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Sony Xperia X im Test: Macht Sony uns ein X für ein Z vor?

Testergebnis

Verarbeitung 8.5
Display 8.5
Performance 8
Kamera 8.5

Fazit

8.4 In aller erster Linie der Preis, denn 600 Euro sind in meinen Augen eine Frechheit für die gebotene Mittelklasse-Leistung. Im Prinzip bekommen wir hier ein abgespecktes Xperia Z5. Das Display ist dabei noch das Highlight des Smartphones. Der Prozessor ist schnell, kann aber gegen die aktuelle Konkurrenz von LG, HTC und Samsung nichts ausrichten.

Wenn man das Xperia X das erste Mal sieht, könnte man gluabe, Sony hätte das Xperia Z5 neu aufgelegt. Die Ähnlichkeiten sind meiner Meinung nach unverkennbar und auch der Preis (600 Euro) ist deftig. So muss sich das neue Smartphone nicht nur mit dem eigenen Bruder, sondern auch mit den anderen Modellen in dieer Preisklasse, wie das Huawei P9, LG G5, HTC 10 und auch mit dem Underdog Xiaomi Mi5 messen. Dazu wirft der Hersteller ein in Metall eingekleidetes Xperia X mit 23-Megapixel-Kamera, einen Snapdragon 650 mit sechs Kernen und 32 GByte in den Ring. Ob das wohl reicht?

Sony Xperia X: Alu-Gehäuse im neuen, alten Design

Das Xperia X ähnelt dem Xperia Z5. Das Alu-Gehäuse gibt es in den Farben Lime-Gold, Graphit-Schwarz, Weiß und neuerdings natürlich auch in Rosé-Gold. Wir wollen der weiblichen Kundschaft ja auch was bieten. Mit seinen Abmessungen von 143 × 69 × 7,7 mm ist es relativ klein, die 152 Gramm Gewicht fallen da schon spürbarer aus. Der Ein-/Ausschalter mit integriertem Fingerabdruckscanner, der Regler für die Lautstärke und die spezielle Kamerataste befinden sich allesamt auf der rechten Seite im Rahmen und bieten einen gut spürbaren Druckpunkt. Der Einschub für die nanoSIM und microSD ist auf der linken Seite zu finden. Gut geschützt durch eine kleine Klappe. Gerade die eigene Kamerataste finde ich gut, wozu hat man eine Super-Duper-Kamera?

Die Kopfhörer stöpselt man beim Xperia X übrigens wieder auf der Oberseite ein. Auf der Unterseite findet man ein Mikrofon und einen einfachen micro-USB-Port. Das Gehäuse des Xperia X ist nun nicht mehr nach IP68 zertifiziert und damit weder wasser- noch staubdicht.

Xperia X: Handliche 5-Zoll in Full-HD

Die Full-HD-Auflösung reicht locker für ein Smartphone mit Fünf-Zoll-Display. So ergibt die Auflösung von 1.080 x 1.920 Pixel immerhin knackscharfe 441 Pixel pro Zoll. Die Farbdarstellung ist gut und die Farbtemperatur kann selbst eingestellt werden. Das Display selber hat ab Werk einen leichten Rotstich und ist im direkten Vergleich zum Z5 auch nicht ganz so leuchtstark. Sony liefert zwei Bildprofile „X-Reality“ und „Superlebendig“ ohne messbaren Nutzen.

Multimedia: Top-Sound bei einem Smartphone?

Mit dem Xperia X kann man seine abgespeicherten Inhalte problemlos auf dem Gerät selbst betrachten, über die Video-App online streamen oder per DLNA auf seine Heimgeräte übertragen. Sogar die Verbindung mit der PS4 ist über Remote Play möglich. MP3 werden kostenlos über das DSEE-HX-Feature aufgepeppt und Fans unkomprimierter Musik freuen sich über die Unterstützung für FLAC, ALAC, DSD, LPCM und den LDAC-Standard. Zahllose Equalizer-Presets und Soundeinstellungen sorgen für einen wirklich guten Sound und satten Bass. Zumindest über gute Kopfhörer, die gehören aber natürlich nicht zum Lieferumfang. Der Sound wird vom Xperia X auf Wunsch auch automatisch auf die Kopfhörer abgestimmt, ähnlich wie bei Samsung und HTC. Ach ja, das FM-Radio ist auch wieder da? Sony hat also noch nicht dem Druck der Provider nachgegeben. Das vom Xperia Z5 bekannte noice canceling hat natürlich auch wieder Einzug ins Xperia X gefunden, sind ja praktisch Zwillinge 😀

Sony Xperia X: 23-Megapixel-Kamera mit Full-HD und (erneuten) Hitzeproblemen

Android 6.0.1 auf Sony Xperia XDie Kamera auf der Rückseite löst (wieder) mit 23 Megapixel auf, zeichnet Videos allerdings nur noch in Full-HD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. Damit ist das Hitzeproblem bei längeren Videoaufnahmen endlich behoben, oder? Nein, nach knapp 7 Minuten fängt die Kamera (eigentlich ist es aber die CPU) zu überhitzen und schaltet zunächst ein paar Funktionen und kurz danach sich selbst ab. Mit der aktuellen Firmware 34.0.A.1.277 hat sich daran auch nichts geändert.  Knapp 8 Minuten FHD schlagen mit 1 GByte zu Buche.

Beim „prädiktiven Autofokus“? folgt die Kameraoptik automatisch einem zuvor gewähltenAndroid 6.0.1 auf Sony Xperia X Motiv und stellt den Fokus immer passend ein. Der 1/2,3“ Exmor™ RS for mobile Sensor bietet einen fünffachen (digitalen) Zoom und nutzt ein 24-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv und Blende f/2.0. Angeblich kann mit ihr bis ISO 12.800 fotografieren.

Leider steht auch hier (wieder) die sogenannte „überlegene Automatik“ im Weg. Die Kamera erkennt dann zwar die Umgebung selbständig und schaltet das beste Programm ein, kappt aber die maximale Auflösung erst einmal auf 8 Megapixel. Das sollte man dann fix in den Einstellungen ändern.

Wer also wirklich das letzte Quentchen aus der Kamera holen will, muss den manuellen Modus nutzen. Hier hat man Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen. Im sogenannten AR-Modus kann man wieder seine Bilder mit Dinosauriern, Bomben oder Zwergen verschönen. Die Selfie-Kamera kommt auf eine respektable Auflösung von 13 Megapixel.

Sony Xperia X

Performance & Akku: Snapdragon 650 gegen den Rest der Welt?

Während LG, Xiaomi und HTC zum Beispiel auf den Snapdragon 820 setzen, hat sich Sony für den Mittelklasse-Chip Snapdragon 650 mit sechs Kernen entschieden. Der kommt beispielsweise auch im Xiaomi Redmi Note 3 Pro (für 230 Euro) zum Einsatz. Da helfen dann auch keine 3 GByte Arbeitsspeicher. So erreichte das Xperia X im aktuellen AnTuTu Benchmark nur 75.443 Punkte und liegt damit sogar hinter dem Huawei P9. Im Geekbench 3 reicht es für im 1.514 Single-Core und 3.836 im Multi-Core.

Alle aktuellen Spiele und auch die hauseigene Benutzeroberfläche laufen allerdings ruckelfrei. Eine Überhitzung (abgesehen von der Kamera) konnte ich im Test auch nicht feststellen, da geht das Thermometer beim Snapdragon 820 deutlich stärker in die Höhe.

Der fest eingebaute Akku leistet nur 2.620 mAh und damit kommt man dann auch nur „so“ über den Tag. Ich habe 30 Minuten Spotify gehört, 10 Bilder gemacht, 12 Minuten Videos und hatte danach nur noch 67 Prozent Akku. Bei normaler Nutzung sind als auch nicht mehr als ein Tag drin. Im Notfall greift der zweistufige Energiesparmodus ein, hier „Stamina-Modus“ genannt, ein. Damit kann man sich nochmals ein paar Stunden erhaschen.

Konnektivität und Klang: Alles wird gut

Die Sende- und Empfangsleistung des Sony Xperia X ist trotz Metallgehäuse auf einem guten Niveau. Es gibt keine messbaren Aussetzer, keine Ausreißer. Unterwegs kann ich über UMTS oder eben auch per LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 a/g/n/ac (2.4/5 GHz) im Internet surfen. Das klappte im Test völlig problemlos. Bei der Telekom kam ich in Münster auf knapp 83 mbit/s. Auch eine LTE-Kanalbündelung (bei der Telekom ohne Wirkung) ist möglich bzw. eine intelligente Umschaltung von WLAN nach LTE. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen. Die Sprachqualität des Xperia X war gut. Das Smartphone unterstützt die Erweiterung des internen Speichers (32 GByte) per microSD-Karten (bis 200 GByte).

Android 6.0.1: Sonys neue Kleider

Android 6.0.1 wurde von Sony wieder in die hauseigene, leicht entschlackte Benutzeroberfläche  eingehüllt. Sony hat neben den Apps aus dem Hause Google auch wieder eine Menge Software dazugepackt. Neben sinnvollen Apps wie Dropbox, Facebook und Spotify aber auch eher nutzlose Dinge wie AVG Protection, SkyGO, Kobo eBooks. Der Entsperrbildschirm wird beim Sony Xperia X nun einfach nach links gezogen. Die Launcher selber wirkt aufgeräumter und orientiert sich mehr am „normalen“ Android. Musikplayer, Kalender und Co kommen aber noch immer von Sony. ich bin gespannt, ob der Hersteller sich an HTC ein Beispiel nehmen wird und auf seine eigenen Apps verzichtet. Beim Musikplayer würde mir das persönlich sehr leid tun.

Der Fingerabdrucksensor in der Home-Taste wird über die Sicherheitseinstellungen konfiguriert und verträgt sich dann auch mit mehreren Fingern. Sinnvoll ist hingegen nur die Registrierung des Daumens.  Ergonomie sieht auch ganz anders aus. Danach kann man das Xperia X über den Finger oder über eine zuvor gewählte PIN bzw. Passwort entsperren.  Der Sensor reagiert dabei recht zuverlässig, ist aber nicht so schnell und treffsicher wie beim Apple iPhone 6s.

Fazit: Irgendwas stimmt nicht mit dem Xperia X

In aller erster Linie der Preis, denn 600 Euro sind in meinen Augen eine Frechheit für die gebotene Mittelklasse-Leistung. Im Prinzip bekommen wir hier ein abgespecktes Xperia Z5. Das Display ist dabei noch das Highlight des Smartphones. Der Prozessor ist schnell, kann aber gegen die aktuelle Konkurrenz von LG, HTC und Samsung nichts ausrichten.

Die Kamera mag mit 23 Megapixel auflösen, da diese Full-HD-Videos mit 60 fps aber nach rund 7 Minuten mit Arbeitsverweigerung quittiert, kann sie mich nicht überzeugen. Die Bildqualität der 23-Megapixel-Kamera ist gut, aber wird ihrem Ruf nicht gerechet. In dieser Preis-/Leistungsklasse gibt es mit dem iPhone 6S und dem Galaxy S7 bzw. dem Huawei P9 bessere Lösungen. Aber natürlich meckere ich hier auf einem SEHR hohen Niveau. Die Konkurrenz kommt mit 12 Megapixel aus und macht imho schönere Bilder.

Was bleibt ist die hübsche Verpackung, deren IP68-Zertifizierung ebenfalls der Vergangenheit angehört. Und das gilt leider auch für das Preis-/Leistungsverhältnis der Smartphones aus dem Hause Sony.

Update: Test mit neuer Firmware.

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Tags : ReviewSmartphoneSony
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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