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UMIDIGI Z Pro im Test: Drei 13-Megapixel-Kameras

Das UMIDIGI Z Pro ist – wie es der Name schon andeutet – die optimierte Version des UMI(DIGI) Z. Statt eines nutzlosen (im Z) Laser-Autofokus hat der Hersteller gleich drei 13-Megapixel-Kameras in das Metallgehäuse des Schwestermodells gepresst. Technisch unterscheiden sich die beiden Brüder/Schwestern nicht weiter voneinander. So findet man für rund 270 Euro ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display, einen MediaTek-Prozessor Helio X27 mit zehn Kernen, 4 GByte RAM und 32 GByte Speicher. Wlan und Dual-SIM (LTE) sind da eh Pflicht. Lohnt sich der Import?

UMi(DIGI) Z: Erstes Smartphone des Herstellers

Der Kauf von Modellen des chinesischen Herstellers UMIDIGI (vormals UMi) ist manchmal ein echtes Glücksspiel. So konnte mich die Kamera des UMI Z wegen akuter Unschärfe so gar nicht überzeugen, andere auch eher schlechte Beispiele findet ihr in meinen Tests von UMi-Smartphones. Das UMi Touch hingegen läuft bei meiner Frau seit über einem Jahr täglich ohne Probleme im Dauereinsatz.

Verpackung: Die „typische“ UMi-Black-Box

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Die kleine schwarze Box aus Metall des UMi Z Pro stammt vom UMi Z, trägt nun aber die Bezeichnung UMIDIGI. Sie sieht trotzdem noch etwas „billig“ aus (weil leicht Beulen hineinkommen kommen) und beinhaltet neben dem Smartphone ein rotes USB-Typ-C-Datenkabel, ein Ladegerät („Fast Charge“, EU) sowie eine kurze Anleitung in gedruckter Form sowie das passende Werkzeug für den nanoSIM-Einschub. Eine Displayschutzfolie hat der Hersteller direkt aufgebracht, die ist aber für den täglichen Gebrauch ungeeignet. Ein Headset oder eine Speicherkarte liefern die Chinesen nicht mit.

UMi Z Pro: Könnte auch ein iPhone 7 Plus sein

Machen wir uns nix vor, das Z Pro ist eine „Kopie“ des Z. Das wiederum hat starke Anleihen beim Apple iPhone 7 Plus.  Das Gehäuse besteht vollständig aus Metall, der Rahmen selber ist an den Kanten auf Hochglanz poliert. Die Rückseite ziert dann die Dual-Kamera mit Dual-LED.

Der Ein-/ und Ausschalter sowie der Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Seite des UMi Z Pro. Den Einschub für die beiden Sim-Karten (nano) bzw. die microSD-Karte befindet sich auf der linken Seite im Rahmen. Den Akku (3.780 mAh) selbst kann man nicht wechseln. Lautsprecher und Mikrofon haben die Designer auf der Unterseite eingebaut. Dort findet man auch den USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0) . Die Kopfhörer (gehören nicht zum Lieferumfang) stöpselt man auf der Oberseite in die 3.5 mm Klinkenbuchse des UMi Z Pro ein.

Display: 5,5 Zoll von Sharp in Full-HD

Rechts oberhalb des 5,5 Zoll großen Display findet man wieder eine LED (Harlequin) in den Farben Rot, Grün und Blau. Diese signalisiert eingehende bzw. entgangene Anrufe oder Nachrichten. Gesteuert wird Android 6.0 übrigens wahlweise über die drei Softkeys samt Home-Button, oder über zwei unbeleuchtete und unbeschriftete Tasten unter dem Display. Die werden aber erst aktiv, wenn man die Softkeys in den Einstellungen deaktiviert! Die Reihenfolge der drei virtuellen Drücker kann man unter „Tasten“ in den Einstellungen ebenfalls ändern. Die Leiste mit den drei Keys selber kann man auch zeitweise ausblenden.

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Das IPS-Display des UMi Z Pro aus dem Hause Sharp löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird durch Dragontrail T2X-1 Glass gegen Kratzer geschützt und ist zu den Rändern hin leicht gebogen (2.5D). Der Schutz gegen Kratzer funktioniert aber leider nur bedingt, denn es ist empfindlicher als Corning Gorilla Glas und kommt der „Qualität“ des Honor 6X bzw.  Huawei P8 lite (2017) „gefährlich“ nahe. Bei hellen Hintergründen sieht man am unteren Bildschirmrand kleine minimale Lichthöfe in Form heller Wölkchen. Die Blickwinkelstabilität ist befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln recht schnell ins gräuliche ab.

Die Farbdarstellung sowie den Kontrast kann ich über „Miravision“ an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Das ist aber eher eine Spielerei. Die maximale Helligkeit des Displays ist hingegen recht hoch.

Performance & Akku: X27, 10 Kerne, 2.6 GHz

UMIDIGI setzt beim „Z Pro“ auch auf den neuen MediaTek MTK6797X (Helio X27). Der Deca-Core-Prozessor mit seinen zehn Kernen kommt auf bis zu 2.6 GHz und ist in drei Cluster aufgeteilt, die je nach Bedarf hinzugeschaltet werden. Dabei stellt die Mali-T880 GPU die notwendige Grafikpower zur Verfügung und die 4 GByte Arbeitsspeicher sorgen für  eine ruckelfreie Bedienung des Android 6.0.

Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt die CPU auf rund 107.000 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 1.817 Punkte im Single-Core und 4.234 im Multi-Core. Damit laufen grafisch ansprechende Spiele wie Modern Combat 5 und Co flüssig. Für Gamer reicht das Smartphone locker aus.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 3.780 mAh. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von etwas über 1 Tag. Poweruser werden ihr UMi Z Pro bereits nach rund 5 Stunden (Display volle Helligkeit) an das Ladegerät klemmen müssen. Eine Aufladung per Kabel dauert gut 2 Stunden, trotz des schnellen Ladegerätes mit 9V/2.5A.

Android 6.0 ohne Basteleien und Bloatware

Auch das UMIDIGI Z Pro nutzt noch Android 6.0 und auch hier ist die Übersetzung an einigen Stellen optimierungsbedürttig. (z.B. in den Unterpunkten „Color Temperature“, „Tasten“, oder „Harlequin LED“). Ansonsten bekommt man ein nahezu unverändertes Android 6 mit Sicherheitspatches vom 05. Februar 2017 zu Gesicht (Firmware 20170408) . Bisher gab es ein OTA-Update. Das angekündigte Update auf Android 7.0 wird aber wohl mal wieder noch reichlich Zeit in Anspruch nehmen

Bloatware, Adware oder Viren findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android 6 nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen erst einmal, können über den Play Store allerdings nachinstalliert werden. Einen gutuen Eindruck gibt es auch in meinem Review Video vom UMIDIGI Z Pro auf YouTube:

Kamera: 13-Megapixel von Sony & Samsung mal drei

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Die 13-Megapixel-Dual-Kamera nutzt einen Sensor aus dem Hause Sony  (IMX 258). Dabei ist ein Sensor für farbige Bilder und der andere für monochrome Aufnahmen zuständig. Das sorgt dann – ähnlich wie beim Honor8/Huawei P9/P10 – in Kombination für einen höheren Kontrast, zumindest in der Theorie. Immerhin erreicht man eine besser Bildqualität als beim UMI Z. Allerdings war die auch eher übersichtlich. Der Fokus (PDAF & Laser-Autofokus) arbeitet hier zudem präzise.

Bei Tageslicht geht also die Bildqualität voll Ordnung. Die Farben wirken sauber. Bei Dunkelheit sollte die Kamera nun ihre Stärken ausspielen, das klappt aber nicht, denn die Software zeichnet die Aufnahme „weich“. Ich würde sie sogar eher unscharf nennen. Videos werden in 4K in ebenso durchwachsener Qualität aufgezeichnet. Die Frontkamera löst Selfies dabei auch mit 13 Megapixel auf.

UMIDIGI Z Pro

Seit dem Update vom 17.03 gibt es nun auch eine „Live-Photo“-Funktion wie beim Apple iPhone. Dabei werden die Fotos mit einer kurzen Livesequenz verknüpft. Ähnlich wie in den Harry Potter Filmen. Auch eine Sprachaufzeichnung ist möglich.

Im direkten Vergleich mit dem Samsung Galaxy S7 oder dem etwa gleich teuren Honor 6x sieht man sichtbare Unterschiede in der Bildqualität.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMIDIGI Z Pro bietet neben HSPA+ (UMTS) auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dazu zählt auch das hierzulande beliebte Band 20. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit für den täglichen UMi Z Pro Gebrauch mit etwa 31 Mbit/s im Download und 42.5 mbit/s im Upload voll in Ordnung.

Die Sende-/ und Empfangsleistung des UMi Z Pro war auf einem normalen Niveau. Die Signalanzeige der Software übertreibt allerdings schamlos. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas zu „leise“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung (Lautsprecher) ist hingegen laut. Der GPS-Empfang des UMi Z Pro war erstaunlich gut. Das Problem der anderen UMI-Modelle die noch einen MediaTek P10 nutzen, gibt es hier nicht.

WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 Ghz) unterstützt. Daneben bietet das UMIDIGI Z Pro auch Bluetooth 4.0, NFC gibt es aber nicht. Der Musikplayer liefert über gute Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für News und Musik. Der interne Speicher beträgt 32 GByte, davon stehen knapp 21 GByte zur freien Verfügung. Die Erweiterung per microSD ist nur dann möglich, wenn man auf eine der beiden möglichen nano-SIM-Karten verzichtet. Also entweder Dual-SIM oder Speichererweiterung.

Fazit: UMI Z oder UMIDIGI Z Pro?

Wenn ich persönlich 250-270 Euro ausgeben soll (UMIDIGI Z Pro 4G Phablet – BLACK: Extra $4 OFF) dann würde ich wohl ein anderes Smartphone kaufen. Die Performance ist gut und das 5,5 Zoll große Full-HD-Display nicht schlecht. Auch die Vararbeitung kann Punkten, aber sowohl Support als auch die Updatepolitik sind grauenhaft. Die 13-Megapixel-Dual-Kamera (RGB/Monochrom) auf der Rückseite macht imho nur dann Sinn, wenn die Bildqualität auch auf dem Niveau eines Honor 8, Huawei P9 oder dem Honor 6X ist. Das ist aber nicht der Fall. Wer unbedingt ein UMIDIGI will, sollte besser das günstigere UMI Z nehmen. Oder fast jedes andere Xiaomi 😀

Update: Neue Firmware vom 08.04

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 8.7
Performance 8.5
Kamera 8
Konnektivität & Akku 8.3

Fazit

8.6 Wenn ich persönlich 250-270 Euro ausgeben soll (UMIDIGI Z Pro 4G Phablet - BLACK: Extra $4 OFF) dann würde ich wohl ein anderes Smartphone kaufen. Die Performance ist gut und das 5,5 Zoll große Full-HD-Display nicht schlecht. Auch die Vararbeitung kann Punkten, aber sowohl Support als auch die Updatepolitik sind grauenhaft. Die 13-Megapixel-Dual-Kamera (RGB/Monochrom) auf der Rückseite macht imho nur dann Sinn, wenn die Bildqualität auch auf dem Niveau eines Honor 8, Huawei P9 oder dem Honor 6X ist. Das ist aber nicht der Fall. Wer unbedingt ein UMIDIGI will, sollte besser das günstigere UMI Z nehmen. Oder fast jedes andere Xiaomi :D

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestsUMIUMIDIGI
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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