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Samsung Gear S2 Classic Test: Das ist die beste Smartwatch

Samsung hat mit der Gear S2 Classic eine weitere Smartwatch auf der Basis von Tizen-OS auf den Markt gebracht. Gerade die Classic-Variante mit Lederarmband kommt wirklich edel rüber. Die Technik ist dabei ebenso überzeugend, wie das Betriebssystem. Leider teilt sich Tizen-OS eine Beschränkung mit Android Wear: es gibt nur wenige Apps. Wie sich die knapp 339 Euro teure Smartwatch im Test geschlagen hat erfahrt ihr gleich.

Gear S2 Classic: So glänzend in der Sonne

Ok, Poesie ist nicht meine Stärke. Das schwarze Gehäuse der Gear S2 Classic glänzt bei Licht aber wie ein Spiegel. Die Smartwatch wirkt dadurch sehr edel und je nach Lichteinfall schimmert sie silbern bzw. schwarz. Gerade die drehbare Lünette sieht aus, als wäre sie mit Ceramic beschichtet. Die normale Gear S2 mit einem Armband aus Kunststoff sieht dagegen schon fast “billig” aus.

Die Gear S2 Classic kommt ab Werk mit einem handelsüblichen Uhrenarmband (20 mm) aus Leder. Das ist bei der Gear S2 anders, denn Samsung verwendet hier einen speziellen Anschluss, so dass man erst einen entsprechenden Adapter kaufen muss bevor man sich ein eigenes Armband montieren kann. Das Lederarmband der S2 Classic ist dafür aber auch empfindlicher (Wasser, Schweiss). Baden, Duschen oder gar Schwimmen sollte man mit dem Armband nur bedingt. Schade, denn der Rest der Gear S2 Classic ist nämlich nach IP68 zertifiziert und damit staub- und wasserdicht (bis 1,5 Metern und 30 Minuten).

Die Gear S2 Classic trägt sich dabei wie eine ganz normale Armbanduhr. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und das Display wird mit Corning Gorilla Glas geschützt. Auf der rechten Seite findet man zwei echte Drücker. Mit der oberen Taste kann man einen Schritt zurückgehen, mit der unteren Taste kommt man zurück zum Watchface. zudem dient sie als Ein-/ und Ausschalter. Dazwischen befindet sich das Mikrofon für Spracheingaben.

Gear S2 Classic: Kleines aber feines AMOLED

Die Gear S2 nutzt ein (vollständig) rundes, 1,2-Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln (302 ppi). Damit liegt es knapp hinter der Apple Watch (326 ppi) aber vor der Huawei Watch (286 ppi). Das “Flat Tire”, also das nicht vollständig runde Display wie bei der Moto 360, tritt hier nicht auf.

Samsung liefert ab Werk 26 Watchfaces, die man mitunter noch über Anpassungsmöglichkeiten personalisieren kann. Die maximale Helligkeit kann man in insgesamt  zehn Stufen einstellen. Schon die ersten fünf davon sind ausreichend. Scheint die Sonne doch mal heller, dann bleiben genügend Reserven. Zumal es auch einen speziellen Outdoor-Modus gibt.

Das Betriebssystem Tizen-OS bedient man über Wischgesten auf dem Display, wie bei jeder anderen Smartwatch auch. Samsung geht aber noch einen Schritt weiter und ermöglicht die Bedienung über eine drehbare “Lünette” (Displayrahmen). Diese unterscheidet sich von der normale Gear S2 durch kleine Einkerbungen. In meinem Videoreview der Gear S2 Classic kann man die bedienugn gut nachvollziehen:

Die Bedienung ist wirklich intuitiv und gefällt mir deutlich besser als bei der Apple Watch überrascht mit ihrer digitalen Krone. So scrolle ich schnell mal eben durch Nachrichten, durch das Menü oder zoome in Karten rein oder raus. All das geht mit Android Wear so nicht.

Samsung Gear S2 Classic: Konnektivität ohne e-SIM

Die Gear S2 Classic nutzt für die Anbindung an ein Android-Smartphone entweder Bluetooth oder WLAN. Über eine eigene SIM verfügt diese Variante nicht. Es gibt aber bereits ein Schwestermodell mit e-SIM bei Vodafone. Die bietet allerdings keinen echten Mehrwert, ist dafür aber deutlich teurer.

Über NFC und Samsung Pay könnte man mit der Smartwatch sogar Bezahlvorgänge auslösen. Sobald die Verbindung über Bluetooth angerissen ist, verbindet sich die Uhr über WLAN – sofern Smartphone und Uhr im gleichen WLAN sind.

Mit dem nächsten Softwareupdate wird die Gear S2 Classic dann auch endlich mit dem iPhone kompatibel.

Die Gear S2 Classic wird übrigens von einer Dual-Core-CPU aus dem Hause Samsung mit 1 GHz, 512 MB RAM und 4 GByte Speicher ausgestattet.  GPS bietet leider nur die Version mit e-SIM.

Gear S2 Tizen: Ein OS auf der Überholspur?

Tizen OS Gear S2Bei der Gear S2 setzt Samsung wieder auf das hauseigene Betriebssystem Tizen, aktuell verbindet es sich leider nur mit Android-Geräten. Die Gear S2 soll aber in den nächsten Wochen dann auch mit iOS-Geräten kompatibel gemacht werden. Hierzu wird gerade eine spezielle Companion-App entwickelt, die dann alle Funktionen wie bei Android anbieten will.

Die einzelnen Wischgesten nach links und rechts, das Bestätigen per Tapp auf dem Display kennt man schon von Android (Wear). Eine Drehung der Lünette führt zum gleichen Ergebnis. Die Smartwatch zeigt das Ende eines Menüs sowohl per optischen, als auch per haptischem Signal (Vibration) an.

Die Koppelung des Smartphones erledigt eine Companion App (Gear App). BeiTizen OS Gear S2 Smartphones, die nicht von Samsung stammen (Android >4.4 und 1.5 GB RAM), muß man zudem noch ein Gear Plugin installieren. Über die Gear App kann man nun das Uhrendesign anpassen, Benachrichtungen einstellen und die (wenigen) Apps verwalten. Die Uhr zeigt dabei jegliche Benachrichtung an, egal ob SMS, E-Mail, WhatsApp, Facebook oder Twitter.

Über die Gear App sendet man Bilder und MP3 in den internen Speicher der Gear S2. So kann man die Uhr unterwegs mit einem Bluetooth-Headset auch als MP3 Player nutzen. Wer mag, kann aber auch den Musikplayer des Smartphones fernsteuern, das klappt auch mit Spotify.

Laut Samsung soll es etwa 1.000 Apps für die Gear S2 geben. tatsächlich handelt es sich meist um sogenannten Watchfaces. Nett anzusehen, ansonsten aber sinnfrei.  Kleinere Spiele wie Pong, Autorennen oder News-Apps (CNN, ESPN) sind aber auch vertreten. Zudem gibt es eine Karten-App mit Material von Here. Auf der Überholspur ist Tizen OS leider nicht, das gilt aber auch für Android Wear.

Für mich persönlich das Highlight ist da der eingebaute Gesundheitstracker “S-Health”. Hier kann ich meine täglich zurückgelegten Schritte anzeigen oder mich per Alarm auf fehlende Bewegung hinweisen lassen. Der Herzfrequenzmesser misst dabei den Puls.

Gear S2 Classic: Der Akku hält und hält und hält

Der Akku der Gear S2 ist 270 mAh kein starkes Stück. Dennoch hielt er im Test etwa 32 Stunden bei aktiviertem Bluetooth/WLAN durch. Damit kommt man also auf eine Laufzeit von 2 Tagen. Im Vergleich zu Android Wear ist das doch “super”. Aufgeladen wird die Gear S2 Classic über eine kleine Induktionsladestation – ähnlich wie bei der Moto 360. Auch hier dreht sich die Uhrenanzeige nach dem Einlegen in die Ladestation um 90 Grad.

Fazit: Die beste aller Smartwatches

Die Gear S2 Clsssic ist aktuell die beste aller Smartwatches. Sie sieht gut aus, sie ist super verarbeitet und die Bedienung über die Lünette ist eine Wucht. Dagegen sehen die Vertreter mit Android Wear echt alt aus.

Das Tizen OS von Samsung verrichtet seinen Dienst ganz ausgezeichnet, leidet aber – wie die Konkurrenz von Google – über ein recht übersichtliches Angebot an Apps & Games. Wer ein Samsung-Smartphone nutzt, wird sich über die Integration von S Health und S Voice freuen. Der Rest greift zu Google Fit. Die Gear S2 Classic funktioniert mit vielen anderen Android-Smartphones und demnächst auch mit dem Apple iPhone.

Tags : Android WearReviewsSamsungSmartwatchTizen
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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