Beenden

Vernee Apollo Test: Mit QHD-Display für 300 Euro

Vernee hat mit der Auslieferung seines Apollo begonnen. Die ersten Exemplare sollten allerdings erst nach Weihnachten bei den Käufern eintreffen. Das Apollo ist der “große” Bruder des Apollo Lite und sozusagen das Flaggschiff des noch unbekannten Herstellers aus China. Es bietet neben einem 5,5 Zoll großes Display mit 1.440 x 2.560 Pixel auch den neuen MediaTek X25 Chipsatz. Mit seinen 10 Kernen soll er dem Snapdragon 821 Paroli bieten. Das Smartphone mit seinem Metallgehäuse kostet als Import rund 300 Euro und kommt in einer Verpackung, die man auch als VR-Brille nutzen kann.

Vernee Apollo: Design und Verarbeitung

Das Metallgehäuse des  Vernee Apollo besteht aus Aluminium (Silber). Die Rückseite ist nun im Gegensatz zum Apollo lite vollständig aus Metall gefertigt und wird lediglich durch zwei Antennen-Streifen voneinander getrennt.  Mit seinen Abmessungen von 152 x 76 x 9.3 mm und einem Gewicht von stattlichen 188  Gramm ist es weder klein noch leicht. Optisch orientiert es sich zudem am OnePlus 3(T). Vernee selber hält sich für innovativ, ist es aber nicht.

  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Blackview P2
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo
  • Vernee Apollo

Die Vorderseite wird vom 5,5 Zoll großen Display mit einem – zu den Kanten hin – leicht abgerundeten Display in Beschlag genommen. Ob Corning Gorilla Glas 3 zum Einsatz kommt, ist allerdings nicht sicher. Auf der Rückseite findet man unterhalb der 21-Megapixel-Kamera (steht leicht aus dem Gehäuse hervor) auch den runden Fingerabdrucksensor. Den Ein-/ und Ausschalter und Lautstärke-Taste haben die Designer auf der rechten Seite in den Rahmen integriert. Sie bestehen ebenfalls aus Metall und bieten einen guten Druckpunkt. Leider wackeln die Tasten allerdings wieder spürbar im Rahmen. Das war auch bei einigen Modellen des Apollo lite der Fall. Auf der linken Seite des Metallrahmens ist der Einschub für zwei SIM-Karten (MicroSIM und NanoSIM) oder eben für eine MicroSIM und eine MicroSD-Karte (bis 256 GB).

Vernee Apollo: Blasses 5,5 Zoll QHD-Display

Vernee ApolloDas Apollo nutzt ein 5,5 Zoll großes QHD-Display (1.440 x 2.560 Pixel) in LTPS-Technologie und kommt damit auf eine Pixeldichte von 541 Pixel pro Zoll.  Die maximal zur Verfügung stehende Helligkeit des Displays ist sehr hoch, die Farbwiedergabe allerdings sehr flach. Die Darstellung bzw. Abbildung der Farben kann ich über Mediatek MiraVision auf meine eigenen Vorlieben anpassen, viel spürt man davon aber nicht. Links oberhalb des Displays sieht man eine Benachrichtigungs-LED. Die zeigt mir entgangene/eingehende Nachrichten und Anrufe an. Die Farben kann ich für Nachrichten, SMS oder Anrufe in den Einstellungen ändern, Standard ist Blau.

Über die mitgelieferte VR-Brille und einer passenden App aus dem PlayStore (Google Cardboard) oder die mitgelieferte GoVR-App kann man sich 3D-Filme im SBS-Format oder Spiele ansehen. Googles Daydream wird aber leider nicht unterstützt! Damit ist der Punkt VR weniger aufregend als das Marketing von Vernee verspricht. Die 3D-Brille selber ist von einfacher Qualität.

Performance: Mehr als nur Durchschnitt

Das Vernee Apollo wird von einem Mediatek Helio X25 sowie 4 GByte RAM angefeuert. Der SoC bietet insgesamt 10 Kerne (4x Cortex-A53 mit 1.4 GHz, 4x Cortex-A53 mit maximal 2 GHz und 2x Cortex-A72 Vernee Apollo Android 6mit maximal 2.5 GHz). Für einfache Aufgaben werden aber nur die Cortex-A53 eingesetzt und davon meist nur 1-2. Das spart eine Menge Strom. Leider ist der X25 im Vergleich zum X20 aber auch kaum schneller geworden.

Im Test kam das Vernee Apollo mit seiner etwas höher getakteten Mali-T880 GPU trotzdem auf gute Ergebnisse. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielt es 91.702 Zähler. Im Geekbench reichte es für 1.746 Punkt im Single-Core und 4.600 im Multi-Core. Damit liegt es in etwa auf einer Stufe mit dem Huawei P9 bzw. Xiaomi Redmi Pro und ist auch nicht wirklich schneller als das Apollo lite. Aktuelle Spiele laufen – aus welchen Gründen auch immer – nur mit spürbaren Rucklern. Bei VR-Spielen wird das noch schlimmer, praktisch ist es für diesen Zweck nicht nutzbar. Die schlichte Benutzeroberfläche liefen völlig zufriedenstellend.

OP3T - Apollo Vernee
Der fest eingebaute Akku des Vernee Apollo leistet wie beim Schwestermodell nur 3.180 mAh.  Bei meinen Tests kam ich auf eine Laufzeit von etwa 1 Tag. Im Dauereinsatz ist der Akku bereits nach etwa 3 1/2 Stunden leer. Mit dem mitgelieferten Ladegerät (1.5 Ampere) dauert der Ladevorgang rund 2 1/2 Stunden. Eine eher schwache Leistung, die mich ein wenig an das OnePlus 3T erinnert.

Android 6 mit leichten Schwächen

Das Vernee Apollo wird mit einem nahezu unveränderten Android 6 (Sicherheitspatches von Juli 2016) ausgeliefert. Der Launcher selbst ist allerdings nicht von Google. Wer also lieber den Google Now Launcher oder andere Vertreter nutzt, der kann sich die fehlenden (Google) Apps über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bei der Übersetzung gibt es noch den ein oder anderen Fehler bzw. Lücke, das ist aber überhaupt nicht tragisch.

  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • apollo_ui_14
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6
  • Vernee Apollo Android 6

Bloatware findet man hier übrigens keine, es stehen also wirklich nur die unbedingt notwendigen Apps zur Auswahl. Während meines Tests gab es zwei drahtlose Updates (OTA), Vernee arbeitet ständig an Verbesserungen. Das Update auf Android 7 soll in den nächsten Wochen ausgeliefert werden. Glauben kann ich daran aber nicht. Einige Apps (Musikplayer, Kalender und Co) sehen zudem recht altbacken aus und könnten aus Android 1.0 stammen. Tatsächlich stammen sie noch aus Android Kitkat. In meinem Videoreview des Apollo auf YouTube kann man das gut erkennen:

21-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor

Auf der Rückseite kommt eine 21-Megapixel-Kamera mit einem Sensor aus dem Hause Sony (IMX230) zum Einsatz. Übrigens der gleiche Sensor wie im Kodak Ektra. Eine Blende f/2.0 soll theoretisch ausreichend Licht auf den Sensor lassen. Bei weniger Licht kann man zusätzlich eine Dual-LED mit zwei Farben nutzen. Die Bildqualität geht bei guten Lichtverhältnissen noch in Ordnung, bei ungünstigen Lichtverhältnissen schwächelt der knapp 2 Jahre alte Sensor aber sichtbar.

Vernee Apollo

Die Farbwiedergabe ist gut, die Bildschärfe gab auch keinen Anlass zur Klage. Die Bilder wirken aber zu dunkel und bei künstlichem Licht auch gelbstichig. Der HDR-Modus erfordert eine ruhige Hand, denn einen optischen Bildstabilisator findet man nicht. Auswirkungen auf die Bildqualität hat er eh kaum.  Videos zeichnet die Kamera übrigens in 4K auf. Auf Wunsch auch mit Zeitrafferautomatik.

Die Videoqualität wirken bei schnellen Bewegungen leicht verzerrt, da hilft auch der EIS (Electronic Image Stabilizer) nicht. Selfies zeichnet das Vernee Apollo mit maximal 8 Megapixeln in guter Qualität auf.

Vernee Apollo Konnektivität: Mit LTE Band 20, Dual-SIM

Die Unterstützung für LTE im hierzulande beliebten Band 20 ist bei den Modellen “aus China” noch immer keine Selbstverständlichkeit. Vernee macht da erfreulicherweise eine Ausnahme. So kann man die Dual-SIM Unterstützung auch mit dem schnellen Datenturbo LTE nutzen, wenn man nicht Kunde der Telekom ist 😀 Allerdings verzichtet man bei zwei SIM-Karten dann auf die Erweiterbarkeit des internen Speichers (64 GByte, knapp 56 Gbyte frei) über microSD-Karten. Der Hybdrid-Slot verträgt nur zwei SIM (micro/nano) oder eine SIM und eine microSD. Der Empfang (Telekom, Vodafone, o2) war ausreichend stark. Leider dauert der Wechsel zwischen GSM, UMTS und LTE manchmal etwas länger.

Die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Laut den Einstellungen wird auch VoLTE unterstützt. Zumindest bekomme ich im Netz der Telekom das entsprechende Symbol zu Gesicht. Eine echte Verbesserung der Qualität konnte ich aber nicht verzeichnen, aber es scheint immerhin zu funktionieren! Die Leistung bei der datenübertragung im LTE-Modus war schwach. Im Netz der Telekom kam ich im Test auf einen maximalen Download von 11 mbit, im Upload auf 41 mbit. Das geht bei anderen Modellen auch schneller!Der WLAN-Empfang im 2.4 GHz (5 GHz-Band wird nicht unterstützt) war ausreichend schnell. Daten werden per Bluetooth oder USB-Type-C (USB 2.0) übertragen. NFC wird leider nicht angeboten.

Der Fingerabdrucksensor des Apollo auf der Rückseite unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei sehr schnell und zuverlässig. Der interne Lautsprecher des Apollo ist sehr laut, übersteuert allerdings auch schnell. Dann scheppert es ganz ordentlich. Der Sound über Kopfhörer geht in Ordnung, die Equalizer-Presets von Android sind vorhanden. Neben einer 3.5 mm Klinkenbuchse auf der Oberseite kann man auch USB-Typ-C für die Soundausgabe nutzen. Passende Kopfhörer vorausgesetzt.

Fazit: Das Vernee Apollo ist sein Geld bedingt wert

Das Vernee Apollo ist seine knapp 300 Euro meiner Meinung nach nur bedingt wert. Zumindest im Vergleich zum “lite”. Wenn man den Import und die Mehrwertsteuer dazurechnet, bekommt man schon fast ein Samsung Galaxy S7. Ich hatte zwar mit Gearbest.com bisher keine Probleme, wohl aber mit dem Umtausch und der Kommunikation mit Vernee selbst. Vernee Deutschland hat zudem den Vertrieb komplett eingestellt. Mein Testgerät hatte einen Defekt und wackelnde Tasten und wurde kulanterweise von Gearbest getauscht. Der Klang und die Empfangsleistung (samt LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen in Ordnung. Die 21-Megapixel-Kamera sowie das QHD-Display und die CPU sind nett, aber mehr was für das Marketing. In der Praxis taugt es nicht für anspruchsvolle Games oder Virtual Reality.

Update: neue Firmware vom 17.01.17

Testergebnis

Verarbeitung 8
Display 8.9
Performance 8.7
Kamera 8.7
Konnektivität & Akku 8.5

Fazit

8.6 Das Vernee Apollo ist seine knapp 300 Euro meiner Meinung nach nur bedingt wert. Zumindest im Vergleich zum "lite". Wenn man den Import und die Mehrwertsteuer dazurechnet, bekommt man schon fast ein Samsung Galaxy S7. Ich hatte zwar mit Gearbest.com bisher keine Probleme, wohl aber mit dem Umtausch und der Kommunikation mit Vernee selbst. Vernee Deutschland hat zudem den Vertrieb komplett eingestellt. Mein Testgerät hatte einen Defekt und wackelnde Tasten und wurde kulanterweise von Gearbest getauscht. Der Klang und die Empfangsleistung (samt LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen in Ordnung. Die 21-Megapixel-Kamera sowie das QHD-Display und die CPU sind nett, aber mehr was für das Marketing. In der Praxis taugt es nicht für anspruchsvolle Games oder Virtual Reality.

Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestsVernee
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

Diese Website verwendet Cookies, um Ihre Erfahrungen zu verbessern. Durch die Nutzung dieser Seite stimmen Sie dem zu. Mehr Infos

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen