Beenden

Sony Xperia M4 Aqua im Test: Wasserfestes Smartphone ohne Tadel

Vor ein paar Wochen hat Sony mit dem Sony Xperia Z3 Plus das Xperia Z3 aus dem Vorjahr noch mit kleinen Upgrades neu „erfunden“. Das „Plus“ ist dabei leider etwas zu kurz gekommen. Mit dem Xperia M4 Aqua stellt Sony nun ein weiteres Smartphone im „Xperia-Gewand“ vor. Wie der Name Aqua es schon vermuten lässt, handelt es sich natürlich um ein nach IP68 relativ wasser- und staubdichtes Smartphone. Allerdings ist es nix für Outdoor-Fanatiker. Für knapp 250 Euro bekommt man neben dem einem Kunststoff-Gehäuse noch ein 5-Zoll großes HD-Display, einen Chipsatz mit acht Kernen (Snapdragon 615, 1.5 GHz), 2 GByte Arbeitsspeicher, 8 GByte (16 GByte) Speicher, eine 8-Megapixel-Kamera, einen 2.400 mAh starken Akku und Datenschnittstellen mit Unterstützung für HSPA+, WLAN b/g/n und LTE serviert. Genug Zahlen? Ihr wollt meine Meinung? Test.

Das Design: One fits all

Sony_Xperia_M4_Aqua
Mehr Bilder nach dem Klick

Die Designer bei Sony haben mit dem etwas angegrauten Xperia-Design wohl schon vor Jahren ihren (verdienten?) Ruhestand angetreten. Das M4 Aqua kommt daher gewohnt kantig daher, wird an den Ecken noch zusätzlich von Kunststoff geschützt und verzichtet auf einen hochwertigen Metallrahmen. Dafür besteht die Rückseite auch nur aus Kunststoff. Das Xperia M4 Aqua ist mit seinen Abmessungen von 146 x 73 x 7,3 mm und einem Gewicht von 136 Gramm ansonsten dem Z3+ wie aus dem Gesicht geschnitten. Erstaunlicherweise aber nur 8 Gramm leichter.
Sony_Xperia_M4_Aqua_11 Sony_Xperia_M4_Aqua_10 Sony_Xperia_M4_Aqua_14
Den bei Xperia-Modellen üblichen Dockingport auf der Seite findet man auch beim M4 Aqua nicht. Der offene, aber trotzdem staub- und wasserfeste USB-Port befindet sich – etwas unglücklich positioniert – am linken oberen Rand des Smartphones. Die Vorderseite wird durch gehärtetes Mineralglas (nicht Corning Gorilla Glas) geschützt, die Rückseite ist hingegen mit Polycarbonat überzogen. Der Rahmen des M4 Aqua besteht ebenfalls aus Kunststoff, wobei die Ecken von Sony nochmals zusätzlich verstärkt wurden. Im Falle eines Fall(es) soll das Smartphone dadurch weniger Schaden nehmen? Ich würde es aber nicht drauf ankommen lassen. Das Gehäuse wirkt auf mich jedenfalls stabil, kantig und schnörkellos. Es sieht halt aus wie ein weiteres Sony Xperia.

Sony_Xperia_M4_Aqua_07 Sony_Xperia_M4_Aqua_09
Die maximal 128 GByte große microSD-Karte schiebt man auf der linken Seite ins Gehäuse, der Einschub selbst ist durch eine wasserdichte Klappe geschützt. Die nano-SIM hat auf der rechten Seite auch solch einen Einschub spendiert bekommen. Beide Klappen auf jeden Fall gut verschliessen, sonst ist die Wasserdichtigkeit dahin!

Display: HD und etwas leuchtarm

Sony_Xperia_M4_Aqua_05
Das IPS-Display des Sony Xperia M4 Aqua bietet eine Diagonale von 5 Zoll und löst mit 720 x 1.280 Pixel auf. Es stellt seine Inhalte trotzdem scharf dar. Die maximale Helligkeit ist mir persönlich (im Vergleich zum Galaxy S6 Edge) allerdings zu gering ausgefallen. So kann es zwar in geschlossenen Räumen überzeugen, muss auf der Straße aber bereits heftig gegen das Umgebungslicht ankämpfen. Im Gegensatz zum Z3 Plus wurde das Display des M4 Aqua aber angenehm neutral eingestellt. Trotzdem kann man in den Einstellungen den Weißabgleich nochmals selber ändern. Das IPS-Display im Sony Xperia M4 Aqua bietet eine gute Blickwinkelstabilität.

Konnektivität & Akku: Alles drin

Sony stattet das Xperia M4 Aqua mit allen wichtigen Standards aus. Neben dem Micro-USB-Port verständigt es sich auch per Bluetooth 4.1 sowie NFC. Externe Speichermedien werden leider nicht über USB-OTG unterstützt. Der MicroSD-Einschub erweitert den internen Speicher (8/16 GByte, davon sind 4 bzw. 11 GByte frei) um maximal 128 GByte. Unterwegs ist man über WLAN b/g/n (2.4 GHz) sowie HSPA+ und LTE online. Zur Positionsbestimmung nutzt das Sony Xperia M4 Aqua einen GPS-Empfänger mit Unterstützung für Glonass. Der Satfix gelingt innerhalb von Gebäuden nur sehr schlecht, auf dem freien Feld klappte es nach etwa 20 Sekunden mit geringen Abweichungen bei der Genauigkeit der Positionsbestimmung. Die Sprachqualität empfanden meine Gesprächspartner und ich im Test im Netz von O2 und der Telekom als „gut“. Das eigentlich zum Lieferumfang gehörende Headset konnte ich leider nicht testen, mein Testsample hatte leider keines. Der fest eingebaute Akku leistet 2.400 mAh und hält etwa anderthalb Tage durch.

Performance: Kein Hitzkopf, aber ihm wird schon warm

Sony Xperia M4 Aqua Screenshot Sony Xperia M4 Aqua Screenshot Sony Xperia M4 Aqua Screenshot

Das Xperia M4 Aqua nutzt einen Snapdragon 615 aus dem Hause Qualcomm. Der kann in Kombination mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und der aktuellen Firmware (26.1.A.1.128) im AnTuTu-Benchmark mit rund 33.240 Punkten brillieren. Im Geekbench 3 reicht es für 647 Zähler im Single-Core und 2.521 im Multi-Core. Das ist ziemlich gut und so liefen die von mir getesteten Spiele (Reckless Racing 3, Modern Combat 5) auch absolut flüssig. Auch das Betriebssystem Android 5.0 samt Benutzeroberfläche kam kaum ins Straucheln. Meine Hände fanden die Wärmeabgabe der CPU auch bei den aktuell hohen Temperaturen noch annehmbar.

Android 5.0: Sony UI und viele Apps

Sony Xperia M4 Aqua ScreenshotSony Xperia M4 Aqua ScreenshotSony Xperia M4 Aqua ScreenshotSony Xperia M4 Aqua Screenshot

Das Xperia M4 Aqua wird mit Google Android 5.0 sowie der Benutzeroberfläche (UI) von Sony ausgestattet. Neben den üblichen Apps aus dem Hause Google findet man auch zahlreiche Vertreter von Sony (Musik, Filme, Album) wieder. Zudem bietet das Aqua wieder eine Fernbedienung für die PlayStation 4. Die Fitness-App namens „Lifelog fehlt und auch die Navigationssoftware von Garmin ist nicht vorhanden. Daneben gibt es aber auch noch Bloatware in Form von AVG Protection Anti-Virus. Kann man aber auf Wunsch entfernen.

Kamera & Multimedia: Gute Cam, befriedigender Sound

Sony Xperia M4 Aqua Screenshot Sony Xperia M4 Aqua Screenshot

Die Kamera des Sony Xperia M4 Aqua löst zwar mit maximal 13 Megapixel auf, die stehen aber nur im manuellen Modus zur Verfügung. Wer die „Intelligente Automatik“ nutzt dem werden nur Aufnahmen mit 9 Megapixel gelingen. Bilder bei Dunkelheit geraten etwas körnig und insgesamt sind die Aufnahmen nicht ganz so gut wie beim Z3+. Meine Testaufnahmen findet ihr hier bei Flickr:

Campic Sony Xperia M4 AquaCampic Sony Xperia M4 AquaCampic Sony Xperia M4 Aqua

Der Sound wird beim Aqua nur über einen Lautsprecher auf der Unterseite des Displays wiedergegeben. Die Qualität ist ok, der Sound ist sehr laut kommt aber nicht ansatzweise an den BoomSound des HTC M9 ran. Leider fehlt beim M4 Aqua auch der Direktzugriff auf die beliebten Equalizer-Presets und „ClearBass“. Hierzu muss man erst von der Playlist in das seitliche Menü wechseln. Dort in den Einstellungen bekommt man dann Zugriff auf ClearAudio+ oder die Soundeffekte. Der Klang geht dann natürlich wieder in Ordnung. Habe ich das FM-Radio erwähnt? Nein, nun gut: ist vorhanden, funktioniert nur mit Kopfhörer. Videos spielt das Xperia M4 in allen wichtigen Formaten ab.

Fazit: Wasserfest und schwer in Ordnung

Das Sony Xperia M4 kommt optisch als Xperia Z3 (Z3+) rüber. Das Gehäuse besteht allerdings „nur“ aus Polycarbonat. Die Equalizer-Presets hat Sony gut versteckt. Die Qualität der Kamera ist soweit gut. Der Snapdragon 615 erledigt seine Arbeit zuverlässig und ohne die hohe Wärmeentwicklung eines Snapdragon 810. Die IP68-Zertifizierung erlaubt den Besuch eines Schwimmbades ohne Angst vor einem Totalschaden. Wer mag, kauft sich sein Xperia M4 Aqua bei Amazon.de und unterstützt damit mobile-reviews.de.

Tags : AndroidSony
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen