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Ticwatch S im Test: Eine Smartwatch für unter 200 Euro

(c) Mobvoi

Wer auf der Suche nach einer Smartwatch mit Android Wear UND eingebautem GPS-Empfänger ist, hat zwar eine Menge Auswahl, kommt preislich aber immer über 200 Euro. Die Ticwatch S von Mobvoi will das ändern. Für $199.99 bekommt man eine Smartwatch, die überwiegend aus Kunststoff besteht und so erst einmal keinen hochwertigen Eindruck macht. Ob sich dieser Eindruck bestätigt und wie sich die Uhr im Test geschlagen hat, lest ihr am besten selbst.

Ticwatch S Design: Kunststoff, viel Kunststoff

ticwatchse-blackDie beiden Modelle Ticwatch E (links) und Ticwatch S (rechts) bieten zwar eine ähnliche technische Ausstattung, unterscheiden sich aber deutlich im Design. Rein optisch bevorzuge ich die Ticwatch E mit ihrem eher klassischen Look und dem wechselbaren Armband. Die ist mit $159.99 zudem auch noch günstiger. Die Ticwatch S ist optisch eher eine Sportuhr und ähnelt mit ihrer farbigen Lünette mehr den Produkten von Garmin und Co als den klassischen Uhren. Das Gehäuse aus Polyurethan und das nicht wechselbare Armband aus Silikon sind mehr auf den sportlichen Einsatz getrimmt. Mit ihren Abmessungen von 45 x 45 x 13 mm und einem Gewicht von rund 46 Gramm ist sie eher leicht. Bei den Farben stehen Schwarz (Knight), Weiss (Glacier) und Neongelb (Auora) zur Auswahl.

Ticwatch SDer GPS-Empfänger der Ticwatch S wurde übrigens in das Armband eingebaut hat und nicht in das Gehäuse der Uhr (wie bei der E). Bei letzterer kann ich also jedes beliebige Armband (20 mm) einsetzen. Bei der S leider nur die passenden Ersatzarmbänder. Beide Gehäuse sind nach IP67 gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt bzw zertifiziert.

Die Bedienung beider Modelle erfolgt über den Touchscreen sowie einen Drücker auf der linken Seite des Gehäuses. Ein Drehrad wie bei Fossil oder Apple findet man hier nicht mehr. Auch auf den Touchstreifen (Ticle Strip) der Ticwatch 2 hat der Hersteller (leider) verzichtet. Da konnte man die Uhr nämlich noch durch eine Streichgeste über den Rahmen bedienen.

Ticwatch S: 1,4 Zoll-Display mit 287 ppi

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Das 1,4 Zoll große OLED-Display löst mit 400x 400 Pixel auf (287 ppi), bietet mehrere Helligkeitsstufen, aber keine Automatik und gab im Test keinen Grund zur Klage. Die Auflösung stimmt und die maximale Helligkeit ist ebenfalls ausreichend. In dieser Preisklasse findet man nichts besseres. Das Display wird durch kratzfestes Glas geschützt, aber ob es sich um Corning Gorilla Glas handelt kann ich nicht sagen.

Android Wear 2.7: Hier mit mehr Fitness

Mobvoi setzt auf Android Wear in der Version 2.7.0. Als Basis dient noch Android 7.1.1. Natürlich findet man als erstes die obligatorischen Watchfaces mit ihren zahlreichen Informationen. Neben den üblichen Apps aus dem Hause Google (Maps, Music, Play Store) gibt es aber auch eine Uhr mit Weckfunktion, einen Kalender, eine Übersetzungs-App sowie die Fitness-Programme Google Fit und eine  selbstgemachte App von Mobvoi. In der „Tic Health“ genannten App kann ich mir direkt mein Tagespensum und meinen Fortschritt sortiert nach Schritten, Distanz, aktive Stunden, Kalorienverbrauch und Trainingsminuten ansehen. Hinzu kommt eine – eher ungenaue – Herzfrequenzmessung, die nicht ansatzweise auf dem Niveau einer Garmin Fenix liegt. In meinem Videoreview der Ticwatch S kann man die Features gut erkennen:

Dafür gab der eingebaute GPS-Empfänger keinen Anlass zur Klage. Er hat die Position innerhalb weniger Sekunden gefunden und während der sportlichen Aktivitäten auch nicht verloren. Die Uhr erlaugbt dabei das Laufen, Gehen und Radfahren außerhalb von Gebäuden per GPS und Indoor-Aktivitäten (Laufband und Fitness) ohne die Entfernungsmessung per Satellit.

Ticwatch S: Ausdauer und Konnektivität

Die Ticwatch S bietet neben GPS (Glonass & Beidou) auch WLAN (b/g/n) sowie Bluetooth 4.1 LE. Bei der CPU handelt es sich nicht um einen Snapdragon Wear, sondern um einen – ähnlich schnellen – MediaTek MT2601 mit zwei Kernen a 1.2 GHz. Ihm stehen allerdings nur 512 MByte RAM zur Seite. Der interne Speicher von 4 GByte kann für Apps sowie MP3 genutzt werden.

Der fest eingebaute Akku wird über einen kleinen Puck mit Pogo-Pins aufgeladen und hielt im Test zwischen 4 Stunden (dauerhaftes GPS) und knapp 1 1/2 Tagen durch. Das Display war dabei immer aktiv und über die übliche Hand-zu-Gesicht-Geste (Helligkeitsstufe 2 von 5) aktivierbar. Der Ladevorgang dauert rund 1 Stunde. Ein Ladegerät wird nicht mitgeliefert.

Die Ticwatch S ermöglicht den Empfang von Nachrichten jeder Art und auch die Beantwortung über eine kleine, virtuelle Tastatur. Auch Anrufe können über das eingebaute Mikrofon und den Lautsprecher geführt werden, sehr zur „Freude“ der neugierigen Sitznachbarn. Besser ist da die Kopplung eines Bluetooth-Headsets. Die Verbindung zum Smartphone (>Android 4.3 und IOS 8) wird per Bluetooth oder WLAN (und Android Wear) sichergestellt. Apps kann man über den Play Store auch ohne Smartphone installieren. Zumindest dann, wenn das entsprechende WLAN der Uhr vorher „bekanntgemacht“ wurde.

Fazit: Gute Smartwatch fürs Geld

Die Ticwatch S ist eine gute Smartwatch auf der Basis von Android Wear. Display und Performance gehen voll in Ordnung, die Ausdauer ist mit etwas einem Tag nicht durchschnitlich. Die üblichen Funktionen – wie das Empfangen und Beantworten von Nachrichten – stehen genauso zur Verfügung, wie ein eingebauter GPS-Empfänger. Die Genauigkeit des Herzfrequenzsensor könnte allerdings höher sein und die Haptik wirkt durch die Menge an Kunststoff eher „billig“. Das tut der Funktionalität aber keinerlei Abbruch.

Testergebnis

Verarbeitung 8.6
Display 8.6
Performance 8.8
Sport 9.1
Konnektivität und Akku 8.5

Fazit

8.7 Die Ticwatch S ist eine gute Smartwatch auf der Basis von Android Wear. Display udn Performnace gehen voll in Ordnung, die Ausdauer ist mit etwas einem Tag nicht durchschnitlich. Die üblichen Funktionen - wie das Empfangen und Beantworten von Nachrichten - stehen genauso zur Verfügung, wie ein eingebauter GPS-Empfänger. Die Genauigkeit des Herzfrequenzsensor könnte allerdings höher sein und die Haptik wirkt durch die Menge an Kunststoff eher "billig". Das tut der Funktionalität aber keinerlei Abbruch.

Tags : Android WearChinaReviewSmartwatchTests
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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