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Samsung Gear S Test

Mit der Gear S stellt Samsung bereits die sechste Smartwatch vor. Anders als die Konkurrenz bietet die Gear S aber einen Einschub für eine eigene Nano-SIM. Man kann mit ihr also ohne Smartphone Telefonieren oder Surfen. Inspektor Gadget lässt da schön grüßen. Daneben verwöhnt die neue Smartwatch aber auch mit einem 2 Zoll großen Super-AMOLED-Display mit einer Auflösung von 360 x 480 Pixel. Mit knapp 300 ppi kann man alle Texte ohne jegliche Probleme lesen. Neben GSM & HSPA bietet die Gear S noch WLAN b/g/n sowie Bluetooth 4 und einen eigenen GPS-Empfänger. Das Ganze wird mit einer Dual-Core-CPU, 512 MB RAM sowie 4 GByte internen Speicher garniert. Lust auf mehr? Dann lest doch einfach meinen ausführlichen Testbericht der knapp 400 Euro teuren Samsung Gear S.

Design

Die Gear S (ist das S jetzt eigentlich ein Zusatz wie beim Boxter S?) ist eigentlich mehr Smartphone als Smartwatch. Auch optisch macht sie eher den Eindruck, man hätte sich ein Neonode 2 um den Arm geschnallt. Der 2 Zoll große Touchscreen ist gebogen und unter dem Display findet man sogar den allseits beliebten Home-Button. Daneben hat Samsung zwei Sensoren integriert, einen für die Display-Heligkeit und einer anderen um die aktuelle UV-Belastung zu messen. Nungut, letzterer ist vermutlich eher was für unsere “Aussies”. Down under ist die UV-elastung ja bekanntlich deutlich höher.


Mehr Bilder gibt es nach dem Klick

Der Rahmen um das Display wurde zwar verchromt, das Armband aus Kunststoff ist dafür aber nur einfarbig in Schwarz oder eben in Weiß verfügbar. Es ist zudem sehr breit und die Haut neigt darunter zur Schweißbildung. Ein so großes Display braucht halt auch ein entsprechend großes Gehäuse. Mit einem Gewicht von etwa 65 Gramm (ohne Armband) und Abmessungen von 40 x 58 x 12.5 ist zwar recht leicht, dafür aber eben auch ziemlich wuchtig ausgefallen.

Das Armband kann man übrigens – ähnlich wie bei der Sony Smartwatch 3 – vom Gehäuse der Gear S trennen. So lässt sich die Smartwatch auch später noch in ein andersfarbiges Armband unterbringen. Vielleicht wird es da ja auch bald was von Ratio… einem anderen Hersteller geben. Nebenbei sei erwähnt, dass es Staub oder Fluisen nicht anzieht. Wieder ein Vorteil gegenüber dem Modell von Sony. Ok, dafür ist sie aber auch nur nach IP67 zertifiziert. Zum Baden oder Duschen als nur bedingt geeignet. Tauchen sollte man mit ihr aber auch gar keinen Fall! Anpassungen an die unterschiedlichen Armumfänge erledigt man über eine einfache Schliesse auf der Unterseite des Armbands. Erfreulicherweise hat Samsung das Mikrofon diesmal direkt in das Gehäuse der Gear S integriert. Dafür gibt es aber auch keine eigene Kamera mehr. Einen ersten Eindruck bekommt ihr hier in meinem Hands-on-Video:

Technik

Neben dem exzellenten Super-AMOLED-Display findet man auch das bereits erwähnte Mikrofon sowie einen eigenen Lautsprecher. An Sensoren steht die volle Brandbreite zur Verfügung. Neben einem Gyrosensor findet man auch einen Kompass, ein Barometer, einen UV-Messer und einen Herzfrequenzsensor. Sogar an einen eigenen GPS-Empfänger hat Samsung gedacht. Unterwegs nimmt man über Bluetooth 4, WLAN b/g/n oder eben HSPA Kontakt zur Außenwelt, dem Smartphone oder dem Internet auf. Angetrieben wird Tizen OS genannte Betriebssystem von einer Dual-Core-CPU sowie 512 MB RAM. Für Anwender stehen knapp 4 GByte Speicher für Bilder, Apps und MP3 zur Verfügung.

Display

Absolutes Highlight der Smartwatch ist das 2 Zoll große Super-AMOLED-Display mit seiner Auflösung von 360 x 480 Pixel. Die Farbdarstellung ist – typisch für Samsung – natürlich mal wieder etwas grell, dafür gehen der Schwarzwert und vor allen Dingen der Kontrast voll in Ordnung. So kann man auch Websieten noch problemlos lesen. Zumindest dann, wenn man die entsprechenden Pinch-to-zoom-Gesten nutzt. Apps, die für die anderen Galaxy Gear geschrieben wurden wirken auf dem größeren Display allerdings etwas “verzerrt”. Daher werden aktuell wohl auch viele App von den Programmieren angepasst.

Das große Display hat aber noch weitere Vorteile zu bieten. Samsung ist es gelungen – eine in meinen Augen – ausreichend groß dimensionierte (virtuelle) Tastatur unterzubringen. Die QWERTZ-Tastatur bietet zwar recht kleine Tasten, dafür aber eine hervorragende Texterkennung und auf Wunsch auch gute Spracherkennung. Drückt man also die entsprechende Taste mit dem Mikrofon-Symbol, dann kann man Eingaben auch über die Stimme erledigen.

Konnektivität

Ich würde mal sagen, mehr geht bei einer Smartwatch gar nicht. Die Gear S bietet neben Bluetooth 4 auch noch WLAN b/g/n und ein eigenes GSM-Modul mit dem man Telefonieren und vor allen Dingen auch im Internet Surfen kann. Dazu installiert man sich einfach den Opera-Mini Browser. Eine Verbindung zum Smartphone nimmt sie auf Wunsch über Bluetooth, HSPA oder eben WLAN auf. Leider arbeitet auch die Gear S NUR mit Smartphones von Samsung (Galaxy) zusammen.

Man kann mit der Gear S zwar eigenständig Telefonieren, Surfen und SMS empfangen (und sogar beantworten). Alle anderen Nachrichten (SMS des Smartphones oder Twitter, Facebook, WhatsApp) werden aber eben NUR über eine bestehende Verbindung zum Smartphone übertragen. Zum Beantworten dieser Nachrichten kann man eine gesondert erhältiche App namens “Notifications for Gear S” aus dem Google Play Store nutzen. Eingehende Anrufe können dabei über die integrierte Freisprechfunktion oder über ein angeschlossenes Bluetooth-Headset geführt werden.

Apps

Tizen OS ist immer noch ziemlich rudimentär ausgestattet, was die Anzahl und Qualität der Apps betrifft. Neben eingen netten Watchfaces (Ziffernblätter) gibt es nur wenig interessante Apps. Die meisten kommen aus dem Bereich Fitness. Ohne zuvor den Samsung Gear-Manager auf dem Smartphone installiert zu haben, funktioniert sowieso nichts. Die Apps kann man nicht direkt auf der Gear S installieren. Dazu benötigt man IMMER sein Smartphone (aus dem Hause Samsung).


Das Thema Fitness wird auch bei der Gear S (ähnlich wie bei Gear Fit) ganz groß geschrieben. Auf dem “Dashboard” zeigt die Smartwatch zurückgelegte Schritte,die Herzfrequenz, die Schlafqualität (Dauer) sowie die aktuelle UV-Belastung an. Daneben gibt es noch entsprechende Trainings-Modi für Läufer und Radfahrer.

Dank des integrierten GPS-Empfängers zeichnet die Uhr dabei die zurückgelegte Entfernung und Strecke selber auf. Auch als Navigationshilfe kann man die Gear S nuztzen, dazu bietet sie Kartenmaterial von Nokia (Here) an. Die Karten kann man sich zuvor auf die Smartwatch laden und benötigt dann auch keien Internetverbindung mehr. Eine spätere Synchronisation der Fitnessdaten mit dem Smartphone ist dann natürlich unumgänglich. Der Herzfrequenzsensorvon Samsungist aber leider relativ ungenau und funktioniert auch nur, wenn man wirklich still steht. Einen externen Brustgurt kann man leider nicht mit anschliessen. Immerhin bietet die Gear S aber eine Unterstützung für Nike+.

Akku

Der fest eingebaute Akku leistet 300mAh und hält – wenn man weder GPS noch die eingebaute Telefonfunktion nutzt – etwa 2 Arbeitstage durch. Aktiviert man aber das GPS oder nutzt man die interne SIM-Karte, dann ist der Akku meist bereits nach einem Arbeitstag reif für die Steckdose. Gut, dass Samsung in die entsprechende Ladestation auch noch einen 350 mAh starken Akku integriert hat. So kann seine Gear S unterwegs auch mal ohne Steckdose aufladen. Eine drahtlose Betankung mit Strom – wie bei der Moto 360 – ist aber leider nicht möglich.

Fazit

Die Gear S ist groß, so richtig groß. An zartere Frauenarmen wirkt sie definitiv deplaziert. Und auch bei Männern wirkt die Gear S oft noch ziemlich wuchtig. Das 2-Zoll große Display benötigt halt Platz, entschädigt dafür aber mit einer erstklassigen Darstellung. Dank des eingebauten SIM-Karten-Schacht kann man mit der Gear S auch ohne Smartphone Telefonieren oder Surfen. Wer das nicht möchte, der nutzt entweder das ebenfalls ab Werk integrierte WLAN oder baut über Bluetooth eine Verbindung zum Samsung (Galaxy) Smartphone auf. Anderenfalls kann die Gears außer den Telefonaten und SMS keine weiteren Nachrichten oder E-Mails empfangen. Das ist richtig ärgerlich, denn technisch wäre sie dazu durchaus in der Lage.

So verspielt Samsung die Vorteile zugunsten einer – im direkten Vergleich mit der Konkurrenz – geringeren Akkulaufzeit. Erst wenn man das GPS und Telefon deaktiviert hat,  kann die Gear S mit der Konkurrenz gleichziehen. Dann kann ich mir aber auch gleiche eine Smartwatch auf der Basis von Android Wear kaufen. Das Tizen OS bietet nämlich – im direkten Vergleich mit Android Wear – nicht wirklich viele Apps. Und ehrlich gesagt, ist mir meine LG G Watch R da deutlich lieber. Kleiner und vor allen Dingen optisch weniger auffällig bietet sie mehr Leistung fürs Geld. Wer mobile-reviews.de unterstützten will, der kauft sich die Samsung Gear S bei notebooksbillliger.

Tags : AndroidGalaxyReviewSamsungSmartwatch
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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