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UMIDIGI Z1 im Test: Dünnes Gehäuse aber 4000 mAh?

Das UMIDIGI Z1 ähnelt optisch stark den anderen Modellen des Herstellers oder auch dem Ulefone Gemini Pro. Es bietet ein schickes Metallgehäuse in Rot, Schwarz, Silber und nutzt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display in AMOLED-Technik (nur Z1 Pro). Als Betriebssystem kommt aber „nur“ Android 7.0 zum Einsatz. Bei der CPU setzt der Hersteller auf einen MediaTek-Prozessor (Helio P20) mit acht Kernen. Unterstützt wird er von 6 GByte RAM und 64 GByte erweiterbaren Speicher. Lohnt sich die Investition von rund bis zu 270 Euro?

Das UMIDIGI Z1 bzw Z1 Pro des chinesischen Herstellers könnte man durchaus als eine Art „Flaggschiff“ bezeichnen. Optisch sind sich die letzten Modelle aus dem Hause UMIDIGI sich aber sehr ähnlich. So ähnelt das Z1 auch dem UMIDIGI Z1 und eben sehr stark dem Ulefone Gemini Pro. Durch seine oft verbuggte Firmware und der nicht nachvollziehbarer Updatepolitik ist der Hersteller in der Vergangenheit zudem nicht gerade positiv aufgefallen. Mal sehen, ob das beim Z1 anders ist.

Verpackung: Alles drin, alles dran

UMIDIGI_Z1_06Die schwarze Verpackung des UMIDIGI Z1 sieht sehr hochwertig aus. Im Inneren findet man neben dem Smartphone noch ein rotes USB-Typ-C-Datenkabel, ein Ladegerät („Fast Charge“, EU), eine kurze Anleitung in gedruckter Form, das passende Werkzeug für den nanoSIM-Einschub, ein Display-Schutzglas und eine transparente Schutzhülle. Insgesamt ist das für mich ein absolut überzeugender Lieferumfang. Lediglich ein Headset sowie eine Speicherkarte fehlen.

Design: UMIDIGI Z1/Z1 Pro oder Ulefone Gemini Pro

Rein optisch könnte es aber als Zwilling des Ulefone Gemini Pro durchgehen. Man einem wird es vermutlich sogar an das Apple iPhone 7 Plus erinnern. Mit Abmessungen von 154.4 x 75.1 x 6.95 mm (UMIDIGI Z1 ist 8.2 mm dick) ist es auf dem Papier einen Tick dünner als das iPhone 7 Plus. Das Gewicht von 148 Gramm fällt ebenfalls deutlich geringer aus.  Die Verarbeitung des Metallgehäuses ist gelungen, da gibt es nichts zu meckern. Die Dual-Kamera mit Quad-LED ragt allerdings leicht aus dem Gehäuse hervor. Rein optisch unterscheiden sich das UMIDIGI Z1 und Z1 Pro – abgesehen von den zur Verfügung stehenden Farben – übrigens nicht.

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Ein-/ und Ausschalter und Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Seite des Smartphones. Der Einschub für die beiden Nano-Sim-Karten bzw. eine microSD-Karte befindet sich auf der linken Seite im Rahmen. Den Akku (4.000 mAh) selbst kann man nicht wechseln. Lautsprecher und Mikrofon haben die Designer auf der Unterseite eingebaut. Dort findet man auch den USB-Typ-C-Anschluss (USB 2.0). Seine Kopfhörer stöpselt man auf der Oberseite in die 3.5 mm Klinkenbuchse des UMIDIGI Z1 Pro ein.

Display: 5,5 Zoll in Full-HD

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Rechts oberhalb des 5,5 Zoll großen Display findet man eine farbige (RGB) Benachrichtigungs-LED. Diese signalisiert eingehende bzw. entgangene Anrufe oder Nachrichten. Bedient wird das Smartphone über die drei Softkeys sowie einen Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor. Die Reihenfolge der drei virtuellen Drücker kann man unter „Tasten“ in den Einstellungen ändern, oder sogar komplett deaktivieren. Wer mag, kann die gesamte „Leiste“ mit den drei Keys zeitweise ausblenden.

Das IPS-Display des UMIDIGI Z1 löst mit 1.080 x 1.920 Pixel auf und wird (angeblich) durch Corning® Gorilla® 3 gegen Kratzer geschützt. Es ist zu den Rändern hin leicht gebogen (2.5D) und wird durch eine werksseitig aufgebrachte Schutzfolie zusätzlich gegen Kratzer geschützt. Der Hersteller legt ja sogar nochmal ein Schutzglas dazu. Mehr Schutz geht also echt nicht 😀

Lichthöfe in Form heller Wölkchen am unteren Displayrand sieht man bei hellen Hintergründen UND wenn man die schwarz hinterlegten Softkeys ausblendet. Die Blickwinkelstabilität selber ist durchaus befriedigend, kippt aber bei größeren Betrachtungswinkeln ins gräuliche ab. Die Farbdarstellung sowie den Kontrast kann ich über „Miravision“ an meine eigenen Bedürfnisse anpassen. Das ist aber eher eine Spielerei. Die maximale Helligkeit des Displays ist recht hoch, kommt aber nicht gegen direkte Sonneneinstrahlung an. Für Videooptimierung steht noch eine Option namens „ClearMotion“ zur Auswahl. Das Display kann natürlich durch einen Doppeltap aufgeweckt werden.

Performance & Akku: P20 mit 8 Kernen zu 4.000 mAh?

UMIDIGI setzt beim UMIDIGI Z1 auch auf den neuen MediaTek MTK6757 (Helio P20). Der Octa-Core-Prozessor mit seinen acht Kernen kommt auf bis zu 2.3 GHz und sorgt zusammen mit 6 GByte RAM für ein ruckelfreies Erlebnis.

Im aktuellen AnTuTu-Benchmark kommt die CPU auf rund 98.995 Punkte. Im Geekbench 4 reicht es für 1.793 Punkte im Single-Core und 4.514 im Multi-Core. Damit laufen grafisch ansprechende Spiele wie Modern Combat 5 und Co flüssig. Für Gamer reicht das Smartphone locker aus.

Der fest eingebaute Akku erreicht im Test eine Kapazität von knapp 4.000 mAh. In der Praxis kam ich auf eine Laufzeit von etwas über 1 Tag. Poweruser werden ihr UMIDIGI Z1 bereits nach rund 5:30 Stunden (Display volle Helligkeit) aufladen müssen. Eine Aufladung per Kabel dauert mit dem mitgelieferten Ladegerät (9V/2A) und MediaTek Pump Express Plus 2.0 nur rund 75 Minuten.

Android 7.0: Unverbastelt aber nicht perfekt

Das UMIDIGI Z1 Pro bietet nur Android 7.0. Leider hat man aber auch hier wieder einige Punkte bei der Übersetzung (Eybrow Mode, LED Notifications) vergessen. Die Sicherheitspatches vom 05. Juni 2017 sind nicht ganz aktuell. Bisher gab es immerhin schon zwei Updates (aktuelle Firmware V1.1_20170726_2017).

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Bloatware, Adware oder Viren findet man erfreulicherweise keine. So kann man direkt und ohne nerviges Gefummel alle Funktionen von Android 7.1.1 nutzen. Hierzu zählen auch die beliebten Google-Apps. Die sind allerdings nicht alle vorinstalliert. YouTube und Co fehlen erst einmal, können über den Play Store allerdings problemlos nachinstalliert werden.

Dual-Kamera: 13 Megapixel und 5 Megapixel

UMIDIGI_Z1_08Das UMIDIGI Z1 nutzt zwei – eher mässige Kameras – und bietet so einen – noch mässigeren – Bokeh-Effekt. Der Fokus arbeitet nach dem letzten Update deutlich präziser, wenngleich auch nicht sehr schnell. Bei Tageslicht geht die Bildqualität in Ordnung. Die Farben wirken sauber. Bei Dunkelheit sollte die Kamera wirken die Aufnahemn unscharf und es fehlt einfach an Lichtstärke des Objektivs.  Videos werden in maximal 4K aufgezeichnet. Der Hersteller stellt bei den Fotos einen Bokeh-Effekt zur Verfügung. Leider ist die Qualität SEHR durchwachsen. man sieht einfach, dass die Software die Effekte erzeugt. Die Bilder werden unscharf maskiert, was leider auch die Ränder des Motivs betrifft.
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Die Kamera-App bietet zahlreiche Modi (Facebeauty für Selfies, Pro Modus, Photos, Videos, Panorama) und Effekte. Im direkten Vergleich mit teureren Geräten wie dem Samsung Galaxy S7 oder OnePlus 5 sieht man sichtbare Unterschiede in der Bildqualität.

Konnektivität & Klang: LTE auch in Band 20

Das UMIDIGI Z1 bietet neben HSPA+ (UMTS) auch LTE und zwar in allen gebräuchlichen Bändern. Dazu zählt auch das hierzulande beliebte Band 20. Dabei geht die maximale Übertragungsgeschwindigkeit für den täglichen Gebrauch mit etwa 38 Mbit/s im Download und 42.5 mbit/s im Upload voll in Ordnung. Theoretisch unterstützt der Chipsatz LTE in der Cat-6 mit bis zu 300 MBit/s.

Die Sende-/ und Empfangsleistung war auf einem normalen Niveau. Die Signalanzeige der Software übertreibt allerdings schamlos. Die Gesprächsqualität ist auf einem guten Niveau. Ein leichtes Grundrauschen und etwas zu „leise“ kommen die Töne aus dem Lautsprecher. Die Freisprecheinrichtung (Lautsprecher) ist hingegen laut. Der GPS-Empfang des UMIDIGI Z1 war gut.

WLAN wird im Standard 802.11 b/g/n in beiden Bändern (2.4/5 GHz) unterstützt. Daneben bietet das UMIDIGI Z1 Pro auch Bluetooth 4.0, NFC wird wegen des MediaTek-Chipsatzes aber nicht angeboten. Der Musikplayer liefert über vernünftige Kopfhörer einen passablen Sound, ein FM-Radio sorgt unterwegs für News und Musik. Der interne Speicher beträgt 64 GByte, davon stehen knapp 51 GByte zur freien Verfügung. Die Erweiterung per microSD ist nur dann möglich, wenn man auf eine der beiden möglichen nano-SIM-Karten verzichtet. Also entweder Dual-SIM oder Speichererweiterung.

Der Fingerabdruckscanner auf der Vorderseite unterhalb des Displays arbeitet zuverlässig. Es reicht, wenn man einen von fünf Finger leicht auflegt. Das „Training“ dauerte etwas länger als bei meinem Galaxy S8.

Fazit: Lohn sicht das UMIDIGI Z1 (Pro)?

Seine 270 Euro ist das UMIDIGI Z1 Pro (bei Amazon) durchaus wert. Das 5,5 Zoll große Full-HD-Display (IPS) gefällt mir, hat aber sichtbare Lichthöfe. Das Design ist zwar unaufgeregt, aber gut verarbeitet. Auch am vorinstallierten Android 7.0 gibt es wenig auszusetzen. Wenn man mal von den fehlenden Übersetzungen absieht. Weniger toll fand ich da die Dual-Kamera mit ihren 13 Megapixel & 5 Megapixel auf der Rückseite. Während die Bildqualität noch in Ordnung gweht, konnte der extrem künstliche wirkende Bokeh-Effekt mich nicht überzeugen.

Testergebnis

Verarbeitung 9.3
Display 8.7
Performance 8.4
Kamera 7.9
Konnektivität & Akku 8.5

Fazit

8.6 Seine 270 Euro ist das UMIDIGI Z1 Pro (bei Amazon) durchaus wert. Das 5,5 Zoll große Full-HD-Display (IPS) gefällt mir, hat aber sichtbare Lichthöfe. Das Design ist zwar unaufgeregt, aber gut verarbeitet. Auch am vorinstallierten Android 7.0 gibt es wenig auszusetzen. Wenn man mal von den fehlenden Übersetzungen absieht. Weniger toll fand ich da die Dual-Kamera mit ihren 13 Megapixel & 5 Megapixel auf der Rückseite. Während die Bildqualität noch in Ordnung gweht, konnte der extrem künstliche wirkende Bokeh-Effekt mich nicht überzeugen.

Tags : ChinaReviewSmartphonesTestsUMIDIGI
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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