Druck auf die untere Taste springt der Bildschirm zurück zum Startbildschirm mit der Uhrzeit. Dort kann man damit auch die Einstellungen öffnen oder den Fitness-Tracker komplett ausschalten.

Das Display der Gear Fit2 ist ab Werk „Always off“. Aktiviert wird es also über die übliche „Uhr-zu-Gesicht“-Bewegung. In den Einstellungen kann man es aber auch dauerhaft aktivieren. Das OLED-Panel bietet technisch bedingt einen hohen Kontrast und ist auch bei Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar. Leider reflektiert das gebogene Displayglas recht stark in der Sonne. Dafür soll dann ein spezieller „Outdoor-Modus“ für den notwendigen Durchblick schaffen.

Apps: Dank Tizen OS erweiterbar?

Die Samsung Gear Fit 2 nutzt das Tizen OS wie auch schon die Gear S2 Classic. Steuern kann man es über horizontale Wischgesten.  Dabei stell das Interface neben der Uhrzeit auch die erreichten Tagesziele, Benachrichtigungen bzw. Musikstücke dar. Die Gear Fit 2 empfängt neben SMS natürlich auch E-Mails oder Meldungen aus sozialen Netzwerken und WhatsApp. Die dazu passenden Apps kann man in den Einstellungen definieren. Beantworten kann man Nachrichten aber nur über (selbst) vorgefertigte Kurzantworten.

Im hauseigenen App-Store kann man sich neben zahlreichen Zifferblätter mit Zusatzinfos wie Wetterbericht herunterladen auch Apps herunterladen.  Sinnvolle Vertreter gibt es hingegen kaum.

Samsung Gear Fit 2: Fitness und Musik

Der neue Fitness-Tracker kann nicht nur den Musikplayer auf dem Smartphone fernsteuern, sondern dank des 4 GByte (2 GByte frei) großen Speichers – auch selber als Lieferant für Unterhaltung dienen. Wer mag kann also über die Samsungs Gear-App seine Musiktitel per Bluetooth in den Speicher der Gear Fit 2 übertragen. Abgespielt werden diese dann über ein Bluetooth-Headset (zum Beispiel die Samsung Gear IconX).

Die Gear Fit 2 zeichnet neben den zurückgelegten Schritten auch den Puls (auf Wunsch auch automatisch) und die Entfernung auf. Letzteres dank GPS mit einer hohen Genauigkeit. Synchronisiert werden die aufgezeichneten Daten dann mit der S-Health-App. Die kann man auch auf normalen Android-Smartphones ab Android 4.4 Kitkat nutzen. S-Health bietet die Vernetzung mit ein paar anderen Apps wie Fitbit, Runtastic und Co. an.

Bei den unterstützen Sportarten stehen Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern und Yoga auch Fitnessübungen wie Situps, Kniebeugen und Ausfallschritte und mehr auf dem Programm. Selbst ein Training am Ellipsentrainer, Rudermaschine, Stepper und Laufband werden protokolliert. Hier kann man sich unterschiedliche Ziele wie Dauer, Kalorienverbrauch oder Entfernung definieren.

Dabei wird natürlich der Puls aufgezeichnet und man bekommt Angaben zur Dauer bzw. zur zurückgelegten Strecke, der Geschwindigkeit und dem kalkulierten Kalorienverbrauch. Im Gegensatz zu richtigen Fitness-Trackern ist die automatische Erkennung der einzelnen Aktivitäten aber sehr ungenau.  Die Samsung Gear Fit 2 ist also eher nichts für Triathleten.

Konnektivität & Akku: WLAN,  GPS und kleiner Akku

Telefonieren kann man mit der Gear Fit 2 mangels eigener SIM-Karte nicht. Dafür fehlt ihr eh der Lautsprecher und das Mikrofon. Dafür bietet sie aber einen eigenen GPS-Empfänger. Das zurückgelegte Strecke wird also nicht nur in simplen Schritten, sondern auch in Kilometern berechnet. Zusammen mit der Geschwindigkeit und allen damit verbundenen Daten.

Da die Gear Fit2 auch über ein WLAN-Modul verfügt, kann man die Daten und Apps auch ohne Smartphone aktualisieren. Zumindest wenn man das WLAN zuvor auf dem Smartphone eingerichtet hat. Neue Netze kann man mit der Uhr nicht hinzufügen. Die Übertragung der Nachrichten vom Smartphone klappt aber – im Gegensatz zu Android Wear – grundsätzlich nur über Bluetooth. Das WLAN kann dazu leider nicht genutzt werden. Welchen Sinn hat das WLAN dann nochmal?

Der nur 200 mAh große Akku hielt im Test – je nach Nutzungsintensität – zwischen zwei bis drei Tagen durch. Wer sein GPS dauerhaft aktiviert, wird die Gear Fit 2 bereits nach rund 10 Stunden an die Steckdose hängen müssen. Das reicht für einen Marathon aber immer noch locker aus.

Fazit: Schick und nützlich

Ich persönlich mag die Samsung Gear Fit 2. Sie ist schick und bietet ein schnelles Betriebssystem. Dabei ist die Zahl und Qualität der Apps bei Tizen OS aber noch ausbaufähig. Der Akku hält zwar nicht so lange wie bei meiner Fitbit Blaze, dafür bekomme ich bei der Gear Fit 2 aber auch ein (eher nutzloses) WLAN-Modul und einen GPS-Empfänger. Die Zahl der unterstützen Sportarten ist hoch. Für Schwimmer oder Triathleten ist sie hingegen nicht geeignet. Die Smartwatch-Fähigkeiten sind dabei vollkommen ausreichend. Als Bonus bekommt man noch einen kleinen internen Speicher für Musik. So kann das Smartphone auch ruhig mal zuhause bleiben. Für 199 Euro kein schlechtes Angebot.

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Tags : Fitness-TrackerReviewSamsungSmartwatchTestTizen
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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