Beenden

Sony Xperia Z5 im Test: Mit 23-Megapixel und edlem Gehäuse!

Nun ist es soweit und Sony hat sich dieses Jahr eine Neuauflage des Z3 gewagt. Nach dem eher mauen Z3 Plus kommt nun nicht etwas das Z4, sondern gleich das Xperia Z5. Der hierzulande etwas in die Kritik geratene Hersteller bringt sogar gleich drei Modelle des Xperia Z5 auf den Markt. Wir konnten uns in den vergangenen Tagen einen Eindruck vom Xperia Z5 und dem Z5 Compact machen. Das Xperia Z5 Premium mit 4K-Display ist leider noch nicht verfügbar. Heute starten wir unsere „Xperia-Reihe“ mit dem Test des knapp 660 Euro teuren Sony Xperia Z5 welches uns von Cyberport.de zur Verfügung gestellt wurde. Los geht’s.

Technik & Performance: Alles was Rang und Namen hat

Nun gut, fast alles. Das 5,2 Zoll große Display löst „nur“ mit 1.080 x 1.920 Pixel auf. Die Full-HD-Auflösung ist in meinen Augen aber ausreichend. Bei der CPU macht der Hersteller keine halben Sachen und setzt auf einen Snapdragon 810 aus dem Hause Qualcomm. Die acht Kerne werden dabei mit bis zu 2 GHz getaktet und greifen auf 3 GByte Arbeitsspeicher zurück. Das Gespann kommt im aktuellen AnTuTu somit auf 61.002 Punkt. Im Geekbench 3 erzielt das Xperia Z5 1.400 Punkte im Single Core und 3.500 im Multi-Core. Was sagt uns das? Nicht viel, denn die Benchmarks werfen ja nur rein theoretische Werte aus. Im täglichen Betrieb war das Xperia Z5 aber nicht zu bremsen. Es lief flüssig und die von mir getesteten, aktuellen Spiele ruckeln damit nicht. Warum? Weil sie grafisch längst nicht mehr auf dem Stand der Technik der aktuellen Smartphones sind. Der Snapdragon 810 langweilt sich also die meiste Zeit und wandelt seine überschüssige Energie in Hitze um. Wie eine Frau in den Wechseljahren (sorry für den Vergleich) wird er gelegentlich von Hitzewallungen gepeinigt, die man durch das sogenannte „Frosted Glas“ der Rückseite spüren kann. Gerade bei einer Runde „Real Racing 3“ mit 60 Bildern pro Sekunde. Im Vergleich zum Z3 Plus ist das aber vernachlässigbar. Die beiden Heatpipes im Sony Xperia Z5 verrichten ihre Aufgabe also relativ zuverlässig. Wenngleich die Kamera-App gerade bei den spaßigen Augmented-Reality-Features immer noch gelegentlich abstürzt und die Aufnahme von 4K-Videos zu hoher Hitzeentwicklung führt. Genau die Problem hatte schon das Sony Xperia Z3 Plus, beim Z5 wurden sie aber deutlich eleganter „gelöst“. Der Snapdragon 810 drosselt unter Last auch nicht mehr so stark.

Der interne Speicher beträgt 32 GByte (knapp 22 GByte frei) und ist per microSD-Karten problemlos erweiterbar. An Datenschnittstellen stehen neben WLAN in allen aktuellen Standards auch HSPA+, LTE Cat 6, NFC sowie Bluetooth 4.1 zur Verfügung. MicroSD-Karten verträgt das Xperia Z5 übrigens bis zu einer Kapazität von 256 GByte.

Design: Nunja, es ist halt ein Xperia

  • Xperia_Z5_01
    Sony Xperia Z5

Wie bei bekannten Modellen üblich zählt hier wohl der Wiedererkennungswert. Das Design der neuen Xperia-Baureihe hat sich daher nicht wesentlich verändert.  „Omnibalance“ nennen die Japaner das kastenartige und recht langweilig wirkende Design. Der Rahmen aus Aluminium ist nun am Rand der Vorder- und Rückseite jeweils etwa 1mm in die Höhe gezogen worden. Das Display sowie die Rückseite wird – wenn man es auf eine ebene Unterlage ablegt – davon leicht geschützt. Auf der Rückseite kommt diesmal eine Art Milchglas („Frosted Glass“) zum Einsatz. Da man das Xperia Z5 neben Schwarz (Grau) und Weiß auch in Grün und Gold erhalten kann, macht die matte Ausführung mehr Sinn. Die Rückseite kann sich nun auch nicht mehr im Objektiv spiegeln, zeigt Kratzer nicht mehr so deutlich und es sieht auch noch ziemlich edel aus! Im Falles eines „Falles“ dürfte es dennoch zu Scherben tendieren. Die IP65/68 Zertifizierung sieht nur den Schutz vor Staub und Wasser vor.

Der Micro-USB-Anschluss befindet sich wieder auf der Unterseite, während die Kopfhörer auf der Oberseite Anschluss finden. Der längliche Ein-/ Ausschalter auf der rechten Seite beherbergt nun auch einen Fingerabdrucksensor. Direkt darunter findet man die Lautstärketaste sowie einen eigenen Kamera-Auslöser. Das graue Testgerät ist einwandfrei verarbeitet, was ich bei knapp 660 Euro aber auch erwarten darf. Auf der Vorderseite – über dem Display – findet man noch eine winzige LED.

Display: 5.2 Zoll, Full-HD und Triluminos

Der Bildschirm des Xperia Z5 bietet meinem verwöhnten Auge eine Diagonale von 5,2 Zoll. Die Auflösung hat der Hersteller bei 1.080 x 1.920 Pixel (Full-HD) belassen. Eine gute, wenngleich auch für Topmodelle nicht mehr ganz zeitgemäße Auflösung. Mit seinen 452 ppi kann das neue Smartphone meinem Samsung Galaxy Note 5 nicht ganz das Wasser reichen. Aber seine Inhalte, Farben stellt es gut leserlich und dezent dar. Auch die maximale Helligkeit gibt keinen echten Anlaß zur Klage. Na gut, bei direkter Sonneneinstrahlung muss man schon genauer hinsehen. „Etwas schwächlich die Beleuchtung wirkt“ würde Yoda sagen.

Die Blickwinkelstabilität ist in meinen Augen gut, wobei das Displayglas recht stark spiegelt. Das macht die generelle Ablesbarkeit leider auch nicht besser.

Android 5.1.1 und Sonys eigene Benutzeroberfläche

Android 5.1.1 wurde von Sony wieder in die hauseigene – in meinen Augen immer noch überladen wirkenden – Benutzeroberfläche – eingehüllt. Zudem hat Sony wieder eine Menge Software vorinstalliert. Darunter durchaus sinnvolle Sachen (Dropbox, Facebook und Spotify), aber eben leider auch eher nutzlose Dinge wie AVG Protection, MobiSystems Office Suite und die Amazon-App.

  • Z5_1
    Sony Xperia Z5 UI

Der neue Fingerabdrucksensor in der Home-Taste wird über die Sicherheitseinstellungen konfiguriert und verträgt sich dann auch mit mehreren Fingern. Sinnvoll ist hingegen nur die Registrierung des Daumens.  Ergonomie sieht auch ganz anders aus. Danach kann man das Xperia Z5 über den Finger oder über eine zuvor gewählte PIN bzw. Passwort entsperren.  Der Sensor reagiert dabei recht zuverlässig, ist aber nicht so schnell und treffsicher wie beim Apple iPhone 6s. Einen guten Eindruck vom Sony Z5 bekommt ihr auch in meinem Videoreview auf YouTube:

Multimedia: Musik nonstop und Video on demand

Mit dem Xperia Z5 kann man seine abgespeicherten Inhalte problemlos auf dem Gerät selbst betrachten, über die Video-App online streamen oder per DLNA auf seine Heimgeräte übertragen. Sogar die Verbindung mit der PS4 ist über Remote Play möglich. Neben dem sehr guten Musikplayer gibt es auch noch ein FM-Radio. Wer etwas Geld in einen passiven DNC-Kopfhörer investiert, wird mit einer digitalen Geräuschunterdrückung belohnt. Eine eche Wohltat in den Zügen der Deutschen Bahn (gerade in den Ferien). MP3 werden kostenlos über das DSEE-HX-Feature aufgepeppt und Fans unkomprimierter Musik freuen sich über die Unterstützung für FLAC, ALAC, DSD, LPCM und den LDAC-Standard. Zahllose Equalizer-Presets und Soundeinstellungen sorgen für einen wirklich guten Sound und satten Bass. Zumindest über gute Kopfhörer, die gehören aber natürlich nicht zum Lieferumfang. Die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite befinden sich ober- und unterhalb des Bildschirms und tönen zwar laut, klingen aber längst nicht so vollmundig wie beim HTC One M9.

Kamera: Megapixel, Megapixel wer macht die schönsten Bilder im Land?

Glaubt man den Gerüchten, dann nutzt das Motorola Moto X Style den gleichen Sensor wie das Sony Xperia Z5. Der neue Exmor-RS-Sensor ist (wieder) 1/2,3 Zoll groß, löst aber nun mit 23 Megapixel auf. Der Vorgänger brachte es „nur“ auf 20,7 Megapixel. Mehr Megapixel haben aber nicht zwangsläufig auch eine bessere Bildqualität zur Folge. Aber dazu gleich mehr 😀 Ich finde es zudem etwas befremdlich, dass der AnTuTu-Benchmark bei der Kamera nur eine Auflösung von 8,7 Megapixel anzeigt …

Sony setzt auf einen sogenannten Hybrid-Autofokus. So soll das Smartphone bei geöffneter Blende die Entfernung zum Objekt messen und dann automatisch die beste Fokusart wählen. Der gesamte Vorgang soll laut Hersteller nach Betätigung des Auslösers nur 0,03 Sekunden dauern. Klasse! Leider werden die Aufnahmen immer noch von gelegentlicher Bildunschärfe und Verzerrungen geplagt. Gerade bei dunkleren Bereichen kann man das gut nachvollziehen. Der Weißabgleich machte im Test keine Probleme. Die Aufnahmen wirken auch überwiegend „scharf“, die Farben lebendig.

Insgesamt kann mich die Bildqualität aber nicht ganz überzeugen. Die zuvor erwähnten AR-Effekte sind zwar nett anzusehen, werden auf Dauer aber langweilig. Die Kamera-App stürtzt dann mitunter auch sang- und klanglos ab. Irgendwie wirkt die Bildqualität des Moto X Style besser. Schaut euch dazu doch einfach die Kamerabilder des Sony Xperia Z5 im Vergleich mit den Kamerabildern des Moto X Style an.

Sony Xperia Z5

Videos zeichnet die Kamera übrigens auch in 4K (nur durch freien Speicherplatz begrenzt) auf. In Full-HD stehen Aufnahmemodi mit 30 Bilder pro Sekunde und 60 Bildern pro Sekunde zur Auswahl.

Konnektivität und Ausdauer: Keine Überraschungen

Die Sende- und Empfangsleistung des Sony Xperia Z5 ist auf dem (für Sony) üblichen Niveau. Es gibt keine messbaren Aussetzer, keine Ausreißer. Ein leichtes Grundrauschen ist vernehmbar, wie bei den älteren Modellen aus dem Hause Sony üblich. Die Akku-Laufzeit des Xperia Z5 ist – nicht zuletzt aufgrund des Snapdragon 810 – auf einen Tag beschränkt. Auf 1 1/2 Tage kommt man nur, wenn man die Energiesparoptionen nutzt. Die knapp 2.900 mAh starke Kraftzelle ist nach etwas über 2 Stunden voll aufgeladen. Das klappt aber nur über ein Kabel. Das mitgelieferte Ladegerät bringt 1.500 mAh. Kein Vergleich zur „reaktorähnlichen“ Version des Moto X Style.

Fazit: Kaum Verbesserungen zum Xperia Z3 Plus

Ich sehe im Vergleich zum Sony Xperia Z3 Plus keine echten Verbesserungen oder Vorteile. Das Design ist Geschmackssache, der Snapdragon 810 ist auch wirklich schnell. Reagiert leider aber eben auch sehr hitzköpfig. Sparsam mit den Akkuressourcen geht er auch nicht um. Eine Fehlentwicklung?! Das Display ist ok, Android 5.1.1 in Verbindung mit dem Sony-UI könnte noch etwas schlanker werden. Die neue Kamera mit 23 Megapixeln ist gut, aber sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Für knapp 660 Euro bekommt man bessere Smartphones. Ich würde da eher das Moto X Style wählen. Wer aber Spaß am Sony Xperia Z5 gefunden hat, sollte es sich bei Cyberport.de kaufen.

Andere Artikel zum Thema

Tags : AndroidReviewSony
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Deine Antwort

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen