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Uhans U300 im Test: Smartphone mit Leder und Titanlegierung

Testergebnis

Verarbeitung 8
Display 8.2
Performance 7.6
Kamera 7.6
Konnektivität 0
Akku 9.1

Fazit

6.8 Die Features des Uhans U300 sind nett, aber abgesehen vom Display und Akku nicht der Rede wert. Die 4.650 mAh starke Kraftzelle hält das Smartphone mit seinem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display rund zwei Tage am Leben. Die CPU ist aber für Gamer nur bedingt geeignet. Die Verarbeitung meines Samples ist eher durchwachsen, die Konnektivität leider mies. Es sieht aber schon recht interessant aus, wobei das hohe Gewicht von 225 Gramm auf einen sparsamen Einsatz von Titan hindeutet.

Nach dem H5000 mit seinem 4.500 mAh starken Akku bringt Uhans nun das U300 auf den Markt. Hauptmerkmal ist dabei nicht die 4.750 mAh starke Kraftzelle, sondern das recht „martialisch“ wirkende und nach IP65 zertifizierte Gehäuse aus einer „Titaniumlegierung“. Technisch bietet das knapp 200 Euro teure Smartphone ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, einen MediaTek MT6750T, 4 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Speicher. Die Rückseite ist mit Leder verkleidet und beherbergt eine 16 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht. Edel geht die Welt zugrunde?

Uhans U300: Sieht verdammt „hart“ aus

Fehlendes Selbstbewußtsein kann man dem hierzulande unbekannten Hersteller Uhans beileibe nicht vorwerfen. Seine Vergleiche der eigenen Smartphones mit den deutlich besser ausgestatteten, aber auch teureren Geräten der Konkurrenz sind schon fast legendär. Allerdings auch genau wenig aussagekräftig. Mit dem knapp 110 Euro teuren Uhans H5000 habe ich ja schon ein Smartphone des Herstellers testen können. Nun folgt das Uhans U300.

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Das Design stammt aus der Feder eines „Mercedes-Benz-Designers“. Der Rahmen des knapp 155 x 80 x 12 mm dicken Smartphones besteht angeblich aus einer Titaniumlegierung, während die Rückseite (eigentlich aus Kunststoff) dünn mit italienischem Leder bezogen wurde.

Das Gewicht von rund 225 Gramm deutet allerdings auf recht wenig Titan hin (de facto bestehen nur die beiden Seitenleisten aus der Legierung)  und das Leder auf der Rückseite ist auch nur sehr dünn, wurde auf einen Kunststoffdeckel aufgebracht und ist ziemlich empfindlich. Der Deckel selber ist (offiziell) nicht abnehmbar, wackelt leicht und schliesst (bei meinem Testsample) nicht bündig mit dem Rahmen ab. Durch den Spüalt von knapp 1 mm würde ich es – trotz IP65 – auch nicht mit Wasser oder Staub in Verbindung bringen. Kopfhörerausgang auf der Oberseite sowie microUSB auf der Unterseite sind durch Abdeckungen aus Kunststoff geschützt. Vielleicht ist die Verarbeitung bei den finalen Geräte besser, denn laut Hersteller handelt es sich bei meinem Testgerät wohl noch um ein „Engineering Sample“ (allerdings mit finaler Firmware V3.03).

Ein-/ und Ausschalter sowie die beiden Lautstärketaster befinden sich auf der rechtenCat_S40 Gehäuseseite. Der Einschub für die beiden SIM bzw microSD auf der linken Seite. Der Tray wackelt dabei allerdings ziemlich im Rahmen hin und her. Die Bedienung von Android 6.0 erfolgt ausschließlich über den Touchscreen. Die Kamera samt LED befindet sich auf der Rückseite. Auf der Vorderseite ist neben dem 5,5-Zoll-Display in Full-HD noch eine Frontkamera und eine fast unsichtbare, weil extrem lichtschwache Benachrichtigungs-LED verbaut. Diese blinkt beim Ladevorgang grün?!

Wer das Smartphone ernsthaft mit einem Vertu vergleicht, gehört mit dem Hammer geschlagen 😀 Optisch ähnelt es zudem eher einem CAT S40.

Verpackung: Pappbox mit Stil

Uhans U300

Die quadratische Box des Uhans U300 besteht aus Karton und sieht gar nicht schlecht, ja fast edel aus. Sie greift die Lederrückseite des U300 auf. Im Inneren findet man neben dem Smartphone mit vorinstallierten Panzerglas auch ein Ladegerät, ein Lade-/Datenkabel sowie eine gedruckte Anleitung zum Vorschein. Alles hübsch in eigene Boxen aufgeteilt. Kopfhörer oder Speicherkarte findet allerdings keine!

Helles 5,5-Zoll-Display in Full-HD

Das 5,5 Zoll große IPS-Display des Uhans U300 löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird uhans_u300_frontdurch das zusätzliche Glas gut gegen Kratzer geschützt. Bei hellen Hintergründen sieht man an den Rändern ein minimales Clouding (Lichthöfe). Die entstehen aber durch das Schutzglas. Nimmt man es nämlich ab, dann wirkt der  Touchscreen deutlich klarer. Die Farbtemperatur geht trotzdem mehr in Richtung warmweiß. Die Blickwinkelstabilität ist gut, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab. Die Farben kann ich dank „Miravision“ ein wenig an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Das macht aber ehrlich gesagt keinen großen Unterschied. Die maximale Helligkeit ist akzeptabel, bei direkter Sonneneinstrahlung leidet die Ablesbarkeit allerdings spürbar. Das Glas ist zu den Rändern hin nicht gebogen. Man spürt also eine kleine Kante. Drückt man fester auf das Display, entstehen unschöne „Farbwolken“.

Performance & Akku: Ausreichend und Top

Uhans setzt hier auf einen MediaTek MT6750T mit acht Kernen a 1.5 GHz. In Verbindung mit der Mali-T860 GPU und den 4 GByte Arbeitsspeicher reicht es im aktuellen AnTuTu-uhans_u300_ui_14Benchmark trotzdem nur für knapp über 35.000 Punkte. Im Geekbench 4 kommt das U300 auf 601 Punkte im Single-Core und 2.524 im Multi-Core. Damit laufen aktuelle Spiele mit reduzierter Framerate recht flüssig. Für Gamer ist das Uhans U300 also durchaus (noch) geeignet.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 4.650 mAh (nicht wie angegeben 4.750 mAh). In der Praxis kam ich aber trotzdem auf eine Laufzeit von ungefähr 2 Tagen bei doch recht intensiver Nutzung. Poweruser werden schon nach etwa 11 Stunden den Akku aufladen müssen. Die dauert per Kabel – mangels FastCharge – gut 3 1/2 Stunden. Der Akku lädt dabei mit etwa 1.350 mAh (mitgeliefertes Ladegerät).

Die Laufzeit ist natürlich stark von der persönlichen Nutzung abhängig. Uhans vergleicht sein U300 gerne mit dem Apple iPhone 7 oder Galaxy S7. Das ist natürlich Unsinn, denn diese beide Geräte bietet sowohl höher auflösende Displays als auch deutlich mehr Power. Ein Käfer verbraucht auch weniger Sprit als ein Porsche.

Android 6.0 ohne Basteleien und Bloatware

Das Uhans U300 nutzt ab Werk Android 6.0. Leider hat Uhans auch in den Einstellungen den ein oder anderen Punkt nicht vernünftig übersetzt. Daran ändert auch die neue Firmware nichts.

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Das nahezu unveränderte Android 6 mit Sicherheitspatches vom 05. Oktober 2016 wurde nicht mit Bloatware verunstaltet. Leider findet man in der Firmware 3.01 die Adups.fota Malware. Ab Werk sind die wichtigsten Google-Dienste bzw. Google-Apps installiert. Den Rest kann man über den Play Store installieren. Ob es ein Update auf Android 7.0 geben wird,  steht aber noch in den Sternen. Der Look und Feel kann über eine handvoll vorinstallierter Themen verändert werden.

Kamera: 16-Megapixel (interpoliert)

Uhans U300

Auch hier kommen die 16 Megapixel der Kamera nur durch das „Upscaling“, sprich interpolieren der Pixel zustande. Tatsächlich werden die Aufnahmen mit 13 Megapixel geknipst. Eine Blende f/2.2 ermöglicht bei Dunkelheit keine vernünftige Bildqualität mehr und auch bei Tageslicht sind die Aufnahmen zu blaustichig.

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Videos werden in Full-HD im MP4-Format aufgezeichnet. 4K beherrscht das Gerät NICHT! Die Qualität ist dabei leider auch sehr übersichtlich und auch hier findet man das „Rolling Shutter Syndrom“. Der Sensor für Selfies auf der Vorderseite löst mit 5 Megapixel auf (interpoliert 8 MP) und findet auch beim Uhans H5000 Verwendung. Die Qualität ist daher auch nur bescheiden.

Konnektivität & Klang: Schlechter Empfang?

Mein Testsample weist einen nahezu unbrauchbaren Empfang auf. Auch die Nutzung von LTE (in Band 20) war kaum möglich. Es scheint sich hier um einen Defekt zu handeln. Der Bereich Konnektivität wird von mir daher nicht bewertet. Sollte ich ein neues Testgerät bekommen, werde ich den Bereich ergänzen.

Das U300 unterstützt den Betrieb mit zwei SIM-Karten (micro/nano) oder ermöglicht die Erweiterung des 32 GByte großen Speichers (knapp 25 GByte frei) per microSD. Beides gleichzeitig geht nicht. WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 GHz) angeboten. Die Qualität ist allerdings etwas „schwach“, der Empfang schwankt stark. Daneben bietet das Uhans U300 auch Bluetooth 4.0, NFC wird nicht unterstützt.

Der Lautsprecher ist recht laut, das gilt leider nicht für die Ohrmuschel. Dort klingen meine Gesprächsteilnehmer, als wenn sie unetr Wasser arbeiten würden. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen akzeptablen Klang, ein FM-Radio sorgt unterwegs für kostenlose Beschallung mit WDR 4 😀 Einen qualitativen Vorteil beim Sound durch den speziellen Soundchip – wie in der Werbung angegeben – habe ich keinen gespürt.

Fazit: Zielgruppe?

Für wen ist das Smartphone geeignet? Die Features des Uhans U300 sind nett, aber abgesehen vom Display und Akku nicht der Rede wert. Die 4.650 mAh starke Kraftzelle hält das Smartphone mit seinem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display rund zwei Tage am Leben. Die CPU ist aber für Gamer nur bedingt geeignet. Die Verarbeitung meines Samples ist eher durchwachsen, die Konnektivität leider mies. Es sieht aber schon recht interessant aus, wobei das hohe Gewicht von 225 Gramm auf einen sparsamen Einsatz von Titan hindeutet.

Tags : AndroidChinaReviewSmartohoneTestsUhans
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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