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TAG Heuer Connected im Test: Das ist die 1.350 Euro teure Smartwatch

Der renommierte Schweizer Hersteller TAG Heuer ist für seine hochwertigen Uhren mit mechanischen Uhrwerken bekannt. Die TAG Heuer Calibre 36 RS ist beispielsweise – in meinen Augen – eine der schönsten Uhren. Mit ihrer Connected genannten Smartwatch wollen die Schweizer nun aber nicht nur einfach der Apple Watch Paroli bieten. Neben der (fast) sündhafte teuren Connected-Smartwatch bietet man nach Ablauf der zweijährigen Garantie auch ein Upgrade auf eine „normale“ TAG Heuer (Carrera Cal. 5) mit mechanischem Uhrwerk an. So sind die knapp 1.350 Euro vielleicht nicht völlig in den Wind geschrieben, oder? Aktuell bekommt man Sie in Deutschland gar nicht (vorr. erst ab März 2016) und in den umliegenden Ländern nur gegen einen satten Aufpreis. Der Hersteller kommt angeblich „mit der Produktion“ nicht nach …

Design: Eine TAG Heuer Carrera mit Touchscreen

Die Calibre 36 RS hat es mir persönlich sehr angetan. Die neue TAG Heuer Connected unterscheidet sich optisch jetzt nicht so sehr von den anderen Modellen der Carrera-Reihe des Herstellers, wirkt aber dennoch deutlich „einfacher“. Das knapp 46 mm breite und 12.8 mm dünne Gehäuse besteht hier weder aus einfachem Aluminium, noch aus Edelstahl. Bei der Connected kommt Titan zum Einsatz. Das macht sich dann im relativ geringen Gewicht von 52 Gramm bemerkbar. Das Finish in der „Brushed Optik“ kommt wirklich edel herüber. Ich persönlich mag keine hochglänzenden Uhren. Das hat mich sowohl bei der Apple Watch als auch bei der Huawei Watch gestört.

Die schwarze, sandgestrahlteTitan-Lünette wurde mit Zahlen und dem Schriftzug „TAG Heuer Connected“ versehen. Die Schrift selber ist aber nicht nur einfach aufgedruckt, sondern erhaben geprägt und dann mit Silberfarbe bemalt. Über den Sinn oder Unsinn einer Lünette bei einer Smartwatch kann man allerdings trefflich streiten.

Mir geht es hier in erster Linie um den Aufwand der seitens TAG Heuer betrieben wurde. Der soll oder muss ja auch den hohen Preis von 1.350 Euro wiederspiegeln. Eine Huawei Watch aus Edelstahl bekomme ich nämlich schon für 449 Euro, die vergleichbare Apple Watch schlägt mit 700 Euro zu Buche. Beide teilen aber nicht ansatzweise die Haptik und den Look der TAG Heuer Connected. Leider ist der Boden der TAG Heuer Connected dann aber nur aus Kunststoff …

TAG_Heuer-Connected_9Das Armband besteht – entgegen so mancher Aussage der Kollegen – nicht aus billigem Gummi oder Plastik, sondern aus einem hautschonenden Kautschuk und steht in sieben Farben (Schwarz, Weiss, Rot, Blau, Grün, Orange, Gelb) zur Auswahl. Das Armband ohne die Schliesse kostet bereits 120 Euro. Der Verschluss besteht natürlich ebenfalls aus gebürstetem Titan. Es ist und bleibt hochwertig und ob man sich unbedingt eine Tierhaut an den Arm schnallen muss? Ist die grundsätzlich hochwertiger? Nein, zumal sie mit Schweiss selten gut klarkommt 😀

Technik: Keine Mechanik, aber eben auch nicht nur Technik von der Stange

TAG Heuer nutzt hier erfreulicherweise nicht nur Technik „von der Stange“. So hat man sich nicht für den Snapdragon 400 entschieden, sondern für einen bis zu 1.6 GHz schnellen Dual-Core-Chipsatz aus dem Hause Intel (Intel Atom Z34XX). Die CPU kann auch auf insgesamt 1 GByte Arbeitsspeicher zurückgreifen und ist damit in der Theorie die schnellste Smartwatch. In der Praxis läuft der Prozessor mit rund 500 MHz. Der interne Speicher für Bilder, MP3 und Co beträgt allerdings ebenfalls „nur“ 4 GByte. Beim Display hat man sich für ein 1.5 Zoll großes, kreisrundes LTPS LCD Display mit 360 x 360 entschieden. Ok, das kann jetzt nicht ganz mit der Huawei Watch und deren 400 x 400 Pixel mithalten, ist aber immerhin noch überdurchschnittlich.

Display & Android Wear : 360 x 360 Pixel sind eine runde Sache

preview_chrono_blueDas kreisrunde Display ist schon schön anzusehen, die maximale Helligkeit reicht bei normaler Nutzung. Scheint die Sonne allerdings mal so richtig hell, dann wird es eng mit der Reserve. Dank Android Wear 1.3.0 kann man seine Smartwatch nicht nur mit einem Android-Smartphone, sondern auch mit einem iPhone koppeln. Die TAG Heuer Connected verbindet sich über Bluetooth 4.1 und auch über WLAN (2.4 GHz) b/g/n mit dem Smartphone. Man bekommt dann auch Zugriff auf eingehende preview_chrono_whiteNachrichten, wenn die kurzatmige Bluetooth-Verbindung abgebrochen ist. Viel mehr als das Lesen von E-Mails, SMS, Twitter, WhatsApp, Facebook und Co bietet Android Wear leider auch heute noch nicht. Apps, die direkt auf der Uhr laufen,  sind immer noch selten anzutreffen und wirklich gute Spiele kaum vorhanden. Einzig das Adventure „Lifeline“ macht in Kombination mit so einer Uhr richtig Laune und auch den Gitarren-Tuner finde ich nett. Na ja, vielleicht sehe ich das auch zu eng. GPS oder ein Pulsmesser gänzen auch bei der Connected durch Abwesenheit. Dafür bekommt man mehrere speziell für die Connected gefertigte, leider aber eben nur virtuelle Ziffernblätter.

Akkulaufzeit & Performance: Mit 410 mAh gewinnt man keinen Marathon

Der fest eingebaute Akku leistet leider nur 410 mAh. Damit schafft man im täglichen Betrieb so gerade einen Arbeitstag. Aber auch nur dann, wenn der nicht von 05.00 Uhr bis 22.00 Uhr geht. Wer oft auf sein Display schaut und es dabei aktiviert, der wird früher nachladen müssen. In der Regel ist dieses aber gedimmt und stellt die Uhrzeit zumindest in Schwarz-Weiss dar. Spaß macht das natürlich keinen. Aufgeladen wird die TAG Heuer über eine kleine (runde) Ladeschale mit Pogo-Pins.  Man sollte ihn also auf gar keinen Fall verlieren oder zuhause vergessen.

Der Intel-Prozessor ist in Verbindung mit den 1 GByte Arbeitsspeicher etwas performanter. Zumindest im Vergleich zur Moto 360 der 1. Gen. Ansonsten merkt man davon nicht wirklich viel.

Fazit: Sehr hochwertige aber zu teure Smartwatch

Eigentlich darf man sich bei hochwertigen Uhren keine Gedanken über das Preis/- Leistungsverhältnis machen. Bei Uhren von Rolex, Omega oder TAG Heuer sprechen in der Regel ein hochwertiges, mechanisches Uhrwerk sowie eine Wertsteigerung für den Kauf. Bei der Connected sieht das leider anders aus. Das Gehäuse ist zwar sehr hochwertig und die Verarbeitung auch toll. Aber schon diese lieblos wirkenden Plastebox ist ein Grauen. Das mechanische Uhrwerk fehlt komplett und die genutzte Technik rechtfertigt in meinen Augen nicht den hohen Preis von 1.350 Euro. Auch wenn man sie später durch eine Zahlung von 1.500 Euro gegen eine TAG Heuer Calibre 5 austauschen kann. Also leider doch eine überflüssige Smarwatch. Zumal man sie aktuell auch nur in homöopathischen Stückzahlen produziert wird. Glaubt TAG Heuer am Ende doch nicht an die Smarwatch?

Tags : Android WearReviewSmartwatchTAG Heuer
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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