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Vernee Mars im Test: Mehr Schein als Sein?

Testergebnis

Verarbeitung 8.6
Display 8
Performance 7.4
Kamera 7.6

Fazit

7.9 Das Vernee Mars ist seine knapp 210 Euro wert. Allerdings nur dann, wenn man den Import und die mitunter schwierige Garantiesituation in Kauf nimmt. Für sein Geld bekommt man ein hochwertig verarbeitetes Mittelklasse-Smartphone im Metallgehäuse. Die 13-Megapixel-Kamera macht - bei ausreichend Licht - ansprechende Aufnahmen, kämpft aber mit einem leichten Rotstich. Der Klang und die Empfangsleistung sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. LTE wird auch in Band 20 unterstützt. Das hat das Vernee Mars den meisten Produkten von Xiaomi voraus.

Das neue Android-Smartphone Vernee Mars des hierzulande eher unbekannten Startups aus China bietet für umgerechnet 210 Euro ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display von Sharp, 4 GByte RAM, 32 GByte Speicher, MicroSD, Dual-SIM und LTE mit Band 20. Eingekleidet ist es in ein nur 7,6 mm dünnes Metallgehäuse, der Schein ist also super. Aber wie ist das „Sein? Testen wir es einfach …

Vernee Mars : Design und Verarbeitung

Das Vernee Mars ähnelt optisch ein „wenig“ dem aktuellen Apple iPhone 7. Die Rückseite mit der 13-Megapixel-Kamera weist jedenfalls die gleichen, für das iPhone 7 so typischen, Antennenstreifen aus Kunststoff auf. Die sind auch zum Rand hin „gebogen.“ Das Gehäuse besteht aus Aluminium (Gold oder Grau). Mit seinen Abmessungen von 151 x 73 x 7.6 mm und einem Gewicht von 161 Gramm ist es sogar etwas kleiner als das Vernee Apollo lite.

Die Vorderseite wird vom leicht abgerundeten Display mit seinen 5,5 Zoll in Beschlag genommen. On hier Corning Gorilla Glas 3 (2.5D) zum Einsatz kommt, ist nicht bestätigt. Es fühlt sich jedenfalls gut an, den „Härtestest“ habe ich aus Mitleid mit dem Smartphone und zur Schonung (meiner) der Ressourcen nicht gemacht.

Auf der Rückseite findet man eine 13-Megapixel-Kamera mit einem Sensor vom Typ Sony IMX258. Der Fingerabdrucksensor befindet sich – ähnlich wie beim Xperia X – im rechten Gehäuserahmen. Dort findet man auch den Ein/- und Ausschalter sowie den Taster für die Lautstärke. Der Einschub für die (beiden) SIM-Karten (MicroSIM und NanoSIM), alternativ eine MicroSIM und eine MicroSD-Karte (bis 256GB) wurde auf der linken Seite ins Gehäuse eingelassen.

Vernee Mars : 5,5 Zoll mit Full-HD

Das Vernee Mars nutzt ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display in InCell-Technologie aus dem Hause Sharp. Damit kommt es auf 401 Pixel pro Zoll.  Die maximal zur Verfügung stehende Helligkeit des Displays ist leider nicht so hoch wie beim Vernee Apolo lite. Die Farbwiedergabe wirkt weniger „brilliant“. Die Darstellung der Inhalte wird über Mediateks „MiraVision“ optimiert. Insgesamt finde ich dei Qualität nur durchschnittlich und das Display scheint einen leichten Stich ins rötliche zu haben. Rechts über dem Display ist eine kleine Benachrichtigungs-LED eingelassen. Die signalisiert entgangene Anrufe oder Nachrichten. Die Farben kann man in den Einstellungen ändern, Standard ist Blau.

Performance und Akku: Guter Durchschnitt

Während das Vernee Apollo lite noch von einem Mediatek Helio X20 sowie 4 GByte RAM angefeuert wird, muss das Vernee Mars mit einem Mediatek P10 auskommen. Und das Android 6 auf Vernee MarsAndroid 6 auf Vernee Marsmacht sich dann nicht nur in den aktuellen Benchmarks bermerkbar. Der Soc bietet insgesamt 8 Kerne mit maximal 1.8 GHz. Im aktuellen AnTuTu-Benchmark erzielt es knapp 48.000 Zähler. Im Geekbench reichte es für 686 Punkt im Single-Core und 2.662 im Multi-Core.

Die derzeit aktuellen Spiele und auch die schlichte Benutzeroberfläche liefen trotzdem zufriedenstellend flüssig. Der fest eingebaute Akku des Vernee Mars leistet 3.000 mAh.

Bei meinen Tests kam ich auf eine Laufzeit von etwa 2 Tagen. Im Dauereinsatz ist der Akku nach etwa 4 1/2 Stunden leer. Die Aufladung geht dann Quick Charge recht schnell. Mit dem mitgelieferten Ladegerät (1.5 Ampere) dauert es etwa 2 Stunden.

Android 6: Nicht vollständig übersetzt

Das Vernee Mars nutzt ein nahezu unverändertes Android 6. Der Hersteller setzte aber einen eignen App-Launcher ein. Wer lieber den Google Now Launcher oder andere Vertreter nutzt, der kann sich die fehlenden (Google)-Apps über den bereits vorinstallierten Google Play Store nachinstallieren. Bei der Übersetzung gibt es noch leichten Lücken, das ist aber eher unwichtig.

Bloatware findet man hier keine, dem Nutzer stehen nur die unbedingt notwendigen Apps zur Verfügung.

Multimedia: 13-Megapixel-Kamera und Mono-Sound

Die rückseitig verbaute Hauptkamera löst Bilder mit maximal 13 Megapixel auf, nutzt einen Sesnor von Sony und eine Blende f/2.0. Videos werden in Full-HD-Qualität aufgezeichnet. Damit entspricht die Technik in etwa dem Xiaomi Redmi Note 4.  Fotos kann man mit 4:3 (13 Megapixel) oder 16:9 (9 Megapixel) aufnehmen.  Bei guten Lichtverhältnissen erzeugt die Kamera eine annehmbare Bildqualität. Bei weniger optimalen Lichtverhältnissen sieht mnn aber schnell Artefakte. Insgesamt wirken die Bilder ein wenig zu hell, die Farben wirken blass und es ist ein leichter Rotstich erkennbar. Der Himmel wird schnell weiß oder hellgrau.

Vernee Mars

Der Lautsprecher des Vernee Mars auf der Unterseite ist laut, übersteuert allerdings auch stark. Dann scheppert es ganz ordentlich. Der Sound über Kopfhörer geht in Ordnung, die Equalizer-Presets von Android sind nett. Insgesamt kann die Soundqualität aber nicht mit Sony, Samsung oder Apple mithalten.

Vernee Mars Konnektivität: GPS mit Fingerabdruck

Das Vernee Mars bietet die Unterstützung für HSPA und LTE-Frequenzen (800/1800/2600MHz) und kommt auch mit Band 20 klar. Per Dual-SIM kann ich zwar zwei SIM-Karten (Micro und Nano) gleichzeitig nutzen, verzichte dann aber auf die Speichererweiterung per MicroSD um bis zu 256 GByte. Auf dem Gerät selbst sind noch knapp 25 GByte frei. Der Netzempfang (Telekom, Vodafone, o2) war ausreichend stark. Leider dauert der Wechsel zwischen GSM – UMTS – LTE manchmal etwas länger.

Die Gesprächsqualität gab keinen Anlass zur Klage. Der WLAN-Empfang im 2.4 GHz und 5 GHz-Band war ausreichend schnell. Daten werden per Bluetooth (4.0) oder USB-Type-C (USB 2.0) übertragen. NFC wird traditionell nicht angeboten. Mehr Infos gibt es in meinem Videoreview des Vernee Mars auf YouTube:

Etwas enttäuschend empfand ich den GPS-Empfang des Smartphones. Der erste Safix geht zwar schnell, die Genauigkeit lässt aber zu Wünschen übrig. Abweichungen von mehr als 20 Metern sind bei der Navigation im Auto ziemlich nervig. So mußte ich unterwegs auch mal einen Verbindungsabbruch hinnehmen. Das mag aber auch an der Umgebung bzw. den Scheiben meines Fahrzeugs gelegen haben. Ein UMI emax mini hat die gleichen Probleme 😀

Neben GPS stehen auch zahlreiche andere Sensoren (Beschleunigungs-, Näherungs-, Helligkeits-, Magentfeldsensor) sowie ein Gyroskop zur Verfügung. Fans von Pokèmon Go kommen also auch hier auf ihre Kosten.

Der Fingerabdrucksensor des Mars auf der rechten Seite unterscheidet bis zu fünf Finger. Der Sensor selbst reagiert dabei schnell und zuverlässig, ist haptisch aber eher unglücklich angebracht. Er ist einfach einen Tick zu schmal.

Fazit: Das Vernee Mars ist sein Geld wert

Das Vernee Mars ist seine knapp 210 Euro wert. Allerdings nur dann, wenn man den Import und die mitunter schwierige Garantiesituation in Kauf nimmt. Für sein Geld  bekommt man ein hochwertig verarbeitetes Mittelklasse-Smartphone im Metallgehäuse. Die 13-Megapixel-Kamera macht – bei ausreichend Licht – ansprechende Aufnahmen, kämpft aber mit einem leichten Rotstich. Der Klang und die Empfangsleistung sowie Gesprächsqualität gehen ebenfalls in Ordnung. LTE wird auch in Band 20 unterstützt. Das hat das Vernee Mars den meisten Produkten von Xiaomi voraus. Die Konkurrenz im eigenen Land in Form des Umi Plus oder Elephone P9000 schläft aber auch nicht. Mehr Infos gibt es auf der Webseite ds Herstellers.

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Tags : AndroidChinaReviewSmartphoneTestVernee
Dirk

Der Author Dirk

Ich beschäftigte mich sich seit 1996 mit Smartphones, Smartwatches, Tablets und anderen Gadgets. In meiner knappen Freizeit quäle ich gerne meine Frau, Nachbarn und Freunde mit meinen E-Gitarren. Ich nenne es zwar "Musik", aber die meisten anderen bezeichnen es als "Krach". Abonniere doch einfach den RSS-Feed und folge mir auf Facebook, Google+ und Twitter. Wenn du Fragen oder Anregungen zum Thema Smartphones hast, dann schreib mir eine Nachricht.

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