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Uhans U300 im Test: Smartphone mit Leder und Titanlegierung

Nach dem H5000 mit seinem 4.500 mAh starken Akku bringt Uhans nun das U300 auf den Markt. Hauptmerkmal ist dabei nicht die 4.750 mAh starke Kraftzelle, sondern das recht “martialisch” wirkende und nach IP65 zertifizierte Gehäuse aus einer “Titanlegierung”. Technisch bietet das knapp 200 Euro teure Smartphone ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, einen MediaTek MT6750T, 4 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Speicher. Die Rückseite ist mit Leder verkleidet und beherbergt eine 16 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht. Edel geht die Welt zugrunde?

Uhans U300: Sieht verdammt “hart” aus

Fehlendes Selbstbewußtsein kann man dem hierzulande unbekannten Hersteller Uhans beileibe nicht vorwerfen. Seine Vergleiche der eigenen Smartphones mit den deutlich besser ausgestatteten, aber auch teureren Geräten der Konkurrenz sind schon fast legendär. Allerdings auch genau wenig aussagekräftig. Mit dem knapp 110 Euro teuren Uhans H5000 habe ich ja schon ein Smartphone des Herstellers testen können. Nun folgt das Uhans U300.

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Das Design stammt aus der Feder eines “Mercedes-Benz-Designers”. Der Rahmen des knapp 155 x 80 x 12 mm dicken Smartphones besteht angeblich aus einer Titanlegierung, während die Rückseite (eigentlich aus Kunststoff) dünn mit italienischem Leder bezogen wurde.

Das Gewicht von rund 225 Gramm deutet allerdings auf den sparsameren Einsatz von  Titan hin (de facto bestehen nur die beiden Seitenleisten aus der Legierung). Das Leder auf der Rückseite ist zudem nur sehr dünn den Kunststoffdeckel aufgeklebt. Dieser ist (offiziell) nicht abnehmbar, sitzt aber bombenfest. Dennoch sieht man zum Rahmen hin einen kleinen Spalt von etwa 0,5 mm. Ob der – aufgrund der Werbung mit IP65-Zertifiierung – nicht doch Spritzwasser oder Staub ins Gehäuse eindringen lässt, bleibt abzuwarten. Der Kopfhörerausgang auf der Oberseite sowie der microUSB-Zugang auf der Unterseite sind durch Abdeckungen aus Kunststoff geschützt. Die Kappen selber sind flexibel und verrichten ihre Arbeit zuverlässig.

Der Ein-/ und Ausschalter sowie die beiden Lautstärketaster (ebenfalls aus “Titan”) befinden sich auf der rechtenCat_S40 Gehäuseseite. Der Einschub für die beiden SIM bzw microSD auf der linken Seite. Die Bedienung von Android 6.0 (aktuelle Firmware 3.04) erfolgt ausschließlich über den Touchscreen. Die Kamera samt LED befindet sich auf der Rückseite. Auf der Vorderseite ist neben dem 5,5-Zoll-Display in Full-HD noch eine Frontkamera und eine fast unsichtbare, weil extrem lichtschwache Benachrichtigungs-LED verbaut. Diese blinkt beim Ladevorgang grün!

Man sollte das interessante Design und die Verarbeitung des knapp 200 Euro günstiges Smartphone ernsthaft mit einem Vertu vergleichen. Optische Anleihen beim CAT S40 sind erkennbar.

Verpackung: Pappbox mit Stil

Uhans U300

Die quadratische Box des Uhans U300 besteht aus Karton und sieht gar nicht schlecht, ja fast edel aus. Sie greift die Lederrückseite des U300 auf. Im Inneren findet man neben dem Smartphone mit vorinstallierten Panzerglas auch ein Ladegerät, ein Lade-/Datenkabel sowie eine gedruckte Anleitung zum Vorschein. Alles hübsch in eigene Boxen aufgeteilt. Kopfhörer oder Speicherkarte findet allerdings keine!

Helles 5,5-Zoll-Display in Full-HD

Das 5,5 Zoll große IPS-Display des Uhans U300 löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird uhans_u300_frontdurch das zusätzliche Glas gut gegen Kratzer geschützt. Bei hellen Hintergründen sieht man an den Rändern ein minimales Clouding (Lichthöfe). Die Blickwinkelstabilität ist gut, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab. Die Farben kann ich dank “Miravision” ein wenig an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Das macht aber ehrlich gesagt keinen großen Unterschied. Die maximale Helligkeit ist akzeptabel, bei direkter Sonneneinstrahlung leidet die Ablesbarkeit allerdings spürbar. Das Glas ist zu den Rändern hin nicht gebogen (2.5D). Man spürt also eine kleine Kante. Drückt man fester auf das Display, entstehen unschöne “Farbwolken”. Das Glas selber wird durch eine Schutzfolie bedeckt. Die ist aber etwas “kriselig” und verschlechtert so die Darstellung.

Performance & Akku: Ausreichend und Top

Uhans setzt hier auf einen MediaTek MT6750T mit acht Kernen a 1.5 GHz. In Verbindung mit der Mali-T860 GPU und den 4 GByte Arbeitsspeicher reicht es im aktuellen AnTuTu-uhans_u300_ui_14Benchmark trotzdem nur für knapp über 35.000 Punkte. Im Geekbench 4 kommt das U300 auf 601 Punkte im Single-Core und 2.524 im Multi-Core. Damit laufen aktuelle Spiele mit reduzierter Framerate recht flüssig. Für Gamer ist das Uhans U300 nur bedingt geeignet.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 4.650 mAh (nicht wie angegeben 4.750 mAh). In der Praxis kam ich aber trotzdem auf eine Laufzeit von ungefähr 2 Tagen bei doch recht intensiver Nutzung. Poweruser werden schon nach etwa 11 Stunden den Akku aufladen müssen. Die dauert per Kabel – mangels FastCharge – gut 3 1/2 Stunden. Der Akku lädt dabei mit etwa 1.350 mAh (mitgeliefertes Ladegerät).

Die Laufzeit ist natürlich stark von der persönlichen Nutzung abhängig. Uhans vergleicht sein U300 gerne mit dem Apple iPhone 7 oder Galaxy S7. Das ist natürlich Unsinn, denn diese beide Geräte bietet sowohl höher auflösende Displays als auch deutlich mehr Power. Ein Käfer verbraucht auch weniger Sprit als ein Porsche.

Android 6.0 ohne Basteleien und Bloatware

Das Uhans U300 nutzt ab Werk Android 6.0. Leider hat Uhans auch in den Einstellungen den ein oder anderen Punkt (Reboot, Fingerprintnicht vernünftig übersetzt. Daran ändert auch die neue Firmware nichts.

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Das nahezu unveränderte Android 6 mit Sicherheitspatches vom 01. Mai 2016 wurde nicht mit Bloatware verunstaltet. Leider findet man auch noch in der Firmware 3.04 die Adups.fota Malware. Ab Werk sind die wichtigsten Google-Dienste bzw. Google-Apps installiert. Den Rest kann man über den Play Store installieren. Ob es ein Update auf Android 7.0 geben wird,  steht aber noch in den Sternen. Der Look und Feel kann über eine handvoll vorinstallierter Themen verändert werden. Der Launcher selber arbeitet schnell und zuverlässig.

Kamera: 16-Megapixel (interpoliert)

Uhans U300

Auch hier kommen die 16 Megapixel der Kamera nur durch das “Upscaling”, sprich interpolieren der Pixel zustande. Tatsächlich werden die Aufnahmen mit 13 Megapixel geknipst. Eine Blende f/2.2 ermöglicht bei Dunkelheit keine vernünftige Bildqualität mehr, bei Tageslicht gehe die Aufnahmen in Ordnung.

Uhans U300

Videos werden in Full-HD im MP4-Format aufgezeichnet. 4K beherrscht das Gerät NICHT! Die Qualität ist dabei leider auch sehr übersichtlich und auch hier findet man das “Rolling Shutter Syndrom”. Der Sensor für Selfies auf der Vorderseite löst mit 5 Megapixel auf (interpoliert 8 MP) und findet auch beim Uhans H5000 Verwendung. Die Qualität ist daher auch nur bescheiden.

Konnektivität & Klang: Alles ok

Das U300 unterstützt den Betrieb mit zwei SIM-Karten (micro/nano) oder ermöglicht die Erweiterung des 32 GByte großen Speichers (knapp 25 GByte frei) per microSD. Beides gleichzeitig geht nicht. WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 GHz) angeboten. Die Qualität ist ok, die Geschwindigkeit könnte höher sein (im Test lediglich 65 mbit/s). Daneben bietet das Uhans U300 auch LTE in Band 20 (im Test nur mit knapp 25 mbit/s) sowie UMTS. Daten werden per Bluetooth 4.0 übertragen, NFC wird nicht unterstützt.

Die Gesprächsqualität ist eigentlich ebenfalls ok, der Lautsprecher tönt nämlich recht laut. Leider gilt das aber nicht für die Ohrmuschel. Meine Gesprächsteilnehmer klingen etwas dumpf und auch einen Tick zu leise. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen akzeptablen Klang, ein FM-Radio sorgt unterwegs für kostenlose Beschallung mit WDR 4 😀 Einen qualitativen Vorteil beim Sound durch den speziellen Soundchip – wie in der Werbung angegeben – habe ich keinen gespürt.

Der runde Fingerabdruckscanner auf der Rückseite arbeitet relativ zuverlässig, in 80% aller Fälle klappte die Entsperrung beim ersten versuch. Er unterscheidet bis zu fünf Finger und bietet ein paar Zusatzfunktionen (Anrufannahme, Kameraauslöser, Screenshots). dabei reicht es aus , den Finger einfach auf den Sensor zu legen. Leider taugt der eingebaute GPS-Empfänger nicht. Ein Signal kann in Gebäuden schon am Fenster nicht mehr empfangen werden. Bei der Navigation auf der Autobahn kommen die Anweisungen aufgrund der Abweichung von mehr als 10 Metern nicht mehr zeitnah.

Fazit: Empfehlenswert?

Die technische Ausstattung des Uhans U300 ist nett, das Full-HD-Display und der 4.650 mAh starke Akku gefallen mir. Die CPU ist für Gamer nur bedingt geeignet. Das Design ist außergewöhnlich, aber eben auch nicht jedermanns Geschmack. Das recht hohe Gewicht von 225 Gramm hat mich etwas gestört und deutet auf einen sparsamen Einsatz der Titanlegierung hin. Für knapp 200 Euro bekommt man natürlich auch gute Alternativen.

Update (25.01.17): Finales Testsample, neue Firmware

Testergebnis

Verarbeitung 8
Display 8.2
Performance 7.6
Kamera 7.6
Konnektivität 8.3
Akku 9.1

Fazit

8.1 Die technische Ausstattung des Uhans U300 ist nett, das Full-HD-Display und der 4.650 mAh starke Akku gefallen mir. Die CPU ist für Gamer nur bedingt geeignet. Das Design ist außergewöhnlich, aber eben auch nicht jedermanns Geschmack. Das recht hohe Gewicht von 225 Gramm hat mich etwas gestört und deutet auf einen sparsamen Einsatz der Titanlegierung hin. Für knapp 200 Euro bekommt man natürlich auch gute Alternativen.

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestsUhans
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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