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Sony Xperia X Performance Test: Kann mich nicht überzeugen.

Sony_Xperia_X_Performance_46

Testergebnis

Verarbeitung 9.5
Display 8.5
Performance 9.5
Kamera 8.5
Preis-/Leistung 7

Fazit

8.6 Eigentlich ist es ein gutes Smartphone. Aber bei einem Preis von etwa 690 Euro fehlt in meinen Augen noch etwas. Das Display ist dabei noch das Highlight des Xperia X Performance. Der Snapdragon 820 ist ausreichend schnell und kann mit der aktuelle Konkurrenz von LG, HTC und Samsung mithalten. Die Kamera löst zwar mit rund 23 Megapixel auf, zeichnet Videos aber nur in Full-HD auf. Bei Videos mit 60 fps ist sogar nach rund 7 Minuten mit einer (teilweisen) Arbeitsverweigerung zu rechnen. Die Bildqualität ist dafür ordentlich, sie wird aber ihrem hoghen Anspruch nicht gerecht. Die Konkurrenz kommt mit 12 Megapixel aus und macht imho schönere Bilder. Schlimmer ist hier die Tatsache, dass die Konkurrenz mit dem Sensor von Sony deutlich besser umgehen kann ... Es ist einfach (noch) zu teuer.

Nun, eigentlich sollte das Sony Xperia X Performance doch gar nicht nach Deutschland kommen, oder? Nach den beiden Schwestermodellen Xperia XA und Xperia X haben wir hierzulande gar nicht mehr mit einem echten Topmodell gerechnet. Überraschend ist das schnellste Xperia X mit dem schönen Zusatz „Performance“ nun doch noch in der Redaktion eingetrudelt und gesellt sich damit zu seinen anderen Kumpanen. Mit seinem Preisschild von knapp 690 Euro darf man aber doch was erwarten, oder nicht?

Sony Xperia X Performance: Alu-Gehäuse im X-Design

OK, das X ist in aller Munde. Mutant X, Generation X und so. Das Xperia X Performance ähnelt dabei immer noch dem Xperia Z5 was ich persönlich auch nicht schlimm finde. Das neue (alte) Alu-Gehäuse gibt es in den Farben Lime-Gold (mein Testgerät), Graphit-Schwarz, Weiß und auch in Rosé-Gold. Ob wir die „Mädels“ damit auf unsere Seite locken können. Ich glaube es nicht. Mit seinen Abmessungen von 143,7 x 70,5 x 8,6 mm ist es nur unwesentlich größer als das „normale“ Sony Xperia X (143 × 69 × 7,7 mm). Beim Gewicht hat der Hersteller seine Performance (er nennt es schlicht „Meisterstück“) auf 165 Gramm zulegen lassen. Mädels, das Xperia X schafft es hier noch mit nur 152 Gramm auszukommen.

Optisch ist alles „beim Alten“. Der recht breite Ein-/Ausschalter mit integriertem Fingerabdruckscanner sowie der Regler für die Lautstärke und die spezielle Kamerataste befinden sich alle auf der rechten Seite des Xperia X Performance.  Der Einschub für die nanoSIM und die microSD ist hingegen – unter einen kleine Klappe – auf der linken Seite zu finden. Die spezielle Kamerataste finde ich gelungen, denn wozu hat man eine Super-Duper-Kamera mit Schnellauslöser (0,6 Sekunden)?

Die Kopfhörer werden wieder auf der Oberseite eingestöpselt. Auf der Unterseite findet man ein Mikrofon und einen einfachen Micro-USB-Port. Das „Premium-Metall-Design“ (warum sollte der Hersteller auch nur einen Hauch Bescheidenheit zeigen?) des Xperia X Performance ist immer noch nach IP65/IP68 zertifiziert und damit (offiziell) wasser- noch staubdicht. Optisch ist es nett anzusehen und die Rückseite aus Metall ist schlicht aber ergreifend. Die Verarbeitung gab jedenfalls keinen Grund zu meckern!

Xperia X Performance: Handliche 5-Zoll in Full-HD

Nun ja, warum sollte man auch ein besseres Display in das Performance einbauen? So kommt hier das bereits vom Xperia X bekannte Full-HD-Display mit fünf Zoll (1.080 x 1.920 Pixel) bei 441 Pixel pro Zoll zum Einsatz. Die Farbdarstellung ist immer noch gut, die Farbtemperatur kann ich variieren.  Das Display selber hat ab Werk keinen Rot-, Blau-, Gelb- oder sonstigen Stich und bietet dank der beiden Bildprofile „X-Reality“ und „Superlebendig“ noch ein paar Tuningmöglichkeiten. Im Ohrhörer versteckt sich übrigens ein kleine Benachrichtigungs-LED für eingehende Anrufe bzw. Nachrichten. Die signalisiert auch den Ladezustand. Der Hersteller behauptet zwar ein „nahezu“ randlosen Display eingesetzt zu haben, gegen das Xperia XA mutet der Rand aber dennoch wie der „Grand Canyon“ 😀

Multimedia: Top-Sound!

Auch mit Xperia X Performance kann man seine abgespeicherten Inhalte problemlos auf dem Gerät, über die Video-App online streamen oder per DLNA auf seine Heimgeräte betrachten. Auch die Verbindung mit der PS4 ist über Remote Play wieder möglich. MP3 werden kostenlos über das DSEE-HX-Feature aufgepeppt und Fans unkomprimierter Musik freuen sich über die Unterstützung für FLAC, ALAC, DSD, LPCM und den LDAC-Standard. Zahllose Equalizer-Presets und Soundeinstellungen sorgen für einen wirklich guten Sound und satten Bass. Zumindest über gute Kopfhörer, die gehören aber natürlich nicht zum Lieferumfang. Der Sound wird vom Xperia X Performance auf Wunsch auch automatisch auf die Kopfhörer abgestimmt, ähnlich wie bei Samsung und HTC. Sony hat beim Xperia X Performance allerdings das FM-Radio eingespart! Das vom Xperia Z5 bekannte „Noice Canceling“ ist aber noch vorhanden. Insgesamt ist der Sound (subjektiv) gegenüber dem alten Xperias leicht „dünner“ geworden.

Sony Xperia X: 23-Megapixel-Kamera mit Full-HD und (erneuten) Hitzeproblemen

Android 6.0.1 auf Sony Xperia XDie Kamera auf der Rückseite kam schon beim X zu  Einsatz und löst daher auch wieder mit 23 Megapixel auf. Soweit so gut. Videos werden auch hier nur in Full-HD mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf. Und auch beim X Performance schaltet die Kamera-App nach knapp 7 Minuten – wegen einsetzender Überhitzung – einen Teil der Funktionen ab. Mit der alten Firmware hat sie sich sogar komplett abgeschaltet.  Die rund  8 Minuten FHD mit 60 fps schlagen mit 1 GByte zu Buche.

Der „prädiktive Autofokus“ folgt automatisch einem zuvor gewähltenAndroid 6.0.1 auf Sony Xperia X Motiv und stellt den Fokus immer passend ein. Der 1/2,3“ Exmor™ RS for mobile Sensor bietet einen fünffachen (digitalen) Zoom und nutzt ein 24-Millimeter-Weitwinkel-Objektiv und Blende f/2.0. Angeblich kann mit ihr bis ISO 12.800 fotografieren.

Leider steht auch hier (wieder) die sogenannte „überlegene Automatik“ im Weg. Die Kamera erkennt dann zwar die Umgebung selbständig und schaltet das beste Programm ein, kappt aber die maximale Auflösung erst einmal auf 8 Megapixel. Das sollte man dann fix in den Einstellungen ändern.

Wer also wirklich das letzte Quentchen aus der Kamera holen will, muss den manuellen Modus nutzen. Hier hat man Zugriff auf alle wichtigen Einstellungen. Im sogenannten AR-Modus kann man wieder seine Bilder mit Dinosauriern, Bomben oder Zwergen verschönen. Die Selfie-Kamera kommt auf eine respektable Auflösung von 13 Megapixel.

Sony Xperia X Performance

(Bilder vom Xperia X Performance)

Performance & Akku: Snapdragon 820 mit Luft nach oben

LG, Xiaomi und HTC setzen alle auf den Snapdragon 820. Und auch Sony hat sich beim Xperia X Performance daher für genau diese CPU entschieden. Im aktuellen AnTuTu Benchmark reicht es aber „nur“ für 135.297 Punkte , während mein OnePlus 3 hier auf fast 150.000 Punkte kommt. Liegt es am nur 3 Gbyte großen RAM? Im Geekbench 3 reicht es für 2.291 Single-Core und 5.510 Punkte im Multi-Core. Alles supi.

Alle aktuellen Spiele und auch die hauseigene Benutzeroberfläche laufen komplett ruckelfrei. Eine Überhitzung (abgesehen von der Kamera) konnte ich im Test auch nicht feststellen, die Temperatur geht bei einigen Spielen aber schon nach oben. In meinem Videoreview des Xperia X kann man sich einen guten Eindruck vom Smartphone machen:

Der fest eingebaute Akku leistet nur 2.700 mAh, ist also kaum stärker als im Xperia X. So kam ich im Test damit dann auch nur „knapp“ über den Tag. Ich habe 30 Minuten Spotify gehört, 10 Bilder gemacht, 12 Minuten Videos und hatte danach nur noch 60 Prozent Akku. Im Notfall greift der zweistufige Energiesparmodus ein, hier „Stamina-Modus“ genannt, ein. Damit kann man sich nochmals ein paar Stunden erhaschen.

Konnektivität und Klang: Alles wird gut

Die Sende- und Empfangsleistung des Sony Xperia X Performance ist trotz des Metallgehäuses auf einem guten Niveau. Es gibt keine messbaren Aussetzer, keine Ausreißer nach oben oder unten. Unterwegs kann ich über UMTS oder LTE in der Cat 6 bzw. WLAN 802.11 a/g/n/ac (2.4/5 GHz) ins Internet. Im Netz der Telekom kam ich in Münster auf knapp 89 mbit/s. Daten und Medien werden per Bluetooth 4.2 LE und NFC übertragen. Die Sprachqualität des Xperia X Performance war gut. Das Smartphone unterstützt die Erweiterung des internen Speichers (32 GByte) per microSD-Karten (bis 200 GByte).

Android 6.0.1: Sonys neue Kleider

Das einfache Android 6.0.1 wurde von Sony wieder in eine selbstgestrickte, leicht entschlackte Benutzeroberfläche  eingehüllt. Sony hat neben den Apps aus dem Hause Google auch wieder eine Menge Software vorinstalliert. Neben sinnvollen Apps wie Dropbox, Facebook und Spotify aber auch eher nutzlose Dinge wie AVG Protection, SkyGO, Kobo eBooks. Der Entsperrbildschirm wird beim Sony Xperia X Performance nun einfach nach links gezogen. Die Launcher selber wirkt aufgeräumter und orientiert sich mehr am „normalen“ Android. Musikplayer, Kalender und Co kommen aber noch immer von Sony. Ich bin gespannt, ob der Hersteller sich an HTC ein Beispiel nehmen wird und auf seine eigenen Apps verzichtet. Beim Musikplayer würde mir das persönlich sehr leid tun.

Der Fingerabdrucksensor in der Home-Taste wird über die Sicherheitseinstellungen konfiguriert und verträgt sich dann auch mit mehreren Fingern. Sinnvoll ist hingegen nur die Registrierung des Daumens.  Ergonomie sieht auch ganz anders aus. Danach kann man das Xperia X Performance über den Finger oder über eine zuvor gewählte PIN bzw. Passwort entsperren.  Der Sensor reagiert dabei recht zuverlässig, ist aber nicht so schnell und treffsicher wie beim Apple iPhone 6s.

Fazit: Das Xperia X Performance ist gut?

Eigentlich ist es ein gutes Smartphone. Aber bei einem Preis von etwa 690 Euro fehlt in meinen Augen noch was. Das Display ist dabei noch das Highlight des Xperia X Performance. Der Snapdragon 820 ist ausreichend schnell und kann mit der aktuelle Konkurrenz von LG, HTC und Samsung mithalten.

Die Kamera löst zwar mit rund 23 Megapixel auf, zeichnet Videos aber nur in Full-HD auf. Bei Videos mit 60 fps ist sogar nach rund 7 Minuten mit einer (teilweisen) Arbeitsverweigerung zu rechnen. Die Bildqualität ist dafür ordentlich, sie wird aber ihrem hoghen Anspruch nicht gerecht.  Die Konkurrenz kommt mit 12 Megapixel aus und macht imho schönere Bilder. Schlimmer ist hier die Tatsache, dass die Konkurrenz mit dem Sensor von Sony deutlich besser umgehen kann … Es ist einfach (noch) zu teuer.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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