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Sony MDR-1000X Test: Was taugt die aktive Geräuschunterdrückung?

Mit dem Sony den MDR-1000X stellt der Hersteller nicht weniger als das „neue Premium-Modell unter den kabellosen Kopfhörern“ vor. Der Over-Ear-Kopfhörer nutzt dabei eine aktive Geräuschunterdrückung wie es BOSE bei seinen QuietComfort 35 schon eindrucksvoll bewiesen hat. Aber kann das Modell für 300 Euro mit dem Platzhirsch qualitativ gleichziehen?

Laut Sony soll die hauseigene Geräuschunterdrückung (Noise Cancelling) so wirkungsvoll wie nie zuvor sein. Ich habe die nicht ganz billigen Kopfhörer (damals noch 399 Euro, mittlerweile rund 300 Euro) daher in den letzten Monaten mal im Bus, Flugzeug und auf meinem täglichen Weg zur Arbeit getestet.

Sony MDR-1000X: Over-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling

Die Kopfhörer selber sind als Over-Ear-Modell nicht gerade unauffällig. In der aufwendigen Verpackung findet man dabei auch gleich die passende Transport-Box, ein Kopfhörerkabel (1,5 Meter), Micro-USB-Ladekabel  und einen Flugzeugadapter im Lieferumfang. Wenn die eingebaute Batterie mal zur Neige geht, kann man über das Kopfhörerkabel immerhin noch Musik hören.

Die MDR-1000X werden von Sony in den beiden Farben Schwarz oder Champagner ausgeliefert. Mit einem Gewicht von rund 270 Gramm sind noch relativ leicht, sind auf den Ohren aber recht gut sichtbar.

MDR-1000X: Akkulaufzeit und Bedienung

Die Akkulaufzeit beträgt rund 20 Stunden, wer auf die aktive Geräuschunterdrückung verzichtet, der kommt auf rund 22 Stunden. Die Ladezeit von 4 Stunden empfinden wir als mindestens eine Stunde zu hoch.

MDR-1000X_4Bei der Bedienung setzt der Hersteller auf eine Mischung aus Tasten (linke Ohrmuschel) und Touchflächen (rechte Ohrmuschel). Für den Notfall – wenn man mal schnell die Außengeräusche hören muss- legt man einfach die Hand auf die rechte Ohrmuschel. Streicht man mit dem Finger vorsichtig und ohne Druck über die Touchfläche nach oben, erhöht sich die Lautstärke und vice versa. Tippt man kurz auf das Touchfeld, so stoppt den gerade laufende Titel. Ein erneutes Antippen setzt das Stück an der zuvor gestoppten Stelle fort. Wischt man schneller nach oben, springt man zum nächsten Titel, wischt man schnell nach unten kann man den Song auch wiederholen. Leider reagiert die Sensorfläche auch auf Kapuzen, vor allen Dingen, wenn sie feucht geworden sind. Es kommt dann zu nervigen Fehlbedienungen, die man im täglichen Gebrauch zwar auch bemerkt, aber nicht als störend empfindet.

Mit den Tasten auf der linken Seite startet man den Ambient Sound, das Noice Cancelling sowie den Kopfhörer selbst. Dazu einfach den Ein-/Ausschalter kurz betätigen, ein länger Druck versetzt ihn in den Bluetooth-Pairing-Modus. Das klappt auch über NFC.

MDR-1000X: Der Sound macht die Musik

MDR-1000X_7Sony hat nach eigenen Aussagen beim MDR-1000X die „Digitale Noise Cancelling Software“ optimiert. So bekommt man im Zug unter normalen Bedingungen kaum noch etwas von den Triebwerken mit. Ganz weg sind sie aber definitiv nicht. Das gilt auch für das Brummen/Summen des Dieselmotors im Bus.  sind weiterhin zu hören. Das Geräuschlevel senkt der MDR-1000X aber tatsächlich erheblich. Im Flugzeug bleibt ein Rauschen auf höheren Frequenzen.

Das aktive Noise Cancelling funktioniert sowohl über Kabel als auch über Bluetooth. Der geschlossene Kopfhörer nutzt die sogenannte S-Master HX Technologie und bietet 40 mm große Treiber mit einer Membran aus Flüssigkristallpolymer (LCP) und eine Kupfer-Schwingspule. Dank DSEE HX (Digital Sound Enhancement Engine) kann man komprimierte Musikdateien wie MP3, AAC und WMA akustisch aufpeppen. LEIDER unterstützt der neue MDR-1000X aber NICHT aptX von Qualcomm, sondern nur LDAC.

Der „Ambient Sound Mode“ unterscheidet zwischen „Normal“ und „Voice“. Im letzteren Modus bekommt man die Ansagen am Flughafen oder Bahnhof trotz Musikgenuss noch gut mit.

Der Sound ist relativ neutral abgestimmt und kommt mit Genres wie Elektro, Klassik und Pop gut klar. Der Bass ist dabei relativ zurückhaltend und könnte in meinen Augen etwas präsenter sein (wie bei den Kopfhörern von Sennheiser). Insgesamt klingt er etwas besser als der BOSE QC35, die aktive Geräuschunterdrückung ist aber spürbar schlechter.

Bose QuietComfort 35

BOSE QC35

Sony MDR-1000X im Test: Fazit

Der Sony MDR-1000X ist ein klanglich gut, aber wohl nichts für HiFi-Freaks. Die aktive Geräuschunterdrückung ist eine Wohltat für die Ohren, kommt aber nicht gegen den Platzhirsch BOSE heran. Die Bedienung über die Touchfläche ist gewöhnungsbedürftig und sieht für Dritte etwas seltsam aus. Wer mehr Wert auf Stille legt, sollte zum BOSE QC35 greifen. Wer keine aktive Geräuschunterdrückung sucht, greift vermutlich zu einem Sennheiser. Der Sony MDR-1000X ist da eine gute, wenngleich auch etwas teure Mischung.

Tags : BoseReviewSonyTests
Dirk

Der Author Dirk

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