Beenden

Sony Xperia Z5 Compact Test: Kompakt und rasend schnell

Die Smartphone-Sparte von Sony schwächelt gerade etwas, daher wirft der Hersteller mit dem Sony Xperia Z5 Compact nun den Nachfolger des Z3 Compact ins Rennen. Wenn ich mir so mein Z5 Compact ansehe, dann kann ich allerdings die Probleme bei Sony gut nachvollziehen. Die Verarbeitung lässt zu Wünschen übrig. Wir konnten uns in den vergangenen Tagen bereits einen Eindruck vom Xperia Z5 machen. Heute setzen wir unsere „Xperia-Reihe“ mit dem Test des knapp 540 Euro teuren Sony Xperia Z5 Compact fort, welches uns von Cyberport.de zur Verfügung gestellt wurde. Neugierig? Dann los.

Technik & Performance: Eigentlich ist alles da

Das 4.6 Zoll große Display löst zwar „nur“ mit 720 x 1.080 Pixel auf. Bei der recht übersichtlichen Diagonale geht die im Vergleich zum Z5 geringere Auflösung aber vollkommen in Ordnung. Immerhin wirft das Triluminos-Display ja noch 319 ppi in die Waagschale. Bei Apple bedeutet das „Retina“ 😀 Bei der CPU setzt Sony auch auf den Snapdragon 810 aus dem Hause Qualcomm. Dessen acht Kerne werden dabei mit bis zu 2 GHz getaktet. Die CPU kann beim Z5 Compact aber nur auf 2 GByte Arbeitsspeicher zurückgreifen. Wegen der deutlich geringeren Auflösung kommt das Gespann aber auf eine sehr hohe Punktzahl im aktuellen AnTuTu. Mit über 65.000 Punkt muss es sich nur noch von meinem Galaxy Note 5 geschlagen geben.

Im Geekbench 3 erzielt das Xperia Z5 Compact 1.338 Punkte im Single Core und 4.025 im Multi-Core.  Im täglichen Betrieb war das Xperia Z5 Compact nur ab und an mit leichten Rucklern unterwegs. Es lief überwiegend absolut flüssig und die von mir getesteten, aktuellen Spiele (Real Racing 3, Overkill, Xenowerks) machten einen guten Eindruck. Grafisch sind sie aber mittlerweile auch nicht mehr ganz taufrisch. So hat der verbaute Snapdragon 810 bzw. die sehr schnelle Adreno 430-GPU in der Regel nicht viel zu tun. Unter Last wandelt die CPU daher den Speed in Abwärme um, die man durch das sogenannte „Frosted Glas“ der Rückseite spüren kann. Gerade bei einer Runde „Real Racing 3“ mit 60 Bildern pro Sekunde. Das macht in der Praxis aber keinen negativen Eindruck. Die beiden Heatpipes im Sony Xperia Z5 Compact funktionieren und die CPU drosselt adaher uch nicht mehr so stark die Leistung. Leider führt die Hitzeentwicklung aber noch ab und an zu Abstürze in der Kamera-App. Das Problem hatte schon das Sony Xperia Z3 Plus.

Der interne Speicher beträgt 32 GByte (knapp 22 GByte frei) und kann per microSD-Karten problemlos um einige Hundert Gigabyte erweitert werden. An Datenschnittstellen stehen neben WLAN in allen aktuellen Standards auch HSPA+, LTE Cat 6, NFC sowie Bluetooth 4.1 zur Verfügung.

Design: Ziemlich dicklich das kleine Z5 Compact

  • Xperia_Z5_Compact_01
    Sony Xperia Z5 Compact

Das Design nennen die Japaner „Omnibalance“ und meinen wohl „sieht aus wie ein Xperia“?! Der Rahmen aus Kunststoff wirkt auf den ersten (und auch zweiten) Blick ziemlich wuchtig. Die Höhe der Ränder wurde über die Vorder- und Rückseite gezogen, so werden beiden Seiten – wenn man sein Z5 Compact auf eine ebene Unterlage ablegt – leicht geschützt. Auf der Rückseite kommt wie beim Z5 eine Art Milchglas („Frosted Glass“) zum Einsatz. Man kann das Xperia Z5 neben Schwarz (Grau) und Weiß auch in Rot und Gelb erhalten. Die Rückseite sollte nun auch nicht mehr den Blitz ins Objektiv spiegeln, leider tut sie das unter Umständen aber immer noch.  Kratzer werden allerdings längst nicht mehr so deutlich in Szene gesetzt. Zudem wirkt das Design ziemlich edel. Leider habe ich auf der Rückseite eine gut 1mm dünnen Spalt zum Rahmen. Das sieht sehr unschön aus, zumal sich hier auch Staub und Schmutz sammelt. Laut Internet kein Einzelfall! Die Verarbeitung ist also nicht der Bringer! Kann man auch hier in meinem Videoreview auf YouTube sehen:

Der Micro-USB-Anschluss befindet sich auf der Unterseite, während die Kopfhörer auf der Oberseite Anschluss finden. Der längliche Ein-/ Ausschalter auf der rechten Seite beherbergt auch den Fingerabdrucksensor. Direkt darunter findet man die Lautstärketaste sowie einen eigenen Kamera-Auslöser. Auf der Vorderseite – über dem Display – findet man noch eine winzige LED.

Display: 4.6 Zoll in  HD mit Triluminos

Der Bildschirm des Xperia Z5 Compact bietet eine Diagonale von 4,6 Zoll. Die Auflösung hat der Hersteller mit 720 x 1.080 Pixel (HD) gewählt. Eine durchschnittlich hohe, aber ausreichende Auflösung. Mit seinen 319 ppi kann das neue Smartphone meinem Samsung Galaxy Note 5 natürlich nicht ansatzweise das Wasser reichen. Bei Apple reicht sowas aber für „Retina“ 😀 Die Inhalte und die Farben werden leserlich und dezent abgebildet. Bei direkter Sonneneinstrahlung muss man allerdings schon genauer hinsehen. Die Blickwinkelstabilität ist suboptimal und das Displayglas spiegelt recht stark. Das macht die generelle Ablesbarkeit leider auch nicht besser.

Android 5.1.1 und Sonys eigene Benutzeroberfläche

Android 5.1.1 wurde von Sony wieder in die hauseigene – in meinen Augen immer noch überladen wirkenden – Benutzeroberfläche – eingehüllt. Zudem hat Sony wieder eine Menge Software vorinstalliert. Darunter durchaus sinnvolle Sachen (Dropbox, Facebook und Spotify), aber eben leider auch eher nutzlose Dinge wie AVG Protection, MobiSystems Office Suite und die Amazon-App.

  • Z5_1
    Sony Xperia Z5 UI

Der neue Fingerabdrucksensor in der Home-Taste wird über die Sicherheitseinstellungen mit Daten versorgt und kann auch mit mehreren Fingern trainiert werden. Ob das beim seitlich angebrachten Sensor Sinn macht, steht auf einem andern Blatt. Sinnvoll ist imho nur die Registrierung des Daumens. Danach kann man das Xperia Z5 Compact über den Finger oder über eine zuvor gewählte PIN bzw. Passwort entsperren.  Der Sensor reagiert dabei recht zuverlässig, ist aber nicht so schnell und treffsicher wie beim Apple iPhone 6s.

Multimedia: Der Musikplay ist schon ziemlich geil

Man kann seine Filme, Serien oder sonstigen digitalen Inhalte entweder auf dem Display des Xperia Z5 Compact betrachten, oder über die Video-App online streamen und per DLNA auf seine Heimgeräte übertragen. Sogar die Verbindung mit der PS4 ist über Remote Play möglich. Neben dem sehr guten Musikplayer gibt es auch noch ein FM-Radio. Wer etwas Geld in einen passiven DNC-Kopfhörer investiert, wird mit einer digitalen Geräuschunterdrückung belohnt. Eine echte Wohltat in den Zügen der Deutschen Bahn (gerade in den Ferien). MP3 werden kostenlos über das DSEE-HX-Feature aufgepeppt und Fans unkomprimierter Musik freuen sich über die Unterstützung für FLAC, ALAC, DSD, LPCM und den LDAC-Standard. Zahllose Equalizer-Presets und Soundeinstellungen sorgen für einen wirklich guten Sound und satten Bass. Zumindest über gute Kopfhörer, die gehören aber natürlich nicht zum Lieferumfang. Die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite befinden sich ober- und unterhalb des Bildschirms und tönen zwar laut, klingen aber längst nicht so vollmundig wie beim HTC One M9.

Kamera: Sind das wirklich 23 Megapixel

Glaubt man den Gerüchten, dann nutzt das Motorola Moto X Style den gleichen Sensor wie die Sony Xperia Z5 Reihe. Der neue Exmor-RS-Sensor ist (wieder) 1/2,3 Zoll groß, löst aber nun mit 23 Megapixel auf. Der Vorgänger brachte es „nur“ auf 20,7 Megapixel. Mehr Megapixel haben aber nicht zwangsläufig auch eine bessere Bildqualität zur Folge. AnTuTu zeigt mir witzigerweise „nur“ eine Auflösung von 8.7 Megapixel an. An der Bildqualität ändert das vermutlich aber eh nichts 😀

Sony setzt auf einen sogenannten Hybrid-Autofokus. So soll das Smartphone bei geöffneter Blende die Entfernung zum Objekt messen und dann automatisch die beste Fokusart wählen. Der gesamte Vorgang soll laut Hersteller nach Betätigung des Auslösers nur 0,03 Sekunden dauern. Klasse! Leider werden die Aufnahmen immer noch von gelegentlicher Bildunschärfe und Verzerrungen geplagt. Gerade bei dunkleren Bereichen kann man das gut nachvollziehen. Der Weißabgleich machte im Test keine Probleme. Die Aufnahmen wirken auch überwiegend „scharf“, die Farben lebendig.

Insgesamt kann mich die Bildqualität aber nicht ganz überzeugen. Die zuvor erwähnten AR-Effekte sind zwar nett anzusehen, werden auf Dauer aber langweilig. Die Kamera-App stürtzt dann mitunter auch sang- und klanglos ab. Irgendwie wirkt die Bildqualität des Moto X Style besser. Schaut euch dazu doch einfach die Kamerabilder des Sony Xperia Z5 Compact im Vergleich mit den Kamerabildern des Moto X Style an.

Sony Xperia Z5 Compact

Videos zeichnet die Kamera übrigens auch in 4K (nur durch freien Speicherplatz begrenzt) auf. In Full-HD stehen Aufnahmemodi mit 30 Bilder pro Sekunde und 60 Bildern pro Sekunde zur Auswahl.

Konnektivität und Ausdauer: Da gibt es kaum was zu meckern

Die Sende- und Empfangsleistung des Sony Xperia Z5 Compact ist auf dem (für Sony) üblichen Niveau. Es gibt keine messbaren Aussetzer, keine Ausreißer. Ein leichtes Grundrauschen ist vernehmbar, wie bei den älteren Modellen aus dem Hause Sony üblich. Die Akku-Laufzeit des Xperia Z5 Compact ist – nicht zuletzt aufgrund des Snapdragon 810 – auf etwas mehr als einen Tag beschränkt. Auf 2 Tage kommt man nur, wenn man die Energiesparoptionen nutzt. Die knapp 2.700 mAh starke Kraftzelle ist nach etwas knapp 2 Stunden voll aufgeladen. Das klappt aber nur über ein Kabel. Das mitgelieferte Ladegerät bringt 1.500 mAh. Kein Vergleich zur „reaktorähnlichen“ Version des Moto X Style.

Fazit: Kompakt, schnell, aber auch teuer

Aufgrund des recht hohen Preises und der (bei einem Testgerät) schludrigen Verarbeitung kann ich das Xperia Z5 Compact nicht unbedingt empfehlen. Die Kamera macht mit ihren 23 Megapixeln einen durchwachsenen Eindruck. Die CPU ist hingegen wirklich super schnell und mittlerweile auch angemessen gekühlt. Brauchen tut man sowas aber (noch) nicht. Das Display ist ok, aber leider eben „nur“ ok. Das Sony Xperia Z5 Compact ist für Leute, die ein kleines, aber dennoch leistungsfähiges Smartphone suchen. Wer es mag, kann es zum Beispiel bei Cyberport.de erwerben.

Andere Artikel zum Thema

Tags : AndroidReviewSony
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Deine Antwort

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen