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Sony Xperia XZ Premium Test – Der erste 4K-Spiegel

Das Sony Xperia XZ Premium ist Sonys Antwort auf das Galaxy S8 und LG G6. Die fällt allerdings deutlich weniger auffällig aus, wenn man mal vom Design mit seinen spiegelnden Flächen absieht. Lohnt sich das Smartphone mit 4K-Display, Snapdragon 835 und der 19-Megapixel-Kamera? Nehmen wir es zusammen unter die Lupe!

Sony Xperia XZ Premium: Design

Das knapp 750 Euro teure Xperia XZ Premium (zum Beispiel bei Cyberport.de) kommt im bekannten “Unified Design”. Äußerlich hat es leichte Ähnlichkeiten mit einem “Ziegelstein”, weshalb es manchmal auch als “The Brick” bezeichnet wird. Mit seinen Abmessungen von 156 x 77 x 7.9 mm und einem recht hohen Gewicht von 191 Gramm würde ich den Eindruck auch voll unterschreiben.

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Die Ober- und Unterseite bestehen aus Metall (je nach Farbwahl entwder “Deep Sea Black” oder das sehr krasse “Luminous Chrome”).

Bei beiden Seiten sind hingegen leicht abgerundet. Dort findet man den Einschub für eine nano-SIM und microSD (links) bzw. die Powertaste, Lautstärkeregler und Kamera-Auslöser (rechts).

Das nach IP68 wassergeschützte Premium-Smartphone besteht auf beiden Seiten aus Gorilla Glas 5, glänzt in der Sonne wie eine Bordelltür im Wilden Westen und zieht dadurch Fingerabdrücke und alle Blicke auf sich.

Ich mag das Design. Das Chrome ist dabei sogar nochmal ein ganzes Stück krasser und wirkt noch heftiger

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Leider sind die Ränder ober- und unterhalb des Displays sehr breit geraten und auch links und rechts hat man noch ordentlich Platz gelassen. Wer ein S8 in der Hand hatte, fühlt sich mit dem Xperia XZ Premium leicht in die Vergangenheit zurückversetzt. das kann man hier in meinem Videoreview des Sony Xperia XZ Premium gut sehen:

Bei direkter Sonneneinstrahlung heizen sich die beiden Glasflächen übrigens auch recht stark auf. Im betrieb passiert das nur, wenn man die Super-Zeitlupe der Kamera nutzt. Aber dazu später mehr.

Display: 5,5 Zoll und 4K

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5,5 Zoll sind heutzutage ja fast schon ein Muss. Das Xperia XZ Premium setzt aber nochmal eins obendrauf. Das 5,5 Zoll große IPS-Display löst nämlich mit 2.160 x 3.840 Pixel auf und kommt so auf unglaubliche 807 ppi.

Nicht, dass das menschliche Auge das überhaupt nur ansatzweise erfassen könnte. In der Realität sieht man also keinen Unterschied zu Quad-HD-Auflösung eines Galaxy S8. Bei entsprechendem Filmmaterial (zum Beispiel über Amazon Prime Video oder Netflix) bekommt man aber schnell einen Eindruck von den Möglichkeiten.

Die neue Triluminos-Technologie soll laut Herstellerangabe bis zu 138 Prozent des sRGB-Farbraums abdecken, die X-Reality Upscaling-Engine sorgt für die passende Darstellung.

Die Blickwinkelstabilität des Bildschirms ist gut, die Kontraste sind hoch, die maximale Helligkeit ausreichend.

Daydream wird trotz des 4K-Display nicht unterstützt. Das liegt aber vermutlich an der doch recht hohen Latenz des IPS-Panels.

Performance: 4 GByte RAM & Snapdragon 835

Na klar, andere Hersteller sind bereits bei 6 GByte (oder sogar 8 GByte Arbeitsspeicher) angelangt, die Auswirkungen in der Praxis sind aber minimal. Das Xperia XZ Premium bietet neben 4 Gbyte RAM auch den neuen Snapdragon 835. Der im 10-nm-FinFET-Verfahren gefertigte Octa-Core-Chipsatz bietet Leistung im Überfluss. So kommt die CPU im aktuellen AnTuTu-Benchmark (ganz ohne “Optimierungen”) auf über 162.000 Punkte. Im Geekbench 4 reichte s für 1.882 im Single-Core udn 6.458 im Multi-Core.

Damit laufen alle Spiele, Apps und das Android 7.1.1 absolut flüssig.

Android 7.1.1 ohne Spielereien

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Das Sony Xperia XZ Premium nutzt bereits Android 7.1.1 Nougat und ist dem Galaxy S8 damit weit voraus. Der Hersteller verzichtet zudem auf grafische Spielereien (abgesehen von den beliebten “Themen”). Sony liefert ein paar hauseigene Apps (Videoplayer und Musikplayer) und bietet die “Xperia Aktionen”. Damit kann man bestimmte Abläufe in Abhängigkeit vom Standort oder der Uhrzeit automatisch ablaufen lassen.

So kann ich beispielsweise die Bildschirmhelligkeit zum Abend hin verringern oder ein Nicht-Stören-Profil aktivieren.

Sound: Absolute Spitzenklasse!

Das Xperia XZ Premium unterstützt natürlich PlayStation Remote Xperi_XZ_Android7_26Play und bietet – passende Kopfhörer vorausgesetzt – ein aktives Noise Cancelling. Die beiden Stereo-Lautsprecher auf der Vorderseite klingen laut und recht satt. Der Bass könnte aber eindrucksvoller zur Geltung kommen, wenn ich mir so das Volumen des Smartphones ansehe. Die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer klingen nicht schlecht. DSEE HX für Klang-Upscaling von Musikdateien (MP3) oder die Unterstützung des Hi-Res-Codecs LDAC sowie die zahlreichen Equalizer-Presets mit Hammer-Bass kommen aber erst bei hochwertigen Kopfhörern voll zur Geltung. Meine Sony MDR 1000X leben da richtig auf.

Leider ruckelt LDAC wegen des 2.4 GHz Bandes fast überall, sie wird durch die umliegenden WLANs beeinträchtigt.

Kamera: 19 Megapixel und Superzeitlupe

Das Kameramodul des Sony Xperia XZ Premium löst zwar “nur” mit 19 Megapixel auf, macht aber dennoch bessere Aufnahmen als die 23-Megapixel-Knipse im “alten” Xperia XZ. Der neue 1/2,3 Zoll große Sensor mit seiner G-Lens und der f/2.0-Blende ermöglicht wirklich gute Fotos.

Der prädiktive Autofokus mit seiner Kombination aus Phasenvergleichs- und Kontrastmessung sowie Laserfokus reagiert zügig. Weißabgleich und Farben werden absolut naturgetreu abgebildet. Bei weniger Licht leiden die Aufnahme aber unter der Bildung von Artefakten.

Sony Xperia XZ Premium
Highlight des Xperia XZ Premium – und das macht Sony mehr als deutlich – ist aber die Super-Zeitlupenkamera. Neben den heutzutage üblichen Videoaufnahmen in 4K bzw. Zeitlupen mit 120 bzw. 240 Bilder pro Sekunde liefert der verbaute Sensor dank eines eigenen DRAM-Moduls auch die erwähnte Super-Zeitlupe mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde. Dabei zeichnet die Kamera 0,184 Sekunden Material auf und spielt dies dann 32x verlangsamt ab. Die aufgenommene Sequenz dauert also etwa 5,8 Sekunden. Die nächste Zeitlupe kann man dann erst zwei Sekunden später aufzeichnen, zuvor muss der extra integrierte Puffer der Kamera ausgelesen werden.

Campics/Videos Sony Xperia XZ Premium

Die Videoaufnahme wird dabei mit normaler Geschwindigkeit gestartet, die Zeitlupe wird über einen extra Schalter aktiviert. Nach der Zeitlupe läuft die Videoaufnahme selber natürlich weiter. Aufnahmen mit künstlichem Licht flackern dann sehr stark, zudem reduziert sich die Lichtaufnahme des Sensors deutlich. In Innenräumen ist die Super-Slow-Motion daher nicht zu gebrauchen.

Akku und Konnektivität

Das Sony Xperia XZ Premium unterstützt Gigabit-LTE nach Cat-16 , damit kann man aktuell – höchstens im Netz von Vodafone – Downloadraten von bis zu 1.000 Mbit/s und Uploads mit bis zu 150 MBit/s erreichen. Die Gesprächsqualität geht dabei in Ordnung. Meine Gesprächspartner klangen klar, wenn auch ein wenig dumpf, aus dem Hörer. Die Lautstärke ist dabei mehr als ausreichend.  Die Geräuschunterdrückung war wirklich gelungen. Die Vorteile von Bluetooth 5.0 kann man aktuell kaum nutzen, Dual-Band-WLAN b/g/n/ac, NFC und GPS samt GLONASS waren hingegen top. Der USB-C-Anschluss nutzt bereits den USB-3.1-Standard.

Der fest eingebaute Akku mit 3.230 mAh kann über Quick Charge 3.0 sowie einer adaptiven Ladetechnologie von Qnovo auch relativ schonend aufgeladen werden. Mit einer Akkuladung kam das XZ Premium zwischen 7:43 Stunden und knapp 2 Tagen aus.

Fazit: Super Sound, tolles Display, aber …

Das Sony Xperia XZ Premium ist im Vergleich zum LG G6 mit seinen 459 Euro einfach noch zu teuer. Der neue 4K-Bildschirm mit HDR10 ist wirklich toll, die super hohe Auflösung für das menschliche Auge aber eher egal. Die CPU vom Typ Snapdragon 835 ist sehr schnell,  Cyberportdie Akku-Laufzeit ist gut. Die Kamera hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert und hat mir gut gefallen. 4K Videos in Super-Zeitlupe sind aufgrund der recht kurzen Spanne von 2 Sekunden dann doch eher ein weiterer Marketing-Gag. Ich persönlich würde beim Galaxy S8 bleiben.

Testergebnis

Verarbeitung 9.4
Display 9.9
Performance 9.8
Kamera 9.1
Konnektivität & Akku 8.9

Fazit

9.4 Der neue 4K-Bildschirm mit HDR10 ist wirklich toll, die super hohe Auflösung für das menschliche Auge aber eher egal, Die CPU vom Typ Snapdragon 835 ist sehr schnell, die Akku-Laufzeit ist gut. Die Kamera hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert und hat mir gut gefallen. 4K Videos in Super-Zeitlupe sind aufgrund der recht kurzen Spanne von 2 Sekunden dann doch eher ein weiterer Marketing-Gag. Ich persönlich würde beim Galaxy S8 bleiben.

Tags : Android 7ReviewSonyTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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