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UMi Diamond im Test: Diamant oder Blender?

Das knapp 150 Euro günstige UMi Diamond ähnelt doch ziemlich dem Samsung Galaxy S7 bzw. dem Elefone S7. Technisch merkt man schnell den Unterschied. So kommt das UMi Diamond nur mit einem 5 Zoll großen Display in HD-Auflösung, einem MediaTek-Prozessor vom Typ MTK6753 mit acht Kernen und 3 GByte RAM, 16 GByte Speicher, Dual-SIM (LTE) sowie Erweiterbarkeit per microSD auf den Markt. Lohnt sich der Kauf über Amazon?

Der chinesische Hersteller UMI hat mit seinem UMI Super bzw. UMi Plus zwei – beid en Kunden – recht „umstrittene“ Smartphones auf den Markt gebracht. Das GPS war bei beiden Geräten von nicht von allzu hoher Qualität. Das UMI Touch hingegen verrichtet in der Redaktion nun seit knapp einem Jahr seinen Dienst völlig klaglos. Und das UMi Diamond?

Verpackung: Black Box?

Die kleine schwarze Box des UMi Diamond besteht aus Pappe. Im Inneren findet man neben dem Smartphone in Gold, Schwarz oder Weiß auch ein USB-Datenkabel, ein europäisches Netzteil sowie eine kurze Anleitung in gedruckter Form. Eine Displayschutzfolie hat der Hersteller zwar direkt aufgebracht, die ist aber eher für den Transport gedacht und beeinträchtigt die Qualität des Displays. Headset und eine Speicherkarte gibt es leider nicht.

UMi Diamond: Studiere und Kopiere

Vorsicht, vom UMi Diamond gibt es zwei Versionen die äußerlich zu 100% identisch sind! Nur das Diamond X nutzt einen MT6757, im Test lief der allerdings nur mit 1.3 GHz. Aber zunächst zurück zum Design. Das UMi Diamond ähnelt doch stark dem Galaxy S7. Oder sagen wir lieber, es ähnelt dem UMi London? Mit seinen Abmessungen von 143 x 70 x 9,4 mm bei stattlichen 169 Gramm ist es sogar etwas kleiner als sein Vorbild. Optisch macht es zwar einiges her, leider besteht der abnehmbare Akkudeckel aber aus Kunstsoff. Das er schön in der Sonne glänzt, zieht er Fingerabdrücke leider auch nahezu magisch an. Der matte Rahmen aus Metall ist hingegen eine Wucht und wird zur Mitte hin – wie beim Vorbild – leicht schmaler.

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Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler liegen auf der rechten Seite des UMi Diamond und sitzen bombenfest. Der Einschub für die beiden Sim-Karten (nano/micro) sowie die Speicherkarte befindet sich unter dem Akkukdeckel. Den Akku selbst kann man auch wechseln. Ab Werk sind die Pole mit einer Folie geschützt, die man von Inbetriebnahme unbedingt entfernen sollte 😀

Display: 5 Zoll in HD

Rechts oberhals des 5 Zoll großen Display findet man die eine LED in den Farben Rot, Grün und Blau. Diese signalisiert eingehende bzw. entgangene Anrufe oder Nachrichten. Lautsprecher und Mikrofon befinden sich auf der Unterseite. Der microUSB-Anschuss (USB 2.0) sowie der normale Kopfhörerausgang liegen auf der Oberseite. Gesteuert wird Android 6.0  übrigens über die drei kapazitiven Tasten unter dem Display. Die sind zwar beschriftet, leider aber nicht beleuchtet.

Das IPS-Display des UMi Diamond aus dem Hause Sharp löst mit 720 x 1.280 Pixel auf und wird durch T2X-1 Glass geschützt. Bei hellen Hintergründen sieht man kein Clouding (gelbliche Wölkchen). Die Blickwinkelstabilität ist befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab. Die Farben kann ich dank „Miravision“ ein wenig an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Die maximale Helligkeit ist recht hoch. Gegen direkte Sonneneinstrahlung kommt es aber nicht an. Da sollte man sich dann in schattige Bereiche zurückziehen.  Das Glas ist zu den Rändern hin leicht gebogen (2.5D), es fühlt sich daher recht „samtig“ an.

Performance & Akku: Ausreichend

UMI setzt beim Diamond auf einen Chipsatz vom Typ MediaTek MT6753. Der Octa-Core-UMI Diamond Android 6Prozessor taktet seine acht Kerne laut Hersteller mit bis zu 1.5 GHz. Eine Mali-T720 GPU sorgt für ausreichend Grafikpower und die 3 GByte Arbeitsspeicher erlauben eine ruckelfreie Bedienung des Android 6.0. Soweit die Theorie. Im Test zeigten alle Apps nur einen 1.3 GHz schnellen Chipsatz an. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt die CPU somit nur auf  etwas über 37.198 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 627 Punkte im Single-Core und 2.506 im Multi-Core. Damit laufen grafisch ansprechende Spiele wie Modern Combat 5 und Co nicht mehr flüssig. Für Gamer ist das günstige Smartphone also nicht die erste Wahl.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 2.650 mAh. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von knapp 1 1/2 Tagen. Poweruser werden es nach rund 7 Stunden an die Steckdose hängen müssen. Eine Aufladung per Kabel dauert allerdings gut 2 1/2 Stunden, denn Fast Charge wird nicht unterstützt. Der Akku lädt mit maximal 960 mAh.

Android 6.0 ohne Basteleien und Bloatware

Das UMi Diamond bietet ab Werk Android 6.0. Leider fehlen auch hier noch Teile der deutschen Übersetzung. Zum Beispiel bei „Gesture Sensing“ oder „Smart Wake“. Das ist nicht tragisch, aber unverständlich, zumal ich im Laufe des Tests bereits zwei Updates (OTA) erhalten habe.

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Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android 6 mit Sicherheitspatches vom 05. November 2016 zu Gesicht. Bloatware, Adware oder Viren findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android 6 nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen erst einmal, können über den Play Store allerdings nachinstalliert werden.

Kamera: 13-Megapixel (interpoliert)

UMi Diamond

Ehrlich gesagt mag ich dieses Kleingedruckte nicht, wobei der Hersteller auf seiner eigenen Webseite eigentlich darauf hinweist. 13 Megapixel bietet die Kamera nämlich nur, wenn man „softwareoptimierte“ Bilder mag. Im Original landen die Aufnahmen nur mit 8 Megapixel im Kasten. Die Blende f/2.8 ermöglicht bei Dunkelheit kaum noch gescheite Aufnahmen. Artefakte und eine starke Unschärfe sind dann an der Tagesordnung. Auch bei Tageslicht gehen die Aufnahmen nicht wirklich in Ordnung, sie wirken unterbelichtet und blaustichig. In der Preisklasse bis 150 Euro will ich aber mal ein Auge zudrücken. Videos werden in maximal Full-HD im 3GP-Format aufgezeichnet. 4K beherrscht das Gerät NICHT! Der Sensor für Selfies auf der Vorderseite löst mit 2 Megapixel auf (interpoliert 5 MP). Die Qualität ist ebenfalls eher bescheiden.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMi Diamond nutzt neben HSPA+ auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit für den täglichen UMI Diamond Android 6Gebrauch in Ordnung. Im LTE-Modus im Netz der Telekom kam ich aber nur auf 31 Mbps im Download und 42.5 Mbps im Upload?! LTE wird also nicht so schnell unterstützt, wie bei den teureren Modellen von Samsung oder Apple. Wer mag, kann auch zwei SIM-Karten (micro/nano) gleichzeitig nutzen UND den Speicher per microSD erweitern. Der Vorteil, wenn man einen Akkudeckel nutzt!

Die Sende-/ und Empfangsleistung des UMi Diamond war auf einem normalen Niveau. Die automatische Balken-Anzeige übertreibt allerdings ziemlich. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas zu „hell“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung (Lautsprecher) ist hingegen sehr laut. Der GPS-Empfang des UMi Diamond war erstaunlich gut, solange man sich nicht in Gebäuden befindet. Im Gegensatz zu den anderen Modellen also eine deutliche Steigerung.

WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 Ghz) unterstützt. Daneben bietet das UMi Diamond auch Bluetooth 4.0, NFC gibt es aber nicht. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für kostenlose  Beschallung fernab von Spotify und Co.

Fazit: Diamant oder Blender?

Weder noch. Das UMi Diamond mit seinen Anlehnungen an das Samsung Galaxy S7 bzw. an das UMI London bekommt man hierzulande problemlos über den Amazon Store von UMIDIGI. Für 150 Euro erhält man allerdings auch nur ein HD-Display im hübschen Gewand. Das Android 6.0 ist unverbastelt und läuft recht fix. Für anspruchsvollere Spiele ist die CPU hingegen icht geeignet. Die beiden Kameras sind leider nicht der Rede wert. Als Alternative bietet sich z.B. das Xiaomi Redmi 4 oder das Huawei 5c an. Vielleicht auch ein Wiko oder Wileyfox. Wobei letztere nicht wirklich besser sind.

Testergebnis

Verarbeitung 8.8
Display 8
Performance 7.3
Kamera 7.5
Konnektivität & Akku 8

Fazit

7.9 Weder noch. Das UMi Diamond mit seinen Anlehnungen an das Samsung Galaxy S7 bzw. an das UMI London bekommt man hierzulande problemlos über den Amazon Store von UMIDIGI. Für 150 Euro erhält man allerdings auch nur ein HD-Display im hübschen Gewand. Das Android 6.0 ist unverbastelt und läuft recht fix. Für anspruchsvollere Spiele ist die CPU hingegen icht geeignet. Die beiden Kameras sind leider nicht der Rede wert. Als Alternative bietet sich z.B. das Xiaomi Redmi 4 oder das Huawei 5c an. Vielleicht auch ein Wiko oder Wileyfox. Wobei letztere nicht wirklich besser sind.

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestsUMI
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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