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UMIDIGI C Note im Test: Ein abgespecktes UMI Z?

Testergebnis

Verarbeitung 8.7
Display 8.1
Performance 8
Kamera 8.1
Konnektivität & Akku 8.3

Fazit

8.2 Wenn ich persönlich nur rund 150 Euro für ein Smartphone anlegen dürfte, dann würde ich wohl eher zum Moto G4 (Play) greifen und mir den Stress mit dem Import sparen. Das 5,5 Zoll FHD-Display ist nett, wird aber nicht gleichmässig ausgeleuchtet. Die Kamera macht annehmbare Aufnahmen und das Metallgehäuse gefällt. Die Firmware hat aber noch Potential nach oben und das UMIDIGI C Note ist irgendwie "über". Das UMIDIGI C Note gibt es beispielsweise bei Gearbest.com für aktuell 155 Euro (Partnerlink). Fans von Importen sollten auch einen Blick auf das Xiaomi Note 4 werfen.

Das UMIDIGI C Note ist ein abgestecktes UMI(DIGI) Z. Nach dem Z und dem Z Pro kommt nun bereits das dritte Smartphone im eigentlich unveränderten  Metallgehäuse daher. Für rund 150 Euro bekommt man aber weder die Performance des UMIDIGI Z, noch die Kameraqualität des UMIDIGI Z Pro. Unterm Strich bleiben ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, ein MediaTek-Prozessor MT6737T mit vier Kernen, 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Interessiert?

UMi(DIGI): Nicht alles Gold was glänzt

Die Qualität der Modelle des chinesischen Herstellers UMIDIGI (vormals UMi) ist umstritten. Die Kamera des UMI Z war wegen akuter Unschärfe unbrauchbar, die des UMIDIGI Z Pro hingegen klasse und auch das UMi Touch läuft ohne Probleme im Dauereinsatz. Es gibt aber auch andere Beispiele (UMI Super und Co) und die Firmware aller Modelle ist in der Regel stark optimierungsbedürftig. Das sollte und MUSS man vorher wissen, wenn man Geld spart. Leider ist auch dieses UMI(DIGI) wieder mit der potentiellen Spyware vom Typ ADUPS/FOTA verseucht.

Unboxing: Keine Black-Box

UMIDIGI_C_Note_3
Das UMIDIGI C Note kommt – zumindest aktuell – in einer Pappschachtel daher. Ob es später dann doch wieder die Black-Box aus Metall geben wird, ist noch unklar. Neben dem Smartphone findet man wieder das rote micro-USB- Lade-/Datenkabel, ein einfaches Ladegerät (kein Fast Charge, EU) sowie eine kurze Anleitung in gedruckter Form sowie das passende Werkzeug für den nanoSIM-Einschub. Eine Displayschutzfolie hat der Hersteller zwar direkt aufgebracht, die ist aber für den täglichen Gebrauch ungeeignet, da „nicht transparent“. Ein Headset oder eine Speicherkarte liefert UMIDIGI nicht mit. Dafür bekommt man aber eine transparente Schutzhülle.

UMiDIGI C Note: One fits all

Das C Note ist optisch nun schon die dritte Wiederaufbereitung des UMI(DIGI) Z. Das wiederum hat deutliche Ähnlichkeit mit dem Apple iPhone 7 Plus. Das Gehäuse besteht also wieder aus Metall, der Rahmen selber ist an den Kanten auf Hochglanz poliert. Die Rückseite ziert diesmal das Firmenlogo, eine Kameraoptik (13 Megapixel) mit LED.

UMIDIGI_C_Note_7

Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler liegen auf der rechten Seite des UMIDIGI C Note. Der Einschub für die beiden SIM-Karten (nano) bzw. die microSD-Karte ist links im Rahmen. Den Akku (~ 3.800 mAh) von Sony? (keine gute Werbung) selbst kann man nicht wechseln. Lautsprecher und Mikrofon haben die Designer auf der Unterseite eingebaut. Dort findet man auch den USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0). Die Kopfhörer stöpselt man auf der Oberseite in die 3.5 mm Klinkenbuchse des UMiDIGI C Note ein.

Die Verarbeitung ist gut, die Tasten wackeln nicht und das Gerät hat auch keine spürbaren Kanten vorzuweisen. Und einen Innovationspreis für das Design bei Smartphones bekommt kaum noch ein Hersteller 😀  UMIDIGI gibt Abmessungen von 154,7 x 76,6 x 8,4 mm bei einem Gewicht von 172 Gramm an, trotzdem ist das C Note in der Realität etwa 1 mm dicker als das UMI Z . Was mich dabei persönlich stört, ist die Tatsache, dass das Display mit seinem Rahmen wie „aufgesetzt“ wirkt. Leider ist hier die Verarbeitung nicht wikrlich super, es kommt zu unregelmässigen Spaltmaßen.

UMIDIGI_C_Note_12

Unter dem Display findet man auch den Home-Button mit integriertem Fingerabdruckscanner. Der ist leicht in das Gehäuse eingelassen und mit einer goldenen Umrandung versehen. Er funktionierte im Test ohne zusätzlichen Druck und recht zuverlässig.

Display: 5,5 Zoll von Sharp in Full-HD

Rechts oberhalb des 5,5 Zoll großen Display befindet sich wieder eine LED in den Farben Rot, Grün und Blau. Diese signalisiert eingehende bzw. entgangene Anrufe oder Nachrichten. Gesteuert wird Android 7.0 übrigens wahlweise über die drei Softkeys samt Home-Button, oder über zwei unbeleuchtete und unbeschriftete Tasten unter dem Display. Die werden aber erst aktiv, wenn man die Softkeys in den Einstellungen deaktiviert! Die Reihenfolge der drei virtuellen Drücker kann man unter „Tasten“ in den Einstellungen ebenfalls ändern. Die Leiste mit den drei Keys selber kann man auch zeitweise ausblenden.

UMIDIGI_C_Note_Display
Das IPS-Display des UMIDIGI C Note aus dem Hause Sharp löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird durch Dragontrail T2X-1 Glass gegen Kratzer geschützt, ist zu den Rändern hin aber nicht gebogen (kein 2.5D). Der Schutz gegen Kratzer funktioniert bedingt, denn es ist empfindlicher als Corning Gorilla Glas. Bei hellen Hintergründen sieht man am unteren Bildschirmrand und an den Seiten kleine LED-Lichthöfe in Form heller Wölkchen. Die Blickwinkelstabilität ist befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins bläuliche ab. Das Display ist definitiv schlechter (oder anders) als beim UMIDIGI Z (Pro).

Die Farbdarstellung sowie den Kontrast kann ich über „ColorTemperature“ an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Das ist aber eher eine Spielerei. Die maximale Helligkeit des Displays ist hingegen recht hoch.

Performance & Akku: MT6737T aus der „Mottenkiste“

UMIDIGI nutzt beim C Note einen fast 1 1/2 Jahre alten MediaTek MTK6737T mit vier Kernen a 1.5 GHz. In Verbindung mit den drei Gigabyte RAM bekommt man in den aktuellen Benchmarks auch nur recht übersichtliche Ergebnisse. Die sind nicht anders, als beispielsweise beim wasserfesten Nomu S20. Im AnTuTu-Benchmark kommt die CPU auf 39.648 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 666 Punkte im Single-Core und 1.833 im Multi-Core. Damit laufen grafisch ansprechende Spiele wie Modern Combat 5 und Co nur noch mit abgespeckten Detauls. Für Gamer ist das UMIDIGI C Note daher nicht die erste Wahl.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 3.800 mAh und stammt angeblich aus dem Hause Sony. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von gut 1 1/2 Tagen. Wer sein UMIDIGI C Note aber intensiv und dauerhaft nutzt, wird bereits nach rund 7 Stunden nach seinem Ladekabel suchen. Eine Aufladung per Kabel dauert gut 2 Stunden.

Android 7.0: So soll es sein

Das UMIDIGI C Note nutzt bereits Android 7.0 und hat dem UMI Z damit etwas voraus. Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android mit Sicherheitspatches vom 05. März 2017 zu Gesicht (Firmware V1.2 20170407) . Bisher gab es noch kein OTA-Update. Leider sind doch einige Punkte in den Einstellungen von Android 7 nicht auf Deutsch übersetzt (alle Punkte zu Intelligent Assistant).

Bloatware, Adware oder Viren findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen zum Beispiel, können über den Play Store allerdings nachinstalliert werden.

Leider hat die aktuelle Firmware neben der schlechten Übersetzung aber auch mit anderen Probleme zu kämpen. So ist die Kalibrierung des Akkus fehlerhaft, das Gerät schaltet sich bei rund 20% nach rund 1 1/2 Stunden ab. So ist ein Akkutest mit dem PC Mark nahezu unmöglich.

Kamera: 13-Megapixel aus dem Hause Samsung

UMIDIGI_C_Note_5
Die 13-Megapixel-Kamera (Samsung S5K3L8) auf der Rückseite verzichtet auf den Laser-Autofokus des UMI Z und liefert bei ausreichend Tageslicht eine gute Bildqualität ab. Die Farben wirken sauber. Bei schlechteren Lichtverhältnissen kommen sichtbare Artefakte hinzu. Insgesamt werden die Bilder etwas stark aufgehellt, die Farben wirken blass. Der Himmel wird schnell weiß.

UMIDIGI C Note

Videos werden in Full-HD augezeichnet, die Qualität ist ausreichend. Für Fans von Selfies steht nur eine 5-Megapixel-Frontkamera zur Verfügung.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMIDIGI C Note bietet neben HSPA+ (UMTS) auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dazu zählt auch das hierzulande beliebte Band 20. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit mit rund 35 Mbit/s im Download und 48 mbit/s im Upload voll in Ordnung.

Die Sende-/ und Empfangsleistung des UMIDIGI C Note war auf einem normalen Niveau. Die Signalanzeige der Software übertreibt allerdings schamlos. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas zu „leise“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung (Lautsprecher) ist hingegen laut.

WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n im 2.4/5 GHz-Band unterstützt. Daneben bietet das UMIDIGI C Note auch Bluetooth 4.0, NFC gibt es aber nicht. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für News und Musik. In den Einstellungen findet man zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten namens „Klangverstörung“. Die sind nicht nur dämlich übersetzt, sondern verschlimmbessern den Klang auch nur.

Der interne Speicher beträgt 32 GByte, davon stehen knapp 25 GByte zur freien Verfügung. Die Erweiterung per microSD ist nur dann möglich, wenn man auf eine der beiden Nano-SIM-Karten verzichtet. Also entweder Dual-SIM oder Speichererweiterung.

Fazit: Ist günstig auch gut?

Wenn ich persönlich nur rund 150 Euro für ein Smartphone anlegen dürfte, dann würde ich wohl eher zum Moto G4 (Play) greifen und mir den Stress mit dem Import sparen. Das 5,5 Zoll FHD-Display ist nett, wird aber nicht gleichmässig ausgeleuchtet. Die Kamera macht annehmbare Aufnahmen und das Metallgehäuse gefällt. Die Firmware hat aber noch Potential nach oben und das UMIDIGI C Note ist irgendwie „über“. Das UMIDIGI C Note gibt es beispielsweise bei Gearbest.com für aktuell 155 Euro (Partnerlink). Fans von Importen sollten auch einen Blick auf das Xiaomi Note 4 werfen.

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Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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