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UMI Super im Test: Mit 5,5-Zoll Full-HD im Metall-Gehäuse

Das knapp 190 Euro günstige UMI Super bietet ein recht ansprechendes Design und ordentliche Technik fürs Geld. So findet man auf der Vorderseite des Smartphones ein 5,5 Zoll großen Display in Full-HD-Auflösung. Angetrieben wird das Android-Smartphone von einem MediaTek-Prozessor vom Typ Helio P10 (MT6755) mit achter Kernen und nicht weniger als 4 Gbyte RAM. Der 32 GByte große interne Speicher kann dabei sowohl über microSD-Karten, als auch über USB-OTG um weitere 200 GByte aufgebohrt werden. Neben Dual-SIM samt Unterstützung für LTE in allen wichtigen Bändern, findet man sogar noch einen USB-Type-C-Anschluss. Wie wäre es mit einem Test?

Der chinesische Hersteller UMI ist hierzulande fast gänzlich unbekannt. Das ist schade, denn eigentlich hat er ein paar wirklich netter und günstige Smartphones in seinem kleinen Portfolio. Das UMI Touch beispielsweise habe ich euch ja schon vorgestellt. Es ist bei uns seitdem pausenlos im Einsatz und zeigt keine nennenswerten Schwächen. Kann UMI das mit dem Super wiederholen? Nun ja, der Name setzt die Messlatte schon ein ganzen Stück höher. Aber starten wir mit dem Lieferumfang.

Schon wieder eine schwarze Box?

Eigentlich ist die Verpackung von Smartphones heutzutage nicht mehr der Rede wert. Beim UMI Super ist das auch nicht ganz anders. Aber immerhin besteht die kleine schwarzen Box (wie das Smartphone) aus Metall. Darin findet man das Handy, eine USB-Type-C-Datenkabel, ein europäisches Netzteil, ein Öffnungswerkzeug für den SIM-Schacht sowie eine kleine Anleitung in gedruckter Form. Selbst an eine Displayschutzfolie hat der Hersteller gedacht. Dafür fehlt das Headset und die Speicherkarte .

UMi Super: Trägt dick auf

Mit seinen Abmessungen von 150.8 x 75 x 8.5 mm (nur am Rand) und einem Gewicht von knapp 200 Gramm haben wir hier kein kleines und auch kein leichtes Smartphone vor uns.   Das UMI Super ist dabei zwar recht solide, aber keinesfalls perfekt verarbeitet. Gerade die beiden Plastikabdeckungen auf der metallenen Rückseite schliessen bei meinem Testsample nicht bündig mit dem Gehäuse ab.

Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler liegen auf der rechten Seite des UMI Super. Auf der linken Seite findet man den Einschub für zwei microSIM-Karten bzw. für eine Micro-SIM und eine micro-SD-Karte. Hier findet man auch eine zusätzliche Taste, die ich mit nahezu allen Apps belegen kann. Wer mag, kann hier also auch seine Kamera starten.

Der fest eingebaute Akku mit seinen 4.000 mAh liegt unter der leicht gewölbten Rückseite aus Aluminium und kann nicht selbst gewechselt werden. Das komplette Gehäuse besteht bis auf die beiden Kunststoffabdeckungen aus Metall und wird in den beiden Farben Grau und Gold angeboten. Die Kanten des Gehäuses sind dabei glänzend geschliffen. Das Display selbst wurde auf den Rahmen aufgesetzt. Das ist recht ungewöhnlich und macht das Smartphone runden einen Millimeter dicker als unbedingt notwendig.

Unter dem 5,5 Zoll großen Display findet man nur die sogenannte Harlequin-LED. Die dient als Benachrichtigungs-LED. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite, unterhalb der 13-Megapixel-Kamera. Der Lautsprecher, das Mikrofon und der USB-Type-C-Anschuss liegen auf der Unterseite, der normale Kopfhörereingang auf der Oberseite.

Display: 5,5 Zoll in Full-HD

Das 5,5 Zoll große Display des UMi Super löst mit 1.080 × 1.920 Pixel auf und zeigt keinerlei Clouding am unteren Displayrand an. Damit ist es definitiv besser als beim UMI Touch. Die Farbdarstellung des Displays ist soweit gut, die maximale Helligkeit ist dank der “Sunlight Screen” genannten Technik zwar recht hoch. Bei direkter Sonneneinstrahlung kämpft man trotzdem mit der Ablesbarkeit und wird sich in schattige Bereiche zurückziehen müssen. Das Display selber soll laut Hersteller von Sharp stammen. Aufgrund der hohen Qualität will ich das mal glauben 😀

Performance & Akku: Vollkommen ausreichend

UMI setzt beim Super auf einen MediaTek MT6755 (Helio P10). Die Octa-Core-CPU taktet ihre acht Kerne dabei mit bis zu 2 GHz. Eine Mali-T860 MP2 GPU sorgt für schnelle Grafiken und die 4 GByte Arbeitsspeicher für ausreichend Speed. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt es damit auf etwas über 50.000 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 841 Punkte im Single-Core und 3.290 im Multi-Core. Damit laufen grafisch aufwendige Spiele wie Modern Combat 5 und Co ruckelfrei. Für Gamer ist das günstige Smartphone also durchaus einen zweiten Blick wert. Das vorinstallierte Android 6 sowie der schnörkellose Launcher laufen auf jeden Fall flüssig.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 4.000 mAh.  In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von knapp 1 1/2 Tagen. Poweruser werden es nach rund 8 Stunden an die Steckdose hängen müssen. Eine Aufladung per Kabel dauert über 2 1/2 Stunden denn Fast Charge wird nicht unterstützt.

Android 6.0: Standard

Das UMi Super kommt ab Werk mit Android 6.0, welches der Hersteller aber stellenweise noch nicht vollständig übersetzt hat. In den Einstellungen findet man also immer noch Sätze wie “Allow Cellular data” (Für die mobile Datenübertragung”. Der komplette Part für die Harlequin-LED – eine kreisrunde, farbige Benachrichtigungs-LED am unteren Bildschirmrand –  wurde nicht übersetzt.

Ebensowenig die Unterpunkte für die Softwaretasten (Home, Rückschritt, Taskmanager), deren Reihenfolge man abändern kann. Auf Wunsch kann sich sie sogar komplett ausblenden. Auch der Punkt für die “programmierbare” Taste auf der linken Gehäuseseite ist noch nicht übersetzt. Hier kann ich nahezu jede App durch einen simplen Tastendruck starten. Leider aber nur dann, wenn das UMI Super entsperrt wurde 🙁

Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android 6 mit Sicherheitspatches vom 01. Mai zu Gesicht. Bloatware findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android 6 nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps.

Kamera: 13-Megapixel und Panasonic-Sensor

Ehrlich gesagt kommt heutzutage kaum ein Smartphone ohne den Sensor eines „namhaften“ Herstellers mehr auf den Markt. Das UMi Super setzt hier auf den Panasonic. Die Frage ist allerdings nicht, ob es sich wirklich um einen namhaften Sensor handelt, sondern wie gut die Bildqualität ist.

Bei ausreichend Licht liefert die Kamera jedenfalls gute Bilder ab, leider werden helle Bereiche aber leicht überstrahlt. In der Preisklasse bis 200 Euro geht die Qualität der Kamera vollkommen in Ordnung.

UMI Super

Der Sensor für Selfies auf der Vorderseite löst mit 5 Megapixel auf, bietet aber keine eigene LED mehr.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMi Super nutzt neben HSPA+ auch LTE und zwar in allen notwendigen Bändern. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit für den täglichen Gebrauch in Ordnung. Wer mag, kann auch zwei SIM-Karten gleichzeitig nutzen, verzichtet dann aber auf die Speichererweiterung per microSD. Bei 32 GByte Speicher (knapp 23 GByte frei) kann ich das wohl verschmerzen, zumal ich den Speicher auch über USB-OTG (USB-Type-C) erweitern kann.

Die Sende-/ und Empfangsleistung des  UMI Super war auf einem normalen Niveau. Die automatische Balken-Anzeige übertgreibt allerdings ziemlich. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas „hell“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung ist hingegen sehr laut.

Der eingebaute Fingerabdrucksensor auf der Rückseite reagierte im Test unzuverlässig.  Die Erfolgsrate liegt bei 9 von 10 Versuchen. Es lassen sich bis zu 5 Fingerabdrücke trainieren und man muss den Finger danach auch genau SO auflegen. Ein leichter Druck auf den Sensor reicht aus und das UMI Super erwacht zum Leben. Der GPS-Empfang des UMi Super war gut, nach ca 8 Sekunden war eine Verbindung zu den verfügbaren Satelliten hergestellt. Leider aber werden Push-Nachrichten (WhatsApp und Co) nicht zeitnah auf dem UMI Super angezeigt. Gerade im gesperrten Zustand scheint es die Verbindungen zu trennen. Nach dem letzten Update vom 11.07 klappt auch das, wenn man diese Apps in den Einstellungen unter “Background task clear” ausschließt. Im Videoreview zum UMI Super auf YouTube bekommt ihr einen guten Eindruck vom Smartphone:

WLAN wird im Standard 802.11 a/b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 Ghz) unterstützt. Daneben bietet das UMI Super auch noch Bluetooth 4.0. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für ein wenig mehr Unabhängigkeit von Spotify und Co.

Fazit: Ist es seine 200 wert?

Das UMi Super kostet knapp 190 Euro und muss damit zum Beispiel gegen das hierzulande normal erhältliche Honor 5c antreten. Das UMI gibt es nämlich nur als Import (über Geekbuying ohne Zoll und Stress). Im Vergleich zum Honor 5c hat es die wertigere “Verpackung”. Das Gehäuse aus Metall ist deutlich hochwertiger. Performance und Kamera liegen auf gleichem Niveau. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls vergleichbar, zumal beim UMI Super eben keine 4.000 mAh zum Einsatz kommen. Einzig das hohe Gewicht von knapp 200 Gramm und leichte Mängel in der Verarbeitung trüben den guten Gesamteindruck. Honor 5c oder UMI Super? Keine leichte Wahl. Seine knapp 20 Euro ist es aber allemal wert.

Testergebnis

Verarbeitung 8
Display 8.5
Performance 8
Kamera 8

Fazit

8.1 Das UMi Super kostet knapp 190 Euro und muss damit zum Beispiel gegen das hierzulande normal erhältliche Honor 5c antreten. Das UMI gibt es nämlich nur als Import (über Geekbuying ohne Zoll und Stress). Im Vergleich zum Honor 5c hat es die wertigere "Verpackung". Das Gehäuse aus Metall ist deutlich hochwertiger

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneUMI
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar “Musik”, aber die meisten anderen bezeichnen es als “Krach”.

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