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Sony Xperia Z5 Premium im Test: Erstes Smartphone mit 4K-Display

Mit dem Xperia Z5 Premium stellt Sony nun das erste Smartphone mit einem waschechten 4K-Display vor. Bei einem Preis von fast 800 Euro und im Hinblick auf die wenig erfolgreichen Schwestermodelle Z5 und Z5 Compact lohnt sich ein kritischer Blick auf dieses Uber-Display. Braucht man sowas wirklich? Der Test wird es zeigen.Mein chromfarbenes Testsample des Sony Xperia Z5 Premium stammt von notebooksbilliger.de

Design: Es sieht aus wie ein Z5 Xperia ūüėÄ

Die Formensprache der neuen Xperia Z5 Baureihe √§hnelt sich untereinander. Dank “Omnibalance” m√ľssen sich die Designer in Japan da auch keinen allzu gro√üen Kopf machen. Immerhin bietet der Hersteller es in den drei Farben Schwarz, Gold und Chrom an. Ich habe mich f√ľr die stark spiegelnde Chrom-Variante entschieden. Aus Gr√ľnden der “Alltagstauglichkeit” eine klare Fehlentscheidung. Aber dazu sp√§ter mehr. Das kastenartige und langweilig wirkende Design bietet einen Rahmen aus Aluminium. Die Kanten wurden dabei wieder mit Kunststoff verst√§rkt. So soll es im Falle eines “Falls” den Aufprall besser √ľberstehen. In meinen Augen eine eher nutzlose Entscheidung. Der Rahmen selbst wurde auf der Vorder- und R√ľckseite jeweils etwa 1 mm √ľber das Display bzw. Chrom gezogen. Legt man es also auf die Vorder- oder R√ľckseite, dann liegt es nicht ganz plan auf. Das soll Display und R√ľckseite schonen … In der Praxis ist jedes Sandkorn √§hnlich dick, der Schutz scheint mir wirkungslos.

Auf der R√ľckseite kommt – im Gegensatz zum Xperia Z5 – kein Milchglas (“Frosted Glass”) zum Einsatz. Meine R√ľckseite ist voll verchromt und gl√§nzt in der Sonne, das es eine wahre Freude ist. Leider gl√§nzen auch meine zahlreichen Fingerabdr√ľcke und ich teile das Schicksal jedes Harley-Fahrers: Putzen, Putzen, Putzen! Kann man auch gut in meinem Videoreview auf YouTube sehen:

Aber auch mein Z5 Premium ist nach IP65/68 Zertifizierung gegen Staub und dauerhaftes Untertauchen im Wasser gesch√ľtzt. Zudem kann man es problemlos als Schminkspiegel nutzen. Meine Damen: zugreifen ūüėÄ Der Micro-USB-Anschluss befindet sich auf der Unterseite, w√§hrend die Kopfh√∂rer auf der Oberseite Kontakt zum Geh√§use aufnehmen k√∂nnen. Der l√§ngliche Ein-/ Ausschalter auf der rechten Seite beherbergt nun auch einen Fingerabdrucksensor. Direkt darunter findet man die Lautst√§rketaste sowie einen eigenen Kamera-Ausl√∂ser. Das Testsample ist – im Gegensatz zu meinem Sony Xperia Z5 Compact – einwandfrei verarbeitet. Bei knapp 800 Euro w√ľrde ich aber sonst auch auf die Barrikaden gegen. Die Benachrichtigungs-LED (blau blinkend) f√ľr eingehenden Nachrichten und Anrufe befindet am oberen linken Geh√§userand, auf der Vorderseite wohlgemerkt.

Display: 5.5 Zoll, 4K-UHD und der Nutzen?!

Zum Thema 4K-Dispplay beim Sony Xperia Z5 Premium könnte man vermutlich einen eigenen Artikel verfassen. Die Neider, Spötter oder Realisten unter uns werden ganz zu Recht fragen: was soll das bringen?

Aber zun√§chst die Fakten. Das 5,5 Zoll gro√üe Display des Z5 Premium bietet eine unglaubliche Aufl√∂sung von 2.160 x 3.840 Pixel und damit ein rechnerisch 807 ppi. Leider wird die unglaublich hohe Aufl√∂sung des UHD-Displays nicht immer genutzt. Fotos und Videos – sofern sie in der nativen 4K-Aufl√∂sung zur Verf√ľgung stehen – werden tats√§chlich in 4K angezeigt. Alles andere – und dazu z√§hlt (leider) auch das normale Benutzerinterface des Android 5.1.1.¬† – wird nur hochskaliert. Woran liegt das? Zum einen am Akku, der w√ľrde eine derart hohe Aufl√∂sung nicht sehr lange durchhalten und zum anderen an Android. Die Apps und auch das Betriebssystem ist aktuell noch gar nicht f√ľr die 4K-Aufl√∂sung ausgelegt.

Im t√§glichen Einsatz konnte ich bei der Darstellungsqualit√§t jedenfalls keinen Unterschied zum normalen Xperia Z5 feststellen. Wenn √ľberhaupt, dann vielleicht bei den 4K-Videos. Aber dann auch nur mit Viel Fantasie. An der mangelt es mir aber auch nicht ūüėÄ Die YouTube-App war √ľbrigens nicht der Lage, 4K-Videos anzuzeigen.

Technik & Performance: Mega-Hyper-Featuritis

Zum 5,5-Zoll-Display habe ich ja bereits meinen Senf ge√§u√üert. Bei der CPU setzt Sony wieder auf den Snapdragon 810 aus dem Hause Qualcomm. Die acht Kerne werden dabei mit bis zu 2 GHz getaktet und greifen auf 3 GByte Arbeitsspeicher zur√ľck. Das Gespann kommt im aktuellen AnTuTu somit auf 58.243 Punkte (Xperia Z5: 61.002 Punkt). Im Geekbench 3 erzielt das Xperia Z5 Premium 1.343 im Single Core und 4.234 im Multi-Core. Was sagt uns das? Nicht viel, denn die Benchmarks werfen ja nur rein theoretische Werte aus. Im t√§glichen Einsatz war der Chipsatz des Xperia Z5 Premium nicht zu bremsen. Die hochskalierende Benutzeroberfl√§che von Sony lief fl√ľssig und auch alle von mir getesteten Top-Spiele ruckeln damit nicht.

Der Snapdragon 810 langweilt sich die meiste Zeit und wandelt seine √ľbersch√ľssige Energie in Hitze um. Im Vergleich zum Z3 Plus hat der Hersteller die Abw√§rme aber deutlich besser im Griff. Die beiden Heatpipes im Sony Xperia Z5 Premium verrichten ihre Aufgabe also zuverl√§ssig. Im 4K-Videomodus des Z5 Premium kommt es aber dennoch zu einer sp√ľrbaren W√§rmeentwicklung. Der Snapdragon 810 drosselt unter Last nun auch nicht mehr so stark seine Leistung.

Der interne Speicher betr√§gt 32 GByte (knapp 22 GByte frei) und ist per microSD-Karten problemlos erweiterbar. An Datenschnittstellen stehen neben WLAN in allen aktuellen Standards auch HSPA+, LTE Cat 6, NFC sowie Bluetooth 4.1 zur Verf√ľgung. MicroSD-Karten vertr√§gt das Xperia Z5 Premium √ľbrigens bis zu einer Kapazit√§t von 256 GByte.

Android 5.1.1 mit Sonys Benutzeroberfläche

Android 5.1.1 wurde von Sony wieder in die hauseigene – in meinen Augen immer noch √ľberladen wirkenden – Benutzeroberfl√§che – eingeh√ľllt. Zudem hat Sony wieder eine Menge Software vorinstalliert. Darunter durchaus sinnvolle Sachen (Dropbox, Facebook und Spotify), aber eben leider auch eher nutzlose Dinge wie AVG Protection, MobiSystems Office Suite und die Amazon-App.

Der neue Fingerabdrucksensor in der Home-Taste wird √ľber die Sicherheitseinstellungen konfiguriert und vertr√§gt sich dann auch mit mehreren Fingern. Sinnvoll ist hingegen nur die Registrierung des Daumens. Ergonomie sieht auch ganz anders aus. Danach kann man das Xperia Z5 Premium √ľber den Finger oder √ľber eine zuvor gew√§hlte PIN bzw. Passwort entsperren. Der Sensor reagiert dabei recht zuverl√§ssig, ist aber nicht so schnell und treffsicher wie beim Apple iPhone 6s.

Multimedia: Musik und Video on demand

Mit dem Xperia Z5 Premium kann man seine abgespeicherten Inhalte problemlos auf dem Ger√§t selbst betrachten, √ľber die Video-App online streamen oder per DLNA auf seine Heimger√§te √ľbertragen. Sogar die Verbindung mit der PS4 ist √ľber Remote Play m√∂glich. Neben dem sehr guten Musikplayer gibt es auch noch ein FM-Radio. Wer etwas Geld in einen passiven DNC-Kopfh√∂rer investiert, wird mit einer digitalen Ger√§uschunterdr√ľckung belohnt. Eine echte Wohltat in den Z√ľgen der Deutschen Bahn (gerade in den Ferien). MP3 werden kostenlos √ľber das DSEE-HX-Feature aufgepeppt und Fans unkomprimierter Musik freuen sich √ľber die Unterst√ľtzung f√ľr FLAC, ALAC, DSD, LPCM und den LDAC-Standard. Zahllose Equalizer-Presets und Soundeinstellungen sorgen f√ľr einen wirklich guten Sound und satten Bass. Zumindest √ľber gute Kopfh√∂rer, die geh√∂ren aber nat√ľrlich nicht zum Lieferumfang. Die beiden Lautsprecher auf der Vorderseite befinden sich ober- und unterhalb des Bildschirms und t√∂nen zwar laut, klingen aber l√§ngst nicht so vollmundig wie beim HTC One M9.

Kamera: Megapixel, Megapixel wer macht die schönsten Bilder im Land?

Glaubt man den Ger√ľchten, dann nutzt das Motorola Moto X Style den gleichen Sensor wie das Sony Xperia Z5 Premium. Der neue Exmor-RS-Sensor ist (wieder) 1/2,3 Zoll gro√ü, l√∂st aber nun mit 23 Megapixel auf. Der Vorg√§nger brachte es “nur” auf 20,7 Megapixel. Mehr Megapixel haben aber nicht zwangsl√§ufig auch eine bessere Bildqualit√§t zur Folge. Aber dazu gleich mehr ūüėÄ Ich finde es zudem etwas befremdlich, dass der AnTuTu-Benchmark bei der Kamera nur eine Aufl√∂sung von 8,7 Megapixel anzeigt …

Sony setzt auf einen sogenannten Hybrid-Autofokus. So soll das Smartphone bei ge√∂ffneter Blende die Entfernung zum Objekt messen und dann automatisch die beste Fokusart w√§hlen. Der gesamte Vorgang soll laut Hersteller nach Bet√§tigung des Ausl√∂sers nur 0,03 Sekunden dauern. Klasse! Leider werden die Aufnahmen immer noch von gelegentlicher Bildunsch√§rfe und Verzerrungen geplagt. Gerade bei dunkleren Bereichen kann man das gut nachvollziehen. Der Wei√üabgleich machte im Test keine Probleme. Die Aufnahmen wirken auch √ľberwiegend “scharf”, die Farben lebendig.

Insgesamt kann mich die Bildqualit√§t aber nicht ganz √ľberzeugen. Die zuvor erw√§hnten AR-Effekte sind zwar nett anzusehen, werden auf Dauer aber langweilig. Die Kamera-App st√ľrtzt dann mitunter auch sang- und klanglos ab. Irgendwie wirkt die Bildqualit√§t des Moto X Style besser. Schaut euch dazu doch einfach die Kamerabilder des Sony Xperia Z5 Premium im Vergleich mit den Kamerabildern des Moto X Style an.

Sony Xperia Z5 PremiumVideos zeichnet die Kamera √ľbrigens auch in 4K (nur durch freien Speicherplatz begrenzt) auf. In Full-HD stehen Aufnahmemodi mit 30 Bilder pro Sekunde und 60 Bildern pro Sekunde zur Auswahl.

Konnektivität und Ausdauer: Keine Überraschungen

Die Sende- und Empfangsleistung des Sony Xperia Z5 Premium ist auf dem (f√ľr Sony) √ľblichen Niveau. Es gibt keine messbaren Aussetzer, keine Ausrei√üer. Ein leichtes Grundrauschen ist vernehmbar, wie bei den √§lteren Modellen aus dem Hause Sony √ľblich. Die Akku-Laufzeit des Xperia Z5 Premium ist – nicht zuletzt aufgrund des Snapdragon 810 – auf einen Tag beschr√§nkt. Auf 1 1/2 Tage kommt man nur, wenn man die Energiesparoptionen nutzt. Die knapp 3.430 mAh starke Kraftzelle ist nach etwas √ľber 2 Stunden voll aufgeladen. Das geht aber nur √ľber Kabel. Per Induktion kann man es nicht aufladen. Das mitgelieferte Ladeger√§t bringt 1.500 mAh. Kein Vergleich zur “reaktor√§hnlichen” Version beim Moto X Style.

Fazit: Kaum Vorteile zum Z5

Ich sehe im Vergleich zum Sony Xperia Z5 ehrlich gesagt keine messbaren Vorteile. Das Design ist Geschmackssache, der Snapdragon 810 ist nicht schneller, mit knapp 780 Euro ist es aber deutlich teurer. Ist das Z5 Premium am Ende eine absolut √ľberfl√ľssige Evolution? Meiner Meinung nach ist das so. Das 4K-Display kann sein St√§rken nur bei 4K-Videos oder Bildern ausspielen und stellt seine Inhalte ansonsten nur hochskaliert (1.080 x 1.920 Pixel) dar. In der Praxis bemerkt man also nichts vom neuen Display. Die Kamera mit ihren 23 Megapixeln ist gut, kann aber nicht gegen die des Moto X Style gewinnen. Wer immer das neueste St√ľck Technik haben m√∂chte, der kann das Sony Xperia Z5 Premium zum Beispiel bei notebooksbilliger.de kaufen.

Tags : AndroidReviewSonyXperia
Dirk

Der Author Dirk

Ich besch√§ftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit qu√§le ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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