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Vernee Apollo lite Test: Großes Display und schnelle CPU für wenig Geld

Mit dem Vernee Apollo Lite tritt ein gut ausgestattetes, hochwertig verarbeitetes und dazu noch günstiges Smartphone in den Ring. Der hierzulande eher unbekannte Hersteller Vernee stattet das nur 200 Euro günstige Apollo lite mit einem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display, einer MediaTek Helio X20 CPU mit ZEHN Kernen, 4 GByte RAM und 32 GByte Speicher aus. Dazu bietet es Dual-SIM, LTE in allen Bändern und ein hochwertiges Metallgehäuse. Klingt zu gut um wahr zu sein? Im folgenden Test habe ich es näher unter die Lupe genommen.

Vernee Apollo lite: Design und Verarbeitung

Das Vernee Apollo Lite wurde vom Hersteller fast vollständig in Aluminium (Silber oder Grau) eingekleidet. Die graue Version ist tatsächlich aber eher ein dunkles Violett. Auf der Rückseite findet man oben und unten jeweils zwei – deutlich dunklere – Kappen aus Kunststoff. Darunter verbergen sich die Antennen. Der Übergang zwischen dem Metallgehäuse und dem Kunststoff ist zwar gut spür- und sichtbar (kleiner Spalt) aber qualitativ nicht schlecht. Das Gehäuse ist aber eben kein Unibody wie beim HTC 10. Mit seinen Abmessungen von 152 x 75 x 9.4 mm und einem Gewicht von stattlichen 175  Gramm ist es nicht gerade klein oder leicht, bietet dafür aber eben ein 5,5 Zoll großes Display.

Die Vorderseite wird vom leicht abgerundeten Display mit seinen 5,5 Zoll in Beschlag genommen. Hier kommt ein Corning Gorilla Glas 3 (2.5D) zum Einsatz. Dieses hat einen sehr angenehmen Schliff und fühlt sich gut an.

Auf der Rückseite findet man die 16-Megapixel-Kamera sowie einen Fingerabdrucksensor. Das Objektiv der Kamera ragt – ähnlich wie beim OnePlus 3 – leicht aus dem Gehäuse hervor. Der Ein- und Ausschalter sowie der Regler für die Lautstärke befinden sich auf der rechten Seite im Rahmen. Sie bestehen aus Metall und bieten einen guten Druckpunkt. Auf der linken Seite liegen die beiden Einschübe für die SIM-Karten (MicroSIM und NanoSIM) oder eben für eine MicroSIM und eine MicroSD-Karte (bis 256GB).

Vernee Apollo lite: 5,5 Zoll Full-HD-Display

Das Apollo Lite nutzt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display in IPS-Technologie mit einer Pixeldichte von 401 Pixel pro Zoll.  Die maximal zur Verfügung stehende Helligkeit des Displays ist sehr hoch, die Farbwiedergabe ausreichend brilliant. Die Darstellung kann dabei über Mediatek MiraVision auf seine eigenen Vorlieben angepasst werden. Links über dem Display befindet sich eine Benachrichtigungs-LED, die eingehende Nachrichten signalisiert. Die Farben für Nachrichten, SMS oder Anrufe kann man in den Einstellungen ändern, Standard ist Blau.

Performance und Akkulaufzeit: Mehr als nur Durchschnitt

Das Vernee Apollo lite wird von einem Mediatek Helio X20 sowie 4 GByte RAM angefeuert. Der Soc bietet insgesamt 10 Kerne (4x Cortex-A53 mit 1.4 GHz, 4x Cortex-A53 mit 1.85 GHz und 2x Cortex-A72 mit 2.3 GHz). Für einfache Aufgaben werden aber nur die Cortex-A53 eingesetzt und davon  meist nur 1-2. Das spart eine Menge Strom. In meinem Videoreview auf YouTube bekommst du auch einen guten Eindruck vom Vernee Apollo lite:

Im Test kam das Vernee Apollo lite mit seiner Mali-T880 GPU auf gute Ergebnisse. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielt es knapp 94.000 Zähler. Im Geekbench 3 reichte es für 1.682 Punkt im Single-Core und 5.574 im Multi-Core. Damit liegt es in etwa auf einer Stufe mit dem Huawei P9.

Alle aktuellen Spiele und auch die schlichte Benutzeroberfläche liefen völlig zufriedenstellend. Der fest eingebaute Akku des Vernee Apollo Lite leistet 3.180 mAh.  Bei meinen Tests kam ich auf eine Laufzeit von etwa 1 1/2 Tagen. Im Dauereinsatz ist der Akku nach etwa 3 1/2 Stunden leer. Die Aufladung geht recht schnell. Mit dem mitgelieferten Ladegerät (1.5 Ampere) dauert es etwa 2 Stunden.

Android 6 mit leichten Schwächen

Das Vernee Apollo lite nutzt ein nahezu unverändertes Android 6, allerdings kommt ein eigener Launcher zum Einsatz. Wer lieber den Google Now Launcher oder andere Vertreter nutzt, der kann sich die fehlenden (Google) Apps über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bei der Übersetzung gibt es noch den ein oder anderen Fehler bzw Lücke, das ist aber überhaupt nicht tragisch.

Bloatware findet man hier keine, es stehen wirklich nur die unbedingt notwendigen Apps zur Verfügung. Während meines Tests gab es bereits zwei drahtlose Updates (OTA), Vernee arbeitet also ständig an Verbesserungen.

16-Megapixel-Kamera mit Samsung-Sensor

Auf der Rückseite kommt eine 16-Megapixel-Kamera mit einem Sensor aus dem Hause Samsung zum Einsatz. Die Blende f/2.0 soll ausreichend Licht auf den Sensor lassen. Bei weniger Licht kommt zusätzlich eine Dual-LED mit zwei Farben zum Einsatz. Die Bildqualität geht bei guten Lichtverhältnissen in Ordnung. Insgesamt werden die Aufnahmen aber stark aufgehellt. So saufen helle Bereiche förmlich ab.

Vernee Apollo lite

Die Farbwiedergabe wirkt blass, die Bildschärfe leidet mitunter sichtbar. Der HDR-Modus erfordert zudem eine ruhige Hand. Videos zeichnet die Kamera übrigens in Full-HD (Einstellung „Hoch“) in 3GP auf. Auf Wunsch auch mit Zeitrafferautomatik. Hier mal ein direkter Vergleich zwischen Sony Xperia Z3 und Vernee Apollo lite:

Vernee Apollo lite Kamerabild
Vernee Apollo lite Kamerabild
Sony Xperia Z3 Kamerabild
Sony Xperia Z3 Kamerabild

Die Videoqualität leidet ebenfalls unter der etwas übereifrigen Kamera-Software. Die Aufnahmen werden bei schnelleren Bewegungen leicht verzerrt, da hilft auch der EIS (Electronic Image Stabilizer) nicht. Selfies zeichnet das Vernee Apollo lite mit maximal 5 Megapixeln auf. Die Qualität geht in Ordnung. Insgesamt finde ich den Sesnor aus dem Hause Panasonic jetzt nicht der Rede wert. Meine „Spiegelreflex“ von Panasonic macht da deutlich bessere Aufnahmen und auch das recht betagte Sony Xperia Z3 kommt mit stimmigeren Bildern rüber. Aber das ist auch teurer und sowieso Geschmackssache. Einige Tester behaupten auch, das Vernee Apollo lite würden Videos in 4K aufzeichnen, das kann ich definitiv (siehe oben) nicht bestätigen!

Vernee Apollo lite Konnektivität & Sound: VoLTE und Equalizer

Das Vernee Apollo Lite bietet die Unterstützung für HSPA und LTE-Frequenzen (800/1800/2600MHz) und kommt auch mit Band 20 klar. Per Dual-SIM kann ich zwei SIM-Karten gleichzeitg nutzen, verzichte dann aber auf die Speichererweiterung (knapp 25 GByte frei) per MicroSD um bis zu 256 GByte. Der Netzempfang (Telekom, Vodafone, o2) war ausreichend stark. Leider dauert der Wechsel zwischen GSM,UMTS und LTE manchmal etwas länger.

Auch die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Laut Vernee wird auch VoLTE unterstützt. Zumindest bekomme ich im Netz der Telekom das entsprechende Symbol zu Gesicht. Eine echte Verbesserung der Qualität konnte ich aber nicht verzeichnen.

Der WLAN-Empfang im 2.4 GHz und 5 GHz-Band war ausreichend schnell. Daten werden per Bluetooth oder USB-Type-C (USB 2.0) übertragen. NFC wird traditionell nicht angeboten.

Etwas enttäuschend empfand ich den GPS-Empfang des Smartphones. Der erste Safix geht zwar schnell, die Genauigkeit lässt aber zu Wünschen übrig. Abweichungen von mitunter mehr als 20 Metern sind nicht gerade förderlich, wenn man im Auto per Google Maps navigiert. So mußte ich unterwegs auch mal einen Verbindungsabbruch hinnehmen. Das mag aber auch an der Umgebung bzw. den Scheiben meines Fahrzeugs gelegen haben. Ein UMI emax mini hate die gleichen Probleme 😀

Neben GPS stehen auch zahlreiche andere Sensoren (Beschleunigungs-, Näherungs-, Helligkeits-, Magentfeldsensor) sowie ein Gyroskop zur Verfügung. Fans von Pokèmon Go kommen also auch hier auf ihre Kosten.

Der Fingerabdrucksensor des Apollo Lite auf der Rückseite unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei sehr schnell und zuverlässig.

Der interne Lautsprecher des Apollo Lite ist sehr laut, übersteuert allerdings auch stark. Dann scheppert es ganz ordentlich. Der Sound über Kopfhörer geht in Ordnung, die Equalizer-Presets von Android sind nett. Insgesamt kann die Soundqualität aber nicht mit einem Xperia Z3 oder iPhone 6 mithalten.

Fazit: Das Vernee Apollo lite ist sein Geld wert

Das Vernee Apollo Lite ist ohne Zweifel seine knapp 200 Euro wert. Wenn man den Import und die mitunter schwierige Garantiesituation in Kauf nimmt (hatte mit Gearbest.com bisher keine Probleme). Dafür bekommt man ein hochwertiges Smartphone mit guter Verarbeitung im Metallgewand. Die 16-Megapixel-Kamera macht gute Aufnahmen (bei ausreichend Licht), der Sound und die Empfangsleistung sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. LTE wird auch in Band 20 unterstützt. Das hat das Vernee Apollo lite den Produkten von Xiaomi voraus.

Update: Videoreview vom 20.08.16

Testergebnis

Verarbeitung 9
Display 8.5
Performance 9
Kamera 8

Fazit

8.6 Das Vernee Apollo Lite ist ohne Zweifel seine knapp 200 Euro wert. Dafür bekommt man ein hochwertiges Smartphone mit guter Verarbeitung im Metallgewand. Die 16-Megapixel-Kamera macht gute Aufnahmen (bei ausreichend Licht), der Sound und die Empfangsleistung sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. LTE wird auch in Band 20 unterstützt. Das hat das Vernee Apollo lite den Produkten von Xiaomi voraus.

Tags : ChinaReviewSmartphoneTestVernee
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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