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Sony Xperia Z3 Plus Test: Teures Plus ohne Mehrwert?

Im Moment sind einige Hersteller im „Neuauflagemodus“. Nachdem HTC mit dem One M8s ein kleines Upgrade vorgestellt hat, stellt Sony mit dem Xperia Z3+ sein Vorgängermodell ebenfalls mit kleinen Upgrades neu in die Läden. Das Xperia Z3+ bietet neben leichten Designänderungen nun auch den Snapdragon 810 mit seinen 2 GHz. Der flotte Prozessor leidet allerdings unter der Hitzeentwicklung und die begründet sich nicht in der aktuellen Wetterlagen, sondern wegen seines Hitzkopfes. Sowohl im LG G Flex 2 als auch im Xiaomi Mi Note Pro und HTC One M9 ist er zwar schnell, leider aber auch ziemlich heißblütig. Für aktuell knapp 700 Euro bekommt man neben der neuen CPU samt 3 GByte Arbeitsspeicher auch noch 32 GByte internen Speicher (mit Einschub für microSD) sowie altbekannte Sony-Kamera mit 20.7 Megapixel. Die Vorderseite wird vom 5.2-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung in Beschlag genommen. Optisch ähnelt es halt stark dem Xperiza Z3. Warum sich der Kauf des Plus kaum lohnt, erfahrt ihr in meinem kleinen Test. Das Sample wurde mir dankeswerterweise von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt. Das offizielle Testmuster von Sony hat wohl schon genug Schelte einstecken müssen und sich deshalb vor mir versteckt 😀

Das Design: Mässigung ist das Stichwort


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Das Sony Xperia Z3+ haben die Designer im Vergleich zum Vorgänger minimal zurechtgestutzt. Der Hersteller bezeichnet sein Z3+ mit markanten Worten wie „Slimmer, lighter, faster“. Also werfen wir mal einen Blick auf die Werbeverprechen: 146.3 x 71.9 x 6.9 mm stehen auf dem Papier. Das Xperia Z3 zeigt hier 146 x 72 x 7.3 mm. Ok, damit wäre das Plus-Upgrade also 0.3 mm länger, 0.1 mm schmaler und knapp 0.4 mm dünner. Hmmm, meine Prüfung brachte aber eine Dicke von 7,2 Millimeter ans Tageslicht. Damit ist es also unglaubliche 0,1 Millimeter flacher als das Z3. „Slimmer“ ist aber tatsächlich 😀
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Bei einem Gewicht von 144 Gramm ist es zudem rund 8 Gramm leichter, das fällt allerdings überhaupt nicht auf. Was allerdings direkt auffällt ist die Tatsache, dass der Hersteller den Dockingport an der Seite eingespart hat. Zudem haben die Designer den USB-Port auf der Unterseite nun nicht mehr mit einer kleinen Klappe gegen das Eindringen von Staub und Schmutz geschützt. Trotzdem ist und bleibt das Xperia Z3+ nach IP68 auch weiterhin gegen Nässe, Eintauchen ins Wasser und Staub gefeit. Vorder- und Rückseite werden dabei wieder durch gehärtetes Mineralglas (nicht Corning Gorilla Glas) geschützt. Der Rahmen des Smartphones besteht aus Aluminium und die Ecken hat Sony zusätzlich mit Kunststoff geschützt. Im Falle eines Fall(es) soll das Smartphone dadurch robuster werden. Ich würde es NICHT testen wollen. Das Gehäuse selber wirkt auf mich sehr massiv, kantig und schnörkellos. Es sieht halt aus wie ein Sony Xperia Z(3) 😀
Display: Full-HD aber etwas dunkel
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Das IPS-Display des Sony Xperia Z3+ bietet eine Diagonale von 5,2 Zoll und löst mit 1.920 x 1.080 Pixel auf (424 ppi). Es stellt seine Inhalte absolut knackscharf dar, die maximale Helligkeit ist mir persönlich (im Vergleich zum Galaxy S6 Edge) allerdings zu gering ausgefallen. So kann es zwar im Büro überzeugen, muss auf der Straße aber bereits gegen das Umgebungslicht ankämpfen. Bei der Farbwiedergabe fällt einem die etwas kühlere Grundabstimmung auf. Wem das nicht gefält, der kann in den Einstellungen den Weißabgleich selber vornehmen. Das IPS-Display im Sony Xperia Z3+ bietet übrigens eine gute Blickwinkelstabilität. So bleibt es trotzdem ein erstklassiges Display!

Konnektivität & Akku: Alles dran

Sony schickt sein Xperia Z3+ mit allem was Rang und Namen hat in das Rennen. Daten tauscht man über Micro-USB aus oder nutzt dazu NFC. Externe Speichermedien finden dank USB-OTG auch Anschluss an euren neuen Liebling. Per MHL 3.0 kann man Filme, Fotos und dergleichen mehr auf den heimischen TV übertragen. Kabellos klappt das per DLNA oder Miracast. Per MicroSD-Einschub kann man den internen Speicher (32 GByte, davon sind 22 GByte frei) um weitere 128 GByte aufbohren. Unterwegs ist man über WLAN a/b/g/n/ac inklusive MIMO-Technologie für einen verbesserten Empfang sowie HSPA+ und LTE Cat. 6 online. Das klappte im WLAN-Test im 2,4 GHz-Band und auch im 5,0 GHz-Band. Zur Positionsbestimmung nutzt das Sony Xperia Z3+ einen GPS-Empfänger mit Unterstützung für Glonass und BeiDou. Der Satfix gelingt auch innerhalb von Gebäuden in knapp 8 Sekunden. Die Sprachqualität war im Test im Netz von O2 und der Telekom sehr gut. Das eigentlich zum Lieferumfang gehörende Headset konnte ich wegen Abwesenheit bei meinem EU-Modell leider nicht testen. Der fest eingebaute Akku leistet 2.900 mAh und hält über zahlreiche Stromsparmodi für den Notfall locker einen Tag durch. Da gibt es im Vergleich zum Vorgänger kaum Veränderungen zu verzeichnen.

Performance: Du alter Hitzkopf

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Das Xperia Z3 Plus wird mit dem Snapdragon 810 MSM8994 aus dem Hause Qualcomm ausgeliefert. Der kann seine Power auch dank 3 GByte Arbeitsspeicher voll ausspielen, steht sich aber mit seiner Hitzeentwicklung selbst im Wege. Mit der aktuellen Firmware (28.0.A.7.24) wird das sogenannten „Throttling“ der CPU weiter forciert. Nach grafisch anspruchsvollen Spielen (Reckless Racing 3, Modern Combat 5) oder eben einem Benchmarklauf kann man etwa 50% der (theoretischen) Performance abschreiben. Das Xperia Z3+ wird dabei im Test bis zu 44 Grad warm. Im AnTuTu reicht es (im kühlen zustand) für 51.052 Punkte, im Geekbench 3 für 1.246 Zähler im Single-Core und 4.045 im Multi-Core. Das ist natürlich Spitzenklasse. Damit liefen alle Spiele absolut flüssig und auch das Betriebssystem samt Benutzeroberfläche kam nicht ins Straucheln. Meine Hände fanden die Wärmeabgabe gerade bei den aktuell hohen Temperaturen aber nicht witzig.

Android 5.0.2: Sony UI und zahlreiche Apps

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Das Xperia Z3+ wird mit Google Android 5.0.2 ausgeliefert. Zusätzlich nutzt Sony wieder seine Benutzeroberfläche (UI). Neben den üblichen Apps von Google findet man auch zahlreiche Vertreter aus dem Hause Sony wieder. Beispielsweise eine Fernbedienung der PlayStation 4, eine neugierige Fitness-App namens „Lifelog“ und diverse Medien-Hub sowie eine Navigationssoftware von Garmin. Daneben gibt es auch noch Apps wie Facebook, Spotify, Vine, AVG Protection Anti-Virus und MobiSystems OfficeSuite 8. Alle überflüssigen Anwendungen konnte ich auf Wunsch entfernen.Kamera & Multimedia: Schöne Cam, extrem guter Musikplayer

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Ja, die Kamera des Sony Xperia Z3 hat mir damals gut gefallen. Da es sich hier um das gleiche Modell handelt, kann also auch beim Z3 Plus nur alles supi sein? Nee, nicht ganz. Sie kämpft nämlich ebenfalls mit der Hitzeentwicklung und das nicht etwa wegen den 4K-Videoaufnahmen, sondern wegen der Kamera-Apps an sich! So weist diese immer wieder darauf hin, dass sich die Kamera abschaltet, um das Smartphone vor einer Überhitzung zu schützen. Gerade bei den spaßigen AR-Effekte kann es bereits nach wenigen Minuten zur Abschaltung der Kamera kommen. Die Frontkamera hat Sony übrigens auf 5 Megapixel aufpoliert.

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Über das 25-mm-Weitwinkelobjektiv gelingen so auch gute Gruppenbilder (Wefies). Die Hauptkamera löst mit 20,7 Megapixedl auf, die stehen aber nur im manuellen Modus zur Verfügung. Wer die „Intelligente Automatik“ nutzt, wird mit Aufnahmen von „nur“ noch 8 Megapixel abgestraft. Die f/2.0 Blende ermöglicht im Zusammenspiel mit der hohen ISO von bis zu 12.800 annehmbare Aufnahmen bei Dunkelheit. Ohne Stativ ist es aber kaum möglich sein, wackelfreie Bilder hinzubekommen. Da nützt einem auch der abschaltbare Bildstabilisator. Meine Testaufnahmen findet ihr hier bei Flickr:

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Der Sound wird über die beiden Lautsprecher (Ober- und Unterseite des Displays) super in Szene gesetzt, kommt aber nicht mit dem BoomSound des HTC One M9 mit. Der optisch eindrucksvolle Musikplayer leistet auch klanglich gute Arbeit. Die zahlreichen Equalizer-Presets sowie „ClearBass“ liefern einen super Sound. Komprimierte Formate (MP3) werden über Sonys Digital Sound Enhancement Engine (DSEE HX) akustisch etwas aufgefrischt.

Sony Xperia Z3+ ScreenshotSony Xperia Z3+ ScreenshotSony Xperia Z3+ Screenshot

Mit einem Preis von fast 700 Euro und der frappierenden Ähnlichkeit zum Xperia Z3 mit seinem 5.2-Zoll-Display samt Full-HD-Auflösung fehlt mir persönlich der Mehrwert, aber seht einfach selbst auf YouTube:

Fazit: Zu teuer und zu wenig Mehrwert
8 Nun ja, das Xperia Z3+ ist eigentlich „nur“ ein aufgebrezeltes Z3. Der Snapdragon 810 ist zwar schneller, kann aber durch die hohe Wärmeabgabe nicht überzeugen. Die Performance wird somit zum Teil einfach nur in Wärme umgewandelt und das mögen meine Fingerlein gerade im Sommer gar nicht. Dann hat auch die Kamera-App mit der Hitze zu kämpfen und schaltet sich ggf. schon nach ein paar Minuten ab. Ansonsten liefert sie aber eine gute Arbeit ab. Die Verarbeitung hat mir gefallen, das Design ist „robust“ im Sinne von kantig. Der hohe Preis von etwa 700 Euro ist im Vergleich zum Xperia Z3 mit knapp 450 Euro aber nicht gerechtfertigt. Es fehlt am Schluss das Plus 😀 Wer gefallen am Xperia Z3+ gefunden hat, der kann es sich zum Beispiel bei notebooksbilliger.de kaufen und unterstützt damit mobile-reviews.de.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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