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UMIDIGI G im Test: Einfaches Smartphone im Look des iPhone 7

Ein Blick und man erkennt, wer hier der Vater des Gedanken ist. Das auf Android 7 basierende UMIDIGI G sieht dem Apple iPhone 7 SEHR ähnlich. Technisch bietet das knapp 120 Euro teure Smartphone aber nicht ansatzweise etwas vergleichbares. Die CPU vom Typ MediaTek 6737 mit 1.3 GHz, 2 GByte RAM, 16 GByte Speicher und eine 8-Megapixel-Kamera deuten auf einfachste Technik hin. Und dafür ist es mit 120 Euro schlicht zu teuer, oder?

UMIDIGI G: Dreiste Kopie oder Homage

UMIDIGI G ist nicht gerade für innovative Smartphones bekannt und hat sich in der Gemeinde schon so manchen Schnitzer erlaubt (GPS, Updates) aber mit dem UMIDIGI G setzt man nochmals einen drauf.

Das G ist einfach NUR eine dreiste Kopie des Apple iPhone 7. Das Produktionsvideo suggeriert höchste Präzision bei der Verarbeitung.

Im Kleingedruckten findet man dann aber den dezenten Hinweis auf die Wahrheit. So besteht das UMIDIGI G – im Gegensatz zum iPhone 7 – zu 80% aus Polycarbonat und nur zu 20% aus Metall. Und ehrlich gesagt handelt es sich hierbei dann auch “nur” um eine Metallbeschichtung. Im Endeffekt – und so fühlt es sich an – ist das Gehäuse aus Kunststoff.

Trotzdem ist das 142.7 x 70.5 x 7.5 mm große G noch 135 Gramm schwer. Das Original ist mit 138,3 x 67,1 x 7,1 mm und 138 Gramm kleiner, besteht aber vollständig aus Metall. Dafür hat es auch “nur” ein 4.7 Zoll großes Display.

Die Verarbeitung des UMIDIGI G geht dabei zwar in Ordnung, das Prestige bzw. die Haptik des Vorbild erreicht man aber nicht ansatzweise.

UMIDIGI_G_13Die Vorderseite schmückt ein 5 Zoll großes HD-Display samt Home-Button mit Fingerabdrucksensor. Die Rückseite ziert eine 8-Megapixel-Kamera (natürlich mit dem sinnloses “Buckel), eine kleine LED sowie der UMIDIGI Schriftzug. Fehlt eigentlich nur noch das Apple-Logo. Ein zweites Mikrofon hat das G ebenfalls nicht. Auf der Oberseite bekommt man den Micro-USB-Anschluss sowie den Einschub für 3.5 mm Klinkenstecker (Kopfhörer) zu Gesicht. Die Unterseite ziert ein Lautsprecher / Mikrofon.

UMIDIGI_G_16Ein-/Ausschalter sowie der Taster für die Lautstärke befinden sich auf der rechten Seite. Die beiden SIM-Karten (sowie die microSD) schiebt man mit dem kleinen Tray auf der linken Seite in das Gehäuse ein.

Na ja, immerhin hat das UMIDIGI G noch einen Einschub für eine microSD erhalten 😀 Dafür fehlt der Stummschalter.

Verpackung: Weiße Kiste

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Die weiß-blaue Box des UMIDIGI G besteht aus Karton und erinnert auf den ersten Blick an das UMIDIGI C Note. Sie bringt neben dem Smartphone mit matter Schutzfolie noch eine zusätzliche Schutzfolie, ein transparentes Cover, ein Ladegerät, ein Lade-/Datenkabel sowie eine gedruckte Anleitung und ein Öffnungswerkzeug für den Tray zum Vorschein. Kopfhörer oder Speicherkarte? Fehlanzeige!

Display: 5 Zoll in HD

UMIDIGI_G_15Das IPS-Display des UMIDIGI G aus dem Hause Sharp löst mit 720 x 1.280 Pixel auf und wird (angeblich) durch Corning Gorilla Glas 4 geschützt. Bei hellen Hintergründen sieht man an den Rändern ein minimales Clouding (Wölkchen). Die Blickwinkelstabilität ist befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab. Die Farben kann ich in den Einstellungen über “Miravision” leicht an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Die maximale Helligkeit ist gut. Bei direkter Sonneneinstrahlung leidet die Ablesbarkeit allerdings merklich. Das Glas ist zu den Rändern hin gebogen. Die Kante zum Rahmen fühlt sich dank des “2.5D”-Glas glatt an. Im Videoreview des UMIDIGI G könnt ihr mehr Details sehen.

Performance & Akku: Geht so

UMIDIGI setzt beim G einen Chipsatz vom Typ MediaTek MT6737 mit bis zu 1.3 GHz ein. In Verbindung mit der Mali-T720 GPU und den 2 GByte Arbeitsspeicher reicht es im aktuellen AnTuTu-Benchmark für knapp über 30.000 Punkte. Im Geekbench 4 kommt das UMIDIGI G auf 560 Punkte im Single-Core und 1.506 im Multi-Core. Damit laufen aktuelle Spiele nur noch mit reduzierter Framerate flüssig.

Für Spielernaturen ist das UMIDIGI G also eher nicht geeignet.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 2.000 mAh. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von  1 1/2 Tagen bei recht intensiver Nutzung. Absolute Poweruser werden nach rund 6 Stunden Strom auftanken müssen. Eine Aufladung per Kabel dauert allerdings gut 2 Stunden. Fast Charge wird nicht unterstützt. Der Akku lädt mit maximal 1.350 mAh (mitgeliefertes Ladegerät). Die Laufzeit ist natürlich stark von der persönlichen Nutzung abhängig.

Android 7.0 ohne Basteleien und Bloatware

Das UMIDIGI G nutzt bereits Android 7.0 und hat den anderen Smartphones, wie dem Vernee Apollo X, damit etwas voraus. Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android mit Sicherheitspatches vom 05. März 2017 zu Gesicht (Firmware V1.4 20170427) . Bisher gab es noch kein OTA-Update. Leider sind doch einige Punkte in den Einstellungen von Android 7 nicht auf Deutsch übersetzt. Die Firmware stammt – mit minimalen Abweichungen – 1:1 aus dem UMIDIGI C Note:

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Bloatware findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen zum Beispiel, können über den Play Store allerdings nachinstalliert werden.

Kamera: 8-Megapixel ohne Pepp

UMIDIGI_G_14Die Kamera auf der Rückseite löst nur mit 8 Megapixel auf. Die Blende f/2.8 ermöglicht bei Dunkelheit kaum noch gescheite Aufnahmen. Artefakte und eine starke Unschärfe sind dann an der Tagesordnung. Auch bei Tageslicht gehen die Aufnahmen nicht wirklich in Ordnung, sie wirken unterbelichtet und “verwaschen”. In der Preisklasse bis 120 Euro mag das aber vernachlässigbar sein.UMIDIGI G

Videos werden in maximal HD im MP4-Format aufgezeichnet. Full-HD beherrscht das Gerät NICHT! Die Qualität ist ebenso verwaschen wie bei den Fotos, zudem leidet die Kamera unter dem “Rolling Shutter Syndrom”. Der Sensor für Selfies auf der Vorderseite löst mit 5 Megapixel auf (interpoliert 8 MP). Die Qualität ist ebenfalls eher bescheiden.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMIDIGI G bietet neben HSPA+ auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit mit knapp 30 Mbps im Download und rund 40 Mbps im Upload in Ordnung. Das UMIDIGI G unterstützt dabei den Betrieb mit zwei SIM-Karten (micro/nano) und ermöglicht die Erweiterung des 16 GByte großen Speichers (knapp 12 GByte frei) per microSD. WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 Ghz) unterstützt. Daneben bietet das UMIDIGI G auch Bluetooth 4.0, NFC gibt es aber nicht.

Die Sende-/ und Empfangsleistung sowie die Gesprächsqualität des UMIDIGI G war auf einem normalen Niveau. Minimales Grundrauschen und etwas zu krächzig tönen die Gesprächspartner aus der kleinen Ohrmuschel. Der Lautsprecher (unten links) ist auch nicht sonderlich laut. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen akzeptablen Klang, ein FM-Radio sorgt unterwegs für kostenlose Beschallung fernab von Spotify und Co.

Fazit: Einfache Technik im Look des iPhone 7

Machen wir uns nichts vor. Das UMIDIGI G ist eine optische Kopie des Apple iPhone 7, allerdings auf der Basis von Android 7. Technisch ist es eher ein kleineres UMIDIGI C Note.  Das 5″ HD-Display mag noch stimmig wirken, die Performance des MediaTek 6737 ist aber eher unterer Standard. Die 16 GByte Speicher kann ich immerhin über microSD erweitern. Die 8-Megapixel-Kamera macht keinen guten Eindruck und auch der 2.000 mAh starke Akku könnte ausdauernder sein. So kann ich – zumindest für rund 120 Euro – nur dann eine Kaufempfehlung aussprechen, wenn man unbedingt das Design eines iPhone 7 haben will.

Testergebnis

Verarbeitung 8.7
Display 7.8
Performance 7.2
Kamera 7.4
Konnektivität & Akku 7.4

Fazit

7.7 Das UMIDIGI G ist eine optische Kopie des Apple iPhone 7, allerdings auf der Basis von Android 7. Technisch ist es eher ein kleineres UMIDIGI C Note. Das 5" HD-Display mag noch stimmig wirken, die Performance des MediaTek 6737 ist aber eher unterer Standard. Die 16 GByte Speicher kann ich immerhin über microSD erweitern. Die 8-Megapixel-Kamera macht keinen guten Eindruck und auch der 2.000 mAh starke Akku könnte ausdauernder sein.

Tags : AndroidAppleChinaReviewTestsUMIDIGI
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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