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Samsung Gear S3 Frontier im Test: Besser geht es kaum

Testergebnis

Verarbeitung 9
Display 9.1
Performance & Akku 9.1
Sport 9.1

Fazit

9.1 Die Gear S3 Frontier ist eine tolle Smartwatch. Allerdings ist sie mit rund 400 Euro auch nicht günstig. Dafür bekommt man aber auch eine Menge geboten. Ein tolles Display, einen guten Akku und eine stabiles, leicht zu bedienendes Betriebssystem (Tizen OS). Das gefällt mir deutlich besser als Android Wear oder Apples iOS Watch. Die Frage bleibt nach dem persönlichen Nutzen einer solchen "intelligenten" Uhr. Für Sportler (Läufer) dank GPS deutlich interessanter, wirkt sie doch etwas "bullig" und im Fitnessstudio leicht "oversized". Da würde auch die Gear Fit2 ausreichen. Mit der neuen iOS-App könnte sie der Apple Watch 2 gefährlich werden, wobei letztere für den Einsatz im Schwimmbad konzipiert wurde. Die Gear S3 muss da passen.

Die Gear S3 Frontier ist knapp 1 1/2 Jahre alt und gehört bereits zum Alteisen. Samsung hat mit der Gear S3 Frontier und Gear S3 nämlich zwei Nachfolger ins Leben gerufen. Die sollen am Erfolg des Vorgängers anknüpfen und sind gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten in die Länden gekommen. Ich habe mir die Samsung Gear S3 Frontier mal aus der Nähe angesehen. Die Technik hat mich ebenso überzeugend, wie das Betriebssystem. Mehr Details zur knapp 400 Euro teuren Smartwatch findet ihr im folgenden Test.

Gear S3 Frontier: Stilvoll und funktionsreich?

Dieser wenig markante Werbespruch von Samsung bestätigt sich auf den ersten Blick nicht sofort. Stilvoll mag die „Classic“ Variante der S3 sein, die „Frontier“ ist eher markant. Beide Gehäuse wirken dabei recht ausladend und stehen auch nur einer Größe zur Verfügung. Das Gehäuse ist eine Mischung aus gebürsteten Elementen und mattierten Teilen. Die drehbare, mattierte Lünette weist glänzende Indices auf. Das Armband aus Silikon wirkt da leider etwas „billig“, unterstreicht aber den Outdoor-Charakter.

  • Gear S3
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Die Gear S3 Frontier kommt ab Werk mit einem Uhrenarmband (22 mm) aus recht festem Silikon. Das robuste Material ist Wasser und Schweiss gegenüber resistent und wird in drei Farben Grün, Rot und Schwarz angeboten. Baden, Duschen oder gar Schwimmen sollte man mit der Uhr aber nicht. Die S3 Frontier ist zwar nach IP68 zertifiziert und damit staub- und wasserdicht (bis 1,5 Metern und 30 Minuten). Das gilt aber nicht bei Salzwasser, Seifenlauge, Alkohol und erhitzten Flüssigkeiten. Das Echtlederarmband der „Classic“ ist für solche Zwecke auch eher ungeeignet.

Samsung Gear S3 und die Haptik

Die knapp 49 x 46 x 12,9 mm dicke und rund 57 Gramm leichte Gear S3 Frontier trägt sich wie eine ganz normale Armbanduhr. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und das Display wird mit Corning Gorilla Glas geschützt. Auf der rechten Seite findet man die beiden Drücker, die man mit einer gummiartigen Riffelung versehen hat. Mit der oberen Taste kann man einen Schritt zurückgehen, mit der unteren Taste kommt man zurück zum Watchface bzw. in das kreisrunde Menü. Die Taste dient auch als Ein-/ und Ausschalter. Das Mikrofon für Spracheingaben befindet sich unter den beiden Tasten und der Lautsprecher auf der linken Seite. Eine Version mit LTE gibt es zumindest in Deutschland nicht zu kaufen.

Die Verarbeitung der Uhr war gut, leider hat die drehbare Lünette etwas zuviel Spiel und klappert beim Antippen leicht. Ein unschönes Geräusch, welches ich in dieser Preisklasse eigentlich nicht toleriere, zumal es kein Einzelfall ist. Der Drehmechanismus ist für meinen Geschmack zudem etwas zu leicht bzw. schwammig und hat mir bei der Gear S2 besser gefallen.

Lieferumfang ist übersichtlich, Verpackung aufwendig

Der Lieferumfang der beiden Gear-S3-Modelle ist nahezu identisch. Neben der Smartwatch findet man eine schicke Induktionsladestation, ein Netzteil mit MicroUSB-Kabel und ein kürzeres Armband (S) für schmalere Handgelenke. Letzteres macht bei der Uhr imho aber kaum Sinn.

Gear S3 Frontier: Display und Bedienung

gear-s3_design_face1_aod Die Gear S3 nutzt ein rundes, 1,3-Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 360 x 360 Pixeln. Bei gleicher Auflösung nutzt man ein größeres Display, so reduziert sich die ppi auf 278 und liegt hinter der Apple Watch (326 ppi) und der Huawei Watch (286 ppi). Das „Flat Tire“, also das nicht vollständig runde Display wie bei der Moto 360, tritt hier nicht auf. Laut Samsung soll die Gear Se3 nun aber eine Art Antialiasing unterstützen. Treppeneffekte waren daher auch keine sichtbar.

Samsung liefert ab Werk 15 Watchfaces, die man teilweise noch über Anpassungsmöglichkeiten personalisieren kann. Die maximale Helligkeit kann man in gear-s3_design_face4_aodinsgesamt zehn Stufen einstellen. Schon die ersten fünf davon sind ausreichend. Scheint die Sonne doch mal heller, dann bleiben noch genügend Reserven. Eine Automatik gibt es hier aber nicht.

Das Betriebssystem Tizen-OS bedient man über Wischgesten auf dem Display, wie bei jeder anderen Smartwatch auch. Samsung geht aber noch einen Schritt weiter und ermöglicht die Bedienung über die drehbare „Lünette“ (der Metallring rund um das Display).

Die Bedienung ist fast intuitiv und gefällt mir deutlich besser als bei der Apple Watch mit ihrer digitalen Krone. So scrolle ich schnell mal eben durch Nachrichten, durch das Menü oder vergrößere Karten. All das geht mit Android Wear so nicht. Leider ist die Bedienung stellenweise noch etwas ruppig. So kann ich Menüpunkte zwar durch die Drehbewegungen auswählen, bestätigen muss ich meine Eingabe aber durch den Touchscreen.

Samsung Gear S3 Frontier: Konnektivität

Die Gear S3 Frontier nutzt für die Anbindung an ein Android-Smartphone entweder Bluetooth oder WLAN. Über eine eigene SIM verfügt sie nicht. Über NFC und Samsung Pay könnte man mit der Smartwatch sogar Bezahlvorgänge auslösen. Sobald die Verbindung über Bluetooth abgerissen ist, verbindet sich die Uhr über WLAN – sofern Smartphone und Uhr im gleichen WLAN sind. Mit dem nächsten Softwareupdate wird die Gear S3 Frontier dann auch endlich mit dem iPhone kompatibel. Eine Beta-Version für iOS (>8.4) ist sogar schon geleakt worden.

Die Gear S3 Frontier wird übrigens von einer Dual-Core-CPU aus dem Hause Samsung (Exynos) mit 1 GHz, 768 MByte RAM und 4 GByte Speicher ausgestattet. Über das eingebaute Mikrofon sowie den Lautsprecher kann man nun auch Gespräche führen. Dazu benötigt man aber zwingend eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone.

Gear S3 und das Tizen-OS

Tizen OS Gear S2Bei der Gear S3 setzt Samsung wieder auf das hauseigene Betriebssystem Tizen. Laut Samsung gibt es mittlerweile um die 10.000 Apps für die Smartwatch-Plattform. Dazu zählen aber auch unzählige Watchfaces, also virtuelle Ziffernblätter. Bei der Gear S3 hat Samsung softwareseitig einige Verbesserungen vorgenommen. So kann ich nun neben den Watchfaces auch Apps über die Uhr installieren. Ich spare mir also den Umweg über Smartphone. Vorausgesetzt diese hat eine Verbindung zum WLAN bzw. Funknetz.

Die einzelnen Wischgesten nach links und rechts, das Bestätigen per Tapp auf dem Display kennt man schon von Android (Wear). Eine Drehung der Lünette führt zum gleichen Ergebnis. Die Smartwatch zeigt das Ende eines Menüs sowohl per optischen, als auch per haptischem Signal (Vibration) an.

Die Koppelung des Smartphones erledigt eine Companion App (Gear App). Das klappt auch beiTizen OS Gear S2 Smartphones, die nicht von Samsung stammen, sofern sie mindestens Android 4.4 und 1.5 GByte RAM bieten. Leider ist die neue Gear App aber „zickig“ und liess sich nicht vollständig mit meinem Xiaomi nutzen. Die Verbindung klappt, der App-Store war aber nicht verfügbar. Mit Modellen von HTC oder Huawei gab es keine Probleme und auch mein betagtes Galaxy S4 wurde erkannt. Die Uhr zeigt dabei eingehende Benachrichtigungen an, egal ob SMS, E-Mail, WhatsApp, Facebook oder Twitter. Über eine recht intelligente Tastatur kann man diese nun sogar beantworten.

Über die Gear App sendet man Bilder und MP3 in den internen Speicher (4 GByte) der Gear S3. So kann man die Uhr unterwegs mit einem Bluetooth-Headset auch als MP3 Player nutzen. Wer mag, kann aber auch den Musikplayer des Smartphones fernsteuern, das klappt auch mit Spotify.

Die meisten Apps bei Tizen sind nett, aber oft sinnfrei. Kleinere Spiele wie Pong, Autorennen oder News-Apps (CNN, ESPN) sind ebenso vertreten, wie eine Karten-App mit Material von Here. Auf der Überholspur ist Tizen OS leider nicht, das gilt aber auch für Android Wear.

Für mich persönlich ist das Highlight der eingebaute Gesundheitstracker „S-Health“. Hier kann ich meine täglich zurückgelegten Schritte anzeigen oder mich per Alarm auf fehlende Bewegung hinweisen lassen. Der Herzfrequenzmesser misst dabei den Puls. Die anderen Sensoren helfen bei der Auswertung von Höhenunterschiede (nur per Barometer) bzw. der aktuellen Geschwindigkeit (GPS). Dank des GPS-Moduls kann die Gear S3 nun auch mit der entsprechenden App Wegstrecken berechnen und protokollieren. Wer mag, kann seine aktuelle Position per Notruf auf Knopfdruck (3x) abzusetzen.

Gear S3 Frontier: Der Akku hält und hält und hält

Der Akku der Gear S3 ist von 270 mAh auf 380 mAh gewachsen. So hielt das Kraftpaket im Test etwa 2,5 Tage bei aktiviertem Bluetooth/WLAN durch. Im Vergleich zu Android Wear ist das doch „super“. Aufgeladen wird die Gear S3 Frontier über eine kleine Induktionsladestation – ähnlich wie bei der Moto 360. Auch hier dreht sich die Uhrenanzeige nach dem Einlegen in die Ladestation um 90 Grad.

Fazit: Die beste aller Smartwatches

Die Gear S3 Frontier ist eine tolle Smartwatch. Allerdings ist sie mit rund 400 Euro auch nicht günstig. Dafür bekommt man aber auch eine Menge geboten. Ein tolles Display, einen guten Akku und eine stabiles, leicht zu bedienendes Betriebssystem (Tizen OS). Das gefällt mir deutlich besser als Android Wear oder Apples iOS Watch. Die Frage bleibt nach dem persönlichen Nutzen einer solchen „intelligenten“ Uhr. Für Sportler (Läufer) dank GPS deutlich interessanter, wirkt sie doch etwas „bullig“ und im Fitnessstudio leicht „oversized“. Da würde auch die Gear Fit2 ausreichen.  Mit der neuen iOS-App könnte sie der Apple Watch 2 gefährlich werden, wobei letztere für den Einsatz im Schwimmbad konzipiert wurde. Die Gear S3 muss da passen.

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Tags : Android WearFitness-TrackerReviewSamsungSmartwatchTestsTizen
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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