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Vernee Apollo X im Test: Das bessere Apollo lite?

Testergebnis

Verarbeitung 7.9
Display 8.2
Performance 8.4
Kamera 8.2
Konnektivität & Akku 8.5

Fazit

8.2 Das Vernee Apollo X ist mit seinen rund 200 Euro kein schlechtes Smartphone, kämpft aber mit einer durchwachsenen Verarbeitungsqualität und einem veralteten Android 6. Von Vernee OS gibt es keine Spur. Die Kommunikation mit Vernee selbst ist zudem extrem schlecht und Vernee Deutschland hat den Vertrieb längst eingestellt. Klang- und die Empfangsqualität (samt LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen in Ordnung. Die 13-Megapixel-Kamera sowie das etwas flaue FHD-Display gehen in Ordnung und die Leistung der CPU ist mehr als ausreichend. Ich persönlich würde aber eher zu einem Xiaomi greifen.

Schaut man sich die technischen Details und die Optik des neuen Vernee Apollo X könnte man glatt der Meinung sein, Vernee hätte das Apollo lite neu aufgelegt. Ähneln sich beide Modelle doch sehr. Das X ist zwar einen Tick günstiger, technisch aber kaum schlechter aufgestellt als das lite. Das 5,5 Zoll große Display von Sharp löst immer noch in Full-HD auf, die CPU ist derselbe MediaTek X20 mit 10 Kernen und der interne Speicher wurde sogar auf 64 GByte verdoppelt? Lohnt sich der Import?

Vernee Apollo X: Design und Verarbeitung

Die drei verschiedenen Vernee Apollo bestehen überwiegend aus Aluminium. Und auch das Metall der Rückseite meines schwarzen Testsamples von Gearbest.com schimmert eher violett als schwarz. Auf der Rückseite hat Vernee die Ober- und Unterkante aus Kunststoff gefertigt. Leider stimmen die Farben nicht ganz überein. Darunter verbergen sich wohl die Antennen. Mit seinen Abmessungen von 152 x 76 x 9.5 mm und einem Gewicht von stattlichen 178 Gramm ist es zudem weder klein noch leicht geraten. Optisch orientiert es eigentlich immer noch an das OnePlus 3(T).

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Die Vorderseite des Apollo X wird vom 5,5 Zoll großen Display aus dem Hause Sharp in Beschlag genommen. Auf der Rückseite findet man unterhalb der 13-Megapixel-Kamera (steht leicht aus dem Gehäuse hervor) einen Fingerabdrucksensor. Den Ein-/ und Ausschalter und den Lautstärkeregler haben die Designer auf der rechten Seite in den Rahmen eingelassen. Sie bestehen ebenfalls aus Metall, bieten einen guten Druckpunkt wackeln aber SEHR stark im Gehäuse. Zudem ist durch den Spalt dies Displaybeleuchtung sichtbar. Das war auch schon bei einigen Modellen des Apollo lite der Fall und zeugt von mangelnden Qualitätskontrollen. Auf der linken Seite des Metallrahmens findet man zwei getrennte Einschübe, jeweils für eine nano-SIM oder microSD und eine Micro-SIM. Und auch diese wackeln im Rahmen hin und her: „Klacker die Klack“.

Vernee Apollo X: 5,5 Zoll FHD-Display

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Das Apollo X nutzt ein 5,5 Zoll großes FHD-Display (1.080 x 1.920 Pixel) aus dem Hause Sharp welches – laut Hersteller – von Corning Gorilla Glass 3 geschützt wird. Die maximal zur Verfügung stehende Helligkeit des Displays wird mit 450 nits angegeben. Sie reicht für den täglichen Gebrauch vollkommen aus, kommt bei direkter Sonneneinstrahlung aber ordentlich ins Schwitzen. Das gilt leider auch für die Farbwiedergabe, die ist nämlich recht blass. Die Darstellung der Farben kann ich über MediaTek MiraVision auf meine eigenen Vorlieben anpassen. Im Modus „Lebendig“ verspürt man eine leichte Verbesserung. Eine Benachrichtigungs-LED für entgangene/eingehende Nachrichten oder Anrufe gibt es leider nicht.

Performance: Was geht ab?

Das Vernee Apollo X wird von einem MediaTek Helio X20 mit 10 Kernen sowie 4 GByte RAM angefeuert. Für die einfachen Aufgaben werden nur 1-2 Kerne eingesetzt, fordert man mehr VOS_6_16Power, schalten sich die anderen Cluster hinzu. Das spart eine Menge Strom. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielt der Prozessor 84.347 Zähler. Im Geekbench reichte es für 1.541 Punkt im Single-Core und 4.870 im Multi-Core. Das klingt auf dem Papier erst einmal ordentlich. Aktuelle Spiele laufen – aus welchen Gründen auch immer – aber mit leichten Rucklern. Die schlichte Benutzeroberfläche auf Basis von Android 6 – bei der es sich angeblich um das Vernee OS (VOS) handeln soll – lief völlig zufriedenstellend.

Der fest eingebaute Akku des Vernee Apollo X leistet diesmal rund 3.500 mAh. Trotzdem reicht es im aktuellen PCMark nur für eine  Laufzeit von knapp 5:30 Stunden. Bei meinen Tests kam ich locker durch den Tag und hatte noch eine minimale Reserve. Mit dem mitgelieferten Ladegerät und dank MediaTek Pump Express 3.0 dauert der Ladevorgang aber nur rund 80 Minuten.

Android 6 mit leichten Schwächen

Das Vernee Apollo X wird mit einem nahezu unveränderten Android 6 (Sicherheitspatches von Juli 2016) ausgeliefert. Der Launcher selbst ist allerdings nicht von Google. Wer also lieber den Google Now Launcher oder andere Vertreter nutzt, der kann sich die fehlenden (Google) Apps über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bei der Übersetzung gibt es IMMER noch den ein oder anderen Fehler bzw. Lücke, das ist aber überhaupt nicht tragisch.

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Bloatware findet man hier übrigens keine, es stehen also wirklich nur die unbedingt notwendigen Apps zur Auswahl. Während meines Tests gab es ein drahtlose Updates (OTA), Vernee arbeitet ständig an Verbesserungen. Einige Apps (Musikplayer, Kalender und Co) sehen zudem recht altbacken aus und stammen noch aus Android Kitkat.

13-Megapixel-Kamera mit Sony-Sensor

Auf der Rückseite kommt eine 13-Megapixel-Kamera (nur bei 4:3) mit einem Sensor aus dem Hause Sony (IMX258) zum Einsatz. Eine Blende f/2.0 soll theoretisch ausreichend Licht auf den Sensor lassen. Bei weniger Licht kann man zusätzlich eine Dual-LED mit zwei Farben nutzen. Die Bildqualität geht bei guten Lichtverhältnissen noch in Ordnung, bei ungünstigen Lichtverhältnissen schwächelt der Sensor aber sichtbar.

Vernee Apollo X

Die Farbwiedergabe ist ausreichend, die Bildschärfe gab nur wenig Anlass zur Klage. Die Bilder wirken aber oft etwas flau und bei künstlichem Licht auch gelbstichig. Der HDR-Modus erfordert eine ruhige Hand, denn einen optischen Bildstabilisator findet man nicht. Auswirkungen auf die Bildqualität hat er keine. Und was nutzt es einem da, dass man die Bilder auch im RAW-Format (DNG) abspeichern kann. Videos zeichnet die Kamera übrigens in FHD auf. Die Videoqualität wirken bei schnellen Bewegungen leicht verzerrt, da hilft auch der EIS (Electronic Image Stabilizer) nicht. Selfies zeichnet das Vernee Apollo X mit maximal 5 Megapixeln (SAMSUNG S5K5E2 ) in ausreichender Qualität auf.

Vernee Apollo X Konnektivität: Mit LTE Band 20, Dual-SIM

Die Unterstützung für LTE im hierzulande beliebten Band 20 ist bei den Modellen „aus China“ noch immer keine Selbstverständlichkeit. Vernee macht da erfreulicherweise eine Ausnahme. So kann man die Dual-SIM Unterstützung auch mit dem schnellen Datenturbo LTE nutzen, wenn man nicht Kunde der Telekom ist 😀 Allerdings verzichtet man bei zwei SIM-Karten dann auf die Erweiterbarkeit des internen Speichers (64 GByte, knapp 52 Gbyte frei) über microSD-Karten. Also entweder zwei SIM (micro/nano) oder eine SIM und eine microSD. Der Empfang (Telekom, Vodafone, o2) war ausreichend stark. Leider dauert der Wechsel zwischen GSM, UMTS und LTE manchmal etwas länger.

Die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Laut den Einstellungen wird auch VoLTE unterstützt. Zumindest bekomme ich im Netz der Telekom das entsprechende Symbol zu Gesicht. Eine echte Verbesserung der Qualität konnte ich aber nicht verzeichnen, aber es scheint immerhin zu funktionieren! Die Leistung bei der Datenübertragung im LTE-Modus war schwach. Im Netz der Telekom kam ich im Test auf einen maximalen Download von 11 mbit, im Upload auf 41 mbit. Das geht bei anderen Modellen auch schneller! Der WLAN-Empfang (2.4 / 5 GHz) war ausreichend schnell. Daten werden per Bluetooth oder USB-Type-C (USB 2.0) übertragen. NFC wird leider nicht angeboten.

Der Fingerabdrucksensor des Apollo X auf der Rückseite unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei sehr schnell und zuverlässig. Der interne Lautsprecher des Apollo X ist sehr laut, übersteuert allerdings auch schnell. Dann scheppert es ganz ordentlich. Der Sound über Kopfhörer (Oberseite) geht in Ordnung, die Equalizer-Presets von Android sind vorhanden.

Fazit: Das bessere Apollo lite?

Das Vernee Apollo X ist mit seinen rund 200 Euro kein schlechtes Smartphone, kämpft aber mit einer durchwachsenen Verarbeitungsqualität und einem veralteten Android 6. Von Vernee OS gibt es keine Spur. Die Kommunikation mit Vernee selbst ist zudem extrem schlecht und  Vernee Deutschland hat den Vertrieb längst eingestellt. Klang- und die Empfangsqualität (samt LTE Band 20) sowie Gesprächsqualität gehen in Ordnung. Die 13-Megapixel-Kamera sowie das etwas flaue FHD-Display gehen in Ordnung und die Leistung der CPU ist mehr als ausreichend. Ich persönlich würde aber eher zu einem Xiaomi greifen.

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Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestsVernee
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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